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Alkoholprohibition: 0,0 Promille als erster Schritt zur Denormalisierung des Alkoholkonsums


Die Grünen machen dieser Tage wieder mit ihrer Forderung nach einem absoluten Alkoholverbot im Straßenverkehr Schlagzeilen. Die gesellschaftliche Wahrnehmung  der Grünen als spaßbefreite Verbotspartei und ihr Veggie-Day-Desaster hindern sie offenbar nicht daran, erneut den moralischen Zeigefinger zu erheben. Jetzt wollen sie eine klare Akzeptanz für null Promille in der Gesellschaft ausgemacht haben. Von unserem Gastautor Nansy.

Abgesehen von einer behaupteten gesellschaftlichen Akzeptanz, geben aber Daten und Fakten zum Unfallgeschehen keine Grundlage für eine  solche Radikalforderung – derzeit sind lediglich 0,13 % aller Unfälle mit Personenschäden auf einen Alkoholisierungsgrad im gesetzlich erlaubten Rahmen (bis 0,5 Promille) zurückzuführen. Davon machen Fußgänger und Radfahrer nochmals ein Drittel aus. Das Risiko geht also in diesem Bereich gegen Null. Selbst die Absenkung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 im Jahr 2001 hatte keine zusätzlichen Effekte auf den bereits vorher positiven Verlauf der Senkung der alkoholbedingten Unfallzahlen, wie auch das Statistische Bundesamt im Unfallbericht von 2003 feststellen musste.

Wenn diese aktuelle Datenlage aber bei den Grünen negiert wird, was kann dann der Grund für eine solche Forderung sein? Abgesehen von ihrem Hang zu einer puritanischen Öko-Welt, liegen sie mit ihrer Forderung ganz klar auf der Linie der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen (DHS) – mit dabei im DHS sind übrigens als Mitglieder auch der Deutsche Frauenbund für alkoholfreie Kultur e. V., das Blaue Kreuz („Evangelium und Abstinenz – mit Jesus und ohne Alkohol“), der katholische Kreuzbund und die seit 1851 aktive Abstinenzorganisation Guttempler. Der grünen Gesundheitsministerin in NRW wurde übrigens von diesem Abstinenzlerverein ein Preis für ihre Repressionspolitik überreicht. In ihren Papieren fordern diese wichtigen Lobbyakteure der deutschen Alkoholpolitik neben einem umfassenden Werbeverbot und eingeschränkter Verfügbarkeit für alkoholische Getränke, höheren Alkoholsteuern, auch eine Null-Promille-Alkoholgrenze für alle Autofahrer und die sogenannte „Punktnüchternheit“ – also die personen- und anlassbezogene Abstinenz.

Es geht also tatsächlich um die schrittweise Denormalisierung des Alkoholkonsums!

 

Regulierung und Denormalisierung aller Konsumenten

Es ist wichtig zu erkennen, dass sich der Maßnahmenkatalog der Alkoholregulierer statt mit dem Alkoholmissbrauch immer mehr mit dem Alkoholkonsum generell beschäftigt!

Laut DHS sind die übergeordneten Ziele des Aktionsplans „Alkohol“ die Reduzierung der alkoholbedingten gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schäden in Deutschland sowie eine Veränderung der gesellschaftlichen Einstellung zum Alkohol. Dies kann nur durch eine nachhaltige Reduzierung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Konsums gelingen.

Zitat Guttempler: „Besonders erfolgreich sind alle Maßnahmen der Verhältnisprävention. Damit wird die Einflussnahme auf die Verfügbarkeit, auf den Preis oder auf die Werbung beschrieben. Gesetzgeberische Maßnahmen mit dem Ziel der Einschränkung der Verfügbarkeit von Alkohol: z.B. mittels Jugendschutzbestimmungen, Beschränkung der Öffnungszeiten; Beeinflussung der Nachfrage: z.B. mittels Preispolitik oder Werbeverboten. Eine der effektivsten und kostengünstigsten Maßnahmen zur Verringerung der Nachfrage von Alkohol ist dessen Besteuerung. Der Preis für alkoholische Getränke beeinflusst den Gesamtkonsum in der Bevölkerung und damit auch das Ausmaß alkoholbezogener Probleme“.

Man spricht sich zwar inzwischen nicht mehr für das Ziel der Totalabstinenz aus, was aber wohl mehr aus taktischen Gründen geschieht, denn eine solche Forderung wäre heute nicht mehr zu vermitteln (Zitat Guttempler zur Prohibition:  „…Es wurde aber auch deutlich, dass sich ein Gesetz nicht durchsetzen lässt, wenn es nicht von der Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Man stelle sich in der Bundesrepublik Deutschland ein Gesetz vor, welches der Bund will, das aber von den Ländern weder gewollt noch kontrolliert wird. Das geht nicht“).

Vielmehr sollen jetzt die schon angesprochene Punktnüchternheit und die „Beschränkung auf gelegentlichen Konsum in moderater Dosierung“ im Mittelpunkt stehen. Der Rahmen dieser „moderaten Dosierung“ wird allerdings bereits verlassen, wenn man einmal im Monat „einen über den Durst“ trinkt. Die EU-finanzierten Anti-Alkohol-Vereinigung (AMPHORA – Alcohol Public Health Research Alliance) geht sogar noch viel weiter – bezüglich der Krebs verursachenden Rolle von Alkohol verbreitet sie folgende Warnung: demnach sollte keiner mehr als ungefähr 0,3 Gramm Alkohol am Tag trinken, was 9 Gramm Alkohol oder einem Getränk pro Monat entspricht. Die Angstmacherei vor Krebserkrankungen leistet auch beim Alkohol gute Dienste.

Passivtrinken – oder wie man von der Tabak-Kontrolle lernt

Schon Sally Casswell von der Massey University in Auckland, New Zealand, die bei der Ausarbeitung der WHO-Strategie gegen den Alkohol geholfen hat, äußerte sich dahingehend, dass die Konzentration auf das Passiv-Trinken der Schlüssel für die Akzeptanz der Öffentlichkeit bezüglich eines strengen Alkoholgesetzes sei. Dabei ist mit „Passivtrinken“ nicht die biergeschwängerte Luft in einer Eckkneipe gemeint, sondern man will hier vielmehr mit Hilfe eines Reizwortes auf die für Dritte schädlichen Konsequenzen des Substanzkonsums hinweisen: Gewalt, Kriminalität, Familienelend und eben auch Verkehrsunfälle werden pauschal dem Alkoholkonsum angelastet. Aber es werden noch mehr aufgeführt: Obdachlosigkeit, soziale Ausgrenzung, Familienprobleme und sogar „minderwertige Arbeitsleistung“!

Dr. Peter Anderson, früher Anti-Tabak-Kämpfer bei der WHO und jetzt im Kampf gegen Alkohol engagiert, begründet das Konzept der Sozialschädlichkeit in der Alkoholdebatte damit, dass  man so über die traditionellen Grenzen des individuellen Konsums und der persönlichen Abhängigkeit hinausgehen kann….Seine Folgerung: „Ohne den Schaden für Andere wird das Argument etwas schwächer“.

Auch das Nationale Aktionsprogramm zur Alkoholprävention (von 2008) beschreibt, wie man sich den Bogen vom Passivrauchschutz zum Passivtrinkerschutz vorstellt: „…Eine der zentralen Botschaften massenmedialer Kampagnen sollte darin bestehen, die Gefährdung unbeteiligter Dritter durch das Rauschtrinken in das Blickfeld zu rücken. Die Risiken für Menschen im Umfeld insbesondere durch alkoholbedingte Unfälle und durch Gewaltdelikte sind ebenso wie die Schädigung des ungeborenen Lebens durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft nachdrücklicher zu vermitteln. Im Bereich der Tabakprävention hat sich gezeigt, dass Hinweise auf die auch für Dritte schädlichen Konsequenzen des Substanzkonsums eine erhebliche Überzeugungskraft besitzen, wenn es darum geht, den Konsum einzuschränken oder in bestimmten Situationen ganz zu verhindern…“.

So wird heute, für die einen plump, für die anderen raffiniert, der Bürger sanft in Richtung Passivtrinker“schutz“ dirigiert und manipuliert.

Die drastischen Auswirkungen dieses Konzepts machen sich vereinzelt schon im Ausland bemerkbar: ein Juraprofessor in Schweden fordert Strafen für Eltern, die in Anwesenheit von Kindern Alkohol trinken, und in den USA wurde eine Mutter, die während des Stillens ein Bier getrunken hat, inhaftiert.

Denormalisieren, ausgrenzen, stigmatisieren

Zur Entstehung der Idee der „Denormalisierung“:

Anfangs hieß dieses Wort noch „demonize“, also „Dämonisierung“ und war und ist heute noch ein wichtiger Unterpunkt des weltweiten Kampfes gegen den Tabakkonsum: „demonize tobacco, demonize tobacco industries“.

Ein Papier des Think Tanks „Democracy Institute in Washington D.C. und London“ beschreibt die Denormaliserung am Beispiel von Übergewicht (Tabak, Glücksspiel und Alkohol kommen auch zur Sprache)

Bei der Denormalisierung geht es darum, die Industrie, das Produkt, den Konsum und die Konsumenten zu „denormalisieren”. Kurz: es darf in der weltweiten Gesellschaft nicht mehr als normal akzeptiert werden, dass Alkohol getrunken oder geraucht wird. Dabei geht die Taktik der Denormalisation weit über die Tabakindustrie oder den Vorgang des Rauchens selbst hinaus, sie zielt auch auf die Raucher selber:

Zwei Taktiken werden bevorzugt:

– erstens die Defizite der Raucher und ihre Auswirkungen auf Andere herauszustellen

– und zweitens sie mit einem Stigma zu versehen, sie zu marginalisieren und aus der Gesellschaft auszugrenzen

Ironie der Geschichte:

Inzwischen deuten einige Studien darauf hin, dass verhältnispräventive Maßnahmen zur Denormalisierung des Rauchens zur Stigmatisierung von Rauchern führen können – ein überraschendes Ergebnis, wenn man den Zweck der Übung bedenkt.

Dieses Schema wird auch beim Kampf gegen den Alkohol übernommen – eine rigide Sozialkontrolle („Kultur des Hinschauens“) ist der polizeistaatliche Denkansatz der Alkoholfeinde!

Die Kampagne „Weiße Weihnacht„, bei der sich Eltern verpflichten sollen, über die Feiertage keine alkoholischen Getränke in Gegenwart von Kindern einzunehmen, ist so ein Beispiel für Sozialkontrolle. Interessante Begründung: „Kinder spüren, dass die Erwachsenen seltsam riechen, wenn sie trinken“. 2008 unterzeichnete die damalige Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, die Erklärung auf einer DHS-Veranstaltung. Zu den Unterstützern der Kampagne zählen u.a. natürlich wieder die Guttempler und der „Bund für drogenfreie Erziehung“, hervorgegangen aus dem 1896 in Flensburg gegründeten Deutschen Verein enthaltsamer Lehrer, einem Berufsverband der Abstinenzbewegung.

Die Einzelhandelsriesen Rewe & toom kamen 2008 mit der Idee der technisch unterstützte Alterskontrolle beim Verkauf alkoholischer Getränke – verbunden mit einem Hinweis auf dem Kassendisplay. So sollte beim Kauf eines solchen Produktes an der Kasse ein akustisches Signal ertönen, und die Kasse gesperrt werden. Die Mitarbeiter sollten auf diese Weise noch einmal gesondert darauf hingewiesen werden, das Alter des Käufers zu kontrollieren. Erst nach Betätigen der Freigabetaste kann weiter kassiert werden. Was man hier als technische Lösung zum Jugendschutz anpreisen wollte, kann natürlich auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten von Erwachsenen haben, denn wer möchte schon gern beim Kauf von einer Flasche Wein vor allen Leuten akustisch „geoutet“ werden.

In Kanada macht man jetzt ganz im Sinne der Stigmatisierung einen Anlauf für die Einführung von Warnhinweisen und Schockbildern auf Alkoholika. Interessanterweise verweist man als Beispiel auf Darstellungen, die Eurocare (European Alcohol Policy Alliance) in Europa gerne einführen würde. Auch so will man den Kauf von alkoholischen Getränken denormalisieren. Der Brauereikonzern Anheuser-Busch (u.a. Becks-Bier) ist in vorauseilendem Gehorsam schon eingeknickt und druckt Warnhinweise auf die Bier-Dosen seiner Marken.

———-

Das „WHO Expert Committee on Problems Related to Alcohol Consumption“ erachtet die Einbindung der Massenmedien als besonders wichtig im Kampf gegen den Alkohol: „Aus dieser Sicht ist es eine Notwendigkeit für die öffentlichen Gesundheitsinteressen zu erkennen, dass die Bedeutung der Massenmedien in der politischen Debatte auf nationaler und lokaler Ebene von größter Wichtigkeit ist. Die Berichterstattung über spezifische Kernfragen in den Massenmedien hat eine installierbare Terminplaner-Funktion, das heißt, sie beeinflusst Politiker und Gesetzgeber, das Problem überhaupt auszumachen und wahrzunehmen und wie wichtig diese das Thema betrachten. Medien-Fürsprache kann ebenfalls dazu benutzt werden, um eine Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung zu politischen Veränderungen herbeizuführen“.

Ob nun die Initiative der Grünen für ein absolutes Alkoholverbot im Straßenverkehr, oder andere auf der Wunschliste der Abstinenzler stehende Regulierungen, wie das totale Werbe- und Sponsoring-Verbot für alkoholische Getränke, ein Verbot des Automatenverkaufs, Warnhinweise auf Getränkebehältnissen und deutlich höhere Preise für alkoholische Getränke – alle diese Randphänomene des Alkoholkonsums, sollen der Alkoholbekämpfung Auftrieb geben. An der null Promille Forderung wird deutlich, dass der Sinn dieser Maßnahme nicht die Verkehrssicherheit sein soll, sondern das Vergällen des Trinkens. All dies erinnert an die Bekämpfung des Tabaks, dessen Erfolge Vorbildcharakter für die Trockenheitsapostel haben.

Mein Dank geht auch an Christoph Lövenich, dessen Artikel „Alkoholprohibition: schleichende Trockenlegung?“ auf Novo Argumente mir viele Anregungen gegeben hat.

(1)

(2) http://www.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/fotos/20120915a_Uebergabe_Guttempler-Preisan_Ministerin/index.php

(3) http://ranzetta.typepad.com/files/cmo-alcohol-reccs-2009.pdf

(4) http://www.thelocal.se/20130705/48888

(5) http://news.ninemsn.com.au/world/2014/03/28/06/35/mother-jailed-for-drinking-beer-while-breastfeeding

(6) http://www.data-yard.net/science/ethics/denormalisation-study.pdf

(7) http://www.weisse-weihnacht.info/

(8) http://www.drogenfreie-erziehung.de/index.php

(9) http://news.nationalpost.com/2013/12/08/public-health-advocates-pushing-for-graphic-cigarette-style-health-warnings-on-wine-beer-and-liquor-containers/

(10) http://www.welt.de/wirtschaft/article115454943/Becks-warnt-vor-dem-eigenen-Bier.html

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35 Kommentare zu “Alkoholprohibition: 0,0 Promille als erster Schritt zur Denormalisierung des Alkoholkonsums

  • #1
    SteLu

    Ha Ha Ha. Wie grandios, sollen sie mal machen, die Grünen. Eine weitere überflüssige Partei, die sich selbst ins Aus schießt. Hier geht jetzt bald wieder die Schützenfestsaison los. Den Schützen könnte man ja mal mit diesem Prohibitionsgequatsche kommen. Die freuen sich, die ollen Komasäufer, die sich den Rest des Jahres über komasaufende Jugendliche aufregen. Sehr schöne Idee. Es gibt wenig absurderes, als das „deutsche“ Verhältnis zu Akllohol und Drogen. Wie wäre es denn mal damit einen sinnvollen Umgang mit Rauschmitteln zu lernen. Das wäre doch mal ein schönes Bildungsziel. Wie, dafür braucht man selbstbestimmte, freie und glückliche Menschen? Na ja, ich hatte schon immer einen Hang zur Utopie. Die Realität hält sonst ja auch keine Sau aus.

  • #2
    Stefan Laurin

    Den Grünen ist mit der Atomkraft das Hauptthema weggebrochen. Die Energiewende ist kein Gewinnerthema – Windräder trauen sie sich schon nicht mehr auf die Wahlplakate zu packen. Was bleibt ist Volkserziehung.

  • #3
    Marcel

    Was für ein dummer Artikel. Von den Grünen wird der Bogen zu den Guttemplern konstruiert. Naja, kann man schon mal drüber streiten. Was wäre das nur für eine Welt, in der sich Leute nicht mehr besoffen hinter’s Steuer klämmen, weil das sozial sanktioniert wäre? Die armen „Bürger“… Was wäre der Deutsche ohne seinen Alkohol? Dieser verschwörungstheoretische Unterton… Lieber mal den Aluminiumhut ausziehen, dass hilft vielleicht beim denken.

  • #4
    Stefan Laurin

    @Marcel: An dem Artikel ist nicht verschwörerisches Er zeigt die erfolgserprobte Taktik der Neopuritaner nach – Denormalisierung. Und klar: Bei so etwas sind die Grünen vorne dabei.

  • #5
  • #6
    Nansy

    Marcel #3:

    Abgeordnete der Grünen (aber auch die anderer Parteien, das soll hier nicht verschwiegen werden) sind regelmäßig Gast bei den Guttemplern. Es wäre naiv zu glauben, dass Politik im luftleerem Raum stattfindet, d. h. dass die Ideen der Abstinenzler bei den Politkern völlig verpuffen. Dass die Grünen für solche Ideen besonders empfänglich sind, wirst selbst Du nicht abstreiten können.

    Auf deine Antwort, welchen Sinn die 0,0 Promille-Grenze haben soll, warte auch noch…

  • #7
    Marcel

    Der Alkohol scheint ja eines der liebsten Kinder der Deutschen zu sein. Oktoberfest, der oben schon erwähnte Schützenverein, CSU-Parteitag – was wäre das ohne Alkohol?
    Der Sinn der 0,0 Promille-Grenze sollte sein, dass grundsätzlich niemand, der Auto fährt Alkohol trinkt. Das wäre ein sinnvoller Hinweis, wenn man so will.
    Da geht es doch überhaupt nicht darum, Alkohol als solchen zu verteufeln, wie der Autor gerne glauben machen möchte. Daran wäre vielen Politikern wohl kaum gelegen, dann wären die Möglichkeiten der Realitätsflucht nämlich schnell sehr begrenzt.
    Mir ist egal, von welcher Partei so etwas kommt. Das es nicht aus dem bürgerlichen Spektrum kommt, ist ja logisch. Da ist der Alkoholkonsum schließlich essenzieller Teil des Alltags.

  • #8
    b

    Ich empfehle einfach mal Seite 6, Absatz drei, von diesem Pdf und den ersten Absatz von dem Artikel hier zu vergleichen. Leider geht das Konstrukt, die Verkehrssicherheit sei nur ein vorgeschobenes Argument für *leiderkannichdemkeinensinnvollennamengeben* damit etwas baden.

  • #9
    K.Schneider

    Wenn 0,13 % aller Unfälle mit Personenschäden bei einem Alkoholisierungsgrad im gesetzlich erlaubten Rahmen (bis 0,5 Promille) auftreten, heißt das noch lange nicht, dass da ein ursächlicher Zusammenhang bestanden hat. Wenn ein Fahrer nicht gerade auffällige Ausfallerscheinungen hat, ist der gebotene Nachweis ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst die Grenze der „absoluten Fahruntüchtigkeit“ bei 1,0 Promille (aus praktischen Gründen erst bei 1,1 als erfüllt behandelt) beruht auf einer typisierenden Betrachtung – die m.E. auch berechtigt ist. In einem Bereich unter der generellen OWi-Grenze von 0,5 Promille dürfte das Datenrauschen aber kaum zu beherrschen sein. Fahrer bohren manchmal in der Nase, anstatt auf die Straße zu schauen. Vielleicht, vielleicht auch nicht, haben die noch irgendwelche 0,2 und ungerade im Blut und reichern so die Statistik an.

    Verbieten kann man leicht, aber in der Praxis wird’s seltsam. Welche Dimensionen müsste ein Repressionsapparat aus Verwaltung, Polizei und Justiz eigentlich haben, um solche Prohibitionsvorhaben auch effektiv durchzusetzen? Sollen wirklich Gendarmen dem in den Arm fallen, der seinen zweiten Schoppen bestellt?

  • #10
    Nansy

    @ B #8:

    Ich kann nicht erkennen, was Seite 6, Absatz drei, des Pdf über die Anzahl der Unfälle mit Personenschäden bei einem Alkoholisierungsgrad bis 0,5 Promille aussagt. Und darum geht es schließlich doch…

    Leider lässt sich auch aus den Daten des Statistischen Bundesamtes nicht in Prozenten herauslesen, wie viele Unfälle von Alkoholisierten Autofahrern mit <0,1 – 0,5 Promille verursacht wurden – rechnen muss man da selber….

  • #11
    der, der auszog

    Solange den Grünen, die sich ja trotz – oder gerade wegen ihrer umfangreichen Verbotskataloge als Bügrerrechtspartei verstehen, die Wähler in Scharen davon laufen, mache ich mir eigentlich keine Sorgen, dass die Forderung nach einer Nullkommanull-Promillegrenze in Deutschland eine Chance hat.

    Bei der letzten Bundestagswahl sind den Grünen durch Veggieday und Rauchverbot fast 25% der Wähler weggebrochen. Dieser Zusammenhang lässt auch für die nächsten Landtagswahlen in der Esoterikhochburg Nordrheinwestfalen hoffen.

  • #12
    OWL-Baron

    #9 Niemand wird jemandem in den Arm fallen. Sondern der, der Alkohol getrunken hat, wird bei den auch heute schon üblichen Kontrollen auffallen. Und entsprechend sanktioniert, bei von ihm verursachten Unfällen härter als bisher bestraft werden. Kirche im Dorf lassen, statt Vermutungen über den Ausbau des
    „Repressionsapparates“ anzustellen.
    Dass die Grünen hier an vorderster Stelle stehen, verwundert mich ein wenig. Haben noch mal nicht unwesentliche Teile der Partei die Legalisierung von weichen Drogen gefordert.
    Was das Rauchverbot angeht, finde ich es völlig in Ordnung. Denke ich an meine eigene Rauchzeit zurück, überkommt mich so etwas wie Scham darüber, was ich nicht rauchenden Menschen jahrelang angetan habe.

  • #13
    Christoph

    @ Marcel:

    Deinen Hinweis auf „das bürgerliche Spektrum“ kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Neigung zu einem guten Getränk besteht ‚lager‘- und milieuübergreifend. Bei den Parteien hast du nicht ganz unrecht – wer generell zur Volkserziehung neigt, dämonisiert auch eher den Alkohol -, aber in der Bevölkerung spiegelt sich das nicht wider.

  • #14
    Arnold Voss

    @ OWL-Baron # 12

    „Denke ich an meine eigene Rauchzeit zurück, überkommt mich so etwas wie Scham darüber, was ich nicht rauchenden Menschen jahrelang angetan habe.“

    Man kann Menschen auch ohne zu rauchen eine Menge antun, Owl-Baron, und die meisten die das tun schämen sich dafür kein bisschen. Also Kopf hoch. Eine Sucht los zu werden ist allemal eine größere Leistung als nie eine gehabt zu haben. 🙂

    Ach ja, an jeder gut befahrenen Autokreuzung nimmt der Mensch wesentlich mehr kanzerogene Stoffe auf, als ihm je in dieser Zeit durch Passiv-Rauchen zugeführt werden könnten.

  • #15
    Nansy

    @OWL-Baron #12:

    Zitat: „Was das Rauchverbot angeht, finde ich es völlig in Ordnung. Denke ich an meine eigene Rauchzeit zurück, überkommt mich so etwas wie Scham darüber, was ich nicht rauchenden Menschen jahrelang angetan habe“

    Das bedarf dann noch einer eingehenderen Erklärung. Was findest Du in Ordnung? Und vor allem, fühlst Du dich wohl im geistigen Umfeld der Anti-Tabak(Alkohol)-Lobby?
    Erst heute gab es einen üblen Kommentar in der TAZ zur Forderung nach Schockfotos und Einheitsverpackungen:
    „Packt die Zigaretten so ekelig wie möglich ein. Am besten in Lumpen, beschmiert sie mit Hundekot! Und klebt obendrauf die Fotos von zersetzten Lungenflügeln! Krebsgeschwüren! Verfaulten Zähnen! Und damit nicht genug…“
    http://www.taz.de/Kommentar-Anti-Rauch-Gesetze/!136041/

    Und fühlst Du dich wohl in Gesellschaft solcher Strategen, die Konsumenten von Tabak und Alkohol mit einem Stigma versehen wollen, um sie aus der Gesellschaft auszugrenzen? Und wenn, wo ziehst Du die Grenze? Soll es auch die dicken Menschen treffen – oder geht es nur um den Tabak?

    Für meine Person kann ich nur sagen, dass ich mich schämen würde, wenn ich solchen Zwangsbeglückern auf den Leim gehen würde…

  • #16
    OWL-Baron

    @ Nansy Der dicke Mensch schädigt mich nicht. Die Schockfotos sind völlig in Ordnung, denn sie warnen nicht vor eingebildeten Gefahren, sondern vor ziemlich realen.
    Ich will niemand ausgrenzen, ihn mit einem Stigma versehen. Die Raucher grenzen sich selber aus, indem sie zum Rauchen auf den Balkon oder vor die Kneipentür gehen. Ihnen ist ihre Bedürfnisbefriedigung wichtiger als das Zusammensein mit Nichtrauchern, die passiv mitrauchen müssen. Kann man nicht mal ein paar Stunden ohne Tabak auskommen? Jede Zigarette, die nicht geraucht wird ist eine gute Zigarette–für alle Beteiligten.
    Ich habe nichts gegen Alkohol, sondern nur was gegen den Alkohol, der beschwingt durch die Adern eines Fahrers zirkuliert.
    Coffeeshops halte ich für eine gute Einrichtung.
    @ Arnold Voss Ich habe mir DIE FLÜSTERER reingetan. Ein echter Pageturner, von dem ich mich sehr bestätigt fühle. Nochmals danke für den Tipp.

  • #17
    Stefan Laurin

    @OWL-Baron: Die Ausgrenzung findet dann statt, wenn es keine Angebote mehr für alle gibt, und das ist dank SPD und Grünen der Fall. Es gibt keine Kneipen für Raucher mehr – es gibt nur noch Nichtraucherlokale.
    Wir haben darauf reagiert, treffen uns in einem privaten Raum bei einem Freund, trinken dort Bier, unterhalten uns, rauchen, bekommen Besuch und haben morgen eine erste, kleine Veranstaltung: Einen Vortrag über Armutseinwanderung. Keiner von uns geht auf einen Balkon oder vor die Kneipe. Wer da nicht hinwill, muss da nicht hin. Und wir sparen eine Menge Geld, denn jeder bringt das Bier selbst mit was er trinkt oder spendiert eine Kiste. Das kann man sich locker erlauben, kostet ja nur sehr wenig, wenn man es im Getränkehandel kauf – es ist viel billiger als in Kneipen. Geld fließt keins – keiner kauft dort ein Bier. Alles ist legal. Ein privater Salon in einem Wohnzimmer im Haus eine Freundes. Gestern war ich in zwei Kneipen – bei uns ist meistens mehr los als da. Privat vor Staat 🙂 Du hältst Deine Art zu Leben für die Richtige – und willst Sie allen anderen aufzwingen. Das ist Volkserziehung. Und übrigens: Die Argumentation bei den Dicken geht so: Sie schaden angeblich durch höhere Kosten der Allgemeinheit. Höhere Kosten bedeutet: Du musst für ihre angebliche Unvernunft arbeiten – und zahlst im Kern dabei auch mit Deiner Lebenszeit. Den Mangel an Toleranz, den Hang zur Volkserziehung, bekommen irgendwann alle zu spüren – die einen erwischt es früher, die anderen später – denn niemand entspricht dem Idealbild des Öko-Übermenschen. Allerdings zeigt die Geschichte auch, dass bislang jede puritanische Welle ebenso zu ihrem Ende kam wie jede Deregulierung. Irgendwann wird es sich in der Mitte einpendeln, so das alle halbwegs klar kommen – nur nicht unbedingt zusammen an einem Ort, was auch nicht nötig ist: Es gibt genug Platz, das jeder nach seiner Facon glücklich werden kann. Manchmal merkt man dann doch noch den Grünen in Dir 🙂

  • #18
  • #19
    OWL-Baron

    @ stefan Das was du für dich in Anspruch nimmst, tue ich auch. Ich führe da aber keinen Kreuzzug. Das es Kneipen für Raucher geben sollte, finde ich völlig in Ordnung, da ist die NRW Regelung eindeutig überzogen. Wenn ich in FFM bin, bin ich auch schon mal mit Freunden in Raucherkneipen. Aber es muss ja nicht immer eine Raucherkneipe sein. Ich für mich persönlich finde ich es einfach angenehmer beim Essen in der Kneipe nicht durch Rauch belästigt zu werden.
    Ich will gewiss keinem das Rauchen generell verbieten, jeder soll rauchen dürfen bis der Bestatter kommt, trinken sowieso. Ich rede da keiner wie auch immer gearteten Prohibition das Wort.

  • #20
  • #21
    TuxDerPinguin

    Mit dieser SPD und CDU Forderung steht die Grünen Chefin innerhalb der einzig verbliebenen großen liberalen Partei sicher ziemlich alleine da.

  • #22
    botterbloemsche

    Begreifen manche Kommentatoren eigentlich nicht, dass die Initiatoren der „Denormalisierung des Alkoholkonsums“ sich den Alkoholkonsum nur als neuen Aufhänger für ihren Verbots-/Bevormundungs-/Umerziehungswahn ausgeguckt haben? Ziel dieser Mentalität ist nicht das Gesamtwohl/Einzelwohl, auch wenn dies gerne als Deckmäntelchen verwendet wird, sondern das Ausüben von Macht durch Stimmungsmache. Damit wird das derzeitige Thema „Alkohol“ beliebig austauschbar mit anderen Reizthemen „Fett“, „Zucker“, „Helmpflicht für Radfahrer“. Nebenbei entmündigt man die Menschen auch noch mit deren Zustimmung. Eigenverantwortung und Selbstbestimmung werde mit Hurra aufgegeben.
    Wann begreifen die Menschen eigentlich, dass das Leben an sich mit Risiko behaftet ist.
    Das alles erinnert mich an den Film „Surrogates“ mit Bruce Willis, der erst kürzlich wieder im Fernsehen lief.

  • #23
    OWL-Baron

    @ Stefan 1995 beschloss die Konferenz an meiner Schule ein Rauchverbot im Lehrerzimmer, bei einer Gegenstimme. Die Raucher drängten sich dann in einem Kabuff zusammen. Schnell ging ihnen ihr Qualm auf den Geist. Die drei Nichtraucher, also auch ich, wurden deshalb gebeten der Aufhebung des Rauchverbotes zuzustimmen. Taten wir unter der Bedingung, dass an Konferenztagen ab Unterrichtsschluss bis zum Beginn der Konferenz und während dieser nicht mehr geraucht werden durfte. Oft genug mussten Kollegen in der Mittagspause auf diese Regel hingewiesen werden. Wer war hier tolerant und wer nicht? Damals war ich schwer bei den Grünen unterwegs, deshalb hat meine heutige Einstellung zum Rauchen mit meinem grünen Erbe eher nix zu tun, falls da überhaupt eins ist.
    Eh ichs vergess: ich bin auch kein Anhänger eines Zwangsveggiedays, dass muss jeder für sich selbst entscheiden (können).

  • #24
    Nansy

    @OWL-Baron #16:

    Zitat: „Der dicke Mensch schädigt mich nicht.“

    Deine selektive Wahrnehmung von realen oder angeblichen Gefahren läßt mich vermuten, dass Du das Konzept der „Denormalisierung“ nicht verstanden hast, oder verstehen willst:

    An der Widerlegegung deines Arguments, dass Dicke dich nicht schädigen, wird auch schon gearbeitet: US-amerikanische Forscher haben bei der Auswertung von Langzeit-Studien über den Gesundheitszustand Beschäftigter verschiedener Branchen festgestellt, dass dicke Kollegen das Risiko, selbst übergewichtig zu werden, enorm erhöhen:
    http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/vermischtes/Studie-Uebergewicht-kann-ansteckend-sein-article1143340.html

    Zitat: „Die Schockfotos sind völlig in Ordnung, denn sie warnen nicht vor eingebildeten Gefahren, sondern vor ziemlich realen.“

    Dann sollten Kirchen (zig brennende Kerzen) Küchen, Töpfe und Bratpfannen auch Schockfotos und Warnhinweise tragen:
    Einige Studien zeigen auch einen Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und dem Kochen. Bestimmte Kochtechniken, Dämpfe und auch die Häufigkeit des Kochens können das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erhöhen:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/17/dampf-ist-gefaehrlich-kochen-erhoeht-lungenkrebs-risiko/

    Irgendwie bist Du auf ein „Feindbild“ festgelegt…..

  • #25
    Robert Gorny

    Fleischkonsum stellt ja in erster Linie ein gesundheitliches Problem für Tiere dar. Wie wäre es mit großen Displays über der Fleischtheke, die Szenen aus der Massentierhaltung und Schlachtung zeigen?

    Alkoholismus ist oft ein Problem für die Angehörigen. Schlage Bilder von misshandelten Kindern im Kreissaal vor. Und natürlich großformatige Poster mit grün und blau geprügelten Ehefrauen beim Standesamt.

    Kletterwände bitte mit Abbildungen offener Brüche tapezieren, die Schwimmbäder könnte man mit Wasserleichen-Mosaike kacheln.

  • #26
    Arnold Voss

    Irgendwann wird sicher auch eine Forscher beweisen, dass schlecht aussehende Menschen gut aussehende Menschen schädigen weil diese die anderen anschauen müssen. Aber ich war immer schon der Überzeugung, dass der Mensch dem Menschen nicht unbedingt ein Wolf, im Wesentlichen aber doch eine Last, zumindest aber eine permanente Zumutung ist. 🙂

  • #27
    OWL-Baron

    @ Arnold Voss Ganz so schlimm ist es nicht. es gibt allerdings Zeiten, da bin ich mir selbst die liebste Gesellschaft @ nansy, i Essen muss der Mensch, rauchen nicht. fleisch gehört von der Entwicklungsgeschichte des Menschen dazu. offen ist nur die Frage, wieviel. Rauchen schädigt die Mitmenschen direkt, alles andere ist kalter Kaffee. Diese „Denormalisierung“ geht mir sowas von am A…. vorbei, jeder kann Rauchen so viel er will. Ich möchte mir aber aussuchen können, ob das in meiner Gegenwart passieren soll, deshalb brauchts klare Regeln. Hätte ich 96 gesagt, dass das Lehrerzimmer rauchfrei bleibt, hätte ich mich schwer unbeliebt gemacht. So eine Entscheidung soll keiner treffen müssen. Ich habe also noch 10 Jahre heftig mitgeraucht, weil den Kollegen ihr selbst produzierter Rauch auf die Lunge gegangen ist. Das ist sicher ein guter Grund für die Entwicklung eines Feindbildes . Meine Geschwister rauchen, einige meiner Bekannten ebenfalls. Da ist kein Platz für Feindbilder. Die dürfen sogar im Wohnzimmer bei uns rauchen.

  • #28
    Nansy

    @OWL-Baron:

    ….aber ich habe doch vollstes Verständis für deine Lage – wie soll man zwischen „guten“ und „schlechten“ Studien unterscheiden? Wie kann man das Eine glauben, das Andere aber nicht? Und wenn alles im täglichen Leben gefährlich ist, dann muss man sich halt die Dinge heraussuchen, die der eigenen Auffassung am nächsten sind, und alles andere geht einem dann eben sowas von am A…. vorbei.. 😉

    Übrigens, der Kommentar von @Botterbloemsche gefällt mir…

  • #29
    Klaus Lohmann

    @#26 | Arnold Voss: Irgendwo kursiert doch schon eine TV-Werbung, in der vor dem Hintergrund von abbruchreifen Großstadthäusern irgendein angeblicher Architekt oder Designer was von „Wenn Deine Umgebung schlecht ist, wird Du irgendwann selbst schlecht!“ faselt, so als Begründung fürs Selbstverschönern von „Schrott“. Wer da für was wirbt, hab ich gottseidank vergessen.

  • #30
    Klaus Lohmann

    @#27 | OWL-Baron: Genau so, wie das Essen mir (nicht immer) Lust und Vergnügen bereitet, kann ich auch das Rauchen als Lebenswertsteigerung betrachten, ohne näher auf Gesundheitsfolgen einzugehen, was auch beim Essen nötig wäre.
    Bzw. *konnte* ich betrachten, denn seit 15 Monaten bin ich nach 37 Jahren filterlosem Dauerperzen rauchfrei. Und das hab ich *ausschließlich für mich!!* getan, für sonst Niemanden auf dieser Welt.

  • #31
    Arnold Voss

    @ Klaus Lohmann # 29

    Da fällt mir gleich auch ein Reklamespruch ein, der mir allerdings in diesem Zusammenhang hier gefällt : „Perfekt aussehen muss nur, wer sonst nichts kann.“ Ich glaube, dass damit ein Baumarkt wirbt oder mal geworben hat.

  • #32
    der, der auszog

    @Nansy

    Hat zwar nichts mit der Nullkommanull-Promillegrenze zu tun, aber gehört ebenfalls in die Kategorie rot-grüne Bürgerumerziehung:

    Um den Frauenanteil in der Kommunalpolitik zu erhöhen, versuchte die rot-grüne Gender-Mainstream-Landesregierung in Rheinland-Pfalz unter Malu Dreier (SPD) und Eveline Lemke (B90/Grüne) die Bürger ihres Bundeslandes bei den kommenden Kommunalwahlen gezielt dahin zu beeinflussen, Frauen zu wählen und zwar in der Form, dass sie Informationen über den aktuellen Männer- und Frauenanteil im jeweiligen Stadtparlament und über den jeweiligen Geschlechteranteil der Wahlliste auf dem Stimmzettel platzieren wollten. Unter dem Motto: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ änderte die Landesregierung vor einem Jahr entsprechend das Kommunalwahlrecht. Es kann halt nicht angehen, dass in Rheinland-Pfalz nur 16,8% Frauen in der Kommunalpolitik tätig sind und wenn die Gendergerechten Politiker schon nicht mit in die Wahlkabine dürfen um dort für den Wähler das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen, dann soll der Wähler zumindest darüber informiert werden, dass er unter Umständen dafür verantwortlich ist, dass Mann und Frau in der Politik nicht gleichberechtigt sind…

    Diese Form der Wählerbeeinflussung, bei der rot-grünen Umerziehungspolitikern noch nicht einmal mehr die Wahlkabine heilig zu sein scheint, ist gestern vom Verfassungsgerichtshof in Koblenz in einem Eilbeschluss für verfassungswidrig erklärt worden: Der Staat hat den Wähler bei seiner Stimmabgabe in Ruhe zu lassen.

    Wie so ein Gleichberechtigungswahlzettel für die Kommunalwahl 2014 ausgesehen hätte, kann man sich auf der Internetseite der SPD Winterbach, einem Örtchen, das zur Verbandsgemeinde Rüdesheim im Landkreis Bad Kreuznach gehört, anschauen:

    http://spdnet.sozi.info/rlp/ubbadkrz/winterbh/images/user_pages/2014_Verhaeltniswahl.jpg

    Passend dazu gestern ein Artikel von Timo Frasch in der FAZ mit dem Titel: „Richter stoppen Frauenförderung auf Wahlzetteln“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/eilentscheidung-in-rheinland-pfalz-richter-stoppen-frauenfoerderung-auf-wahlzetteln-12880373.html

  • #33
    Nansy

    @ der, der auszog:
    Ja, habe ich auch gelesen – auch wenn man sich hier noch auf die Gerichte verlassen kann, finde ich es doch erstaunlich, mit welcher Arroganz und Frechheit hier von den Politkern vorgegangen wird.

    Und wenn wir schon bei „aus dem Ruder laufenden“ Politkern sind, hier ein weiteres Beispiel aus dem Umfeld des korrekten Sozialverhaltens:

    Haftstrafen für schlechte Eltern? Ein britischer Gesetzesentwurf will den Straftatbestand der emotionalen Vernachlässigung einführen. Schaut man sich die Kriterien an, welche als „emotionalen Missbrauch“ bezeichnet werden, dann zählt nicht nur Abkanzeln oder Vernachlässigung dazu, sondern auch Überforderung, „unangemessene Erwartungen, die Kinder auferlegt werden“.

    http://www.heise.de/tp/artikel/41/41417/1.html

    Der Staat will Zugriff auf alle Lebensbereiche….

  • #34
    Nansy

    Nachtrag: die Angstmacherei vor Krebserkrankungen ist – bei Tabak, Fett, Zucker, Salz und auch bei Alkohol – ist ein wichtiges strategisches Element aller Umerziehungsmaßnahmen im Gesundheitsbereich!

    Ein Beispiel aus Großbritannien führt uns das vor Augen – ein Schockvideo auf youtube zeigt einen Mann in der Küche, der sich eine Mahlzeit zubereitet. Währenddessen nimmt er ein Bier aus dem Kühlschrank, gießt es in ein Glas und nimmt einen Schluck. Am Boden des Glases sieht man einen kleinen Tumor, der zu wachsen beginnt, je mehr Schlucke Bier der Mann aus seinem Glas trinkt. Beim letzten Schluck aus dem Glas, spült er den Tumor mit dem Bier herrunter:

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=F0yH_5_tFqQ

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