
In Berlin sollte an einer evangelischen Kirche Weihnachten „dekolonialisiert“ werden – unter Beteiligung muslimischer Aktivisten. Vorläufiger Höhepunkt einer langen Entwicklung, christliche Feste und Traditionen zu entleeren und der Islamisierung der Gesellschaft Vorschub zu leisten.
An den endemischen Wahnsinn, nicht nur, aber besonders in linken Kreisen, hat man sich ja längst gewöhnt. Verfolgt man die, nun ja, geistigen Hervorbringungen von Verfechtern des Postkolonialismus oder der sogenannten Genderstudies, wird man mit ideologischen Fragmenten zugeballert, die man selbst bei größter Anstrengung kaum verstehen kann. Die jeweils „Sprechenden“ wohl meist auch nicht. Als ich nun aber las, das Berliner Forum der Religionen lade zu einer Weihnachtsführung an der Friedenskirche Charlottenburg unter dem Titel „Decolonizing Christmas“, fragte ich mich, wie andere kritische Geister, was bitteschön an der Erinnerung an die Geburt eines jüdischen Kindes namens Jesus vor über 2000 Jahren, dem Anfang des Christentums, rassistisch, gar kolonialistisch sein soll?
Sicherlich kann man immer wieder darüber reden und nachdenken, was an dem jährlichen Weihnachtsrummel noch mit der eigentlichen Bedeutung dieses christlichen Festes zu tun hat in einer weitgehend säkularisierten, entchristlichten Gesellschaft. Das ist jedoch nichts Neues. Sprechen könnte man auch darüber, dass die Geschichte der Geburt von Jesus von Nazareth schon von den Autoren des Neuen Testaments mit viel theologischem Ballast aufgeladen und später in der volkstümlichen Überlieferung, Kunst und dem christlichen Liedgut entfremdet wurde, wo zum Beispiel aus dem jüdischen, dunkelhäutigen Baby ein „blonder Knabe mit lockigem Haar“ wurde.
Das hat in der Tat mit Rassismus zu tun, aber nicht mit dem, den die Veranstalter in Berlin offenkundig im Sinn hatten: dem Antijudaismus, der dem Christentum als ursprünglich jüdischer Sekte von Anfang an eingeschrieben ist – Ursprung des Antisemitismus, der seit dem 7. Oktober 2023 wieder in schrecklichster Weise grassiert, auch und besonders unter Linken. Und ganz besonders unter Muslimen, deren Islam in noch stärkerem Maße auf Judenhass und der Ablehnung und Bekämpfung aller anderen Religionen beruht.
Islamischer Kolonialismus
Und natürlich hat Weihnachten auch mit Kolonialismus zu tun – aber auch das wiederum in einem ganz anderen als dem gemeinten, auch vielen der verbliebenen Christen kaum mehr bewussten Sinne. Obwohl daran in der Weihnachtsgeschichte gleich zu Beginn erinnert wird: Judäa, Galiläa und Samaria, die Heimat der Juden, waren damals von den römischen Kolonialisten besetzt, wie große Teile der seinerzeit den Europäern bekannten Welt, einschließlich Germanien. Und sind heute zum Teil von arabischen Muslimen besetzt, deren Vorfahren sechs Jahrhunderte später als Eroberer und Kolonialisten kamen. So wie das jüdische Volk vorher schon von anderen Mächten versklavt und vertrieben worden war: den Babyloniern, den alten Ägyptern und weiteren.

Die Juden warteten deshalb auf den Messias, der sie als weltlicher und religiöser Herrscher von der Fremdherrschaft befreien sollte. Gläubige, orthodoxe Juden tun das bis heute. Diejenigen jedoch, die sich später Christen nannten, die Anhänger des Nazareners, sahen und sehen in Jesus Gottes Sohn, der die Welt befreit hat – von Sünde, Ungerechtigkeit und Unterdrückung; der Liebe bringt und Frieden. In einem, jedenfalls für aufgeklärte Christen, religiösen, nicht primär politischen Sinn.
Mit Diskriminierung von Muslimen kann das schon deshalb nichts zu tun haben, weil es den Islam vor 2000 Jahren überhaupt noch nicht gab. Und natürlich war Jesus auch kein „palästinensisches“ Kind, weil die Römer das Land der Juden und umliegende Gebiete erst später in „Palästina“ umbenannten, nachdem sie ihren Zweiten Tempel in Jerusalem zerstört hatten, um das Judentum auch kulturell und historisch auszulöschen. Was ihnen zum Glück nicht gelungen ist. Wie auch viel später den Nazis und ihren Millionen deutschen und sonstigen Helfern nicht.
Christliche Kultur beseitigen
Aus all den genannten Gründen deshalb noch einmal die Frage: Was wollten die Aktivisten in Berlin – und was wollen Gleichgesinnte auch andernorts? Weshalb geben sich eine christliche Gemeinde und Pastoren dafür her? Und noch viele weitere?
Linke „weiße“ Aktivisten möchten in einer Art von Selbsthass die eigene westliche, europäische Kultur mitsamt Demokratie, Freiheit, Aufklärung, religiöser Toleranz und Weltoffenheit abschaffen oder zumindest relativieren, als eine unter vielen. Im Zeichen eben dieser angeblichen Weltoffenheit, der Antidiskriminierung und eines großen Ablasshandels für die Verbrechen des Kolonialismus am „globalen Süden“. Und zwar nur des europäischen, „weißen“. Eine Erlösungshoffnung, die, auch wenn sie das selbstredend abstreiten würden, einer religiösen Sekte ähnelt. Dazu gehört dann natürlich auch, Weihnachten kolonialistisch zu „framen“. Also diejenigen, die es, wenn auch meist in sinnentleerter Weise, begehen, mitschuldig zu machen.
Verfechter des strenggläubigen Islam wollen, wie es ihre Religion gebietet, die westliche Welt kulturell besetzen und unterwandern. Dabei sind sie schon weit gekommen, dank der Hilfe auch von Christen, Bischöfinnen und Pastoren. Während auch von staatlichen Kommunen allerorten zum muslimischen Fastenbrechen eingeladen wird, an Schulen in Berlin, entgegen dem gesetzlichen Gebot der Religionsfreiheit, muslimische Gebetsräume eingerichtet wurden und gefordert wird, muslimischen Lehrerinnen das Tragen des Kopftuchs, eines religiösen Symbols und eines Zeichens der Unterdrückung von Frauen, im Unterricht zu erlauben, ebenso wie muslimischen Richterinnen und Beamtinnen, trauen sich viele christliche und sonstige Kindergärten kaum noch, Weihnachtssingen oder -basteln zu veranstalten – jedenfalls unter dieser Bezeichnung; islamische Essensvorschriften werden auch an Schulen und in Betriebskantinen übernommen, usw.
Religiöse Toleranz? Ach was!
Alles im vorauseilenden Gehorsam, Muslimen nicht mit „antimuslimischem Rassismus“ zu begegnen – einem von Islamisten erfolgreich durchgesetzten Kampfbegriff. Der schon deshalb sinnfrei ist, weil Muslime – anders als Juden – keine ethnische Gruppe bilden.
Während Weihnachtsmärkte und ihre Besucher mit Betonbarrieren und großem, auch finanziellem Sicherheitsaufwand gegen weitere Anschläge von Islamisten geschützt werden müssen und manche deswegen abgesagt wurden und während sich dort auch kopftuchbedeckte Muslima mit ihren Kindern und Männern an der „fremden“ Kultur vergnügen, stellen sich Christen freiwillig in den Dienst von Agitatoren, die das Christentum bekämpfen. Und deren radikale Brüder in muslimischen Ländern Kirchen überfallen und schänden, Christen verfolgen und ermorden und christliche Kinder entführen. Juden sowieso.
Da hilft es auch nicht, dass das Berliner Forum der Religionen nun nach kritischen Medienberichten einräumt, der Titel der Veranstaltung sei „rückblickend vielleicht zu provokant formuliert“, und man habe keineswegs vor, Weihnachten abzuschaffen. Das brauchen sie gar nicht. Das ist längst im Gange. Das machen „wir“ alles selbst. Wer aber nicht zu seiner in Europa nun mal christlich geprägten Kultur mit all ihren auch dunklen Abgründen steht und kulturell-religiöse Traditionen verleugnet, der kann niemanden integrieren. Das ist offensichtlich auch gar nicht gewollt. Man fragt sich nur: Warum kommen eigentlich so viele Menschen, auch und besonders Muslime, nach Deutschland, wenn alles hier angeblich so schrecklich ist? Selbst an Weihnachten?

Der Text des Liedes geht „Holder Knabe mit lockigem Haar“.
Ja, aber Sie wissen schon, wie das gemeint ist und wie es oft verstanden und gesungen wird.
[…] Eine etwas weniger fromme, kritische Betrachtung findet sich hier. […]
hold = günstig, gnädig; treu
aber auch: anmutig, anmutsvoll, bezaubernd, entzückend
Eine gegenteilige Bedeutung findet sich in Unhold.
Das weitere semantische Feld von hold kann man leicht im Duden nachlesen. Blond ist nicht dabei.
Darüber hinaus ist der Knabe lockig und trägt keine preußische Bügelfaltenfrisur, mit der Deutsche gerne im Ausland charakterisiert werden.
Können Sie begründen oder erklären, wie Ihre Assoziation zustande kommt?
Kann man von antimuslimischen Rassismus reden? Das macht mehr Sinn als man zunächst vermuten mag.
Unterm Strich bleibt ein Wahn bezüglich einer Gruppe, die man diskriminieren möchte. So reduziert, und so reduziert denkt der Rassist, kann man von antimuslimischen Rassismus sprechen.
Natürlich kann es aber auch interessant sein, den Einfluß des Kolonialismus auf das Christentum i.A. und auch auf das Weihnachtsfest im Besonderen zu betrachten. So ist es nicht unwahrscheinlich, daß der mit dem aufkommenden Nazarenerstil häufig blonde Christus durch eine koloniale, rassistische Denke geprägt ist.
Was man nicht machen sollte, ist dabei einfach dummes Zeug erzählen.
Die Welt hat als erstes über die Veranstaltung geschrieben und was dort berichtet wird ist eigentlich sehr lustig. Dort wird beschrieben, was für ein Bild sich ein Berliner Theologiestudent sich so von Weihnachten und allem drum herum so macht. Das Ergebnis lässt einen an der Qualifikation der Ausbilder zweifeln.
Der Nikolaus hat mit Weihnachten zunächst mal rein gar nichts zu tun, mit einer sozialistische Gesinnung hatte er auch nix am Hut und seine damalige Diözese im heutigen Demre ist wegen nationalistischer (rassistischer?) Konflikte zu Anfang des 20. Jh. heute praktisch christenfrei.
Der angehende Theologe meint auch z.B. „magoi“ statt mit „König“ mit „Betrüger“ übersetzen zu können. Das sind schon mal gleich zwei elementare Fehler. Ich kenne keine Übersetzung, in der von Königen die Rede ist, da wird vielmehr von „Weisen“ erzählt. Die „Heiligen Drei Könige“ gibt es nur in der Volksfrömmigkeit. Zweitens ist eine Übersetzung als „Betrüger“ nur für einen sehr oberflächlichen Menschen ab vielleicht dem 20. Jh. plausibel. Die historisch kritische Methode ist inzwischen annähernd 150 Jahre alt. Da lernt man historische Texte in ihrem historischen Kontext zu verstehen. Heute ist ein Magier womöglich eine Art Betrüger, damals war Magie state of the art. Jedwede Heilung war z.B. Wunderheilung. Wer es nicht glauben will, besuche ein Asklepieion in Griechenland und lasse sich die dort ausgeübte Praxis erklären. Jede Quelle, jeder Brunnen, fast jede auffällige Landmarke war in der antiken Welt von einem magischen Wesen bewohnt, dem man irgendwie rituell zu huldigen hatte. Für die frühen Christen war das logischer Weise ein Problem, für das aber ganz pragmatisch eine Generalamnestie erteilt wurde. (Dieser Umstand verweist nebenbei die angebliche Toleranz irgendwelcher pantheistischer Religionen genauso ein Stück weit ins Reich der Phantasie wie einige Jahrhunderte vorher das Todesurteil für Sokrates.) Damals waren Magoi Gelehrte/Weise vielleicht konkreter Sterndeuter. In der Ausstellung in Paderborn zu frühchristlicher Kunst der Spätantike vor ein paar Jahren, wurde auf einem Sarkophag eine Identifikation mit Mithrasanhängern, erkennbar an der Phrygischen Mütze, sichtbar.
Bestimmt zu dritt sind die Könige seit dem Frühmittelalter, schwarz wird einer von ihnen nicht vor dem 12. Jh. aber noch immer lang vor jedem Kolonialzeitalter.
Maria ist bei Jesaja allerdings keine Jungfrau, aber auch keine „arbeitende Frau“, sondern einfach eine junge Frau. Sozialistischer Arbeiterkitsch war Jesaja fremd.
Ob damals soziale Randfigur für Hirten eine passende Zuschreibung ist, kann man bemäkeln und vor allem leicht verbessern. Sie hatten einen ambivalenten Status, einerseits lebten sie etwas außerhalb der Dorfgemeinschaft, andererseits hüteten sie das Vermögen der Dörfler, des Eigentümers. Sie glichen in der Wahrnehmung vielleicht einem Proleten, der auch wertvolle Rohmaterialien in der Fabrik verarbeitete. Daß dies ein heutiger Linker, der die Zukunft in einer Dienstleistungsgesellschaft mit Dienstleistungsprekariat sieht, nicht erkennen kann und stattdessen Erklärungsmuster seines Umfelds (Stadtbild) rezipiert, liegt auf der Hand, deutet aber auch nicht unbedingt auf eine über den Raum der Anschauung hinausweisende, vertiefte intellektuelle Auseinandersetzung hin.
Richtig an den Erläuterungen des Studenten ist, strikt historisch macht die Weihnachtsgeschichte nicht wahnsinnig viel her. Der Sprung von einer unkritischen Rezeption eines theologischen Textes als historische Quelle direkten zum Fundamentalismus ist jedoch auch von erfrischender Unterkomplexität oder vielleicht auch ein Ausdruck von Sozialchauvinismus. Naivität ist jedenfalls was anderes als Fundamentalismus.
Zu befürchten ist, der Student hat sich seinen Quatsch nicht selbst ausgedacht, sondern wurde ihm von einem Professor beigebracht. Das hieße, in Berlin werden Professuren einer Schriftreligion auch an eher aliterarische Stümper vergeben und eine Kulturbehörde glaubt das Verbreiten von alternativen Fakten wäre förderungswürdig. Das Problem ist keine punktuelle Dummheit, es ist eine Verblödung in der Fläche.
Da sollte die Kritik einhaken.
Auszuführen wo es bei Muslimen und Christen Verbindendes gibt, scheint bei der Führung übrigens der jungen Muslima überlassen geblieben zu sein. Einem aufgeklärten Bürger in einer multikulturellen/multireligiösen Gesellschaft steht neben der Kenntnis über die eigene Überlieferung auch die Kenntnis über die Überlieferung der anderen ganz gut zu Gesicht. Vielleicht sollte man einfach mal eine Christin oder Christen rekrutieren, der/die weiß wovon er/sie spricht, die gibt es durchaus noch (nur vielleicht nicht in Berlin?), und das ganze wird doch noch eine gute Sache.
Fazit: Aufstrebende Immigranten lassen einen eher hoffen, geerbter sozialer Status eines verblödenden autochthonen Mittelstandes eher zweifeln. Die Kritik kann für Weltleser&Co. nur auch Selbstkritik am eigenen sozioökonomischen Milieu sein.
Aus dem Text geht leider nicht hervor, was man dort am Ende heruasgefunden / getan hat, um das Christentum bzw. das Weihnachtsfest zu dekolonialisieren.
Zitat von Thomas Mielke: „Aus dem Text geht leider nicht hervor, was man dort am Ende heruasgefunden / getan hat, um das Christentum bzw. das Weihnachtsfest zu dekolonialisieren.“
Das ist gut beobachtet. Aus dem Text geht nämlich überhaupt nichts darüber hervor, was dort überhaupt irgendwie stattgefunden hat. Es ist schon eine erstaunliche un- bis antiintellektuelle Leistung, einen derart langen Text über eine Veranstaltung zu schreiben, ohne irgendetwas über den tatsächlichen Inhalt der Veranstaltung zu schreiben. Stattdessen eine reine Aufeinanderhäufig antilinker, antimuslimischer und antiintellektueller Ressentiments, durchsetzt mit inhaltlich grobem Unfug.
Zitat aus dem Text: „Was wollten die Aktivisten in Berlin – und was wollen Gleichgesinnte auch andernorts? Weshalb geben sich eine christliche Gemeinde und Pastoren dafür her? Und noch viele weitere?“
Es gibt Leute, die würden, wenn sie derartige Fragen hätten, evtl. die Veranstaltung besuchen, Veranstalter und Besucher befragen, möglicherweise noch mit anderen Experten zum Thema sprechen … kurz, sie würden eine Tätigkeit betreiben, die man „Recherche“ nennt. Und Leute, die das tun, kann man dann mit Recht „Journalisten“ nennen. In diesem Text findet sich davon: nichts. (Und wenn ihnen das zu mühsam oder zeitaufwändig ist, würden solche Leute dann einfach mal nichts schreiben.)
Es bleibt einem Kommentatoren überlassen (Dank an Wolfram Obermanns!), sich stattdessen in einem anderen Medium zu informieren und darauf aufbauend dann Teile der berichteten Inhalte mit guten Argumenten zu kritisieren. (Aufgrund dieses Textes hier ist das mangels tatsächlicher Informationen schlicht nicht möglich.) Und – oh Wunder – es gibt zwar einiges zu kritisieren. Aber nichts von den Angstfantasien a la „Agitatoren, die das Christentum bekämpfen“, vor denen sich der Autor die Hosen nass macht.
[…] treibt Identitätszwang im Netz voran– „Es gibt keinen Klimanotstand“– Weißer Weihnachtsirrsinn– Deutschland: Wenn Gesetze Bürger überwachen, aber Kriminelle unbehelligt bleiben– […]