#1 | vorvorvorgestern sagt am 1. Dezember 2011 um 17:08 Uhr

handverfasste Einzelstücke, die – verschlossen vor dem Rest der Welt – in irgendwelchen exklusiven Klosterbibliotheken langsam verrotten

Das wird, so oder ähnlich, wohl die Zukunft des gedruckten Buchs sein. Ähnlich wie beim Vinyl wird das Buch als bibliophile Kostbarkeit eines Tages (wir werden den Zeitpunkt nicht mehr erleben) eine Sache für Liebhaber sein.

Ich stimme voll und ganz überein, dass das Medium Buch, oder nochmehr das Lesen in diesem Medium, völlig neu gedacht werden sollte. Das reine Lesefutter, gedruckt auf billigem Papier, gepackt zwischen lieblos grafikdesignte Pappdeckel, ist der dringendste Fall.
Interessant wird die Sache bei Illustrationen, Karten, Tabellen, überhaupt Grafiken, Filmen, Animationen: Da sind ja uns heute völlig unbekannte Formate und Schnittstellen denkbar …

Die rührigen Versuche, Charakteristika der Handhabung von Druckwerken (Umblättern, Seitenzahlen etc.) ins Digitale hinüber nehmen zu wollen – sie sollten mit Nachsicht beurteilt werden. So sind eben Übergänge.

Und ja: die Notwendigkeit, dass man fürs Lesen, Telephonieren, Surfen, Filme schauen, Musik hören und Arbeiten teilweise immer noch je ein eigenes Gerät benötigt, nervt gewaltig. Wird sich aber auch bald ändern.