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Kinderleid für Kinobetreiber „moralischer Druck“

Kinderleid. Impfgegnern und der Geschäftsführerin der Lichtburg Essen ist es egal. (Foto: Dave Haygrath/ Flickr)

Essen – Wie wir Ruhrbarone gestern berichteten, wird morgen in Essen der Impfgegnerfilm „Vaxxed“ samt anschließender Diskussion gezeigt – während gleichzeitig in Duisburg die Masern grassieren. Wir haben nachgefaßt: beim Kinobetreiber, beim Betreiber der Lichtburg Essen, beim teilnehmenden Amtsarzt der Stadt Essen, beim leitenden Arzt  der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Einer übernimmt Verantwortung, einer schweigt und das Kino wirft Impfbefürwortern „Dogmatismus“ vor.

Um es vorweg zu schicken: Impfen, und insbesondere auch das Masern-Impfen, verursacht keinen Autismus. Diese Behauptung von Andrew Wakefield, der nun mit seinem Impftrollfilm „Vaxxed“ auf Deutschland-Tour ist, ist definitiv falsch. Sie ist in Dutzenden Studien seit einer entsprechenden Publikation von Wakefield im Jahr 1998 überprüft worden. Das veröffentlichende Journal The Lancet hatte den Artikel dann auch 2010 zurückgezogen, Wakefields Ergebnisse werden als gefälscht betrachtet. Wakefield, bis dahin Mediziner, wurde im Vereinigten Königreich mit Berufsverbot belegt.

Das sind die Fakten. Egal, was Wakefield oder sein Film „Vaxxed“ behaupten. Sie sind nachlesbar. In verschiedensten Formen.

Für die Lichtburg Essen, wo der Film am Mittwoch abend gezeigt wird, kommt Geschäftsführerin Marianne Menze unterdes zu einer anderen Einschätzung:

Da ich Dr. Wakefield nicht persönlich kenne, kann ich z.Zt. noch nicht sagen, wie ich zu ihm stehe. Zu der von Ihnen angeführten These [gemeint ist Wakefields These von der Verursachung Autismus‘ durch Imfung] kann ich sagen, mich hat im Film ein Originalausschnitt überrascht, in dem er sich bei einer Anhörung klar für eine Masernimpfung ausspricht, mit der Bitte, auf Dreifachimpfungen so lange zu verzichten, bis ein Verdacht auf einen Zusammenhang zu Autismus entkräftet ist, er betont jedoch die Wichtigkeit der Masernimpfung. Das klang ganz anders als die verbreitete Bezeichnung „Impfgegner“.

Darüber hinaus stellt Menzen, angesprochen auf die generelle Frage nach der Sinnhaftigkeit von Impfungen für Kinder fest:

Ich distanziere mich sowohl vom Dogmatismus der Gegner wie auch von dem der Befürworter, nicht weil ich mich entziehe, sondern schlicht, weil ich mich, selbst nach ausgiebiger Auseinandersetzung mit der Thematik, nicht kompetent genug fühle. Deshalb freue ich mich auf die Podiumsgäste, von deren hoher fachlichen Kompetenz ich mir auch ganz persönlich Erhellendes erhoffe.

Es ist diese falsche Ausgewogenheit, die das Thema immer und immer wieder begleiten. Nochmal: die Studienlage ist eindeutig, auch was die Wirksam- und Sinnhaftigkeit von Impfungen für Kinder angeht. Natürlich wird es immer abwegige Meinungen zu Wissenschaftsthemen geben. Es gibt Menschen, die behaupten, einen Automotor einfach mit Wasser betreiben zu können, ohne dass sich deswegen darüber eine Debatte entspannen muss. Man sieht, was funktioniert. Beim Impfen ist es eigentlich genau so, und man könnte über Personen wie Wakefield oder Menze einfach lächeln, wenn, ja, wenn es nicht zum einen um den Schutz unmündiger Kinder und solcher Personen ginge, die aus medizinischen Gründen nicht impfen dürfen. Gerade letztere sind auf den sog. „Herdenschutz“, die Durchimpfung der Impffähigen angewiesen.

Das sollten die anderen beiden Diskussionsteilnehmer, neben dem berufskastrierten Wakefield, genau wissen: Dr. Rainer Kundt ist Leitender Arzt des Gesundheitsamtes der Stadt Essen, Prof. Dr. med. Alfred Längler ist Leitender Arzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.

Und zumindest bei Dr. Kundt ist dieses Wissen und verantwortliches Handeln vorhanden.
Auf Nachfrage erklärt er:

Das Gesundheitsamt der Stadt Essen befürwortet Impfungen. Da eine Impfpflicht allerdings schwierig durchzusetzen sein wird (weil schwer zu kontrollieren und sanktionieren), setzt das Gesundheitsamt auf eine gute Aufklärung und Information der Eltern. Eltern müssen beispielsweise auch wissen, dass Kinder im Falle eines Krankheitsausbruchs in Kita, Kindergarten oder Schule diese eben auch nicht besuchen dürfen.

Und Dr. Kundt und die Stadt Essen werden noch deutlich, wenn gefragt wird, was Kundt  als Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Essen, Eltern ungeimpfter Kinder in Duisburg/ Essen vor dem Hintergrund eines aktuellen Masernausbruchs rät:

  1. sich informieren, 2. impfen lassen.

Man würde sich eben solche Worte natürlich auch vom Leitenden Arzt einer Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Längler wünschen und erwarten. Allerdings läßt seine Mitgliedschaft im Vorstand des Dachverbandes Anthroposophische Medizin (DAMID) etwas anderes erwarten. Anthroposophie ist der Wassermotor der Medizin, das uneingelöste Versprechen von Sanftheit, aufgebaut auf einem wirren Mix von Rassentheorien und Esogeschwurbel, Scientology-Sci-Fi im ökogrünen Wohlfühlgewand. Man könnte auch andere Vergleiche ziehen, wenn man davon liest dass Dr. Längler wissenschaftlich zur „Kinderonkologie mit Schwerpunkt komplementäre und alternative Therapien“ arbeitet. Aber darauf sei hier verzichtet.

In jedem Fall wurden sowohl an Dr. Längler selbst, wie an das Gemeinschaftskrankenhaus Witten/ Herdecke, an dem Dr. Längler seiner Ideologie nachgehen darf, separate Anfragen geschickt. Das Schweigen blieb. Umso überraschender würde es dann wohl auch sein, wenn Dr. Längler morgen in Essen nicht nur seine Stimme wieder fünde, sondern auch seine Liebe zur Wissenschaft, und somit für Impfungen, entdecken würde.

Es bleibt nur zu hoffen, dass der Essener Gesundheitsamtsleiter Dr. Kundt morgen abend die Fackel des Wissens hoch halten kann!

Nun kann man natürlich zur Wissenschaft stehen, man kann Anteil am Leid erkrankter Kinder nehmen, die unter Krankheiten leiden, die längst ausgerottet sein könnten, wenn die Impfrate nur entsprechend hoch wäre.  Oder man kann zu der Conclusio kommen, wie sie die Lichtburg-Chefin fomulierte:

Wissen Sie, was mich nach internen Diskussionen noch vor Sichtung des Films noch dazu bewogen hat, den Film zu zeigen? Es war der mehr oder weniger subtile Versuch, uns mit moralischem Druck (ihr seid Schuld, wenn Kinder sterben…) und versteckten Drohungen genau davon abzuhalten. Ich bin traurig darüber, dass das bei so vielen meiner Kollegen gelungen ist. Gerade in einer Zeit der „Fake News“ und der immer größer werdenden Unfähigkeit, eine Debatten- und Diskussionskultur zu leben, ist es gefährlich, dem nachzugeben. Wir sollten genau hinschauen, wodurch die Entwicklung zu türkischen Verhältnissen begünstigt wird.

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14 Kommentare zu “Kinderleid für Kinobetreiber „moralischer Druck“

  • #1
    Carlotta Aust-Haubold

    Es fehlen zwei Punkte:
    1. WARUM wakefield sich eigentlich für die Masern Impfung ausgesprochen hat: weil er nie impfgegner war, sondern Konkurrent. Er wollte die mmr diskreditieren, um die von ihm entwickelte Masern Impfung besser verkaufen zu können.
    Ob dieses Wissen die Dame überzeugen würde?
    2. Dass damals behauptet wurde, Autismus würde vom thiomersal in der mmr ausgelöst.
    Thiomersal wurde dann entfernt. Wenn es je ein Problem gegeben hätte, wäre es seit Ewigkeiten gelöst. .

  • #2
    Danny

    Auf Besucherbeiträge im Vorhinein auf FB zu dem Thema wurde nicht reagiert, dann echauffiert man sich über die Kommentare zum Filmbeitrag, es war auch nirgends im Vorhinein genau ersichtlich, dass zur Vorführung Gegengewicht vorhanden sein wird.

    #neuland für die Chefin und Zeitungen bieten ihr dann auch noch teils unkommentiert/-reflektiert Platz zum Vebreiten ihrer "Wir können da doch gar nix für"-Attitüde.

    Das ist nur noch eine Farce.

  • #3
    Marcus

    Mir geht der Dogmatismus der Kugelerdler, Heliozentriker, Gravitationstheoretiker und Darwinisten auch auf den Zeiger! Wann wird auch endlich dazu ein offener Dialog möglich sein?

  • #4
    Fnord

    Die Fakten über Wakefields Karriere und dessen Ende werden VTler leider nicht als Fakten akzeptieren sondern als eine Aktion von DEM SYSTEM™, einen "Überbringer unbequemer Wahrheiten mundtot zu machen".
    Das perverse an einer "gut gemachten" VT ist ja vor allem das Element, deren Anhänger gegen jegliche Form evidenzbasierter Aufklärung abzukapseln.
    Was ich mich frage: Wie schafft es eine VT, die Leute aufzufordern, alles zu hinterfragen und kritisch zu sehen, niemals jedoch die eigene VT? Müsste da nicht das "Logikmodul" in unserem Gehirn ein Paradoxon erkennen? Es scheint ja viel einfacher zu sein, in eine VT reinzugeraten als wieder davon loszukommen.
    Es ist glaube ich dringend nötig, in der Schule frühzeitig logisches Denken und "Faktenkompetenz" zu lehren, und zwar nicht abstrakt im Matheunterricht, sondern an ganz praktischen Beispielen. Am Besten zunächst durch basteln einer eigenen, maximal abstrusen VT (Mond ist aus Käse, Bielefeld oder besser $heimatstadt existiert gar nicht)… mit der ganzen Klasse und daran zeigen, wie VTs und Fakenews funktionieren und dann bekannte VTs/Meldungen auf diese Merkmale abklopen.
    Wichtig wäre auch ein Training im Umgang mit VTlern, vl. ein Cheat-Sheet zur schnellen Erkennung deren Argumentationsstrukturen und wie man sich dagegen wehrt.
    Damit wären zumindest künftige Generationen besser gegen VTs mit verführerisch einfachem Weltbild gewappnet.

  • #5
    Udo Endruscheit

    Herr Dr. Kundt, ich glaube, Sie werden der Sache den besten Dienst erweisen, wenn sie sich nicht noch selbst den Löwen zum Fraß vorwerfen und der Veranstaltung fernbleiben. Die Äußerungen von Frau Menze lassen mich derart fassungslos zurück, dass mir dazu wirklich die Worte fehlen – und das will schon was heißen. Weltweit wehrt man sich gegen Wakefield und sein übles Machwerk. Ausgerechnet Essen mit seinem renommierten Filmtheater macht sich zum Werkzeug dieses verurteilten Betrügers. Selbst die EU-Parlamentarier haben sich im Februar gegen eine Vorführung des Films und gegen eine Pressekonferenz Wakefields beim Parlament in Brüssel verwahrt und dafür gesorgt, dass er auf eine private Location ausweichen musste. In Großbritannien hat sich kein einziges Kino gefunden, das bereit war, den Film zu zeigen. Wakefield wich dort auf eine "konspirative Veranstaltung" aus, was seinen Helfershelfen die fristlose Kündigung von Verträgen eingebracht hat. Alle wussten warum. Aber Essen, mit dem renommierten Kinoverbund der Essener Filmtheater, ist noch stolz darauf, sich die Ehre zu geben. Könnte es sein, dass der von Frau Menze beklagte moralische Druck in der Sache völlig gerechtfertigt war – es sich mithin vielleicht nicht um "moralischen Druck", sondern um ein Sachargument handelte? Könnte es sein, dass das Zeigen des Films, noch garniert mit solchen Äußerungen wie die von Frau Menze, objektiv verantwortungslos ist? Könnte es sein, dass das Zeigen des Films ein Schlag ins Gesicht der Autismuskranken und ihrer Eltern ist, denen mehr oder weniger eigene "Schuld" an der Erkrankung zugeschoben wird? Könnte es zudem auch sein, dass die Unfähigkeit, zwischen Fakten und Propaganda unterscheiden zu können, keine Frage von Bildung ist?
    Vor einigen Tagen schrieb der britische "Independent":

    „Sick and dead children are your legacy Andrew Wakefield.“

    Dem füge ich nun nichts mehr hinzu.

    PS Das Bundesgesundheitsministerium hat sich -endlich- heute klar und deutlich zum Thema positioniert:
    https://www.facebook.com/bmg.bund/photos/a.330642667098918.1073741828.323245001172018/776688365827677/?type=3&hc_location=ufi
    Es ist zum Verzweifeln.

  • #6
    Peter Ofenbäck

    Ein Problem ist, dass diejenigen, die immer nach Ausgewogenheit rufen, gewisse Grundprinzipien, insbesondere, wie Wissenschaft funktioniert, nicht kennen. Sonst würden sie Scharlatanen nicht den gleichen Raum gewähren wie seriösen Wissenschaftlern. Die einfachen Prinzipien der Wissenschaftlichkeit, die man kennen sollte, werden leider an der Schule nicht gelehrt. Soweit zu Frau Menze.
    Viel schwerwiegender ist aber, dass Menschen, die überhaupt nicht in der Lage sind, Behauptungen zu prüfen und zu bewerten, sich selbst, ihren Kindern und ihrem ganzen Umfeld potenziell massiven Schaden zufügen. Das sollte sich die vernünftige Mehrheit im Lande nicht gefallen lassen.

  • #7
    Hanno Barka

    Wenn jemand behauptet, der Konsum von Sachertorte würde bei Jugendlichen Homosexualität verursachen, muß ich diesem Standpunkt keinen Diskussionsraum einräumen.

  • #8
  • #9
    Jo

    Das Problem ist, dass Medizin oft eben genau nicht wissenschaftlich ist.

    Wirkmechanismen sind häufig nicht bekannt und werden gerne als These in den Raum gestellt und werden auf ewig als Tatsache beibehalten. Insofern sollte man, was medizinische Studien angeht immer sehr kritisch sein. Zumal hinter diesen oft Interessen stehen, das liegt in der Natur der Sache. Wer einen Wirkstoff entwickelt möchte diesen auch verkaufen. Und gerade in Zeiten von ständigen Kürzungen der öffentlichen Gelder in der Wissenschaft und Medizin, wird diese Seite immer stärker.

    Leider hat mich selbst meine eigene Haltung: "die Wissenschaft hat immer Recht", fast 10 Jahre meines Lebens gekostet und die gesundheitlichen Folgen sind noch immer nicht absehbar.

    Glücklicherweise gibt es wenige Ärzte, die die diese Allgläubigkeit an wissenschaftliche Ergebnisse in der Medizin auch in Zweifel ziehen, wenn sie sehen das Symptome, aber auch erfolgreiche Behandlungen (entgegen der Aussagen von Studien), etwas anderes als die vermeintlich wissenschaftlichen Studien zeigen.

    Das Problem ist ähnlich wie die der soziologischen Studien, durch die Art der Fragestellung oder der Rahmenbedingungen kann schon soviel beeinflusst werden, dass die Ergebnisse eigentlich nicht mehr brauchbar sind, aber für die Öffentlichkeit plausibeln erscheinen. Und wenn dann noch im Hintergrund eine Milliardenindustrie steht, die mit Hilfe solcher Studien Geld verdient, kann ich verstehen, wenn es Menschen gibt die Zweifel haben.

    Da Masern nicht eine todbringende Seuche ist, finde ich diese Kampagne gegenüber Skeptikern überzogen und lediglich der Versuch einerseits sich selbst moralisch als die bessere Seite darzustellen ("die armen Kinder") und anderseits muss man sich dann fragen, wer verdient an diesen Impfpräparat, falls dies zu einer Pflicht werden würde? Macht man sich dadurch zu einem Teil einer Lobby?

    Ich bin durchaus auch der Meinung, dass z.b. Homöophatische Mittel nicht in der Apotheke verkauft werden dürfen, da keinerlei Wirksamkeit bewiesen ist und sie keine Wirkmittel enthalten, sollten sie dort stehen wo sie hingehören, in den Supermarkt. Aber nach meiner persönlichen Erfahrung mit Ärzten die Glauben Medizin wäre Wissenschaft und der alleinigen Diagnositik mit Hilfe von Labor und Apparate, bin ich froh, dass es auch Forscher gibt die über das hinaus gehen und medizinische Erkenntnisse in Frage stellen und damit Forschungen ermöglichen die evtl. hilft Krankheitsursachen und -behandlungen neu zu definieren.

    Und halte diese einseitig geführte Debatte – wonach alles was die Medizin sagt als die Wahrheit behandelt – für den falschen Weg. Meines erachtens wird das in der Summe eher zu mehr Leid führen, da viele Menschen keine Behandlung mehr bekommen, wenn diese nicht im Rahmen der Wissenschaft geklärt wird. Und wer sich einmal im Umfeld von Selbsthilfe- und Betroffenenorganisationen bewegt, wird schnell merken, dass das auch heute schon nicht Wenige sind.

    Aber gut, ich bin Jahrgang 65 und hatte als Kind Masern/Mumps und bin erst krank geworden, nachdem ich mich mit Mitte 30 Impfen gegen FSME lassen habe (Ich bin kein Impfgegner). Einen zusammenhang wird sich aber nie beweisen lassen und es besteht auch nicht das geringste Interesse es zu tun, da es kaum Studien gibt die geimpfte/ungeimpfte über Jahre gesundheitlich beobachten und einen zusammnehnag herstellen.

    So bleibt auf der einen Seite viel Platz für übertriebene Bevormundung bei gleichzeitigen leicht verdienten Profite der Pharmahersteller und auf der anderen übertriebene Zweifel. In einer freien Gesellschaft sollten auch Zweifler Platz haben.

  • #10
    Udo Endruscheit

    Wer sich von diesem Bericht, den Kommentaren und den Hintergründen bewerben lässt, den Film zu besuchen, der ekelt sich vor nichts mehr. Wobei ich für Informationsbedürfnis natürlich jederzeit Verständnis habe, aber nicht für die Unterstützung der Plattform, die Wakefield hier eingeräumt wird.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#9 "…wonach alles was die Medizin sagt als die Wahrheit behandelt" – Nein, genau das ist eben ein naiver oder absichtlicher Denkfehler. Medizin als wissenschaftliche Disziplin lässt sich empirisch – und dies eben genauso wissenschaftlich – belegen, sowohl in ihren Erfolgen als auch in ihren Misserfolgen. Geschäftemachende Globuliten wehren sich gegen eine derartige Transparenz, damit sie nicht auffliegen. Wakefield *ist* aber aufgeflogen.

  • #12
    Wolfram Obermanns

    #11 Klaus Lohmann
    Es hat schon seinen Grund warum es extra eine evidenzbasierte Medizin gibt, die im Alltag einen gar nicht so guten Stand hat, wie man sich das vielleicht wünschen würde.

    Wäre die Stiko ein Gericht und die dort sitzenden Experten die Richter, wären die samt und sonders als befangen abzulehnen. Das schlug sich seinerzeit sichtbar bei der Vogelgrippe nieder und zeigt sich fast alljährlich bei der fragwürdigen Bewerbung der Grippeimpfung.

    Bevor Mißverständnisse aufkommen: Wakefield ist ein verlogener Betrüger.

  • #13
    bernard

    jetzt mal unabhängig von einer potentiellen Korrelation zwisschen MMR-Impfungen und Autismus-
    schaut euch mal Graphen über die Entwicklung von Autismus über die letzten Jahrzehnte an-
    die Daten sind nicht postfaktisch oder sonstwas, sondern offizielle DATEN…
    die Zahlen sind erschreckend, und das ist noch untertrieben…
    wenn es so weitergeht, werden in 2 Jahrzehnten die Hälfte aller Kinder Autisten sein…
    Daher ist eine Suche nach Causalitäten absolut zwingend, und ein Infragestellen von MMR-Impfungen absolut gerechtfertigt, wenn nicht sogar verpfichtend!
    tach.

  • #14
    Klaus Lohmann

    "schaut euch mal Graphen über die Entwicklung von Autismus über die letzten Jahrzehnte an" – ja bitte, gerne. Welche?? Dass es außer verbesserter Diagnostik keine Anzeichen für enorme Steigerungsraten in den letzten Jahrzehnten gibt, wissen Sie wohl selbst, oder?

    http://autismus-kultur.de/autismus/autipedia/praevalenz-haeufigkeit.html
    "Ist die Häufigkeit von Autismus gestiegen? Nein."

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