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Um Himmels willen: Der 37. Evangelische Kirchentag soll 2019 in Dortmund stattfinden

Margot_Kaessmann_2011

Margot Käßmann Foto: James Steakley Lizenz: CC BY 2.0

Dieser Stadt bleibt nichts erspart: Geht es nach dem Willen von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, wird der  37. Deutsche Evangelische Kirchentag 2019 in Dortmund stattfinden. Eine entsprechende Anfrage aus dem Jahr 2014 stieß bei OB Ullrich Sierau auf grundsätzliche Bereitschaft, teilte die Stadt mit.  Um Planungssicherheit auf beiden Seiten zu schaffen, liegt dem Rat für die Sitzung am 25. Juni nun eine Vorlage zur Entscheidung über das Angebot vor, den 37. Deutschen Evangelischen Kirchtag in Dortmund auszurichten. Bei einem positiven Entscheid durch den Rat wird die Verwaltung mit den Vorbereitungen zur Durchführung beginnen. 2,7 Millionen Euro wird die Veranstaltung die Stadt Dortmund kosten. Welche Schäden die Dortmunder durch die tagelange Beschallung mit modernen Kirchenliedern, Käßmannsche Predigten und den Anblick von Menschen in Sandalen mit Rucksäcken davon tragen werden, ist allerdings nicht abzusehen.

 

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20 Kommentare zu “Um Himmels willen: Der 37. Evangelische Kirchentag soll 2019 in Dortmund stattfinden

  • #1
    Thorsten Stumm

    Da kann die Käßmann nach sieben Tage lang trinken dann wie das Wasser sein…. 🙂

  • #2
  • #3
    Becca

    Mein Vorschlag:
    1. Der Kirchentagsschal sollte in diesem Fall in der Edition blau und weiß herausgebracht werden.
    2. Das Motto zum Kirchentag sollte sein: Gemeinsam ertragen lernen.

  • #4
    nussknacker56

    Ich habe gehört, es soll jede Menge anregende Workshops geben.
    Unter anderem: "Familienaufstellung mit Taliban und IS".

  • #5
    Gerd

    @nussknacker56

    Das wäre eine gute Fortsetzung des Stuttgarter KT, in dessen engen Umfeld es mehrere anti-israelische(=antijüdische) Workshops gegeben hat, ohne das die Evangelische Kirche das in irgend einer Weise kritisiert hätte.

    Die Deutschen Christen sind quicklebendig.

  • #6
    Murphy42

    Leider ist die Beschlussvorlage für den Rat am 25.06. nicht öffentlich zugänglich (Sitzungsunterlagen im Internet), sonst wäre klar, was genau beschlossen werden soll. Ich vermute aber mal die Evangelen sind geschickter wenn es darum geht ihre finanziellen Dinge zu Regeln und werden darauf drängen dass am 25.06. auch gleich die 2.7 Millionen kommunaler Zuschuss mit beschlossen werden. Das die ganzen Beseelten hier in Dortmund rumlaufen, läßt mich ziemlich kalt. es wird genug Gelegenheiten geben einen "Heidenspaß" zu haben. Den ich mir mit meinem Anteil an den 2.7 Millionen verdient habe.

  • #7
    Klaus Lohmann

    Das ist mit den erwarteten 250.000 Besuchern doch nur die Ersatzveranstaltung für den verpassten Pokalsieg-Corso.

  • #8
    wolfgang

    Wenn sich das nicht verhindern lässt, soll’s zumindest nichts kosten.

    http://www.11tes-gebot.de/

  • #9
    Arnold Voss

    nachwievor sind zwei drittel der deutschen bevölkerung nicht nur religiös sondern auch kirchlich gebunden. welcher politiker wird sich mit dieser mehrheit anlegen, wenn er wieder gewählt werden will. die promis unter ihnen sind obendrein selbst auf der kirchentagsbühne. also vergesst das mit dem selbst bezahlen. obwohl es die kirche eigentlich könnte. auch die diener gottes haben nichts gegen staatliche sondersubventionen. erst recht nicht , wenn sie von den konfessionslosen mitbezahlt werden müssen. sie sehen das vielmehr als eine gerechte strafe für die kirchenverweigerer. wo kämen wir denn hin, wenn der glaube privatsache wird, leute?

  • #10
    thomas weigle

    @ Murphy42 Obacht!!! Singende und frömmelnde Betbrüder und -Schwestern können einem jeden Spaß verderben und sei er noch so heidnisch.

  • #11
    Nina Lehmann

    Ich freue mich für die Gastronomen und Hotellerie, wenn der Kirchentag kommt, sehe aber auch die Verantwortlichkeit der Finanzierung bei der Kirche. 11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst zahlen.
    Wenn ich mich an die Diskussion 2013 erinnere, als die Schließung des Café Berta drohte, weil eine Förderung auslief und die Stadt sage und schreibe 159.000 € selbst aufbringen müsse… Uff! Wie soll man das auch stemmen?
    Nach kurzer Diskussion entschied man sich mit einer Enthaltung (unsere Freunde der SPD enthielten sich) für die Weiterführung des Cafés.
    Nun gedenkt die Stadt 2,7 Millionen € für den Kirchentag zu zahlen. Und das Land schiebt auch mal eben läppische 5,2 Milionen € rüber.

  • #12
    Wolfram Obermanns

    Es ist noch viel schlimmer Arnold:
    Nicht nur das die Kirchen mehr Mitglieder haben als der Bundestag Wähler, sie stellen auch noch überproportional viele ehrenamtlich engagierte Bürger. Da kommt kein Politiker (aber auch kein politisch denkender Mensch) der ganz bei Trost ist dran vorbei.

  • #13
    Arnold Voss

    @ nina lehmann

    ihre worte in gottes ohr, nina. er oder sie oder was auch immer hat meines wissens bislang keine direkten subventionen erhalten, geschweige sie gefordert. 🙂

  • #14
    Arnold Voss

    @ wolfram # 12
    nein, vorbei kommt man daran nicht. aber man muss deswegen kirchentage nicht gut finden. aber selbst wenn man sie gut finden würde, stellt sich jedem, der noch bei trost ist, die folgende frage: wenn es – wie du richtig schreibst – so irre viele sind, warum zahlen die dann ihre selbstversicherungs-show nicht auch selbst? warum lassen sie die minderheit, die solche religiösen riesenpartys nicht feiert, für sie mitbezahlen? 🙂

  • #15
    Wolfram Obermanns

    #14 Weils von öffentlichem Interesse ist.
    Genauso wie das bei anderen entsprechenden sportlichen oder kulturellen Ereignissen der Fall ist, ist diese Veranstaltung außerdem zutiefst politisch. Also ist Politik natürlich hier sogar gerne dabei.
    Immerhin wird diese Party auch einen deutlich geringeren Betreuungschlüssel pro Kopf erfordern als die Fete bei Elmenau (ein Betreuungschlüssel von dem Kitagruppen nur träumen können). Aber ich glaube nicht, daß das Dich irgendwie trösten kann.

    "Gut finden" ist so eine Formulierung, die man vielleicht enger fassen sollte. Niemand erwartet begeisterte Zustimmung von kirchenfernen Leuten, aber es in einer pluralen Demokratie gut finden, daß auch "Die Anderen" ihre Plattform haben, kann man (=Demokrat) m. E. können.

    And now something complitly differet:
    Bis 2019 sollte Dortmund dann aber sein Naziproblem etwas besser geregelt bekommen als bisher, sonst wird das mit dem wohl erwarteten positiven Imageeffekt nix, wenn braune Schläger auf Kirchentagsbesucher losgehen.

  • #16
  • #17
    Murphy42

    #15 Ich glaube hier bringen Sie gerade ein paar Sachen durcheinander. Mit Sicherheit gibt es ein öffentliches Interesse, ehrenamtliches Engagement zu fördern. Allerdings ist dies keine 5 Tages Veranstaltung um ehrenamtliches Engagement zu feiern, sondern eine kirchliche Veranstaltung. Gerade die evangelische Kirche bietet ja so ziemlich jeder evangelikalen Sekte Unterschlupf. Die im übrigen wenig mit Demokratie zu tun haben. Entscheidend ist aber nicht das "öffentlich Interesse", sondern die Tatsache, dass die evangelische Kirche genug Geld hat, ihren Kirchentag selbst zu bezahlen. Es sind die Brüder und Schwestern im Glauben, die die Nachrangigkeit staatlicher Leistungen (Subsidarität) als Morallehre erfunden haben. Daran sollten sie sich auch halten. Im übrigen ist es ziemlich frech auf die "Anderen" zu verweisen, die eine Plattform hätten. Welche Plattform und wo? Ich wüßte nicht das der Welthumanistentag oder Veranstaltungen anderer Weltanschauungsgemeinschaften gefördert werden. Und den Kirchentag mit sportlichen Großereignissen zu vergleichen – naja wenn Kirche und Religion das Niveau erreicht haben, sind sie überflüssig.

  • #18
    Wolfram Obermanns

    #17 Nö.
    Genug Geld haben auch andere Veranstalter, die gefördert werden. Gerade in Dortmund wird sogar eine AG aus der Unterhaltungsindustrie ganz maßgeblich permanent mit sehr umfangreichen Sachleistungen unterstützt, weil man sich davon u. a. einen soziokulturellen Mehrwert verspricht.

    Das die "Anderen" auf die Sie abheben nach 100 Jahren Trennung von Kirche und Staat im Gegensatz zu den zugereisten Muslimunderdogs nix auf die Kette kriegen ist eine Frage, die sich Humanisten m. E. so langsam mal selbst beantworten müßten. Entscheidend für die Politik ist die gesellschaftliche Relevanz, die ihr ein Engagement opportun, wenn nicht geboten erscheinen läßt. Eine Relevanz die ich persönlich gerne auch bei, für und von Humanisten erleben würde. Ehrlich gesagt fürchte ich aber, daß vorher in allen deutschen Großstädten der Gesang eines Muezzin zu hören sein wird und sich nicht mal irgendwer dran stört.
    Ich sehe nirgendwo ein humanistisches Angebot, daß auch nur annähernd das eher ganz schön geringe organisatorische Niveau der muslimischen Community in absehbarer Zeit erreichen könnte. Dies ist ein Umstand, den ich wirklich bedauere.

    Was Charakter und Wirkung eines Kirchentags betrifft, so leben sie in einer anderen Realität als ich.

  • #19
    keineEigenverantwortung

    Es wird Berichte geben.
    Es wird viele Gäste geben, die Geld ausgeben.

    Das sind Bereiche, wo die Städte auch investieren. Der Support für andere Großereignisse ist ja auch da. Veranstaltungen machen auch den Wert einer Stadt aus.

    Es wird wohl so sein, dass die Veranstalter solcher Großereignisse immer Unterstützung aushandeln können.

  • #20
    Arnold Voss

    Ja, das ist so und wird auch so bleiben. Ich habe nichts gegen Kirchentage. Alle sollen ihre Tage haben und feiern. Aber sie sollen die, die damit nichts am Hut haben, auch geldlich in Frieden lassen. So was kann man über den Eintritt erledigen. Der hin will, berappt, wer nicht hin will, berappt auch nix. Nennt man Verursacherregel. Fuer gesellschaftlich relevant halten sich naemlich alle. Wirklich relevant sind sie aber nur fuer die, die dafür auch eine geldliche Gegenleistung erbringen wollen.

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