„Wer braucht schon Feinde, wenn er solche Freunde hat?“

Pro-Palästina-Demo in Duisburg am 9. Oktober (Foto: Roland W. Waniek)

 

Jedes Mal, wenn es in Gaza zum Krieg kommt, muss ich an diesen Spruch von Joey Adams denken. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Es ist nun keineswegs eine neue Erkenntnis, dass, wer oder was die Sache der Palästinenser so weltweit unterstützt, meist recht wenig Interesse am Wohlergehen derselben hat, sondern sie nutzt für das wirkliche Anliegen: Zerstörung oder Schwächung Israels und als Ventil für den eigenen Antisemitismus.

 

Die List derjenigen, die sich schon auf solche Art für Palästina stark gemacht haben, füllt Bände. Zum ersten Mal hörte ich den Spruch von den Freunden und Feinden von einem Bekannten in Jerusalem 1999. Der arbeitete für die PLO und wir gingen oft zusammen Kaffee trinken. Er meinte schon damals, dass es dringend an der Zeit sei, dass sich die Palästinenser von den meisten ihrer sogenannten Freunde verabschieden, die nur Unheil und Verderben brächten.

Ich werde den Satz von ihm „We can live with the Israelis, if you want to call them our enemies, we cannot live with our friends“, den er damals sagte, nie vergessen.

Leider scheinen dies bis heute sehr wenige verstanden zu haben, sonst käme es nicht zu diesem völlig destruktiven Verhalten, zu dem so viele schweigen oder es entschuldigen.

Ein Beispiel: Dieser Tage führte ich einen kleinen Onlinestreit mit wem aus der Lesbos-Flüchtlingsunterstützerszene, der damit endete, dass die betreffende Person den Iran verteidigte mit den Worten: At least they support the Palestinian Cause.

Ich antwortete, dass sie einen Sch…dreck täten und diesem Cause bestenfalls einen Bärendienst erwiesen, weil ihre Atombombe ganz sicher genau so viele Araber wie Juden töten würde und es ihnen komplett egal sei, ob der Gazastreifen bald aussehen würde wie Homs oder Aleppo. Die Diskussion endete – wie auch sonst – mit dem Vorwurf, sich sei in deutschem Schuldkult verfangen.

Sowas kannte man nur von rüstigen alten Rentnern mit Stalingraderfahrung, der Stahlhelmfraktion der CDU und allem, was noch weiter rechts stand, hört man neuerdings aus dem Mund irgendwelcher 20+ Aktivisten.

Dabei wäre es ganz einfach eigentlich: Die wenigen wirklichen Freundinnen und Freunde der Palästinenser müssten nur eine Demonstration organisieren, auf der nur die allerlahmsten Forderungen der Friedensbewegung erlaubt sind, lediglich Slogans für Frieden und Koexistenz zugelassen und Friedenstauben und „Salam“ und „Schalom“ Schilder. Und schon trennte sich die Spreu vom Weizen.

Es wäre dann eine dieser Demonstrationen, zu der ein paar hundert Menschen kämen und das sind die einzigen Demonstrationen, die in Deutschland – Ausnahmen bestätigen die Regel – ernst zu nehmen sind.

 

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