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Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

Rudolf Steiner um 1905 "Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer" (Quelle: wikipedia)

Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung. 

Prof. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, forderte im Sommer 2010: „Man sollte den [Kranken-] Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“. Sein Argument: „Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie.“ Patienten wird durch die Kostenübernahme eine Wirksamkeit vorgetäuscht, wo keine ist: Die Homöopathie ist längst als pseudowissenschaftliches Konzept entlarvt, von dem sich nichtsdestotrotz eine milliardenschwere Industrie ernährt.

Nun hat die Techniker Krankenkasse entschieden, ab dem 1. Januar 2012 „die Kosten für nicht verschreibungspflichtige, aber apothekenpflichtige Arzneimittel der Homöopathie, der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der Anthroposophie“ zu übernehmen.

Können Homöopathika und anthroposophische Heilmittel überhaupt als „Medikament“ bezeichnet werden, wie es die Techniker Krankenkasse tut? Die Homöopathie versucht sich seit 200 Jahren vergeblich an einem Wirksamkeitsnachweis, und die Anthroposophie hat sich ein gescheiterter Philosoph namens Rudolf Steiner ausgedacht.

Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken. Das typische anthroposophische Heilmittel ist oft homöopathischen oder pflanzenheilkundlichen Charakters und wird mit einem überdeutlichen Hinweis auf das „Sanfte“ – da „Natürliche“ und „Ganzheitliche“ – vermarktet. Während Homöopathika überwiegend bei Bagatell-Erkrankungen eingesetzt werden, ist bis heute eine anthroposophische Krebstherapie mit Mistelextrakten etabliert, deren Nutzen bestenfalls ungewiss ist.

Wer noch nicht die bizarren Vorstellungen der anthroposophischen Medizinwelt kennt, sollte einen Blick in Rudolf Steiners umfangreichen schriftlichen Nachlass werfen, in dem man Aussagen findet, die von einem zutiefst menschenverachtenden Weltbild zeugen. Krankheit und Schmerz werden von Steiner und linientreuen Anthroposophen als etwas Gutes verstanden: Sie formen den Menschen, machen ihn menschlicher und seien unverzichtbarer Bestandteil seiner Entwicklung. Diese sei besonders im Kindesalter wichtig, damit Körper und Seele später gut zusammenpassen, fassen es die anthroposophischen Mediziner Michaela Glöckler und Wolfgang Göbel in ihrem Buch „Kindersprechstunde“ (Urachhaus, 2006) zusammen:

„Im Unterschied zum Menschen ist es dem Tier nicht möglich, durch Leid und Schmerz Erfahrungen zu sammeln, die sein Lebens bereichern und ihm eine neue Entwicklungsrichtung weisen können. […] Der Mensch hingegen kann immer „noch menschlicher“ werden und sich zeitlebens weiterentwickeln. Dabei sind ihm Schmerz und Tod weckende Begleiter. […] Insbesondere in der Kindheit geht es darum, wie sich das seelisch-geistige Wesen des Kindes in seinem Körper „inkarniert“ und sich darin „zu Hause“ fühlen lernt.“ (Seite 173)

Die Ursache von Krankheit soll man in Vergehen in früheren Leben suchen, schließlich würde nach dem Tod das Schicksal für ein neu reinkarniertes Erdenleben bestimmt. Krankheit reinige das Karma und man wäre ganz allein daran schuld, wenn man krank wird oder als Behinderter eine „Trottelinkarnation“ ist.

In der Konsequenz werden auch Impfungen von vielen Anthroposophen abgelehnt, man will den Sprösslingen ja keine wichtige entwicklungsfördernde Krankheit vorenthalten. Waldorfschulen und -Kindergärten sind daher bekannt als Brutstätten für die immer wieder aufflammenden Masernepidemien in Deutschland, die Durchimpfungsraten liegen hier weit unter dem Durchschnitt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können schwerste Komplikationen – bis hin zum Tode – nach sich ziehen.

Das alles begründet sich auf Eingebungen des selbst ernannten Hellsehers Rudolf Steiner, der behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ und im „Äther“lesen zu können. Mit Steiners Hellsichtigkeit war es allerdings nicht weit her, wie der Philosophieprofessor Sven Ove Hansson anhand einiger Beispiele belegen konnte. So prophezeite Steiner, dass das von ihm heiß geliebte Quecksilber bald eine Renaissance als Heilmittel bevorstehe:

„Und in bezug auf diese Wirkung des Quecksilbers bei syphilitischen Erkrankungen muß man ja auch erwähnen, daß in der neueren Zeit vieles an die Stelle von Quecksilber gesetzt worden ist. Die berühmten neueren Mittel, die an die Stelle gesetzt worden sind, sind aber durchaus erkannt, auch heute schon, in ihrer nicht ganz einwandfreien Wirksamkeit, und sehr bald wird die Medizin auch auf diesem Gebiete wiederum zu den Quecksilberkuren zurückgegangen sein.“ (GA 348, Dornach 1928)

Die Wiederkehr der Quecksilberkuren blieb bekanntermaßen aus.

So viel zur anthroposophischen „Medizin“. Zurück zur Techniker Krankenkasse: Vor welchem gesetzlichen Hintergrund fiel deren Entscheidung? Im Rahmen des sogenannten „Binnenkonsenses“ werden anthroposophische Heilmittel, wie auch Homöopathika, als „besondere Therapieeinrichtung“ anerkannt und müssen damit keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen, sondern lediglich registriert werden. Die Hersteller entscheiden de facto über die Wirksamkeit, ganz im Sinne eines Wissenschaftspluralismus, und im Widerspruch zu den Ansprüchen einer solidarisch finanzierten Krankenbehandlung, die sich grundsätzlich nur auf einen fassbaren Wirksamkeitsnachweis stützen kann.

Warum übernimmt die Techniker Krankenkasse die Kosten für so einen ausgemachten Unsinn? Handelt es sich um eine reine Werbeaktion? Nach Karl Lauterbachs Forderung, die Homöopathie abzuschaffen, stiegen sowohl Krankenkassen, als auch Pharmakonzerne auf die Barrikaden. Man sah sich plötzlich im Wettbewerb bedroht, und wies darauf hin, dass „Zehntausende mit der Homöopathie gute Erfahrungen gemacht haben“.  Die Techniker Krankenkasse bekannte damals unumwunden: „Rund ein Fünftel unserer Beitragszahler verdienen so viel, dass sie zu einer privaten Kasse wechseln könnten. Wenn wir diese Gruppe im System der gesetzlichen Krankenversicherung halten wollen, müssen wir dafür auch etwas bieten.“

In Zeiten der gesetzlich festgelegten Regelsätze sind diese Angebote also ein willkommenes Mittel der Kassen, ihre Patienten zu halten oder von anderen gesetzlichen Kassen abzuwerben. So scheint es auch die Techniker Krankenkasse mit dem Hokuspokus nicht ganz ernst zu meinen, denn pro Versichertem ist der Erstattungs-Höchstbetrag auf 100 Euro im Kalenderjahr begrenzt. Allerdings werden die alternativmedizinischen Leistungen nicht mehr, wie bisher, durch den eigens erhobenen Zusatzbeitrag gedeckt, sondern als Satzungsleistung von allen Versicherten getragen. Während vorher jeder Einzelne für sich entscheiden konnte, Pseudomedizin zu nutzen und zu finanzieren, wird dies nun auf die Gesamtheit der Versicherten abgewälzt.

Zum Autor: Martin Ballaschk ist Biologe und studierte an der Universität Potsdam. Derzeit arbeitet er an seiner Dissertation an der Freien Universität Berlin und am Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie. Martin Ballaschks Blog „Detritus“ befindet sich bei  den SciLogs – den Wissenschaftsblogs des Spektrum-Verlags.

Ruhrbarone zu Anthroposophie, Pseudowissenschaft und Waldorfpädagogik – eine Auswahl:

Waldorfschule: Physik vom Hellseher – Dr. Detlef Hardorp erklärt Rudolf Steiner zum eigentlichen Entdecker der Quantenphysik, von Dr. Tobias Maier

Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte über den esoterischen Ursprung der „Jahrsiebte“ und das falsche Etikett „Wissenschaft“

Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke – über die Umdeutung von Rudolf Steiners Rassismus in Humanismus

Waldorfschule: Vorsicht Steiner – Interview mit Andreas Lichte

Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“, Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien

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140 Kommentare zu “Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen

  • #1
    Jay

    Es soll auch andere Krankenkassen geben, die das zahlen. Aber zumeist als Wahltarif. Das ist dann insofern okay, als dass nur die, die den Tarif wählen, auch dafür zahlen.

  • #2
    Stefan Laurin

    @Jay: Klar, wer in den Deppentarif will soll in den Deppentarif gehen – solange nicht Kinder behelligt werden. Ich möchte den Unfug nur nicht mit einem Cent meiner Beiträge finanzieren müssen.

  • #3
    Stefan Laurin

    Liebe Buchstabentänzer,
    Kommentare in denen nur was von „Der Artikel ist von der Pharmalobby bezahlt“ steht, werde ich auch künftig nicht freischalten. Ich weiß, es fällt euch nicht leicht euch intellektuell und argumentativ auseinanderzusetzen – aber wenn ihr hier freigeschaltet werden wollt, bleibt euch nichts anderes übrig.

  • #4
    Influex

    Ich hab – ehrlich gesagt – keine Lust, diesen polemischen Artikel ganz zu lesen. Ich bin sicherlich kein Anhänger von Rudolf Steiner, aber es gibt homöopathische Mittel, die mir, meiner Frau und unseren Kindern in bestimmten Fällen definitiv helfen. Warum soll nur die chemische Keule bezahlt werden, wenn es auch anders geht?

  • #5
    Tommy Finke

    Es gibt einen großen Unterschied, ob man während der Therapie gesund wird, oder ob man wegen der Therapie gesund wird. Für den Patienten ist dies bei einfachen Krankheitsbildern, für dann auch gern homöopathische Mittel herhalten, schwer auseinander zu halten.

  • #6
    heilewelt

    Sie haben Recht man muss nicht von der Pharmalobby bezahlt sein um so einen Artikel zu schreiben. Es genügt ein mechanisches Weltbild und die Ignoranz gegenüber einem relevanten Teil der Bevölkerung. Viel Spass beim Ignorieren auch dieser Meinung.

  • #7
  • #8
    Verena

    Da ich über die TKK versichert bin, hab ich jetzt echt ein Problem… :/ Natürlich möchte ich in keinster Weise, dass durch meine Beiträge Quacksalbermist mitfinanziert wird, das heißt, ein schleuniger Wechsel in angezeigt.

    Frage: Weiß von euch jemand, welche gesetzliche Krankenkasse die Homöopathenmist von vorneherein ablehnt und demnach auch zukünftig ablehnen wird? Zusatzbeitrag und Co. sind mir erst mal egal – mir gehts nicht um billiger, sondern darum, dass von meinem Geld keine Globulis finanziert werden.

  • #9
    Frau Rose

    Schön, dass der Autor Biologie ist! Gemeint war vermutlich Biologe, aber finde es dennoch einen herrlichen Freud’schen Verschreiber!

    Ich frage mich, ob sich die Kritiker wirklich mit Steiner und und und auseinandergesetzt haben. Es klingt nach Vorurteilen, festgefahrenen Meinungen und Stillstand. Und wie werden z.B. traditionelle chin. Heilmethoden
    oder Ayuerveda hier bewertet.

    Und wann fangen Sie an, sich mit dem Bauhaus (Itten – sehr gefährtlich!!), Goethe, … auseinanderzusetzen???

  • #10
    Nicole

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/612209/wo-bleibt-evidenzbasierte-sachlichkeit-aktuellen-homoeopathie-debatte.html

    ..schöner Artikel ist nicht so emotional und stammtischartig wie dieser hier..

  • #11
    Andreas Lichte

    @ Frau Rose

    „Ich frage mich, ob sich die Kritiker wirklich mit Steiner und und und auseinandergesetzt haben …“

    Schauen Sie auch mal hier vorbei, da erklärt Rudolf Steiner höchstselbst, warum Masern so wertvoll sind, dass auch schon mal ein Kind dran sterben darf:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Am Ende befindet sich ein Text von Waldorf-Gründer Rudolf Steiner zum Thema Masern. Interessant für alle, die sich überlegen, ihre Kinder in die Hände von Anthroposophen zu geben (…)

    (…) Anhang – Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

    „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

    Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

    Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

    Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff (…)“

  • #12
    Frau Rose

    Herr Lichte, ich kenne diese Artikel und verfolge sie seit einiger Zeit.
    Aber mir scheint, dass hier ein Stillstand in Vorurteilen oder einseitig schlechten Erfahrungen vorherrscht. Dies mißfällt mir hier.

    Es werden einige sehr wichtige Dinge unterstützt, ausgegraben und an die Luft gebracht. Aber ansonsten bekomme ich oftmals das Gefühl, dass man in seinen Urteilen aus dem Revier-trott nicht herausbewegt. Mit Ausnahmen, die anderen flüchten wieder.

    Wie ist denn eine oder mehrere Ruhrbarone-Einstellung zu Itten am Bauhaus, Monte Veritas und und und.
    Warum hat ein U keine Perspektive in Dortmund.
    Da gehen für mich viele, viele Dinge zusammen und es gibt wirklich viele und gute
    Kulturleute im Revier… da klafft etwas auseinander…. Offenheit…Auseinandersetzung…Kritik.

  • #13
    Stefan Laurin

    @FrauRose: Das ging daneben. Andreas Lichte ist Berliner. Er ist garantiert nicht im Revier-Trott 🙂

  • #14
    Andreas Lichte

    @ Frau Rose #12

    „in Vorurteilen“

    Frau Rose, Sie wollten wissen: “Ich frage mich, ob sich die Kritiker wirklich mit Steiner und und und auseinandergesetzt haben …”

    und Sie haben eine Antwort erhalten, die jedem ermöglicht, sich selber ein URTEIL zu bilden. Muss man Arzt sein, um zu verstehen, dass Rudolf Steiners Masern-„Erklärung“ bullshit ist? Man muss Anthroposoph sein, um es nicht zu merken:

    Rudolf Steiners Masern-„Erklärung“: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/comment-page-1/#comment-111987

  • #15
    Lichtecho

    @Frau Rose: Ich glaube sagen zu können, dass sich der Autor durchaus mit Steiner außeinandergesetzt hat, man lese allein die Zitate. Das Problem ist doch eher, dass die Leute, die sich auf die Pseudomedizin einlassen nicht mit Steiner auseiandersetzen. Die lesen nur „natürlich“, „bio-dynamisch“, „ganzheitlich“ und „sanft“ und schon finden sie es klasse! So ist das auch mit Homöopathie, Ayuerveda und dem ganzen anderen Blödsinn.
    Sehr entscheidend ist aber doch der Hinweis des Autors auf die Ungleichbehandlung: „Big Pharma“ muss die Wirksamkeit seiner Medikamente prüfen lassen. Big Homöopathie und Konsorten müssen es nur behaupten.
    Wäre ich bei der TK, würde ich jetzt doch lieber die KK wechseln. So einen Quatsch möchte ich nicht mitbezahlen müssen.

  • #16
  • #17
    heilewelt

    Einen Artikel über Homöopathie zu schreiben, ohne den Namen „Hahnemann“ überhaupt zu erwähnen, genügt unabhängig vom sonstigen Inhalt nicht den wissenschaftlichen und journalistischen Standarts.
    Der Arzt und Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755 – 1843) schrieb: „Similia similibus curentur“
    (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt)
    „Zu Gleichem Gleiches, was auch einer litt,
    Fuß heilet Fuß, so ist`s mit allen Gliedern.
    Heran! Gebt acht! Ihr sollt es nicht erwidern.“
    (Goethe, Faust II, Erster Akt)
    Das Ähnlichkeitsgesetz war auch Goethe bekannt.

  • #18
    Stefan Laurin

    @heilewelt: Goethe war Schriftsteller und kein Arzt. Alles was er an naturwissenschaftlichen Werken geschrieben hat, war Mumpitz. Es gibt auch im medizinischen Bereich kein „Ähnlichkeitsgesetz“. Anders ist das im Bereich der Beziehungsforschung. Schon der Hesse weiß: „Jedes Döppsche find sei Deckellsche“

  • #19
  • #20
    Frau Rose

    Hallo, es gibt doch eine GEIWI in Bochum,
    oder sollte ich fortan wieder sagen müssen
    … vorurteile des reviers…
    schade, dass sich dies so schnell eigenständig
    wiederbelebt

  • #21
    Depth

    Vielen Dank für den Artikel. Ich bin auch bei der TKK versichert, hatte von diesem Skandal aber bislang noch nichts mitbekommen. Die Kosten für irrationale Weltanschauungen in der Krankenkasse zu sozialisieren ist ein absolutes Unding. Demnächst wird dann auch noch die Kirchensteuer auf alle umgelegt.
    Hat schon jemand eine Idee, wie man politisch am Besten dagegen vorgehen könnte?

  • #22
    Martin B.

    Puh! So viele Kommentare in so kurzer Zeit!

    Eines vorweg: Ich plädiere in dem Artikel nicht für die derzeit betriebene „Normalmedizin“ – wie wir alle wissen, gibt es viele Problem in unserem Gesundheitssystem. Der Schritt der TK, pseudowissenschaftliche Konzepte zu unterstützen, verbessert die Situation aber kein Deut.

    @Jay (#1)

    Ich finde auch, dass solche Therapieformen selbst gezahlt werden sollten. Ich will niemandem verbieten, Alternativmedizin zu verwenden, jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich. Ein Problem ist eben der Effekt der „Adelung“ von nicht belegten Therapien, die Lauterbach ansprach.

    Die TK deckt die Kosten nicht mehr über den Zusatzbeitrag.

    @Influex (#4)

    Deine Erfahrungen sind sicher wertvoll für dich selbst, aber nicht auf die Allgemeinheit übertragbar. Anekdoten haben sehr eingeschränkten wissenschaftlichen Wert.

    @Influex (#4) und @Nicole (#10)

    Das dies ein Meinungsartikel / Kommentar ist, kommt darin natürlich meine persönliche Meinung vor. Das mag für jemanden, der nicht meiner Meinung ist, erstmal „polemisch“ klingen. Ich begrüße aber sachliche Kritik und will versuchen, darauf zu antworten – also, bitte den Artikel lesen. 🙂

    @Verena (#8)

    Florian Freistetter hatte mal eine Übersicht mit den ganzen Zusatzleistungen der großen Krankenkassen, glaube ich. Auf die Schnelle finde ich das aber gerade nicht. Vielleicht habe ich das auch ganz woanders gesehen …

    @Frau Rose (#9)

    Eigentlich habe ich versucht, jede Meinung mit einem Zitat oder einem Link zu belegen. Im übrigen bin ich wie Andreas Lichte Berliner 😉

    @Lichtecho (#15)

    Eben. Die Leute wissen sehr oft nicht, worauf sie sich einlassen.

    @Heilewelt (#18)

    Ich habe es für überflüssig gehalten, Hahnemann zu erwähnen, denn seine Person – die ich für großartig halte, das er in vorwissenschaftlicher Zeit schon sehr systematisch arbeitete – tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache. Die Homöopathie ist nur ein Nebenschauplatz, da sich Steiner derer Konzepte bediente.

    Im Übrigen gibt es das von ihnen angesprochene Ähnlichkeits-„Gesetz“ nicht. Mir sind zwar ein paar Beispiele bekannt, die aber nicht verallgemeinerbar sind und eher Ausnahmen sind.

  • #23
    struppi

    Schön, dass ich in einer anderen KV bin.

    Aber warum ein langer, mit Belegen und Argumenten gespickter Artikel, nach „nach Vorurteilen, festgefahrenen Meinungen und Stillstand“ klingen soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Das Problem ist, dass soviele wirklich glauben (sic!) das dieser Unsinn hilft.

    Und der in den Kommentaren verlinkte Artikel aus der Aertzezeitung, ist alles andere als Neutral oder sachlich. Es ist dieser typische Versuch der Anhänger von Homöopathie, wenn es schon nicht zu beweisen geht, die Methodik mit denen es bewiesen werden könnte, in Frage zu stellen.

  • Pingback: Homöopathie, in meiner Piratenpartei? | Ralphs Piratenblog

  • #25
    Frau Rose

    @Martin B: Zugegeben, dass mit dem Revier war ein Eigentor … und dann wir sind wir ja schon 3 in Berlin 😉
    Aber es ist doch einfach eine Unterstellung, dass sich Leute, die sich für Naturheilverfahren, Homöopathie etc. interessieren, sich nicht mit der Materie und/oder nicht zuletzt auch kritisch mit Steiner auseinandersetzen. Und ich will gar nicht leugnen, dass es einige Schriften von Steiner gibt, die äußerst kritisch zu betrachten sind.
    Und ja, Martin B, sie und Herr Lichte führen Zitate an, aber doch recht einseitig
    und man hat beim Lesen des Textes das Gefühl, dass das Ergebnis von vornherein feststand. So verstehe ich nicht wissenschaftliches Arbeiten – auch wenn dies jetzt keine wissenschaftl. Abfassung ist. Klar hat man ein Ziel vor Augen, aber man sollte ich eine gewisse Offenheit bewahren. Die kann ich hier leider nicht entdecken. Man mag etwas nicht, „haut“ deshalb darauf herum und bescheinigt jenen, die Positives für sich darin entdecken, auf Blödsinn hereinzufallen.

    Vermutlich können Sie mit Kneipp, Hildegard von Bingen oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobson auch nicht viel anfangen. Oder täusche ich mich?

    Und ja, ich war einen Moment unsachlich oder habe auch verschiedene Dinge vermischt. Aber meine Erfahrung im Revier ist oftmals gewesen, dass es eine scheu gibt, sich auf neue/andere Dinge einzulassen und/oder das „kulturelle Niveau“ sehr niedrigschwellig sein muss. Natürlich darf man auch da nicht pauschalisieren.Aber es gibt das schöne Bild mit dem halbvollen oder halbleeren Wasserglas – mir war der Blick im Revier zu oft „halbleer“, zu negativ besetzt.

  • #26
  • #27
    Andreas Lichte

    @ Frau Rose #25

    bevor Sie die Ruhrbarone endgültig in einen „Anthroposophischen Zweig“ verwandeln, erklären Sie den Lesern doch gerade einmal – ergebnisoffen – dieses Zitat von Rudolf Steiner zu den Masern:

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/comment-page-1/#comment-111987

  • #28
    Martin Pohl

    Ich bin bei der TK versichert und habe ehrlich gesagt kein Problem damit. Zweifellos haben wir der (Schul-)Medizin viel zu verdanken, dennoch stehe ich ihr kritisch gegenüber. Was mich wirklich stört ist die Inkonsequenz, nämlich dass (schulmedizinisch begründete) Untersuchungen oder Leistungen ohne Begründung verweigert werden. Kriterium ist oftmals eben nicht, ob es medizinisch (hierbei meine ich wiederum schulmedizinisch) indiziert ist, sondern ob es verschreibungspflichtig ist oder nicht. Was nicht verschreibungspflichtig ist, wird normalerweise nicht bezahlt, egal wie wirkungsvoll das Medikament ist. Ebenso werden moderne Untersuchungsmethoden z.B. in der Augenheilkunde nicht bezahlt, obwohl schwere Schäden bis hin zur Erblindung dadurch vermieden werden könnten. Selbst wenn schon Schäden festgestellt wurden, bezahlen die Kassen manche Untersuchungen nicht, obwohl sie zu einer gezielten und angemessenen Behandlung erforderlich sind. Das ist ein viel größerer Skandal.

  • #29
    Stefan Laurin

    @Martin Pohl: Die von Dir beschriebenen Probleme haben allerdings nichts mit der Medizin als Wissenschaft zu tun sondern mit der Finanzierungspraxis der Kassen.

  • #30
    Martin B.

    @Frau Rose #25

    Ich habe gar nichts unterstellt. *Meine Erfahrung* ist es, dass *viele* nicht wissen, wie der theoretische Überbau von anthroposophischer Medizin und Homöopathie aussieht.

    Der Artikel kritisiert eine bestimmte Praxis und meine Position habe ich mit Argumenten belegt. Das ist keine Forschungsarbeit, bei der ich alle Argumente der Pro- und Contra-Seite ausbreite, um mich für eine Seite zu entscheiden. Verstehen sie das als ein Essay, das meine MEINUNG wiedergibt. Darüber steht „Kommentar“.

    Nochmal der Aufruf an Sie, ein paar Argumente auf den Tisch zu legen, und nicht nur mich als Person anzugreifen.

  • #31
    Martin Pohl

    Naja es hat insofern damit zu tun, als die Kassen offenbar doch einen gewissen Spielraum haben, sonst wäre die Finanzierung homöopathischer Mittel ja nicht möglich. Ich blicke da aber nicht wirklich durch, welche Vorgaben definitiv von der Politik gemacht werden i.S.v. Leistungsstreichungen, und welche Freiräume den Kassen bleiben. Jedenfalls kann etwas nicht stimmen, wenn eine Leistung, die wissenschaftlich unstrittig wirkungsvoll und geeignet ist, Schlimmeres zu verhindern, nicht übernommen wird.

  • #32
    Masern an Waldorfschulen

    Zitat Artikel, Martin Ballaschk: „Waldorfschulen und -Kindergärten sind daher bekannt als Brutstätten für die immer wieder aufflammenden Masernepidemien in Deutschland, die Durchimpfungsraten liegen hier weit unter dem Durchschnitt …“

    Dazu noch eine Quelle:

    „Masernausbrüche: Experte kritisiert missionarische Blindheit der Waldorfschulen

    15.11.2011 von fzm

    In Deutschland sind die Erkrankungen an Masern deutlich angestiegen. Im letzten Jahr erkrankten in Deutschland 406 Menschen, in diesem Jahr wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) bis 2. November 2011 bereits 1573 Erkrankungen gemeldet, darunter auch viele ungeimpfte Erwachsene. Waldorfschulen waren dabei in den letzten Jahren mehrfach Ausgangspunkt von Masern-Ausbrüchen. Ein renommierter Alternativmediziner kritisiert in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ die weltanschaulich begründete Impfverweigerung der Eltern. Den Anhängern der anthroposophischen Medizin wirft er „missionarische Blindheit gegenüber den Fakten“ vor.

    Seit 2003 ist es im deutschsprachigen Raum zu sieben Masern-Ausbrüchen an Waldorfschulen gekommen, berichtet Professor Edzard Ernst vom Peninsula College of Medicine and Dentistry in Exeter. Zuletzt waren im April 2011 Kinder an den Waldorfschulen in Freiburg und Offenburg erkrankt. Im letzten Jahr hatte es Ausbrüche in Essen und Berlin gegeben. Bei dem größten Ausbruch 2003 in Coburg erkrankten insgesamt 1191 Personen, am häufigsten Kinder.

    Den Grund für die Ausbrüche sieht Professor Ernst in der niedrigen Impfrate der Kinder. Anhänger der von Rudolf Steiner begründeten anthroposophischen Medizin betrachten Kinderkrankheiten als wichtige Meilensteine in der Entwicklung einer Persönlichkeit. Sie glauben, dass die Kinder physische und mentale Stärke gewinnen, wenn sie sich mit Masern infizieren. Dies beuge späteren Krankheiten, inklusive Krebs vor. Diese Behauptung ist aus Sicht des Experten weder plausibel noch durch Studien schlüssig belegt. „Anthroposophen sind ähnlich wie andere Impfgegner häufig durch eine missionarische Blindheit gegenüber den Fakten gekennzeichnet“, wirft Professor Ernst den Eltern der Waldorfschüler vor.

    Die ablehnende Haltung zur Impfung müsse kritisch hinterfragt werden, da Masern zu sehr ernsten Komplikationen führen können. Außerdem könnte es zum Verlust der Herdenimmunität der Gesamtbevölkerung kommen. Damit meint Professor Ernst, dass Ausbrüche an Waldorfschulen auf ältere Menschen mit nicht ausreichendem Impfschutz übergreifen könnten. Den Ärzten rät der Experte, durch intensives Aufklären der Eltern Schäden zu vermeiden.

    Edzard Ernst wurde 1948 in Wiesbaden geboren. Nach Lehrtätigkeiten in Hannover und Wien, wurde er an das Peninsula College of Medicine and Dentistry in Exeter berufen, wo er ab 1993 den weltweit ersten Lehrstuhl für Komplementärmedizin innehatte.

    E. Ernst: Anthroposophische Medizin verursacht Masern-Ausbrüche. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011; 136 (44): 2271-2272.“

    Quelle: http://www.medi-netz.com/include.php?path=content/articles.php&contentid=1136&PHPKITSID=b9dc6c514004a0586c0ddd8c67948441

  • #33
    Jens König

    @Martin: Klar gibt es immer noch einen grösseren Skandal. Ist aber ein anderes Thema. Als Indiz, dass genügend Geld für sinnvolle aber nicht übernommene Heilmittel vorhanden ist, taugt das Beispiel von der Übernahme der Homöopathie-Kosten zwar sehr wohl, aber es bleibt ein anderes Thema.

    Zu diesem Thema hier: Ich hab mal gerade selber nachgeschaut,
    http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182

    Jetzt ist mir schlecht. Ich fass es nicht.
    Da werd ich mir dann auch eine andere Krankenkasse suchen. Denen möchte ich nicht einen Cent für den Mumpitz geben.
    Der Autor des Artikels schrieb: „In Zeiten der gesetzlich festgelegten Regelsätze sind diese Angebote also ein willkommenes Mittel der Kassen, ihre Patienten zu halten oder von anderen gesetzlichen Kassen abzuwerben.“
    Stimmt leider. Was soll ich machen, wenn das Schule macht und irgendwann alle Krankenkassen mitziehen, ich kann doch nicht überall austreten und am Ende nicht mehr versichert sein.
    Irgendwie bin ich auf dieses Narrenschiff geraten. Ertrinken oder den Wahnsinn jeden Tag auf`s Neue vor Augen haben.
    Oder ich verkaufe demnächst Jahresampullen mit Heilwasser für 100 Euro. Das richtige Buch mit guten Anleitungen dafür hab ich schon: http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/12044?id=dUVqL87R&mv_pc=2538

  • #34
    Jens König

    Nochwas: was sagt eigentlich das Bundesversicherungsamt dazu (die müssen ja offensichtlich noch zustimmen)?
    Liebe Ruhrbarone, wär doch mal interessant, was deren Pressesprecher dazu verlauten lässt (http://www.bundesversicherungsamt.de/cln_108/nn_1046294/DE/Presse/presse__node.html?__nnn=true)

  • #35
    Frau Rose

    @Nicole: Vielen Dank für den Artikelhinweis.
    @ Herrn Lichte: Ich glaube nicht, dass unsere Meinungen bgzl, Masern sehr weit auseinanderliegen. Eine Impfung ist sinnvoll. Aber ich habe heute noch kurz auf der Seite der Anthroposophischen Ärzte nachgeschaut und es steht dort, dass weder sie noch Steiner explizit von einer Impfung abraten/ abgeraten hat. Das ein Körper durch das Erleben einer solchen Krankheit ggf. mit einem gestärkten Immunsystem hervorgeht/ hervorgehen kann (im positiven Fall) ist ein anderes Thema.

    Leider kann ich nicht länger antworten, da ich nach einer langen Autobahnfahrt nun auf Urlaub im Nachbarland bin.

  • #36
    Andreas Lichte

    @ Frau Rose #35

    Sie schreiben: „Aber ich habe heute noch kurz auf der Seite der Anthroposophischen Ärzte nachgeschaut und es steht dort, dass weder sie noch Steiner explizit von einer Impfung abraten/ abgeraten hat.“

    Was anthroposophische „Ärzte“ so alles sagen …:

    http://sbgv1.orf.at/stories/267460

    „Masernepidemie: Vorwürfe gegen Schularzt

    Nach dem Ausbruch einer Masernepidemie an der Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg-Langwied kritisiert der Landessanitätsdirektor jetzt den Schularzt. Der habe nicht genug gegen die Ausbreitung der Krankheit getan.

    Salzburgs Landessanitätsdirektor Christoph König erhebt schwere Vorwürfe gegen den aus Deutschland stammenden Schularzt: „Wir werden Wege finden, wie wir diesen Missbrauch des Berufsethos‘ Herr werden.“ Von mangelnder Aufklärung und dem Verhindern der gesundheitsbehördlichen Maßnahmen ist dabei die Rede.

    Soll von Impfung abgeraten haben

    Der Mediziner handle gegen die geltende Lehrmeinung für den Gesundheitsdienst und verstoße gegen die Maßnahmen der Behörde, kritisiert König.

    Der Arzt soll Eltern und Schülerinnen und Schüler von Impfungen abgeraten haben: „Wir haben das Problem, dass hier ein bayerischer Arzt ganz offensichtlich in diesem Sinne tätig ist. Aber wir werden versuchen, ihm die Berufsberechtigung in Österreich aus diesem Grund in irgendeiner Weise zu entziehen.“ (…)“

  • #37
    Sven

    Ich habe heut der TKK einen Brief geschrieben und gefragt, auf Basis welcher Studien sie meine Beiträge für „Anthroposophische Medizin“ ausgeben.

    Außerdem wollte ich wissen, ob sie mir – im Einklang mit der Anthroposophie – raten würden, in Zukunft auf Impfungen zu verzichten und jungen Eltern in meinem Bekanntenkreis von der Impfung gegen Kinderkrankheiten abzuraten.

    Mal schauen, ob ich eine Antwort bekommen. Aber vermutlich wird es wohl Zeit, sich eine andere Kasse zu suchen.

  • #38
    toddererste

    Die Finanzierung für das vorhaben ist auch schon in Planung.Da muss sich keiner Sorgen machen:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=21194

  • #39
    Frau Rose

    Nur ganz kurz, Internet im Ausland kann schnell teuer werden – wenn man ein Hotel ohne WLan hat.
    @Herr Lichte: Was normale Schulmediziner manchmal auch so alles erzählen, wenn der Tag lang ist oder sie nicht richtig zuhören, ein Beispiel: Nach einem Unfall klagte ich über akute Schmerzen im HWS Bereich und Schmerzen am Handgelenk. Antwort: Ihre Rückenmuskulatur ist ein wenig schwach und gehört aufgebaut. Die ganze Schmerzproblematik baute sich weiter auf, bis sich bei einem anderen Mediziner herausstellte, Schleudertrauma und Verletzung von Nervenfasern am Handgelenk.
    Und trotz dieser Fehldiagnose verteufel ich nicht gleich die ganzen Schulmediziner.

    Und ich freue mich über die Entscheidung der TKK – da habe ich wohl vor Jahrzehnten die richtige Krankenkasse gewählt.

  • #40
    Andreas Lichte

    @ Frau Rose #39

    „Was anthroposophische »Ärzte« so alles sagen …“ heisst:

    anthroposophische »Ärzte« lügen

    wenn sie behaupten, keine Impfgegner zu sein

    siehe: http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/comment-page-1/#comment-112280

  • #41
    Influex

    Ich habe mit einer Biologin über das Thema gesprochen, die als Pharmareferentin für herkömmliche Arzneimittel tätig ist. Sie vertritt die Meinung: „Wer heilt, hat Recht“. Selbst wenn es tatsächlich nur der Placebo-Effekt sein sollte, der bei den Globuli, Tropfen o.ä. hilft (was ich in meinem Fall nicht glaube), ist mir das in bestimmten Einzelfällen immer noch lieber als eine herkömmliche Arznei, die oft teurer ist und vermutlich auch häufiger Nebenwirkungen hat.

    Bei unseren Kindern haben wir mit dem Einsatz von recht preiswerten Globuli (und dem Hausmittel „Zwiebelsäckchen“) sehr wahrscheinlich schon viele Mittelohrentzündungen verhindert und zwar völlig ohne Nebenwirkungen. Ob die Schulmedizin das auch schafft, wage ich zu bezweifeln.

    Ich würde es begrüßen, wenn meine Krankenversicherung die Kosten homöopathische Mittel übernehmen würde, weil ich annehme, dass dadurch eben keine Kosten gesteigert werden.

    Man muss vielleicht auch nicht Anthrposophie gut finden, wenn man positive Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln gemacht hat, oder?

  • #42
    Influex

    P.S.: Die Bildunterschrift erweckt den Eindruck, dass Rudolf Steiner in wikipedia als „Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer“ bezeichnet würde.

    Ist das beabsichtigt?

    Ich konnte nach kurzer Durchsicht des entsprechenden wikipedia-Artikels ein derartiges Zitat jedenfalls nicht finden.

  • #43
    Arnold Voß

    Ein guter Satz zum Thema von Peter Hohl:

    „Es spielt keine Rolle, ob das, woran du glaubst, zutrifft. Entscheidend ist, ob es dir hilft.“

    Ich glaube nicht an Homöapathie, deswegen hilft sie mir auch nicht. Es gibt allerdings Medizin die hilft einem, egal ob man dran glaubt oder nicht. Und nur für die bin ich auch bereit zu zahlen bzw. mit zu zahlen.

    Ich werde also die TKK verlassen.

  • #44
    Arnold Voß

    @ Influex # 41

    „Bei unseren Kindern haben wir mit dem Einsatz von recht preiswerten Globuli (und dem Hausmittel “Zwiebelsäckchen”) sehr wahrscheinlich schon viele Mittelohrentzündungen verhindert und zwar völlig ohne Nebenwirkungen.“

    Dazu hätte ich zwei Fragen:

    Wie kann man feststellen, womit genau man eine Krankheit verhindert hat, wenn genau diese gar nicht eingetroffen ist?

    Woher weiß man obendrein , wieviele es waren, die man verhindert hat?

    Aber fairer Weise muss man feststellen, dass da das kleine Wörtchen „wahrscheinlich“ eingefügt wurde, was immerhin auf eine, wenn auch, in Verbindung mit „sehr“, verschwindend kleine Restrationalität beim Umgang mit der Homöopathie schließen lässt.

    Mit solchen Menschen möchte ich allerdings nicht in einer Krankenkasse sein. Sorry.

  • #45
    Martin B.

    @Influex #41

    Ich habe mit einer Biologin über das Thema gesprochen, die als Pharmareferentin für herkömmliche Arzneimittel tätig ist. Sie vertritt die Meinung: “Wer heilt, hat Recht”.

    Womit widerlegt wäre, dass Biologen und Pharmareferenten unfehlbar sind. (Wenn ich böse wäre, würde ich erwähnen, dass ich keinen Biologen kenne, der freiwillig Referent geworden wäre. Das ist so ziemlich das tiefste Niveau, auf das man als Wissenschaftler sinken kann. Mache ich aber nicht, denn ich bin ja nett.)

    Selbst wenn es tatsächlich nur der Placebo-Effekt sein sollte, der bei den Globuli, Tropfen o.ä. hilft (was ich in meinem Fall nicht glaube), ist mir das in bestimmten Einzelfällen immer noch lieber als eine herkömmliche Arznei, die oft teurer ist und vermutlich auch häufiger Nebenwirkungen hat.

    Das Problem ist hier nicht der Placeboeffekt oder der positive Effekt der Zuwendung, sondern, dass das nicht so kommuniziert wird und auch nicht werden kann. Schließlich scheint es bis heute so, dass man an Placebos glauben muss, dass sie einem helfen.

    Das ist ein Dilemma, aus dem man nicht so einfach herauskommt, siehe auch:

    Ernst, E. (2010). Homeopathy, a “helpful placebo” or an unethical intervention Trends in pharmacological sciences, 31(1), 1. http://dx.doi.org/doi:10.1016/j.tips.2009.10.005

    Bei unseren Kindern haben wir mit dem Einsatz von recht preiswerten Globuli (und dem Hausmittel “Zwiebelsäckchen”) sehr wahrscheinlich schon viele Mittelohrentzündungen verhindert und zwar völlig ohne Nebenwirkungen. Ob die Schulmedizin das auch schafft, wage ich zu bezweifeln.

    Das ist hoffentlich nicht ihr ernst – Homöopathie/Placebo mag unsqpezifisch gegen Schmerzen etc wirksam sein, aber Bakterien killt sie sicher nicht.

    Das ist im Übrigen nicht im Sinne Hahnemanns und hat nur sehr wenig mit Homöopathie zu tun. Der wichtigste Teil ist hier nämlich die Anamnese, das Gespräch mit dem Therapeuten, um das richtige Mittel zu finden.

    Wer Globuli von der Theke kauft, hat Homöopathie weder verstanden, noch setzt er sie richtig ein!

    Ich würde es begrüßen, wenn meine Krankenversicherung die Kosten homöopathische Mittel übernehmen würde, weil ich annehme, dass dadurch eben keine Kosten gesteigert werden.

    Nicht die Kosten sind das Problem (wie oben bereits erwähnt), sondern dass denen, die nicht wissen, dass Homöopathika nicht spezifisch wirksam sind, eine solche Wirksamkeit vergemacht wird. Mit der Konsequenz, dass Eltern den Anwendungsbereich der Homöopathie überschätzen und die Mittelohrentzündungen ihrer Kinder mit Globuli wegzaubern; und dabei eine Gehörschädigung in Kauf nehmen.

    Womit auch klar wäre, welche Nebenwirkungen Homöopathika haben: die Vorenthaltung einer wirksamen Therapie.

  • #46
    fatmike182

    @ Influex #41
    … Mittelohrentzündungen also! Mich freut es für dich & deine Familie, dass ihr bisher intuitiv glücklicherweise richtig geraten habt & noch nichts ernstes dabei war; ob tatsächlich eine Mittelohrentzündung ohne zutun enstanden wäre, oder steht in Frage.

    Nicht in Frage steht allerdings: Hausmittel sind sicher nicht per se unwirksam, oft stimmen die Theorien dahinter aber nicht (Kräutern in Tees werden Wirkungen zugesprochen, dabei geht es einfach nur um die Benetzung der Schleimhäute, bei anderen Methoden werden biologische Effekte behauptet, dabei ist der kühlende/erwärmende Effekt tragend). Dennoch sind Erfolge der Hausmittel beschränkt & von einer wahren Diagnose & Abschätzung abhängig.

    Im Kontrast stehen aber mit Ideologien durchzogene Konzepte wie es Homöopathie & Anthroposophie (& Ayurveda & Bachblüten…) sind, da sie ein komplett falsches Bild von Krankheiten vermitteln als es seit 150J bereits bekannt ist.

  • #47
    Influex

    Gut, dass es bzgl. der Krankenkassen Wahlfreiheit gibt und dass die Unternehmen selbst einen gewissen Gestaltungsfreiraum haben, was ihre freiwilligen Leistungen angeht (als Privatversicherter kann ich aus finanziellen Gründen nicht ganz so leicht wechseln und ich muss auch die von Scharlatanen und Sektenführern erdachten Mittelchen selbst bezahlen).
    Zum Glück gibt es auch in Sachen Internetnutzung eine Wahlfreiheit und von der mache ich an dieser Stelle gerne Gebrauch, indem ich mich aus dieser Diskussion ausklinke.

  • #48
    Lob von Sekte Anthroposophie

    „Medienstelle Anthroposophie“ schreibt bei facebook über den Artikel:

    http://de-de.facebook.com/pages/Medienstelle-Anthroposophie/126693400702204

    „Bijan Kafi:

    Hach, welch‘ Tendenz, welch‘ Leidenschaft, welch‘ subtile Eleganz berechenbarer Präsupposition! Was für ein schönes Objekt, an einem langweiligen Weihnachtsabend längst von Stil und Feinsinn überholt geglaubte Untiefen journalistischer Gestaltungsfähigkeit wieder auszuloten.“

    Ein größeres Lob kann es von einem Mitarbeiter der Sekte Anthroposophie nicht geben! Bijan Kafi schafft hier: http://www.bijankafi.de/

  • #49
    bernhard

    Muss man denn wirklich Pflanzenheilkunde, Homöopathie und Anthro-Medizin in einen Topf werden? Mag ja sein, dass Rudolf Steiner mehr als zweifelhaft war, aber die Schulmedizin um 1900 hatte sicherlich auch ein paar merkwürdige und inzwischen überholte Ansichten. Die Polemik, Unterstellungen und teilweise auch Beleidigungen des Autors und mancher Kommentatoren gefallen mir gar nicht. Zieht das Niveau von ruhrbarone runter – schade.

  • #50
    Andreas Lichte

    @ bernhard #49

    welche „Beleidigungen“ meinen Sie? Martin Ballaschk hat größtmögliche Rücksicht auf die Religion Anthroposophie genommen. Was soll man zu Steiner sagen? Was sagen Sie zu Steiner? Beispiel, diesen Wahnsinn Rudolf Steiners muss man als Waldorflehrer als „Höhere Erkenntnis“ akzeptieren:

    “Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.”

    Rudolf Steiner, „Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik“

  • #51
    Frau Rose

    @Herr Lichte: Ich sehe es genauso wie Influex: Ärzte, die nicht ihre Meinung vertreten, gelten per se als Lügner. Sie und andere, die mit Anthroposophie nichts anfangen können, können hingegen Vermutungen mit „soll empfohlen haben“ etc. agieren, während sie und Herr B. den anderen mangelnde Beweise vorwerfen.
    So macht diskutieren keinen Spass.
    Klinke mich hier nun auch aus – ist mir zu einseitig.

  • #52
    heilewelt

    Ich hoffe alle die es angekündigt haben verlassen tatsächlich die TK. Meiner Meinung nach eine der besten KK. Aber dagegensein und reden ist leicht. Sich in der Tiefe mit den Dingen auseinanderzusetzen etwas anderes. Statt sich polemisch abzureagieren und intolerant daherzuschreiben. Aber Sie haben ja heere Absichten. Sie wollen die Guten vor den Dummen beschützen. #Schulmedizinismus #Mechanik #Besserwisserei

  • #53
    Herr Gründgen

    Schön, dass sich hier arrogante und intolerante Besserwisser zu Wort melden können. Waldorfschulen abschaffen, anthroposophische Arztpraxen schließen, das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke verstaatlichen, Homöopathie verbieten??? Nur weil es nicht in das wissenschaftliche Bild eines internetaffinen Biologen passt? Was noch? Religionen verbieten? In dem Bereich gibt’s auch jede Menge absurde Zitate.

  • #54
  • #55
    Andreas Lichte

    @ Herr Gründgen #53

    Sie schreiben: „In dem Bereich gibt’s auch jede Menge absurde Zitate“ und haben dabei das sonst bei Anthroposophen übliche „aus dem Zusammenhang gerissene Zitate“ vergessen.

    Es ist aber nichts aus dem Zusammenhang gerissen. Ich würde hier gerne das Gesamtwerk Rudolf Steiners präsentieren, damit der Wahnsinn Steiners wirklich deutlich wird.

    “Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.”

    Rudolf Steiner, “Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik”

    … und hier der Zusammenhang, der gesamte Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=2874:dreizehnter-vortrag&catid=183:ga-293-allgemeine-menschenkunde&Itemid=14

  • #56
    Herr Gründgen

    @ Stefan Laurin #53

    Stimmt, die Uni Witten-Herdecke fehlt in der Aufzählung! 🙂
    Ein Riesenskandal müßte es nach der Denkweise des Gastautors auch sein, dass diese Scharlatan-Medizin für Kinder und Jugendliche von den Krankenversicherungen übernommen wird. Da lässt sich bestimmt ein toller Artikel raus machen.

    @ Andreas Lichte #54

    Nein, ich behaupte nicht, das die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen sind. Ich bin auch kein Anthro. Was sollen die Unterstellungen? Das lässt tief blicken!

    Auch ich verabschiede mich an dieser Stelle aus dieser Diskussion und wünsche … ähhh … feiern Naturwissenschafter überhaupt Weihnachten?
    😉

  • #57
    Stefan Laurin

    @Herr Gründgen: Kinder und Jugendliche sollten vor obskuren Sekten geschützt werden. Erwachsene können jeden Unfug machen den sie wollen – es ist ihre Entscheidung und zur Freiheit gehört auch die Freiheit dumm zu sein. Allerdings sollte diese Dummheit nicht von der Allgemeinheit bezahlt werden. Wer Globuli nehmen will, kann das natürlich tun. Nur ich will es nicht bezahlen müssen.

  • #58
    Andreas Lichte

    @ Herr Gründgen #56

    „Ein Riesenskandal müßte es nach der Denkweise des Gastautors auch sein, dass diese Scharlatan-Medizin für Kinder und Jugendliche von den Krankenversicherungen übernommen wird.“

    Als was würden Sie es bezeichnen, wenn anthroposophische „Ärzte“ aus religiösen Gründen:

    – Patienten eine wirksame Therapie vorenthalten

    – durch die Ablehnung der Masernimpfung den Tod von Menschen in Kauf nehmen

  • #59
    Peter Krautbachler

    @Herr Gründgen #53

    Apropos Unterstellung. Bisher hat niemand hier gefordert, Homöopathie (oder andere Quatschmedizin) zu verbieten. Es ging immer nur um die Kosteübernahme. Sehen Sie den Unterschied?

  • #60
    Struppi

    Sehr bezeichnent, dass hier ständig von Verboten und Unterstellungen gesprochen wird, aber auf Nachfragen keine einzige Antwort mit Fakten oder Argumenten kam. Stattdessen „Tschüß ich verabschide mich aus der Diskussion“ – was für einer Diskussion?

    Hat hier jemand ein Verbot der Homöopathie gefordert oder allgemein Alternative Heilmethoden verteufelt?
    Es geht darum, eine Methode, für die es keinen substantiellen Wirkungsnachweis gibt, nicht von einer KK adeln zu lassen. Daneben gibt es aber durchaus alternative Methoden deren Wirkung bekannt ist und die auch bezahlt werden sollen.

    Natürlich gibt es Kräuter, die wirksam sind, viele Stoffe in der Medizin die wir kennen, stammen aus Pflanzen. Aber in Homöopathischen Mittel ist kein Wirkstoff, sondern es wird ein mehr oder weniger starkes Gift solange verdünnt, bis es nicht mehr Nachweisbar ist (z.T. sogar so stark, dass nicht mal mehr rechnerisch ein Atom in einer Dosis sein kann). Das besonders Absurde daran, es soll die Art wie man es schüttelt sein, die die Wirkung hervor ruft. Das ist unglaublicher HokusPokus. Da ist jeder Voodoo Zauber realistischer.

    Aber wen dies nicht abschreckt, soll sich die Mittelchen kaufen können. Nur darf hierfür nicht die Allgemeinheit bezahlen.

  • #61
    Martin B.

    Meine Güte, bisher kam gar kein Argument für die Kostenübernahme von anthroposophischer Medizin. Niemand versucht auch nur, mir die positiven Seiten aufzuzeigen, die ich vielleicht vergessen habe. Entweder geht es gegen „die Schulmedizin“ – die ich hier überhaupt nicht vertrete – oder meine Person.

    ***

    Also, auf welcher Basis sollten die KK solche Leistungen übernehmen dürfen? Wie ich oben schrieb, muss das auf einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ – das wissenschaftlich fassbare, nach dem bestmöglichen verfügbaren Standard – zurückgehen, alles was darüber hinaus geht, sollte man meiner Meinung nach der Solidargemeinschaft nicht aufbürden.

    Die TK vertritt vermutlich eine ähnliche Position, nutzt aber die verfügbaren Freiheiten, um sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren. Das darf sie, und ich darf das kritisieren.

    @Frau Rose #51

    […] während sie und Herr B. den anderen mangelnde Beweise vorwerfen. So macht diskutieren keinen Spass.

    Das ist ein Vorwurf, dem man ja entgegentreten kann, finden Sie nicht? Beruht eine Diskussion nicht auf einem Austausch von Argumenten?

    @Heilewelt #52

    Aber dagegensein und reden ist leicht. Sich in der Tiefe mit den Dingen auseinanderzusetzen etwas anderes. Statt sich polemisch abzureagieren und intolerant daherzuschreiben. Aber Sie haben ja heere Absichten. Sie wollen die Guten vor den Dummen beschützen. #Schulmedizinismus #Mechanik #Besserwisserei

    Ja, da haben Sie Recht, das Meckern fällt mir in der Tat leichter, als das Loben.

    Was die Auseinandersetzung mit Steiner in der Tiefe angeht, kann man dabei leicht den Verstand verlieren – der Mann war kein Freund der klaren Worte und leicht fassbaren Konzepte. Steiner medizin-theoretischer Überbau ist esoterisch, und ist eben nicht mit dem heutigen wissenschaftlichen Stand vereinbar. Das soll nicht heißen, dass einige pflanzenheilkundlichen Mittel nicht auch wirksam wären – nur ist das dann nicht auf Steiners intuitive Herleitungen rückführbar.

    Der letzte Satz von Ihnen ist eine ziemlich gemeine Unterstellung, und auch, dass ich für die „Schulmedizin“ eine Lanze brechen würde, entbehrt jeder Grundlage. Und was haben Sie gegen Mechanik?

    @Herr Gründgen #53

    Schön, dass sich hier arrogante und intolerante Besserwisser zu Wort melden können. Waldorfschulen abschaffen, anthroposophische Arztpraxen schließen, das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke verstaatlichen, Homöopathie verbieten??? Nur weil es nicht in das wissenschaftliche Bild eines internetaffinen Biologen passt?

    Beleidigungen und Unterstellungen. Nichts von dem, was Sie dort oben unterstellen, habe ich irgendwo gesagt, das haben Sie sich alles herbeifantasiert.

    feiern Naturwissenschafter überhaupt Weihnachten?

    Warum denn nicht? Haben Sie ein Problem mit den Naturwissenschaften, über das Sie vielleicht reden möchten?

  • #62
    Peter Krautbachler

    @MartinB #61

    Doch, ich finde Gründe für die Übernahme: Sanft, Ganzheitlich, Billig, Individuell, ohne Chemie, Gute Erfahrung, Altes Wissen. Und ich mag Elfen.

    Das Muster ist jedoch vorhersehbar, sobald alternativmedizinische Methoden kritisiert werden. Dann ein ganzer Blumenstrauß von „Argumenten“ herausgeholt. Gerade sind ja, die unnötigen Rücken-OPs sehr beliebt. Mir hat aber noch keiner erklären können, wie Übertherapie in der Medizin mit der Wirksamkeit von Misteln zusammenhängt. Dazu bedürfte es wohl auch eines Steiners.

  • #63
    die Blumenelfe

    @ Peter Krautbachler #62

    „Und ich mag Elfen.“

    Dann _MUSST_ du das lesen (in voller Länge und im Original):

    „Ohne Elementarwesen läuft nichts!

    […] Es gibt heute an jedem Ort nicht nur Erdwesen, Wasserwesen, Feuerwesen und Luftwesen, sondern überall noch eine fünfte Art: die Christus-Elementarwesen. In der Wohnung von Susanne wird man von einem solchen gleich im Flur empfangen. Diese Christuselementarwesen setzen vor Ort das um, was Rudolf Steiner die »Erscheinung des Christus in der Ätherwelt« genannt hat. Doch ich habe keinen Platz, um mehr darüber zu schreiben, oder darüber, wie unser Seelenleben und Karma aus Elementarwesen gebildet wird oder wie es den Wesen in technischen Geräten geht oder wie wir dem Körperelementarwesen bei der Heilung helfen können. Deshalb kann ich nur ermuntern, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. An jeder Ecke des Lebens arbeiten Elementarwesen mit. Ohne sie läuft nichts!

    Zum Autor: Thomas Mayer bietet zusammen mit Agnes Hardorp Seminare und Schulungen in anthroposophischer Meditation an.“

    http://www.erziehungskunst.de/artikel/geist-der-natur/ohne-elementarwesen-laeuft-nichts/

  • #64
  • #65
    die Blumenelfe

    @ Stefan Laurin

    bist du schon über 18?

    wer als Erwachsener noch an den Weihnachtsmann glaubt, bringt die besten Voraussetzungen für die Anthroposophie mit!

  • #66
  • #67
    Peter Krautbachler

    @Blumenelfe #62

    Wenn jemand seine Seite schon mit Kindergesichtern „schmückt“ wird mir immer ganz anders.

    Faune sind sehr kommunikationsfreudig, deshalb haben so viele Menschen eine enge Beziehung zu Bäumen. Über dem Faun stehen leitende regionale Baumwesen und über diesen thront Pan, der König der Naturwesen, der von kleinen Elementarwesen wie ein beschützender und gütiger Gott verehrt wird. In ihrem Inneren fühlen sich die Naturwesen von den Engelshierarchien erfüllt, die in der Naturwissenschaft abstrakt »Naturgesetze« genannt werden

    Also, ich habe meine Katze gefragt und die meinte, Faune seien sehr verschwiegen und hätten auch nicht die geringste Lust, sich mit Menschen zu unterhalten. Außerdem meinte sie, das sei auch so in den Engelshierarchien vorgesehen, die Anthroposophen seien aber bei Bäumen und Blumen als sehr aufdringlich bekannt.

  • #68
    Jens König

    „Das Bundesversicherungsamt als zuständige Aufsichtsbehörde hat die Satzungsregelung der TK genehmigt!“
    aus:
    http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182
    Damit haben sie das Feigenblatt, hinter dem sich die Verantwortlichen der TK verstecken können. Meiner Meinung nach ist die neue Satzungsregelung mit Veruntreuung gleichzusetzen. Aber kein Gericht wird das so sehen, wenn das BVA zugestimmt hat. Mist.

    Ich werde definitiv dieser Krankenkasse den Rücken kehren. Bin dankbar für Tips, zu welcher man wechseln könnte. Verdammt, ausgerechnet die Techniker (sic!) Krankenkasse.

    Und dann werde ich demnächst Wundermittelchen verkaufen. Möchte jemand ein Amulett gegen Krankheiten? Basiert auf uralter Heilkunst, schon im Mittelalter haben Amulette vielen Menschen geholfen. Sogar gegen die Pest!

  • #69
    kranke krankenkassen

    bei den scienceblogs geht es auch um kranke krankenkassen:

    „Kann mir jemand eine esoterikfreie Krankenkasse empfehlen?“

    http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/12/kann-mir-jemand-eine-esoterikfreie-krankenkasse-empfehlen.php

    dort kam dieser vorschlag:

    „Beschwert euch beim Bundesversicherungsamt!

    http://www.bundesversicherungsamt.de/cln_115/nn_1046648/DE/Service/Kontakt/kontakt__node.html?__nnn=true

    Das ist die oberste Aufsichtsbehörde für die kranken Kassen.

    Geht per Mail, aber ihr müsst eure Postanschrift mitteilen, sonst gibt es keine Antwort.“

  • #70
    Sven

    So, wie oben erwähnt, hatte ich der TKK geschrieben und heute einen Anruf einer Mitarbeiterin bekommen. Ich fasse die Highlights zusammen:

    – Die TKK würde natürlich nur Medikamente bezahlen, die apothekenpflichtig seinen und deren Wirksamkeit nachgewiesen sei.
    – Dies würde auf homöopathische und anthroposophische Medikamente zutreffen

    Meinen Einwand, es gebe keine Studie, welche die Wirksamkeit nachweise wurde damit beantwortet, dann würden diese Medikamente gar nicht zugelassen und daher könne das nicht stimmen.

    Wir sind überein gekommen, dass sie nun in der Hauptverwaltung nachfragt und mir die Quellen solcher Wirksamkeitsstudien zusendet.

    Anmerkung 1: Das Gespräch drehte sich mehrfach im immer den gleichen Argumenten im Kreis. Ich habe ihre Antworten daher ziemlich genau wiedergeben können.

    Anmerkung 2: Ich bin entsetzt. So einen nachweisbaren Unfug als Antwort zu bekommen, habe ich nicht erwartet. Meine Gesprächspartnerin hat noch einige andere Dinge behauptet, die ich an dieser Stelle erst gar nicht wiedergebe – würde mir eh‘ keiner glauben.

  • #71
    Jens König

    Was mich mal interessieren würde:
    Was sind „nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie“ (http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182)

    Wenn es Arzneimittel sind, benötigen sie dann nicht eine Arzneimittelzulassung?
    Dabei ist doch der Nachweis der Wirksamkeit zu führen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fertigarzneimittel

    Wie kann es dann Arzneimittel der erwähnten Art geben?

  • #72
    Martin B.

    @Jens König #71

    Das wird durch den sogenannten „Binnenkonsens“ möglich, sogenannte „besondere Therapierichtungen“ wie Homöopathie und Anthroposophische Medikamente bekommen gewissermaßen eine Extrawurst.

    Nähere Informationen gibt es hier beim BfArM und in der Wikipedia, in der letzeren findet man zusammengefasst:

    Das Arzneimittelgesetz räumt zulassungspflichtigen Arzneimitteln der Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie („besondere Therapierichtungen“) spezifische Besonderheiten ein: so sind in der Entscheidung über die Erteilung bzw. Verlängerung einer Zulassung die „medizinischen Erfahrungen“ bzw. „die Besonderheiten“ dieser Therapierichtungen zu berücksichtigen (so genannter Binnenkonsens). Zulassungen dürfen nicht ohne Beteiligung entsprechender, von der Zulassungsbehörde eigens eingerichteten, Kommissionen versagt werden. Diese nationalen Besonderheiten basieren auf dem „Wissenschaftspluralismus“, zu dem sich der Gesetzgeber bekannte, um die „Monopolisierung einer herrschenden Lehre als verbindlicher ´Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse´“ zu vermeiden,[5] und führten zu Kritik am Arzneimittelgesetz.[6]

    Das kann man wohlwollend als Zugeständnis an bestimmte Bevölkerungsgruppen verstehen – es ist klar, dass wir nicht in einer Wissenschaftsdiktatur, sondern in einer Demokratie leben.

  • #73
    Stefan Laurin

    @Martin B.: Weißt Du zufällig welche Politiker für diesen Schwachsinn verantwortlich waren?

  • #74
  • #75
    "Binnenkonsens"

    @ Stefan Laurin

    wer war’s? weiß ich gerade auch nicht. Hier nur noch der Esowatch-Eintrag zum „Binnenkonsens“, der etwas klarer sagt als wikipedia, was Sache ist:

    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Binnenkonsens

    Binnenkonsens

    Unter Binnenkonsens versteht man in Deutschland bezüglich homöopatischer, phytotherapeutischer und anthroposophischer Mittel die seltsame Tatsache, dass die Hersteller dieser Mittel selber über die Wirksamkeit entscheiden dürfen und keinerlei wissenschaftlich belegten Nachweis zur Wirksamkeit erbringen müssen.

    Die per Definition im deutschen Arzneimittelrecht einbezogenen Methoden, die von der evidenzbasierten Medizin abgelehnt werden, werden „Besondere Therapierichtungen“ genannt. Es genügt ein Eintrag im Register der zuständigen Bundesbehörde [1]. Um dem eklatanten Widerspruch einer rational basierten Beurteilung von Medikamenten zu umgehen, wird dort euphemistisch von „Wissenschaftspluralismus“ geredet.

  • Pingback: Dank Steiner-Waldorf-Verdummung: jährlich Tote und tausende Kranke durch Masern! « Ratgeber-News-Blog

  • #77
    HeileWelt

    Leute, was geht hier bei Euch ab. Die TK ist eine der besten Kassen Deutschlands mit einer zufriedenen Versichertengemeinschaft. Wem das Angebot nicht gefällt kann zu einer anderen Kasse wechseln, bei der er sich alternativlos chemisch behandeln lassen kann. Die Fähigkeit sich kritisch mit dem Leistungsangebot und allem was dazu gehört auseinanderzusetzen, solltet Ihr jedem Bürger zugestehen. Also fahrt Eure Zähne wieder ein und entspannt Euch. Besinnliche Feiertage!

  • #78
    Jens König

    Haha, Wissenschaftspluralismus.
    In der Ecke findet sich auch der Kreationismus.
    Wird Zeit, dass Spaghetti (mit Flieschbällchen) als Arznei in Apotheken verkaufen.

  • #79
    Stefan Laurin

    @HeileWelt: Wir machen genau das – wir setzen uns mit dem Leistungsangebot kritisch auseinander. Und damit, das alle TK-Versicherten künftig Hokuspokus mitfinanzieren sollen.

  • #80
    "Masernepidemie auf Steiners Geburtstagsparty"

    „Waldorfschulen: Masernepidemie auf Steiners Geburtstagsparty

    Von David Fahnert

    Jedes Jahr Tote und Tausende Kranke: Das Ziel der WHO, die Masern bis Ende 2010 auszurotten, misslang. [1] Während in den USA die Anzahl der Erkrankten kaum die Tausendermarke erreicht, infizieren sich in Deutschland jährlich Tausende und es werden sogar Impfwarnungen vor der Einreise in den deutschsprachigen Raum veröffentlicht. [2] Was ist schief gelaufen?

    […] Impfmüdigkeit ist aktuell ein wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang fallen vor allem auch die Waldorfschulen auf, denn dort werden besonders häufig Masernfälle beobachtet. [4]

    […] Krankheit als Segen, Leid als Freiheit… und, letztlich dann wohl der leidvolle Tod als größtes Glück? Was als privates Konzept schon von sehr fragwürdiger Natur ist, ist als erzieherisch kollektivistischer Gedanke gegenüber Kindern schlicht gefährlich. In diesem Lichte soll nun stand exemplarisch ein Fall in Essen aus dem letzten Jahr vorgestellt werden – der Ort des Geschehens: eine Waldorfschule: Bei einer Waldorfschülerin wurden Masern festgestellt, was das Gesundheitsamt, unter dem Gesichtspunkt der chronischen Impfmüdigkeit, dazu veranlasste eine Kontrolle an jener Schule durchzuführen. Dabei stellte man fest, dass 41 Prozent ungeimpft (an staatlichen Schulen sind über 80 Prozent geimpft) und 71 Schüler/Kinder erkrankt waren. Von diesen 71 wurden 45 in Arztpraxen behandelt, welche generell nicht gegen Masern impfen. Von diesen Arztpraxen ging, laut Behördenaussagen, genauso wie von den impfkritischen Eltern, wenig Kooperationsbereitschaft aus; sei es die Bereitschaft zum Impfen oder die Bereitstellung von Probenmaterial, welches dazu dient, den Krankheitslauf nach zu verfolgen, um somit die Epidemien zumindest eindämmen zu können. Trotz des geringen Probenmaterials konnte eine hohe Übereinstimmung mit einem Virenstamm festgestellt werden, welcher an einer anderen Berliner Waldorfschule im selben Jahr grassierte. So scheint die deutsche Waldorf-Community ihre ganz eigene Rolle bei der Ausbreitung von Masernepidemien zu spielen […]“

    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001037

  • #81
    Anton Kowalski

    Herr Ballaschk, lassen Sie mal ihre Kirche im Dorf!
    „Voraussetzung für die Erstattung ist, dass ein Arzt ein entsprechendes Privatrezept oder grünes Rezept ausstellt.“, so die TK, bei der ich seit Jahrzehnten Mitglied bin – und bleiben werde.

  • #82
    2x Weihnachten feiern!

    @ Anton Kowalski

    „Kirche im Dorf!“ bei der Anthro-Sekte ist natürlich ganz große Kunst!

    statt die Krankenkasse zu wechseln, könntest du ja auch zur Anthroposophie übertreten. Hat ne Menge Vorteile, nur einer: 2x Weihnachten feiern!

    http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/ein_jesus_aus_nazareth_und_einer_aus_bethlehem_1.9107643.html

    Ein Jesus aus Nazareth und einer aus Bethlehem

    Glauben

    So, wie er die Naturwissenschaften «geisteswissenschaftlich» erweitern und korrigieren wollte, verfuhr Rudolf Steiner auch mit der Theologie. Die Bibel hat er als historisches Dokument zwar zur Kenntnis genommen, ihre Bedeutung aber relativiert. Wirkliche Erkenntnis sei immer übersinnlich: «Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst», sagt er. Oder: «Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens». Steiner formuliert offen einen hellseherischen Anspruch, eine Quelle des Wissens, die nur Initiierten wie ihm offensteht und die ihn zu ganz neuen Erkenntnissen über Jesus führt.

    Laut Steiner gab es nicht nur einen Jesus, sondern zwei, die beide um die Zeitenwende geboren wurden – einer in Bethlehem, der andere in Nazareth. Die Eltern hiessen in beiden Fällen Maria und Joseph. Der eine Jesus war eine Reinkarnation des alt-iranischen Religionsstifters Zarathustra, der andere stand mit Buddha in Verbindung. Mit 12 Jahren verliess die «Ichheit» des Zarathustra-Jesus seinen Körper und drang in den anderen Jesus ein. Dieses Wissen will Steiner dem geistigen Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, entnommen haben. Er formuliert ein 5. Evangelium, das die vier biblischen ergänzt, sie in ihrer Bedeutung laut Steiner aber übertrifft, weil er als Hellseher unmittelbare Erkenntnis beansprucht. Die biblischen Evangelien stammten zwar auch aus der Akasha-Chronik, seien durch fehlerhafte Abschriften aber verfälscht worden. (hir.)

  • #83
    Anton Kowalski

    Steiner hin, Steiner her. Der interessiert mich nicht, wenn ich zum Arzt gehe.
    Mit dem Jesus war es vielleicht eh ganz anders 🙂
    Ein Italiener, Carotta geheißen, behauptet allen Ernstes das Caesar der historische Jesus war! Und dass sich das Christentum aus dem Kult des vergöttlichten Caesar entwickelte. Ein Carotta interessiert mich aber genau so wenig wie ein Steiner. Wenn ich Medikamente bekomme, interessiert mich, ob sie wirken. Und da habe ich mit pflanzlichen und homöpathischen Mitteln halt gute Erfahrungen gemacht. Sind aber sicherlich kein Allheilmittel. Kenne aber auch keinen Arzt oder Heilpraktiker, der das behauptet.

  • #84
    Andreas Lichte

    @ Anton Kowalski

    „Sind aber sicherlich kein Allheilmittel“.

    Wogegen helfen sie Ihnen denn, die „homö[o]pathischen Mittel“? Falls Sie die Homöopathie gegen „Interesse“ nehmen, muss ich Ihnen allerdings grossen Erfolg attestieren (es sei denn, Ihnen war auch schon vorher alles egal):

    „Der interessiert mich nicht …“, „interessiert mich aber genau so wenig …“

  • #85
    Tim

    kann man eigentlich Strafanzeige gegen Anthroposophische Ärzte erstatten, die nicht impfen, Kinder umbringen?

  • #86
    Anton Kowalski

    @ Andreas Lichte „Wogegen helfen sie Ihnen denn, die “homö[o]pathischen Mittel”?“ – Zur Komplementärmedizin gibt`s doch jede Menge Fachliteratur… Wenn`s denn wirklich interessiert 🙂

  • #87
    Stefan Laurin

    @Anton Kowalski: Mich würden ja wissenschaftliche Studien interessieren und keine „Fachbücher“ von Buchstabentänzern 🙂

  • #88
    Anton Kowalski

    @ Stefan: Werde Deine Anfragen nach Studien an einen Freund weiterleiten. Der ist studierter Schulmediziner und homöopathischer Arzt. Ich kann Dich nur auf Fachliteratur von renommierten Wissenschaftsverlagen verweisen, z.B. Urban & Fischer, jetzt Elsevier. Nach meiner persönlichen Einschätzung lässt sich Homöopathie – aber auch TCM, Akupunktur, Phytotherapie, etc. – nicht immer mit einfachen Kausalitäten und Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen erklären oder gar „beweisen“. Da ist viel „black box“ und Erfahrungswissen dabei. Und Quantenphysik wohl auch. Da ich schon weiß, was jetzt kommt 🙂 : einen Placebo-Effekt hat, da hat`s auch wissenschaftliche Studien zu gegeben 😉 , jedes gute Arzt-Patienten-Gespräch auch. Wird leider nur sehr schlecht honoriert… Schöne Feiertage noch!

  • #89
  • #90
    Andreas Lichte

    @ Anton Kowalski

    Weihnachten … hier noch ein Geschenk für Ihren Freund, der „studierter Schulmediziner und homöopathischer Arzt“ ist:

    „Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.“

    Wolf Haas, „Das ewige Leben“

  • #91
    Peter Krautbachler

    @Anton Kowalski #88

    Ich kann Dich nur auf Fachliteratur von renommierten Wissenschaftsverlagen verweisen, z.B. Urban & Fischer, jetzt Elsevier.

    Elsevier veröffentlichte sowohl die Shang-Studie, die 2005 die Gleichwertigkeit von Homöopathie und Placebo feststellte als auch den von der Carstens-Stiftung vorgebrachten „Gegenbeweis“ ein paar Jahre später. Ulrich Berger berichtet darüber:

    http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/neue-evidenz.php

    Dass es einfach darum geht, Geld zu verdienen und der Kram sich gut verkauft ist vermutlich zu profan.

  • #92
    Martin B.

    @Anton Kowalski, Peter Krautbacher:

    Elsevier ist so ein riesiges Monstrum von Verlag, das hat so ziemlich das ganze Spektrum an Journals im Portfolio: 1800 Journale und 2200 Bücher jährlich werden durch die Gruppe veröffentlicht. Da bleibt einiges an Spielraum.

  • #93
    "schaue beim RKI nach ..."

    „[…] Unter den Mitarbeitern meiner Frau (Ärztin im öffentlichen Dienst) kursiert der böse Spruch: „Wenn Du eine Waldorf-Schule suchst, schaue beim RKI nach; im epidemiologischen Bulletin.“ […]“

    Quelle: http://blog.esowatch.com/?p=6073#comment-16513, Kommentar zu:

    „Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen“, http://blog.esowatch.com/?p=6073

  • #94
    esowatch

    Vielleicht bezahlt die TK auch bald ein paar Psyscho Stunden bei Scientology?

    Habe bei der TK mal Tel. nachgefragt und mir wurde mitgeteilt, es gäbe positive wissenschafliche Studien zur Hömöopathie. Die Mitarbeiter haben wohl keine Ahnung, oder wurden bewusst manipuliert?

  • #95
  • #96
    Sven

    @esowatch: Das wurde mir telefonisch auch gesagt. Auch wurde versprochen, mir eine Quelle zu nennen. Statt dessen bekam ich per Mail folgenden Textbaustein:

    die TK erstattet in der vom Bundesversicherungsamt genehmigten Satzungsleistung ab dem 01.01.2012 nicht rezeptpflichtige Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie, welche ausschließlich in Apotheken verkauft werden dürfen (sog. Apothekenpflicht). Das Rezept, welches die TK zur Erstattung des Kaufpreises benötigt, muss von einem Arzt ausgestellt worden sein.
    Die Präparate, welche die TK allen Versicherten ab dem 01.01.2012 zugänglich macht waren bis zum Jahr 2003 auch für Erwachsene verordnungsfähig und sind auch heute noch für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erstattungsfähig. Diese Präparate haben somit einen festen und gerechtfertigten Platz in der Versorgung, ansonsten würde ein kompletter Ausschluss aus dem Leistungskatalog der GKV stattgefunden.

    Der letzte Satz ist für eine Krankenkasse nur peinlich.
    Im Telefonat wusste die Dame auch nicht, dass das Zeug nicht zugelassen,
    sondern nur für den Apothekenverkauf registriert wird. Ihr Argument war,
    wenn es eine Apothekenzulassung hat, muss es auch wirksam sein…

  • #97
    Andreas Lichte

    @ Influex #42

    Sie schreiben: „Die Bildunterschrift erweckt den Eindruck, dass Rudolf Steiner in wikipedia als “Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer” bezeichnet würde. Ist das beabsichtigt? Ich konnte nach kurzer Durchsicht des entsprechenden wikipedia-Artikels ein derartiges Zitat jedenfalls nicht finden.”

    Ich schon. Selbst die anthroposophischen Bearbeiter des wikipedia-Artikels konnten nicht verhindern, dass Rudolf Steiner als Scharlatan auftaucht, Zitat wikipedia:

    „(…) Besonders seit 1919 erschien Steiner in zeitgenössischen Zeitungsberichten oft als eine Art Scharlatan oder Blender.

    Einen besonders hämischen Kommentar zu einem Vortrag Steiners schrieb Kurt Tucholsky in der linksliberalen Wochenschrift „Weltbühne“:

    „Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: ‚Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!‘ Und der Dreigegliederte redete und redete. Und [der bekannte Journalist Jules] Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen. […] Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langeweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie. Immer wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler […], Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -! […] Der Redner eilte zum Schluss und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht zu rufen: Danke – ich kaufe nichts.“ (…)“

    Kurt Tucholsky, „Rudolf Steiner in Paris“, vollständiger Text hier: http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

  • #98
    Andreas Lichte

    Reaktion auf Martin Ballaschk’ Artikel:

    „Techniker-Krankenkasse unterstützt Parawissenschaft!

    Die TKK erstattet ab dem 1.1.2012 Behandlungskosten bei homöopathischen Ärzten. Während ich das auf Esowatch [selber Artikel wie oben] las, entwarf ich in Gedanken bereits die Protestschrift an meine Krankenkasse: (…)“

    weiter: http://frankinformiert.wordpress.com/2011/12/27/techniker-krankenkasse-unterstutzt-parawissenschaft/

  • #99
    Anonymous

    Wenn man den Scharlatan mit L. Ron Hubbard vergleicht, so fällt auf, dass die Scientology Organisation in den USA ebenfalls relativ aktzeptiert wird, so wie Steiner in Deutschland. Dabei wird gerne behauptet, der Prophet gelte im eigenen Lande nichts. Scharlatane dagegen also doch.

  • #100
    FMH

    @#88 Anton Kowalski

    Elsevier ist mir als Zahnmedizinstudent schon lange negativ aufgefallen. Auf der einen Seite kürzt man Fachbücher in Neuauflagen ein, auf der anderen Seite werden Pamphlete für solche gefährliche Scharlatanerie wie „Störfeld Zahn“ herausgegeben – und das zu gepfefferten Preisen.

  • #101
    Frau Rose

    Ich bin ja sehr verwundert, dass heute schon den ganzen Tag eine Yoga-Werbung
    auf diesem Blog zu sehen ist, wenn man von Ayurveda usw. usw. nicht viel hält.
    Da passt m.E. etwas nicht zusammen…aber für die Werbung gibt’s ja Geld.

  • #102
  • #103
    Frau Rose

    Herr Laurin, dies weiß ich und dennoch passt es nicht – wie ich finde &
    unabhängig von dem Distanzierungspassus im Impressum.

  • #104
    Werbung für die Sekte

    “Waldorfschule für alle? – Sekte für alle?”

    http://www.publikative.org/2011/12/06/waldorfschule-fur-alle-sekte-fur-alle/

  • #105
    Sven

    @Frau Rose:
    Scheinbar haben Sie das Problem nicht verstanden.

    Wenn jemand Yoga mag (was ja auch aus gesundheitlichen Gründen große Vorteile hat), Ayurveda macht oder seine Erkältung durch auflegen von heißen Nudeln heilen möchte – kein Problem. Solange er es selber bezahlt.

    Es geht einfach darum, dass eine Krankenkasse Mitgliederbeiträge für etwas raushaut, für das es keinerlei Wirkungsnachweis gibt (und damit meine Beiträge verschwendet).

    Wenn ich erkältet bin, hilft mir ein großzügiger Schluck Whiskey. Am nächste Tag geht es mir super. Auch das zahlt die Krankenkasse nicht. Daher will es vielen Leute – inkl. mir – nicht in den Sinn, dass die TKK und andere Kassen nur um mehr Mitglieder zu locken solche Sachen von meinen Beiträgen zahlt

  • #106
  • #107
    heilewelt

    Lieber Buchstabentänzer, Oberlehrer und Retter der missbrauchten Beitragszahler. Machen Sie doch erst mal Ihre Hausaufgaben. Es heißt TK und nicht TKK.

  • #108
    Dr. Jekyll

    „Es heißt TK und nicht TKK“ – Danke für die Klarstellung, wer Beihilfe leistet, zu den von Anthroposophen verursachten

    „… jährlich Tote und tausende Kranke durch Masern!“

    http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2011/12/21/dank-steiner-waldorf-verdummung-jahrlich-tote-und-tausende-kranke-durch-masern/

  • #109
    MiJrgens6302

    Was haben sie gegen Kräuterkunde? Ihnen sollte bekannt sein, das viele Kräuter eine bessere Heilwirkung haben, als so manches Medikament.
    Ausserdem sind sie teilweise besser verträglich und führen auch nicht so oft zur Abhänigkeit!

  • #110
    FMH

    @MiJrgens6302
    Erstens gibt es keinerlei Beleg für ihre Aussage von Wegen Wirksamkeit und Abhängigkeit von „Kräutermedizin“, zweitens geht es um nicht um diese, sondern Anthroposophische Medizin, die auf Hokuspokus basiert.

  • #111
    heilewelt

    Ich bekomme langsam den Eindruck es geht hier weniger um Argumente als um Gefühle. Seid Ihr Naturwissenschaftler (Gestrige von morgen) mal verletzt worden oder habt ein Trauma erlebt. Woher kommt diese Wut auf Menschen die anderer Meinung sind. Ihr könnt hier nicht alles gleichschalten (Contergan für alle). Bleibt doch mal sachlich. Und ansonsten wie bereits empfohlen. Kündigt bei der TK und geht zur BKK Chemie & Profit. Frohes Neues und locker bleiben.

  • #112
    Rudolf Steiner

    @ #111 | heilewelt

    „Was ist die Hirnmasse? Die Hirnmasse ist einfach zu Ende geführte Darmmasse. Verfrühte Gehirnabscheidung geht durch den Darm. Der Darminhalt ist seinen Prozessen nach durchaus verwandt dem Hirninhalt. Wenn ich grotesk rede, würde ich sagen, ein fortgeschrittener Dunghaufen ist das im Gehirn sich Ausbreitende; aber es ist sachlich durchaus richtig. Der Dung ist es, der durch den eigenen organischen Prozess in die Edelmasse des Gehirns umgesetzt wird und da zur Grundlage für die Ich-Entwickelung wird …“

    Rudolf Steiner, Zitate bei „Psiram“ (vormals EsoWatch): http://www.psiram.com/ge/index.php?title=Steiner_Zitate

  • #113
    Ralph

    Der paramedizinische Dung klingelt in den Kassen und das findet viel Zuspruch:

    http://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/sendung/154061655_gesundheit

  • #114
    Annette

    Für mich ist schon an der Wortwahl erkennbar, dass der Autor eine klare Meinung hat und sich nicht sachlich auseinandersetzen will: „populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer“, „Heilslehre“, „ausgemachter Unsinn“, „bizarre Vorstellungen der anthroposophischen Medizinwelt“ usw.

    Dazu nur ein Beispiel: Das Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus ist seit nunmehr über 40 Jahren ein allgemeines Krankenhaus der regionalen Versorgung (wie übrigens auch die Filderklinik in Stuttgart-Filderstadt, die als Notfallkrankenhaus für den nahegelegenen Flughafen fungiert, und das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin). An allen drei großen Kliniken wird Anthroposophische Medizin praktiziert. Es wäre kaum möglich, solche Krankenhäuser so lange und auch heute noch mit Erfolg zu führen, wenn dort nicht eine qualitativ hochwertige Medizin gemacht würde. Z.B. ist das Brustzentrum Herdecke nach den strengen Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifiziert. Scharlatanerie? Heilslehre?? Ausgemachter Unsinn???

    Es wäre an der Zeit, die eigenen Vorurteile an der Realität zu überprüfen.

  • #115
    Peter Krautbachler

    Es wäre an der Zeit, die eigenen Vorurteile an der Realität zu überprüfen.

    Wenn Anthroposphen das machen bleiben sie in der Regel bei ihren Vorurteilen und nennen es „Erkenntnis“.

  • #116
    Hanno

    @ Annette

    Ich vermisse in Ihrer Auflistung „hellseherische Eingebungen“ Rudolf Steiners. Finden Sie es gut und richtig, daß das „Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus“ Patienten auf der Basis von Hellseherei behandelt?

  • #117
    Martin B.

    @Hanno

    Unsinn, in diesen Krankenhäusern werden die Patienten nicht ausschließlich mit Esoterik behandelt – das ist ja der Witz.

    @Anette

    Ich freue mich, dass sie nun doch noch kommentiert haben, wenn auch etwas kurz. Eine Bitte: Sehen Sie doch über meine Wortwahl hinweg – es ist doch klar, dass sich in einem „Kommentar“ die persönliche Meinung des Autors wieder findet. Ich habe aber versucht, meine Meinung zu belegen. Sie sind eingeladen, meine Punkte zu widerlegen.

    Ihr Argument lautet also „Anthroposophische Krankenhäuser sind von guter Qualität, also kann man anthroposophische Medizin nicht als ausgemachten Unsinn bezeichnen“.

    Sicher wird in diesen Krankenhäusern auch anthroposophische Medizin praktiziert, aber eben nicht ausschließlich. Im Gegenteil wird bei mir nach einem Blick auf die Websites der entsprechenden Einrichtungen eben auch „schulmedizinische“ Therapie angeboten. Gleichzeitig kommen viele von Steiner beliebte Therapieformen mit Sicherheit nicht zum Einsatz – die oben genannten Planetenmetalle/Schwermetall-Therapien sind ziemlich aus der Mode gekommen.

    Deswegen halte ich dieses Argument für hinfällig – der Erfolg der Krankenhäuser ist nicht hinreichend, um die anthroposophische Medizin in ihrer Gesamtheit zu rechtfertigen.

    Ich habe außerdem nie gesagt, dass anthroposophische Heilmittel nicht aus wirksam sein können und dass nicht auch hilfreiche Therapieformen darunter sind. Ich meine aber, dass anthroposophische Medizin keine Sonderbehandlung beanspruchen darf.

  • #118
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #117

    du schreibst: „Ich habe außerdem nie gesagt, dass anthroposophische Heilmittel nicht aus wirksam sein können und dass nicht auch hilfreiche Therapieformen darunter sind.“

    Welche anthroposophischen Heilmittel und Therapieformen haben eine Wirkung, die – nachgewiesen – über den Placeboeffekt hinaus geht?

  • #119
    Martin B.

    @Andreas

    Erstens, meinte ich damit eventuell vorhandene „Zufallstreffer“ – nur weil Steiner sich entsprechendes herbeifantasiert hat, muss z.B. die Pflanze ja nicht automatisch wirkungslos sein.

    Zweitens meinte ich bereits bekannte medizinisch wirksame Pflanzen, Minerailen, etc.

    Die Wirkung der Mistel etwa ist ja nicht abschließend geklärt – möglicherweise enthält sie pharmakologisch wirksame Stoffe – letzten Endes hat die jeweilige Wirkung aber nichts mit Steiners Vorstellung eines Geschwürs am Baum zu tun, dessen Auszug Geschwüre am Menschen heilt. Es gibt zahlreiche wirksame Phytotherapeutika, zu denen Steiner post hoc lustige Geschichten erfunden hat.

    Anderes Beispiel: Eurythmie vermittelt Bewegung und Entspannung, insofern hat das eine reale, messbare Wirkung. Die Frage ist auch da natürlich, ob es nun gerade die anthroposophische Variante der Bewegung usw. sein muss, und ob es nicht auch ohne den Steiner-Überbau geht und es eine andere Art der Entspannungs- und Bewegungsübung nicht auch getan hätte.

    Selbst bei der Homöopathie hat er sich ja im Grunde auch nur bedient und sie nur etwas „weiterentwickelt“. Ebenfalls (wie so vieles in der Anthroposophie) keine originäre Steiner-Idee. Wahrscheinlich gibt es kein Beispiel, bei dem der anthroposophische Gedanke zwingend für eine Wirksamkeit ist. Da ist Anette Bopp gefragt, sie ist da Expertin.

  • #120
    Martin B.

    Auf der Suche nach weiteren Beispielen habe ich folgende Perle in der ahrimanischen (d.h. elektronisch gespeicherten und über’s Netz verteilten) Form der Gesamtausgabe gefunden: Steiner empfiehlt Johanniskraut. Aber nicht etwa als Beruhigungsmittel – diese Wirkung ist meines Wissens inzwischen gut belegt – sondern als Mittel gegen das Bettnässen bei Kindern. Ein Verhalten, das seiner Meinung nach zwischen „Ungezogenheit und Krankheit“ liegt, weshalb man den Astralleib stärken sollte und dem Kind gleichzeitig zu verstehen geben soll, dass es auf „seine Funktionen“ achtzugeben hat.

    Beim Bettnässen der Kinder hat man es mit einer typischen Schwäche des astralischen Leibes zu tun. Der astralische Leib hat ein- fach die Stärke nicht, die er haben sollte. [ … Absatz über die Behandlung mit Arsen-haltigen Mitteln … ] aber Sie werden ganz sicher gute Erfolge erzielen, wenn Sie anwenden bei Bettnässern diejenige Substanz, die Sie gewinnen kön- nen durch Auspressen der Blätter und Blüten, vom Johanniskraut, Hypericum perforatum. […] Wenn Sie diese Pflanze auspressen, so bekommen Sie einen Saft. Es liegt im wesentlichen an diesem bitteren Extraktivstoff, der in dieser Pflanze enthalten ist, auch ein Stoff, der sehr stark und dauernd auf die innere Beweglichkeit des astralischen Leibes wirkt und diesen stark macht. Und dadurch unter Umständen wird es zur Heilung kommen, wenn man dann noch moralisch auf das Kind einwirkt dadurch, daß man eben einfach sagt, es ist verpflichtet, achtzugeben auf seine Funktionen. Diese moralische Einwirkung sollte eigentlich stattfinden gerade bei solchen Dingen, die, nicht wahr, an der Grenze stehen zwischen Ungezogenheiten und Krankheiten.

    Quelle: GA 314, Zweiter Vortag Dornach, 1. Januar 1924

    Ob so etwas im Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus praktiziert wird?

  • #121
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #119

    Eurythmie hat eine reale, messbare Wirkung:

    http://www.zeit.de/2011/08/Waldorfschule-Selbsterfahrung?page=2

    „WALDORFSCHULE – Tanzen in wallenden Kleidern

    Wer das durchgestanden hat, den kann nichts mehr schrecken

    Eurythmie ist ein eigenes Kapitel. Es soll Schulen geben, an denen Schüler das wirklich gern machen. Bei uns wurde sie mehrheitlich als Erniedrigung empfunden. Man versetze sich in die Lage eines pubertierenden Jungen, der gerade beginnt, seine Männlichkeit zu entdecken. Wie fühlt der sich, wenn man ihn zwingt, sich ein wallendes Kleid überzustreifen und zu Gedichten zu tanzen? Im besten Fall hat das einen Effekt wie in Johnny Cashs Song A Boy Named Sue: Wer das durchgestanden hat, den kann nichts mehr schrecken.“

    … und hier noch einmal bestätigt (ist das schon „doppelblind“?):

    http://www.ruhrbarone.de/wie-gut-sind-waldorfschulen/

    „Wie gut sind Waldorfschulen?

    Eine Antwort einer Mutter aus dem Ruhrgebiet auf die gleichnamige TV-Dokumentation des SWR (…)

    Mein Sohn empfand die Eurythmie eher irdisch »als schwul sein« oder »schwul werden« (…)“

  • #122
    Martin B.

    @Andreas

    Geschmackssache. Dass es für manche Leute gut ist, kann man schlecht wegdiskutieren. (Evidenz habe ich dazu nicht, Entspannungsreaktionen sind aber dokumentiert und der Nutzen von körperlicher Bewegung auch)

    Mit Annette Bopp hatte ich übrigens gerade auf Twitter eine ganz reizende Auseinandersetzung. Sie meinte, dass ich einfach nicht diskutieren will, jeglicher Argumentation unzugänglich sei, dass sie besseres zu tun hätte, als MIR Sachen zu erklären und sowieso und überhaupt. Da greif ich mir doch nur noch an den Kopf. Sie hat ein einziges Argument gebracht, das mit den Krankenhäusern oben, worauf ich geantwortet habe (ich finde, recht gesittet) und das war’s jetzt? Ich warte 8 Wochen auf eine Antwort von der Top-Medizinjournalistin auf diesem Themengebiet und dann sowas?

    Hier die Twitter-Diskussion: http://twitter.theinfo.org/170556261035806721

  • #123
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #122

    „Bewegung“ ist gut, aber Eurythmie ist alles andere als nur „Bewegung“ …

    Ich musste selber Eurythmie machen, während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ … falls du mich für befangen halten solltest – wie die ZEIT, die Mutter – hier noch eine Warnung einer Siebenjährigen, die über ihre Erfahrungen im Waldorfkindergarten berichtet (auf Band gesprochen, von den Eltern als „Buch“ niedergeschrieben):

    „Endkapitel dieses Buches:

    Warum habe ich dieses Buch geschrieben

    Ich habe dieses Buch geschrieben, daß ich die Eltern, die mir glauben und die das auch dumm finden, warnen kann, und daß sie ihr Kind nicht in diesen Kindergarten schicken. Es gibt verschiedene, und jetzt hab ich halt von diesem erzählt, und ich glaube, daß die anderen gleich doof sind. Wenn sich dann die Kinder beschweren und man den Eltern keine scheinheiligen Sachen auftischen kann, dann sagt die Erzieherin, oh, dann muß das Kind ja in Heileurythmie. Genau so wie Eurythmie – Heileurythmie. Und das soll das Kind heilen – und das macht es doppelt krank.

    Also, wenn’s Ihrem Kind gefällt, können Sie es ja drin lassen, aber wenn nicht, dann glaubt ihm. Hier, das Buch von mir ist ja schon ein kleiner Beweis, also ich will euch mit diesem Buch vor diesem ganzen Schrott warnen. Es kann sein, wenn Sie Ihr Kind da schon ganz lang drin haben, dann sollten sie es fragen, und es gibt ganz wenige Kinder, denen es da drin gefällt. Aber es gibt ganz, ganz viele, die da drin leiden. Und ich will euch davor warnen, also euer Kind da reinzuschicken. Es überhaupt zu probieren, davor will ich euch warnen.“

  • #124
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #122

    war „das mit den Krankenhäusern oben“:

    http://www.ruhrbarone.de/techniker-krankenkasse-laesst-versicherte-fuer-anthroposophische-pseudomedizin-bezahlen/comment-page-3/#comment-123585

    ein „Argument“ von Annette Bopp? Fragezeichen …

    Es wäre an Annette Bopp, aus dem Fragezeichen ein Ausrufezeichen zu machen. Wenn Annette Bopp es nicht kann, dann ist das ihr Problem – hinter Annette Bopps Überheblichkeit:

    http://twitter.theinfo.org/170556261035806721

    sehe ich nur einmal mehr die grosse anthroposophische Hilflosigkeit.

  • #125
    Andreas Lichte

    Anthroposophische Medizin und Nationalsozialismus:

    „(…) So wurde die anthroposophische Medizin eifrig vom Sachverständigenbeirat für Volksgesundheit bei der Reichsleitung der NSDAP protegiert, und die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar.38 Entsprechend wurde die anthroposophische Medizin in der nationalsozialistischen Presse gewürdigt.39 Unter den anthroposophischen Ärzten gab es eine Reihe aktiver Nationalsozialisten, z. B. Hanns Rascher, NSDAP-Mitglied seit 1931, Ernst Harmstorf, der 1933 in die Partei eintrat, Werner Voigt, ab November 1933 SA-Mitglied und ab Mai 1936 SS-Mitglied, oder Walter Bopp, der gemäß einer amtlichen Beurteilung von August 1943 „jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt“.40 (…)“

    zitiert aus:

    Peter Staudenmaier, „Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus“

    in: Uwe Puschner/Clemens Vollnhals (Hrsg.), „Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte“, Göttingen 2012 (Vandenhoeck & Ruprecht), 592 S., 79,95 €

    Buchbesprechung: „NS-Studien – Völkisch-religiöses im Nationalsozialismus“, http://hpd.de/node/12956

  • #126
    Andreas Lichte

    “Hitler, Steiner, Mussolini – Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute

    (…)

    „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört“(4).

    (…)

    Credits: Die Darstellung des italienischen, anthroposophischen Faschismus ist eine Kurzzusammenfassung der Forschung von Peter Staudenmaier, seit August 2011 Professor für „Modern German History“ an der Marquette University. Quelle ist Peter Staudenmaiers Dissertation „Between occultism and fascism: Anthroposophy and the politics of race and nation in Germany and Italy, 1900-1945“, insbesondere das Kapitel: „Italian Anthroposophists and the Fascist Racial Laws, 1938-1945“, Seite 446–499. Die Darstellung wurde von Peter Staudenmaier durchgesehen.

    (…)”

    zum vollständigen Artikel mit Quellen und links: http://www.ruhrbarone.de/hitler-steiner-mussolini-anthroposophie-und-faschismus-gestern-und-heute/

  • #127
    TK-Kunde

    Es ist wirklich unfassbar wie die Techniker Krankenkasse (TK) hier mit dem Geld Ihrer Kunden umgeht! Es geht nicht an, wenn Pseudomedizin nun auch noch als Kassenleistung durchgeht. Die Entscheidung sich medikamentös und behandlungstechnisch verarschen lassen zu wollen, kann die TK doch Ihren Mitgliedern nicht abnehmen. Das ist entmündigend! Die Verschleuderung von Krankenkassenbeiträgen aller für wirkstoffreie Arzneien ist vor dem Hintergrund von Praxisgebühr, Zusatzbeitrag u.a. Gejammer über die ach so angeschlagenen Krankenkassen ein Witz!

  • #128
    Ike

    Wer „Eine kleine Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking quer gelesen hat, kann noch lange nicht über Quantenphysik diskutieren – höchstens auf Stammtisch-Niveau. Genauso verhält es sich mit der Diskussion über Anthroposophie auf Grundlage des ein oder anderen Steiner-Textes. Wer im Zusammenhang mit Steiner auf Sektemtum verweist, der hat jedenfalls noch nicht mal den Kern seiner Philosophie verstanden: das höchste Gut ist die Freiheit! Wie geht das mit Sektentum zusammen? Man muss die Anthroposophie nicht bejahen aber Stigmatisierungen aufgrund mangelndem Verständnis zu verbreiten ist unseriös und nicht hilfreich.

  • #129
    Andreas Lichte

    @ Ike #128

    Sie schreiben: „Wer “Eine kleine Geschichte der Zeit” von Stephen Hawking quer gelesen hat, kann noch lange nicht über Quantenphysik diskutieren – höchstens auf Stammtisch-Niveau. Genauso verhält es sich mit der Diskussion über Anthroposophie auf Grundlage des ein oder anderen Steiner-Textes.“

    Wer sagt Ihnen denn, das nur „der ein oder andere Steiner-Text“ gelesen wurde?

    Ich habe sehr viele Steiner-Texte gelesen, erstellte u.a. für die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) ein Gutachten zur Indizierung zweier Werke Rudolf Steiners, die fortan nur noch in kommentierter Form erscheinen dürfen, siehe:

    3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/

  • #130
    Andreas Lichte

    @ Ike #128

    Wo Sie von „Quantenphysik“ reden: Wo könnte deutlicher werden, dass die Anthroposophie eine „Sekte“ ist, als wenn der Anthroposoph Detlef Hardorp Rudolf Steiner zum eigentlichen Entdecker der Quantenphysik erklärt? Siehe:

    „Waldorfschule: Physik vom Hellseher“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-detlef-hardorp-lautsprecher-der-anthroposophie/

  • #131
    Martin B.

    @Ike

    Man muss noch lange nicht alle Texte von Steiner kennen, um zu erkennen, dass vieles davon überholt und vor allem nachweislich unwahr ist. Ich muss nicht alle Werke von HP Lovecraft gelesen haben, um zu erkennen, dass die Cthulhu ein Mythos sind.

    Wer einmal die Anthroposophen öffentlich kritisiert hat, weiß, dass der Sektenvorwurf in gewisser Weise seine Berechtigung hat: wüste Beschimpfungen von Anhängern, die Steiner etwa als „Vater des Abendlandes“, als „Heiligen“ bezeichnen, unmissverständliche Drohungen, antiwissenschaftliche Hetze, aber nie eine sachliche Auseinandersetzung.

    Ich sage nicht, dass die Anthroposophie eine Sekte ist, dafür sind die Anthroposophen auch viel zu inhomogen. Für mein Verständnis zeigen sich aber hin und wieder Merkmale des Sektoiden, und damit meine ich nicht nur die unumstößliche Lichtgestalt Steiners als geistigen Führer.

    Dass mir bisher nie jemand auf konkrete Kritikpunkte (etwa die Verwendung der „Planetenmetalle“) eine Antwort geben mochte, werte ich als Vermeidung des Umgangs mit Kritik, um nicht mit der Unsinnigkeit des Steinerschen Philosophiegebäudes konfrontiert zu werden. Selbst die bekannte Autorin Annette Bopp hat hier in den Kommentaren und anderswo (siehe oben) wenig sachliches zum Thema beigetragen.

  • #132
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #131

    warum deine Zurückhaltung beim „Sektenvorwurf“ gegen die Anthroposophie?

    Findest du „Sekte Anthroposophie“ vielleicht zu harmlos? Rudolf Steiner ist Rassist und Anthroposophen waren am Holocaust beteiligt, da könnte „Sekte“ tatsächlich verharmlosend sein …

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, nennt die Anthroposophie „Sekte“:

    „Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

    zum vollständigen Interview – „Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein“ –mit Prof. Hopmann: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #133
    Martin B.

    @Andreas

    Ich sage nicht, dass anthroposophisches Gedankengut unbedenklich ist. Ich meine Aber, dass es auch vernünftige Leute gibt, diedrich bestimmten Ideen identifizieren können (und sei es auf eine quasi-religiöse Weise), die weder fanatisch noch gefährlich sein müssen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob man die dann als „Anthroposophen“ bezeichnen würde, wahrscheinlich tendenziell nein.

    Mir widerstrebt es aber, pauschal alle Anthros in eine Sekte zu stecken. Dafür sind die Abstufungen des „Anthropsophentums“ zu breit, wahrscheinlich trifft die Bezeichnung nur auf diejenigen zu, die Steiners Ideen blind folgen. Das ist aber bestimmt nicht die Mehrheit (ich habe noch so einen kleinen Restglauben an die Vernunft im Menschen).

  • #134
    Andreas Lichte

    @ Martin B. #133

    “Um die Zusammengehörigkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre zu dokumentieren, zitierte er [Richard Karutz] Steiner und Hitler nebeneinander als Beweis, »dass sich hierin die auf Blut, Boden, Vererbung aufgebaute Weltanschauung des Dritten Deutschen Reiches und die Geisteswissenschaft nicht widersprechen«.”

    Peter Staudenmaier, “Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus”

    in: Uwe Puschner/Clemens Vollnhals (Hrsg.), “Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte”, Göttingen 2012 (Vandenhoeck & Ruprecht), 592 S., 79,95 €

  • #135
    Andreas Lichte

    Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    (…) Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen, im Überblick:

    (…) Anthroposophische Medizin: „Die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen »Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar«.“4 (…)“

    zum Artikel, einer Darstellung der Geschichte der Anthroposophie im Verhältnis zum Nationalsozialismus: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

  • #136
    Andreas Lichte

    Martin Ballaschk, SciLogs, über die „Biologisch-dynamische Landwirtschaft“ des Scharlatan Rudolf Steiner:

    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/bio/2012-08-07/biologisch-dynamische-landwirtschaft-ist-antivegan

    „Biologisch-dynamische Landwirtschaft ist antivegan“

  • #137
    Andreas Lichte

    „ERGEBNIS DAZ.ONLINE-UMFRAGE

    Homöopathie – von der Kasse bezahlt?

    Deutsche Apotheker Zeitung, Reinhild Berger, 10.10.2012

    Seit Jahresanfang übernimmt die Techniker Krankenkasse (TK) für ihre Versicherten die Kosten für nicht verschreibungspflichtige, aber apothekenpflichtige Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie – bis zu einem Betrag von 100 Euro pro Kalenderjahr.

    40 Prozent der Teilnehmer an unserer nicht repräsentativen DAZ.online-Umfrage finden dieses Angebot der TK vorbildlich und patientenfreundlich. Sie sind der Meinung, dass andere Kassen nachziehen sollten.

    Allerdings ist die Mehrheit der Umfrageteilnehmer anderer Ansicht. 54 Prozent denken, es kann nicht Aufgabe einer gesetzlichen Krankenkasse und damit der Solidargemeinschaft sein, Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen zu erstatten.

    6 Prozent halten das Angebot nur für eine eher fragwürdige Marketing-Aktion der TK.

    Die Apotheken in Westfalen-Lippe hatten in der vorletzten Woche in Zusammenarbeit mit der TK Nordrhein-Westfalen eine Informationskampagne zum Thema Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie gestartet.

    Lesen Sie auch:
    Westfalen-Lippe: Informationskampagne zu alternativen Arzneimitteln

    http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2012/10/10/homoeopathie-von-der-kasse-bezahlt/8447.html

  • #138
    Jakob

    Sehr geehrter Martin Ballaschk,

    mindestens 2/3 dieses Artikels verfehlen gänzlich das Thema „Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen“; informieren den Leser dafür aber umfangreich und vor allem subjektiv über die Themen Waldorfschulen und Rudolf Steiner, von denen Sie offensichtlich wenig und von Vorurteilen geprägte Ahnung haben.
    Vielen Dank dafür.

  • #139
    Andreas Lichte

    @ Jakob #138

    Im Gegensatz zu Ihnen finde ich, dass Martin Ballaschk VIEL Ahnung vom Thema „Rudolf Steiner“ – d.h. „Anthroposophie“ – hat.

    Mehr Informationen zur Waldorfschule finden Sie u.a. hier:

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    Bei Diskussionen mit Befürwortern der Waldorfschule bekommt man immer wieder Standard-Antworten zu hören, wie sie der ehemalige Waldorfschüler Lukas Böhnlein in seinem „Waldorfschulen Bullshit-Bingo“ festgehalten hat. Sehr beliebt dabei: „Du hast noch nie eine Waldorfschule von innen gesehen!“ Kritik VON AUSSEN wird damit jegliche Berechtigung abgesprochen. Aber daraus ergibt sich auch die Frage: „Was können Eltern und Schüler IN DER WALDORFSCHULE eigentlich sehen, wenn sie nichts über Rudolf Steiners ‘Anthroposophie’ wissen, auf der die gesamte Waldorfpädagogik basiert?“ (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #140
    Martin B.

    @Jakob:

    Ich habe nur versucht, die Hintergrundinformationen zu der Entscheidung der TK zu geben.

    Falls Sie konkrete Kritik zum Artikel vorbringen, bin ich sehr gerne bereit, mich damit auseinanderzusetzen.

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