Ukraine: “Überraschungen sind Normalität in der Militärgeschichte”

In den Kämpfen um Hostomel beschädigter BMD-2 der 31. Luftangriffsbirigade der Russischen Föderation mit toten Soldaten der Einheit Foto: Головне управління розвідки Міністерства оборони України Lizenz: CC-BY 4.0

Ralf Raths, der Direktor Deutschen Panzermuseums Munster (DPM), hat in fünf Videos die Strategie Russlands im Krieg mit der Ukraine erklärt. Raths holt weit aus, erklärt auch die Geschichte und Technik der T-Panzer, die sowohl von Russland als auch der Ukraine eingesetzt werden. Er führt in Strategie der russischen Panzertruppe ein und zeigt auf, welche Folgen sie im aktuellen Konflikt hat. Am Ende erklärt der Historiker dann, warum Putin kein „Irrer“ ist, sondern ein traditioneller Politiker, der seine Ziele mit Gewalt erreichen will, wie es Jahrhundertelang üblich war. Auch die aktuelle Phase der Krieges, in der Russland immer härter die Städte angreift, analysiert Rath. Am Ende sagt Raths, welchen Kriegsausgang es für wahrscheinlich, aber nicht sicher hält, denn “Überraschungen sind Normalität in der Militärgeschichte”. Die Zeit, die ihr in das Anschauen der Videos investiert lohnt sich. In ihnen wird kompakt und anschaulich sehr viel Wissen vermittelt.

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10 Kommentare

  1. #1 | Berthold Grabe sagt am 12. März 2022 um 14:50 Uhr

    Nicht was nicht im Grunde vorher schon bekannt war, aber schlicht ignoriert wurde.
    Meine Prognose für die Ukraine sieht so aus, Verlust von Kiew , im besten Falle geteilt wie Berlin, und der Schwarzmehrküste um einen Korridor nach Transnistiren zu schaffen, gleichzeitig ist damit die Restukraine beständig von drei Seiten umzingelt und vom Meer abgeschnitten.
    Was für die Ukraine die ökonomische Abhängigkeit erhöht, da sie für ihre Getreideexporte keinen eigenen Hafen mehr besitzen würde.
    Die einzige Möglichkeit für die Restukraine wäre dann EU und Natobeitritt um auf dem Landwege Häfen an Ostsee Mittelmeer und Atlantik ungehindert erreichen zu können.
    Putin wird versuchen das zu verhindern um die Restukraine schwach zu halten und jederzeit auch militärisch wieder schwächen zu können.
    Strategisch eröffnet sich dadurch auch die Möglichkeit ganz Moldawien und nicht nur Transnistiren zu kassieren.
    Der Westen sollte daher schon jetzt versuchen Moldawien in die Nato einzugliedern, um solche Optionen im Ansatz zu zerschlagen.

  2. #2 | Dagmar Schatz sagt am 12. März 2022 um 17:15 Uhr

    In diesem Vortrag ist zwar einiges Richtige, aber auch eine Menge falscher Frames drin. Erstmal zum Panzerkonzept. Ich konnte mich 2000 im Kosovo mit einem Offizier der Kreml-Garde darüber austauschen. Addendum: der Mannschaftstransporter, in dem ich da sitze, sollte – Wellentaktik bei der großen Panzerschlacht – mit dem Fallschirm abgeworfen werden. Bei der 1. Welle wurde mit einer Überlebenszeit von 45 Minuten gerechnet.
    https://www.facebook.com/photo?fbid=10202418847425546&set=a.10202418840505373
    Ansonsten ist mir das zu panzerlastig. Zu Zeiten von Clausewitz – und davon ging auch er aus – zog man geordnet in den Krieg: es wurde erstmal der Krieg erklärt, dann traf man sich auf einem Schlachtfeld, dann beendete man den Krieg mit einem Friedensvertrag, der dessen Ergebnis fixierte. Es war so ziemlich das ganze 19. Jahrhundert über zwischen allen Staaten Europas klar, dass man keine Partisanen losschickt, ich glaube, das ging auf irgendeine Auseinandersetzung 1803 zurück. Das erste Mal wurde das von der Pariser Commune durchbrochen: Preussen und Frankreich verhandelten über einen Waffenstillstand, da meinte die Commune, zuschlagen zu müssen. Und was Clausewitz betrifft: Sönke Neitzel hat mal gesagt, dass sich, bedingt durch einige Schlüsselereignisse, Deutschland im 1. WK gewandelt habe von einem Gegner, mit dem man die Entscheidung suche zu einem Feind, der auf den Boden gebracht werden müsse. Damit hat man sich schon deutlich von Clausewitz entfernt. Und wenn Rückgriff auf die Geschichte, nun, der Partisanenkrieg ist immer das Mittel des eigentlich Unterlegenen und der wurde ja im 2. WK auch auf dem Gebiet der Ukraine zur Perfektion getrieben – meiner Erinnerung nach galten die Partisanen als eigene, aus Moskau geführte Waffengattung. Welche Erfolge das gezeitigt hatte, kann man in den Büchern des – rechten – Historikers Siedler besichtigen: Verbrechen AN der Wehrmacht. U.a. war EINE Taktik, deutsche Soldaten zu verstümmeln und totzufoltern, was sicherlich die Wirkung auf die Kameraden nicht verfehlt haben dürfte. Der "kleine Krieg" war ja u.a. in Afghanistan gegen die Sowjets und in Vietnam gegen Franzosen und USA erfolgreich. Das mündet heute in die angebliche Gerassimov-Doktrin vom hybriden Krieg.
    Also, bei irgendwelchen "indischen" Lösungen sind wir noch lange nicht. So lange gilt das Wort von Moltke: Jeder Gefechtsplan hält bis zum ersten Feindkontakt.

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 12. März 2022 um 18:28 Uhr

    Putin hat gesagt, daß er die Nato nicht in seiner Nähe haben will. Also wird er die baltischen Staaten angreifen. Ich verstehe überhaupi nicht, wie man daran Zweifel haben kann. Zu sagen, daß ihm dies und jenes nicht paßt, ist für Menschen seiner Natur die höflichste Umschreibung eines geplanten Angriffs. Wenn Frau Strack-Zimmermann das nicht in ihre Sprache übersetzen kann, liegt das einzig an ihr und ihrer behüteten Kindheit. Ich bin in der Nähe einer Art Bronx aufgewachsen. Darum gibt es für mich da keine Phantasiedeutung. Das ist Klartext.

  4. #4 | Reginald sagt am 12. März 2022 um 21:56 Uhr

    Der 3.Weltkrieg ist da Niemand sollte dich hier noch irgendwelchen Illusionen hingeben.Die Weltgemeinschaft hat versagt,wie der Völkerbund damals versagt hat.Der Russische Bär muss erlegt werden,sonst gibt es nie Frieden im Eurasischen Raum.Russland war die letzten 300 Jahre schon der Aggressor.Bis auf den 2.Weltkrieg war und ist Russland schuld an allen militärischen Konflikten.

  5. #5 | Helmut Junge sagt am 13. März 2022 um 09:00 Uhr

    Wer zu feige ist unter seinem richtigen Namen zu kommentieren, wird sicher genügend Mut aufbringen, selber in den Krieg zu ziehen. Nicht wahr @Reginald?
    Ich glaube eher, daß ein möglicher Kriegseintritt Deutschlands an Leuten wie Ihnen scheitert.

  6. #6 | Frank sagt am 13. März 2022 um 11:35 Uhr

    @ Reginald

    hast du in der Alpenfestung überwintert?

  7. #7 | Berthold Grabe sagt am 13. März 2022 um 11:36 Uhr

    #4
    Auch am WKII war Russland als Mitschuldiger beteiligt, immerhin war der Angriff auf Polen gleichzeitig der Startschuss in Allianz mit Deutschland sich die östlichen Landesteile zu unterwerfen, was wegen der Siegerrethorik später kleingeredet wurde.
    Der WK II wurde also von Deutschland und Russland gemeinsam begonnen.

  8. #8 | Berthold Grabe sagt am 13. März 2022 um 11:49 Uhr

    #2
    Nun was die eingesetzten Taktiken angeht, so kann man sich über die Einlassungen streiten, aber hinsichtlich Clausewitz ist das irrelevant. Es wurden nur die Methoden der Kriegführung erweitert.
    Und ob man es indische Lösung oder deutsche Lösung nennt, strategisch läuft zur Zeit alles auf eine Teilung entlang des Dnepr der Ukraine hinaus.
    Ob die Ukraine in der Lage ist auf Dauer einen Partinsanenkrieg gegen die russische Besetzung zu führen kann ich nicht beurteilen, auf jeden kann die russische Armee nicht mit der Unterstützung der verbliebenen Bevölkerung rechnen, was die russische Armee auf Jahre binden wird.
    Russland kann auch Materiell die Ukrainer nicht bestechen aufgrund der Sanktionen, was bleibt ist eine Terrorregime.
    Russland kann die Ukraine in Gänze nicht halten, weil es dafür nicht genug Militär hat.
    Wenn die Ukrainer nicht kapitulieren bleibt nur eine Teilung sofern Russland sich durchsetzt.
    Für die Nato ist es zwingend erforderlich für Russland einen weiteren Vormarsch jenseits der Ukraine militärisch vollständig unmöglich zu machen.
    Dabei ist es völlig ohne Belang ob die Staaten Natomitgliedschaften haben oder nicht, man kann Verteidigungsbündnisse auch ohne Natomitgliedschaft eingehen und Truppen stationieren.
    Das ist für die Zukunft essentiell, um jeden weiteren Übergriff ausschließen zu können.

  9. #9 | Helmut Junge sagt am 13. März 2022 um 12:45 Uhr

    @Stefan Laurin, Die Reihenfolge der Videos ist biher 1, 2, 2, 4, 5. Es fehlt Nr.3. Kannst du das ändern?

  10. #10 | Stefan Laurin sagt am 13. März 2022 um 14:51 Uhr

    @Helmut Junge: Danke für den Hinweis, habe es geändert.

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