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Was ist im Sauerland los? Wieder Störfall in der Ruhr

Minister mit Kuh / Foto: MUNLV

Irgendwie muss ich des öfteren über die Wasserversorgung in NRW schreiben. Die Verhältnisse gerade im Einzugsgebiet der Ruhr, aus der wir hier im Revier mit Wasser versorgt werden, erscheinen mir teilweise katastrophal. Dabei geht es um Einleitungen in den Fluss. Der Ruhrverband wird nicht zu einer Ertüchtigung seiner Klärwerke gezwungen, obwohl dort PFT und andere Gifte durch die Anlagen in den Fluss gepumpt werden. Und auf die Felder kann offenbar jeder Dreck kommen. Selbst bei guter Aufbereitung kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier und da eine Chemikalie in meinen Kaffeebecher oder in meine Suppe kommt.

Es wird einfach nicht ruhig um das Wasser in NRW. Innerhalb von nur wenigen Wochen kam es erneut zu einem Störfall im Einzugsgebiet an der Ruhr. Der Fluss ist das wichtigste Trinkwasser-Reservoir in NRW. Auch über den neuen Fall hat das Umweltministerium zunächst nicht die Öffentlichkeit informiert. Lediglich versteckt auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der Zwischenfall erwähnt.

Dabei sind die Hintergründe der beiden Fälle durchaus berichtenswert. Die Spuren der Verschmutzung führen jeweils zu Unternehmen der Lobbe-Gruppe aus Iserlohn. In beiden Störungen liegt die Ursache im schadhaften Umgang mit Abfällen. Die Lobbe-Gruppe ist eines der größten Müllunternehmen in NRW. Die Firma handelt und entsorgt grenzüberschreitend Müll aus allen Branchen.

Auch im aktuellen Fall geht es um Abfall. Und zwar sind laut Lanuv 10 Kubikmeter Flüssigmüll aus verschiedenen Biogasanlagen unter anderem aus den Niederlanden aus einem Lagertank in einen Ruhrzufluss abgegangen. Der Bach schäumte über und verfärbte sich. Die Ursache des Störfalls konnte nach Auskunft des Umweltamtes bis jetzt nicht geklärt werden. Auch über die Schadstoffe, die in den Fluss gelangt sind, gibt es noch keine Aufklärung.

Minister mit Kuh / Foto: MUNLV

Irgendwie muss ich des öfteren über die Wasserversorgung in NRW schreiben. Die Verhältnisse gerade im Einzugsgebiet der Ruhr, aus der wir hier im Revier mit Wasser versorgt werden, erscheinen mir teilweise katastrophal. Dabei geht es um Einleitungen in den Fluss. Der Ruhrverband wird nicht zu einer Ertüchtigung seiner Klärwerke gezwungen, obwohl dort PFT und andere Gifte durch die Anlagen in den Fluss gepumpt werden. Und auf die Felder kann offenbar jeder Dreck kommen. Selbst bei guter Aufbereitung kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier und da eine Chemikalie in meinen Kaffeebecher oder in meine Suppe kommt.

Es wird einfach nicht ruhig um das Wasser in NRW. Innerhalb von nur wenigen Wochen kam es erneut zu einem Störfall im Einzugsgebiet an der Ruhr. Der Fluss ist das wichtigste Trinkwasser-Reservoir in NRW. Auch über den neuen Fall hat das Umweltministerium zunächst nicht die Öffentlichkeit informiert. Lediglich versteckt auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der Zwischenfall erwähnt.

Dabei sind die Hintergründe der beiden Fälle durchaus berichtenswert. Die Spuren der Verschmutzung führen jeweils zu Unternehmen der Lobbe-Gruppe aus Iserlohn. In beiden Störungen liegt die Ursache im schadhaften Umgang mit Abfällen. Die Lobbe-Gruppe ist eines der größten Müllunternehmen in NRW. Die Firma handelt und entsorgt grenzüberschreitend Müll aus allen Branchen.

Auch im aktuellen Fall geht es um Abfall. Und zwar sind laut Lanuv 10 Kubikmeter Flüssigmüll aus verschiedenen Biogasanlagen unter anderem aus den Niederlanden aus einem Lagertank in einen Ruhrzufluss abgegangen. Der Bach schäumte über und verfärbte sich. Die Ursache des Störfalls konnte nach Auskunft des Umweltamtes bis jetzt nicht geklärt werden. Auch über die Schadstoffe, die in den Fluss gelangt sind, gibt es noch keine Aufklärung. Bislang weiß das Amt lediglich, dass es sich vor allem um „Gärreste von Klauentier-Gülle“ aus einem holländischen Betrieb handelt. In dem Dreck wurden zudem erhöhte Werte des Tierarzneimittels Sulfadiazin in einer Konzentration von 0,27 Mikrogramm je Liter gemessen. Tests auf weitere Schadstoffe, wie PFT, laufen noch. Wie giftig die holländischen Abfälle im Wasser sind, kann deshalb noch niemand sagen.

Die Firma Lobbe hat sich bis jetzt nicht dazu geäußert, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte. Der Chef der Firma, Gustav Dieter Edelhoff, hat versprochen mich anzurufen, tat es aber bis jetzt nicht. (Update: Lobbe-Chef Gustav Dieter Edelhoff hat sich am Montag gemeldet. Er will mir die Sache bei einem persönlichen Gespräch direkt nach Ostern erklären. Ich schreibe dann mehr.)

Dem LANUV gegenüber hat er bereits versucht, den Störfall mit dem Flüssigmüll aus Holland zu erklären. Das NRW-Umweltministerium unter Minister Eckhard Uhlenberg (CDU) wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern und verwies auf das Landesumweltamt.

Zuvor sind Ende Februar aus Stapeltanks der Firma Lobbe mit Flüssigabfällen bis zu vier Tonnen Sulfolan in die Ruhr gelangt. Der Stoff ist direkt ins Trinkwasser der Wasserversorger durchgestoßen, selbst moderne Filter konnten die Chemikalie nicht zurückhalten. In Essen-Horst, in Hengstey und Mülheim wurden im Trinkwasser Werte von bis zu 21 Mikrogramm je Liter gemessen. Die Menschen haben den Stoff getrunken. Eine Bewertung der Chemikalie durch die Trinkwasserkomission des Bundes gibt es nicht. Die NRW-Umweltbehörden geben einen Grenzwert von 34 Mikrogramm pro Liter als unbedenklich an.

Gerade bei den Wasserversorgern im Ruhrgebiet sorgt die erneute Verschmutzung des Flusses für Ärger. Im aktuellen Fall hat die Firma Lobbe den Abfall aus Holland zu Versuchszwecken als Dünger auf Felder gekippt. Das pikante dabei: Die Felder lagen in einem Wasserschutzgebiet. Die Behörden teilten auf Anfrage mit, dass keine Genehmigung für die Düngeversuche mit holländischem Dreck notwendig war. Zur Erinnerung: Im PFT-Fall lies sich ein Teil der Verseuchung der Ruhr darauf zurückführen, dass holländischer Abfall als Biodünger getarnt verklappt wurde.

Die Frage die ich mir stelle heißt: Was zur Hölle wird da eigentlich alles auf die Felder im Sauerland als Dünger verklappt? Warum wird das Zeug aus Holland herangeschafft? Haben die da keine eigenen Felder?

Der Vorstandschef der Gelsenwasser AG, Manfred Scholle, forderte NRW-Uweltminister Uhlenberg auf, endlich ein Schadstoffkataster vorzulegen, damit die Wasserversorger nicht immer wieder von neuen Giften in der Ruhr überrascht werden. Zuvor hatte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr, Hansjörg Sander, das Kataster gefordert: „Wir müssen wissen, was ins Wasser gelangt, damit wir uns auf Probleme vorbereiten können.“ Uhlenberg verspricht dieses Kataster seit knapp einem Jahr. Passiert ist wenig. Trotzdem will er von der Kritik nichts wissen. Im Umweltausschuss des Landtages forderte er von der Wasserwirtschaft öffentlich eine Entschuldigung für die Forderung nach Aktionen.

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3 Kommentare zu “Was ist im Sauerland los? Wieder Störfall in der Ruhr

  • #1
    zoom

    @David:
    „Lediglich versteckt auf der Internetseite des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der Zwischenfall erwähnt.“

    Hast du den Link? Ich habe auf der Seite gesucht und nichts gefunden 🙁
    Gruß
    Hannes

  • #2
    David Schraven Beitragsautor

    Ist echt versteckt.

    Du musst unter „Umweltereignisse“

    dann unter „Sonstige Umweltereignisse“

    nachsehen.

    Lustig, dass die „Umweltereignisse“ in der URL „Umweltschadensfälle“ heißen oder „Störfälle“. Das passt zur Strategie des MUNLV Risiken in der Umwelt zu verniedlichen.

    Neusprech quasi. Alles positiv sehen oder so. In NRW gibt es keine Umweltstörfälle mehr, nur noch sonstige Umweltereignisse. Lediglich die URL lügt noch nicht.

    Hier der Link

    http://www.lanuv.nrw.de/umwelt/stoerfaelle/andere.htm

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