Ukraine: Wie könnte westliche Luftunterstützung aussehen?

Ukrainische MIG 29 Foto: ech. Sgt. Charles Vaughn Lizenz: Gemeinfrei

Putin ist weit davon entfernt, den Krieg gegen die Ukraine verloren zu geben. Im Gegenteil: Die russische Armee setzt zu großen Offensiven an: Auf die ukrainische Hauptstadt Kiew bewegt sich ein 60 Kilometer langer Militärkonvoi zu. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums setzt Russland massiv Artillerie gegen Charkow und Kiew ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj  hat die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine gefordert. Alleine ist seine Luftwaffe nicht in der Lage, die russische Luftwaffe zu schlagen.

Auch eine Journalistin hat heute in einem beeindruckenden Beitrag den britischen Premierminister Boris Johnson aufgefordert,  eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen: „The Ukranian people are desperately asking the West to protect our Sky.“

Noch lehnt der Westen solche Forderungen ab. Aber wie lange wird er seine Position halten können?

In den kommenden Tagen werden viele Menschen in Kiew und Charkow sterben: Soldaten, aber vor allem Alte, Frauen und Kinder. Luftunterstützung für die Ukraine ist die beste Möglichkeit, das zu verhindern.

Das Fachmagazin Areo berichtet, dass nun EU -Staaten helfen und der Ukraine 70 Kampfjets zur Verfügung stellen:  „28 MiG-29 aus Polen, zwölf MiG-29 aus der Slowakei und 16 MiG-29 plus 14 Su-25 aus Bulgarien“

Doch MIG 29 und SU-25 sind Flugzeuge aus den 70er und 80er Jahren. Sie haben gegen aktuelle russische Kampfflugzeuge wie die Suchoi Su-35 kaum eine Chance. Vielleicht ist es jetzt  der Zeit, der Ukraine moderne Flugzeuge zu schenken und sie mit erfahrenen Piloten aus dem Westen zu besetzen, die sich freiwillig für den Kampf  gegen Russland melden und der ukrainischen Luftwaffe unterstehen.

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9 Kommentare

  1. #1 | Peter Gross sagt am 1. März 2022 um 14:58 Uhr

    Das Überlassen neuerer Jets funktioniert so nicht. Das sind keine Autos, sondern komplexe Systeme, die man nicht "eben 'mal" übernimmt, einsteigt und losfliegt.

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 1. März 2022 um 15:01 Uhr

    @Peter Gross: Sie könnten ja von den erwähnten Freiwilligen aus dem Westen geflogen werden.

  3. #3 | hm sagt am 1. März 2022 um 15:42 Uhr

    In der Realität blieben von den 70 Flugzeugen auch nicht so viele übrig, weil einige Länder sonst gar keine eigenen Flugzeuge mehr hätten und auch der Zustand der genannten 70 ist unklar. Zumal sie überwiegend westlich modernisiert wurden.
    https://www.flugrevue.de/militaer/kampfjet-spende-der-eu-woher-sollen-die-fighter-fuer-die-ukraine-kommen/

  4. #4 | Geworg Hofrichter sagt am 1. März 2022 um 15:44 Uhr

    Genau auf diese Szenario wartet Putin.

    Wenn die Piloten aus Mitgliedsstaaten der EU / NATO stammen, wird es Putin egal sein, ob diese Piloten vorab die Armee ihres Landes verlassen, um als Freiwilliger für die Ukraine zu kämpfen. Er wird es nutzen, um militärisch gegen die EU / NATO vorzugehen.

    Finger weg von dieser der Büchse der Pandorra.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 1. März 2022 um 17:03 Uhr

    @Geworg Hofrichter: Putin hat die Büchse der Pandora doch längst geöffnet.

  6. #6 | Georg Hofrichter sagt am 1. März 2022 um 17:43 Uhr

    @ Stefan Laurin

    Der Gedanke hat das Potential einen Weltkrieg auszulösen, in dessen Verlauf der Einsatz von Atomwaffen realistisch ist. Die Ukraine ist militärisch verloren, die Niederlage kann bestenfalls verzögert werden. Trotzdem ist jetzt schon klar, dass Putin der Verlierer sein wird. Das Problem besteht nicht darin ein Land einzunehmen, sondern es zu halten.

    Russland verfügt über weit mehr als 500 Suchois. Wieviel Kampfjets müssten wir inklusive Piloten senden, um dort nicht mit dem ersten Einsatz und wehenden Fahnen unterzugehen? Der Gedanke ist so gefährlich, wie naiv.

    Russland wird wirtschaftlich wie kulturell isoliert, die EU Mitgliedsstaaten erhöhen ihre Militäretats drastisch. Die Fluchtweg in Richtung EU sind weit geöffnet. Das sind, im Gegensatz zur militärischen Beteiligung, die deutlich effizienteren und friedlicheren Wege, um Russland in der von ihr selbst angestossenen, neuen Weltordnung seinen Platz zuzuweisen.

  7. #7 | Manni sagt am 1. März 2022 um 20:43 Uhr

    "Luftunterstützung für die Ukraine ist die beste Möglichkeit, das zu verhindern."

    Auf keinen Fall.
    Zum einen wollte ich noch mal den Trafalgar Square besuchen.
    Und zum anderen ist die Gesamtzahl an Opfern beim Eingreifen des Westens es nicht Wert.
    Denn Putin wird nicht einfach zuschauen, sondern den roten Knopf drücken. Wenn wir so handeln würden wie er, dann hätte es das Inferno schon bei der Besetzung der Krim gegeben.
    Es mag sein, dass es weh tut, aber Millionen von Menschenleben wirft man nicht einfach weg.

  8. #8 | Bülent Zünbüldere sagt am 2. März 2022 um 17:09 Uhr

    Ohne Uncle Sam kann Europa gar nichts machen.Die 16 Jahre Merkel waren verlorene Zeit für Europa.Der Aufbau einer EU Armee die sich gegen alle,auch atomare Bedrohungen hätte zur Wehr setzen können gibt es nicht.Verhindert vor allem wegen Merkel.Jetzt sind wir ohne Uncle Sam völlig wehrlos.

  9. #9 | Emscher-Lippizianer sagt am 2. März 2022 um 18:41 Uhr

    @Bülent Zünbüldere
    #8

    Das war schon immer so, daß wir ohne Uncle Sam nichts hinbekommen haben. Was hat Europa in den 90ern gute Ratschläge in die Welt gegeben. Und als zwei Flugstunden von München der Genozid im ehemaligen Jugoslawien (von Russland angestachelt) losging, hätte man es ohne die Amerikaner nicht hinbekommen, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Und was hat man aus der Peinlichkeit gelernt? Wie immer nichts….

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