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Wuppertal: Nach Messerattacke – Autonome widersprechen Polizei

Symbolbild: Polizeieinsatz in Wuppertal am 14.3.2015

Symbolbild: Polizeieinsatz in Wuppertal am 14.3.2015

Eine Messerstecherei vor dem „Autonomen Zentrum“ in Wuppertal machte am Samstag Schlagzeilen. Die Polizei veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der von Attacken auf Polizei und Rettungskräfte die Rede ist, als diese einem schwerverletzten 53-jährigen Mann Hilfe leisten wollten. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Gerüchte von Messer schwingenden Autonomen kamen auf. Das „Autonome Zentrum“ widerspricht der Darstellung der Polizei in einer ersten Stellungnahme und verortet die Täter im Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“. Auch widersprechen die Autonomen der polizeilichen Darstellung, man habe dem verletzten Mann nur durch einen Polizeieinsatz Hilfe leisten können. In der Stellungnahme heißt es: „Die Rettungskräfte kamen zeitnah und übernahmen die Erstversorgung.“

Schwere Vorwürfe machen die Autonomen der Polizei. Diese habe nicht kooperativ gehandelt, und obwohl ihr die Schlüssel des AZ ausgehändigt wurden, mehrere Türen aufgebrochen.

Über Hintergründe der Tat kann zur Stunde nur spekuliert werden, möglicherweise handelt es sich um einen Racheakt aus dem rechten Hooliganspektrum. Nach einer Pegida-Demonstration Mitte März in Wuppertal, wurden Hooligans, die am AZ provozieren wollten, von Nazigegnern abgewehrt und verletzt.

Die Stellungnahme des „AZ Wuppertal“ im Wortlaut:

Besucher des Autonomen Zentrums durch Messerangriff schwerverletzt!

Samstagmorgen um 1.00 Uhr wurde ein Freund unseres Hauses auf der Straße vor dem AZ von mehreren Tätern angegriffen und mit zahlreichen Messerstichen in den Rücken lebensgefährlich verletzt. Vorher hatten die drei Männer mit Hogesa-Sprüchen AZ-Besucher*innen provoziert. Nach dem Messerangriff flüchteten die Männer unerkannt.

Den Schwerverletzten haben wir schnell in den Flur des AZ gebracht und ihm Erste Hilfe geleistet. Gleichzeitig haben wir umgehend vom AZ aus mehrfach den Notarzt gerufen. Die Rettungskräfte kamen zeitnah und übernahmen die Erstversorgung. Ein später eintreffender Notarzt durfte jedoch nur mit großer Polizeibegleitung ins AZ, weshalb auf das Eintreffen weiterer Polizist*innen gewartet wurde, bevor die Rettung fortgesetzt werden konnte. Doch anstatt das Gespräch mit den geschockten AZ-Besucher*innen am Eingang zu suchen, stürmten die nun mehr verstärkten Polizeikräfte unter Androhung von Schlagstock- und Pfefferspray-Einsatz in den AZ-Eingang, um mit Gewalt zu dem Verletzten zu gelangen.

Die Polizei behauptete später in einer unsäglichen Pressemitteilung, die von allen Wuppertaler Medien ungeprüft übernommen wurde, Besucher*innen hätten Polizeibeamte und Rettungswagenbesatzungen im Gebäude angegriffen und die Polizei hätte erst „durch den Einsatz von Pfefferspray und mittels Schlagstock (…) den Verletzten zur weiteren ärztlichen Versorgung aus dem Gebäude retten“ können.

Später traten die Polizeikräfte, auf der Suche nach möglichen Tätern, im AZ noch wahllos Türen ein. Auch das könnte man mit mehr Abstimmung mit den vor Ort anwesenden Vertreter*innen des AZ und dem (vor Ort übergebenen) Schlüsselbund besser machen. Schließlich erklärte die Polizei das AZ zum Tatort und beschlagnahmte unser Haus bis zum Morgen. Die Messerstecher waren zu diesem Zeitpunkt schon lange weg.

Der Überfall hat uns alle sehr erschreckt und betroffen gemacht.

Wir hoffen, dass unser Freund wieder gesund wird!

Wir schicken Dir herzliche Grüße und viel Kraft ins Krankenhaus!

Besucher*innen des Autonomen Zentrums Wuppertal 11.4.2015

 

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15 Kommentare zu “Wuppertal: Nach Messerattacke – Autonome widersprechen Polizei

  • Pingback: Kurzberichte: « antifarheine

  • #2
    Wuppi

    Messerstiche sind eher nicht Hooligan-Art, bin gespannt was da am Ende wirklich passiert ist.

  • #3
    Sebastian Weiermann Beitragsautor

    Is klar @Wuppi. Hooligans kämpfen immer nur fair und Mann gegen Mann und wenn einer am Boden liegt werden die Tigerenten Pflaster raus geholt.

    In Berichten aus der Hoolszene ist immer wieder auch von Messerangriffen die Rede. Es mag Personen in dieser „Subkultur“ geben, die ein solches Vorgehen ablehnen aber unwahrscheinlich ist ein Messerangriff nicht.

  • #4
    river

    @wuppi, du redest richtig heftigen blödsinn. und selbst wenn sich alle hools auf diese „keine waffen“-regel berufen würden. was ganz klar nicht der fall ist wie jeder weiß, der ein bisschen was damit zu tun hat.
    selbst dann war nicht spieltag und es ging nicht um fußball und dann war’s auch kein match. dann sinds auch nur irgendwelche schläger die sich an gar nix halten (müssen). ende.

  • #5
    Rainer Möller

    Also Hools haben Autonome „provoziert“ – zu was für einem Verhalten provoziert? Vielleicht zu einem sehr aggressiven Verhalten? Die Polizei suchte im AZ jedenfalls nach „Tätern“ – ohne jeden Anlass?
    Da würde ein echter Journalist ja mal nachfragen, damit der Bericht ein wenig konkreter wird!

  • #6
    Sebastian Weiermann Beitragsautor

    Das Opfer scheint Besucher des Autonomen Zentrums zu sein. Im Artikel ist der Polizeibericht verlinkt. Im Moment stehen sich da zwei Berichte gegenüber. Ich bleibe am Thema dran und werde rechtzeitig informieren wenn es Neuigkeiten gibt.

  • #7
    Volya

    @Rainer Möller: Dass das Opfer mehrfach (acht Mal, übrigens) und ausschließlich in den Rücken gestochen wurde dürfte die Frage wer wen angegriffen hat ja wohl ohne Zweifel beantworten. Auch, dass der Angriff geplant war dürfte zweifelsfrei feststehen: Bewaffnete Hooligans kommen sicher nicht zum Kuscheln ins AZ.

  • #8
    Selbi

    @ Volya

    Das auschließlich in den Rücken gestochen wurde, würde mich eher darauf schließen lassen, das der oder die Täter aus dem Umfeld des AZ kommen, hier versucht man irgendwas zu vertuschen und einen vermeintlichen „rechten“ Angriff zu konstruieren, um aus dieser widerlichen Tat noch politischen Nutzen zu schlagen, so lässt sich schließlich besser mobilisieren.

  • #9
    Pommeskind

    Vielleicht hat sich der Mann sogar selbst acht Mal in den Rücken gestochen…

    Stefan, du kannst ja hier machen was du willst, es ist dein Blog, wenn du der Meinung bist, wir müssen hier solche Kommentare ertragen, dann muß ich da wohl an meiner Resilienz arbeiten. Für mich ist das mittlerweile offene Unterstützung für die Faschos, was der Möller hier betreibt. Bei jedem Artikel zum Thema relativiert und schwadroniert der hier rum. Mich kotzt es nur noch an. Das ist schon nicht meher kuscheln, sondern mindestens Heavy Petting mit Nazis.

    Und zu dem Irren darunter, der daraus eine False Flag Aktion machen will, fällt mir auch nicht mehr viel ein.

  • #10
    Stefan Laurin

    @Pommeskind: ich hab die Kommentare nicht freigeschaltet – mit den Kommentaren beschäftigen sich hier eine ganze Menge Leute. Für mich alleine wäre das viel zu viel.

  • #11
    Sebastian Weiermann Beitragsautor

    Die Kommentare hier habe ich größtenteils freigeschaltet. Und manche gefallen mir auch nicht. Wenn wir Kommentare aber nur nach Gefallen veröffentlichen können wir es auch komplett sein lassen. Ich mag die Diskussionskultur der Barone Leser, auch wenn ich beim lesen selbst oft ärgere.

  • #12
    Hr. Meier

    Zum Thema Messerattacken durch Nazis: Der Punker Thomas Schulz, dessen Ermordung noch immer für Aufsehen sorgt, weil sich die Faschoszene in Dortmund auch heute noch mit dieser Tat brüstet, wurde vom stadtbekannten Neonazi Sven K. erstochen.

  • #13
  • #14
    wuppertal

    Einhe zweite Erklärung, die an die Öffentlichkeit ging — warum recherchieren Journalisten nicht weiter unhd von sich aus? Weil sie selbst von Rechten bedroht werden? (was am WE Thema des DJV-Gewerkschaftstages in Düsseldorf war)

    http://www.az-wuppertal.de/

  • #15
    wuppertal

    gefasst

    http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/messerstecher-gesteht-seine-tat-1.1921292

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