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Die Bierduschen-Debatte vor dem Pokalendspiel ist die nächste Denormalisierungs-Stufe

Der DFB-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Der DFB-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Meldungen, da kann man als Beobachter der Szene wirklich nur noch die Hände vor den Kopf schlagen. Da sorgte am gestrigen Donnerstag eine vermeintlich kleine Meldung für sehr großes Aufsehen unter den Sportfans, wonach ‚Bierduschen‘ im Rahmen des am Samstag anstehenden DFB-Pokalfinales der Herren, zwischen den FC Bayern München und der Dortmunder Borussia, auf dem Spielfeld in diesem Jahr nun offenbar verboten seien.

Eine Nachricht, die inzwischen, ob nur durch öffentlichen Druck oder nicht, weitestgehend wieder entkräftet und teilweise auch dementiert wurde.

Bierduschen beim Fußball seien nach wie vor grundsätzlich erlaubt, quasi geduldet. Zumindest eben zu gewissen Zeiten und Anlässen. Das sei so auch gar keine Neuigkeit, sondern zuletzt eben auch schon immer so gewesen, beteuerte der DFB auf Nachfrage gegenüber Medienvertretern.

Nun denn, müßig nun noch nachzuhalten, was hier nun wirklich der wahre Kern der Geschichte war bzw. ist. Letztendlich wohl auch ziemlich egal, denn alleine der grundsätzliche Ansatz ist hier schon das eigentliche Problem: Die immer selbstverständlicher und größer werdenden Diskussionen über eine offenbar zunehmende Denormalisierung von Alkoholkonsum und dessen immer deutlicher und lauter hinterfragte, quasi selbstverständliche Gegenwart in unserer Gesellschaft. Zumindest eben in einer großen Öffentlichkeit. Das ist das wirklich Bedenkliche daran. Und diese grundsätzliche Entwicklung kann auch gar nicht länger dementiert werden.

Hintergrund ist hier nun eine Initiative namens „Alkoholfrei Sport genießen“, welches seit kurzem auch vom Deutschen Fußballbund (DFB) offiziell unterstützt wird.

Das Bündnis gibt es eigentlich schon seit über vier Jahren. Bisher wurde es allerdings eher wenig beachtet. Jetzt aber machen große Sportverbände, wie eben der DFB, der Deutsche Turner-Bund oder auch die Handballer dabei mit. Das trägt das Aktionsbündnis offenbar deutlich stärker in die Öffentlichkeit. So dann auch Gestern.

Der neue DFB-Boss Grindel sagte in diesem Zusammenhang demnach wohl kürzlich auch, er käme bei einem Fußballspiel nie auf die Idee, zur Halbzeit in der VIP-Lounge „Alkohol zu konsumieren“. Und das bleibt, bei aller Debatte über die Details der jüngsten Meldungen in Sachen DFB-Pokalendspiel, dann schon ein echtes Problem. Zeigt dies doch, wie weit der neue DFB-Boss einerseits von der Basis der Fußballfreunde in den Kurven der Stadien entfernt lebt, zeigt es andererseits aber auch die große Verlogenheit der ‚schönen neuen Fußballwelt‘.

Eine Fußballwelt, wo es zwar durchaus gerne gesehen ist, wenn große Teile der Banden in den Arenen mit Bierwerbung gepflastert sind, auch an den Getränkeständen der Stadien seit Jahren große Umsätze mit Bierverkäufen gemacht werden können, wo man andererseits nun aber eben auf öffentliche Bierduschen im ‚Idealfall‘ offenbar besser komplett verzichtet werden soll.

Und auch wenn ein Herr Grindel sich hierdurch offenbar gerne als irgendwie moralisch überlegen darstellen möchte, wenn er in seiner ‚VIP-Lounge‘ angeblich eben nicht an Alkoholkonsum denkt, ist dies ebenfalls mehr als bedenklich.

Diese Diskussionen zeigen schon für sich gesehen, auf bedrohliche Art und Weise, welche dramatischen Entwicklungen hier offenkundig inzwischen eingesetzt haben.

Und Erfolg haben diese Kampagnen offenbar auch in nicht unerheblichem Ausmaß. Denn auch wenn man nun offiziell beim Deutschen Fußballbund von einem völligen Bierduschen-Verbot im DFB-Pokal-Finale nichts (mehr) wissen will, in der Diskussion ist ein solches Verbot ja dadurch unzweifelhaft endgültig angekommen.

Und alleine dadurch verbreiten sich diese Denormalisierungs-Gedanken ja wieder rasend schnell weiter. Mission erfolgreich?

Egal ob nun morgen das Siegerteam gar nicht, wie üblich, oder aber auch besonders intensiv mit Bierduschen feiert, es wird entsprechend intensiv beachtet und auch diskutiert werden.

Und dabei wäre es, ohne diese jüngsten Meldungen und Dementis, eigentlich eine Selbstverständlichkeit nach dem Spiel gewesen. Zudem eine schöne Tradition, auf die viele Fans und Zuschauer im Lande nicht so einfach verzichten möchten. Warum auch?

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24 Kommentare zu “Die Bierduschen-Debatte vor dem Pokalendspiel ist die nächste Denormalisierungs-Stufe

  • #1
    Klaus Lohmann

    Solange der DFB auf Schritt und Tritt mit Bitburger wirbt, ist das keine Denormalisierungs-Kampagne, sondern schlicht und einfach Kasperletheater von einer vergreisten und verkalkten Rentnerclique.

    Ich find’s übrigens klasse, dass die FIFA-Ethiker jetzt auch den Niersbach sperren wollen: http://www.spiegel.de/sport/fussball/wolfgang-niersbach-fifa-fordert-zwei-jahre-sperre-fuer-ex-dfb-chef-a-1093279.html :)))

  • #2
    Martin Kaysh

    Also, wenn ich mal Länderspiele schaue, sponsert da "Bitburger alkoholfrei." Und diese Bierdusche, wohlmöglich zur Zeit der Aschepöhlerei mal pubertärer Überschwänglichkeit entsprungen, ist längst knallharte Schleichwerbung. In Dortmund standen zu Doublezeiten ja nicht zufällig große Gläser mit riesigem Sponsorenaufrdruck, frisch gefüllt, mit dekorativer Schaumkrone veredelt, griffbereit und anschließend noch minutenlang beim TV-Interview mit dem Trainer im Bild. Die Gläser waren eigens für diesen Auftritt angefertigt worden.
    Da waren die ansonsten ausgeschlossenen Brauer halt clever. Jetzt setzt sich mit dem Duschverbot ein Unternehmen, das viel Geld zahlt für Exklusivität, zur Wehr. Würde ich genauso machen.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @#2 Martin Kaysh: Das hier: http://www.bitburger.de/home/ sieht trotz Nati-Trikots insgesamt nicht nach Alloholfrei aus. Und wer urteilt, ob in den gelb- und schaumig-gefüllten Bierduschgläsern überhaupt jemals Allohol drin war???

    Seit unser Franzl-Kaiser für Malzbier Reklame stand, ist es insgesamt ein Kasperletheater, was noch nie wirklich etwas mit Gesund-Nudging zu tun hatte.

  • #4
    Klaus Lohmann

    @Somaro: Ich habe keine Ahnung, wen Sie mit Ihrem Kommentar wirklich ansprechen wollen, aber Ihnen sei der gute Paracelsus ans Herz gelegt: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

  • #5
    Nansy

    Zitat: "Eine Fußballwelt, wo es zwar durchaus gerne gesehen ist, wenn große Teile der Banden in den Arenen mit Bierwerbung gepflastert sind, auch an den Getränkeständen der Stadien seit Jahren große Umsätze mit Bierverkäufen gemacht werden können,…."

    Das Verbot von Alkoholwerbung steht schon seit Jahren auf der Wunschliste der Denormalisierer – schon 2008 sprach sich der Drogen- und Suchtrat der Bundesregierung unter anderem für ein Verbot der Alkoholwerbung in Fernsehen und Kino vor 20 Uhr und der Verbindung solcher Werbung mit Sportsendungen aus.
    Fußball, Formel 1 und andere Sportarten werden vom Suchtrat, Europäischen Parlament, Krankenkassen und Abstinenzlerorganisationen als besonders dankbares Eingangstor für ihre Vorstellungen von Werbeverboten und anderen Alkoholregulierungen gesehen.
    Dass dabei die angebliche Beeinflussung der sportbegeisterten Jugendlichen durch die Alkoholwerbung als Begründung herhalten muß, ist nicht außergewöhnlich. Das Argument des Jugendschutzes wird auch bei anderen als problematisch angesehenen Konsumarten besonders gerne als Einstieg in weitergehende Verbote angeführt: Fast-Food, Handy-Sucht, Tabak, Soft-Drinks usw.

    Dass der DFB auf Schritt und Tritt mit Bitburger wirbt, taugt also nicht als Gegenargument für die Denormalisierungsbemühungen der Alkoholregulierer – es zeigt nur dass die bisherigen Bemühungen, den Alkohol im Umfeld des Fußballs zu verbannen, noch relativ am Anfang stehen. Wir werden demnächst mehr davon zu hören bekommen…

  • #6
    Klaus Lohmann

    @Nansy: Zunächst ist es sicher richtig, dass die Denormalisierungsbemühungen über die typisch deutschen "Gesundheitsbewegungen" ala DFB in Zukunft noch verstärkt werden.

    Allerdings haben DFB und gesundheitspolitische Drahtzieher grade bei Bitburger das Problem, dass eine scharfe, pädagogisch im Sinne der Denormalisierung wünschenswerte Grenzziehung – hier Sport ohne Allohol, da restlicher Alltag – durch das massive Marketing der Bitburger Holding außerhalb der Länderspiel-HeileWelt für das schöne, friedliche Pilsbieruniversum mit seinen fitten, jungen Models oder den "harten Kerls" ad absurdum geführt wird. Die Vermarktungsstrategien beider "Werbewelten" sind sich – und das mit voller Absicht – viel zu ähnlich, um dem Rezipienten eine wirksame, klar definierte Alloholfrei-Botschaft zu vermitteln.

    Und Bitburger muss als Brauerei im Alkohol-Segment weiter Gas geben, da die Bierumsätze national rückläufig sind und alkoholfreie Brausen noch nur max. 10% des Umsatzes ausmachen.

  • #7
    miasanpokalsieger

    Schade. Hat nicht sollen sein. Jetzt gibts zumindest im nächsten Jahr keine Chance auf den Pokal.

    Immerhin wird der DFB sicherlich so gerecht sein und Borussia Dortmund vom Pokal ausschließen, wie er es bei Dynamo Dresden getan hat.

    Aber wenns auf dem Feld nicht läuft, muss man eben in den Blöcken von sich reden machen. Das war ja schon immer ein großer Teil des Dortmunder Fantums.

  • #8
    B

    #7
    Der Kommentar war fast lustig. Dass die Situation bei Dresden ein bisschen anders war ist hoffentlich bekannt.
    Dass ihr so früh schon wach seid nach der feierei gestern… oh, wait…

  • #9
    Klaus Lohmann

    @miasanpokalsieger: Bei diesem Thema gehört allerdings hauptsächlich dem Schiri die Versager-Krone des Tages (die er sich vorher schon redlich verdient hatte), denn er hätte kraft Regelwerk dem schwatzgelben Idiotenblock die Zugabe "Elferschießen-vor-der-eigenen-Fankurve" versagen können bzw. wg. genau dieser Ausschreitungen zu Anfang der 2. Hälfte versagen müssen.

  • #10
    miasanpokalsieger

    @Klaus

    Stimmt. 2 Elfmeter für Bayern übersehen passiert auch nicht alle Tage, trotz des bekannten Bayernmalus gegen kleinere Gegner.

  • #11
    miasanpokalsieger

    @B

    Wer sagt, dass ich geschlafen habe? Der Kommentar war leider gar nicht lustig.

  • Pingback: Dortmund: Alles, nur kein wirkliches Sommerloch beim BVB! | Ruhrbarone

  • #13
    Klaus Lohmann

    @#10 miasanpokalsieger: Richtig, hatte ich ganz verdrängt, für die Bayern gehört der gestreckte Augenfinger von Teenie-Frank ja zum normalen Trainingsumfang und ist ebenso als allgemeine Grußformel im Seehofer-Auenland bekannt.

  • #14
    miasanpokalsieger

    @Klaus

    Willst du ihn nicht noch Kinderschänder nennen und damit noch deutlicher deine krude, menschenverachtende Einstellung zur Schau stellen?

    Was bin ich froh, dass so Typen in den letzten und kommenden Jahren nichts zu lachen hatten und haben werden.

  • #15
    Klaus Lohmann

    "Willst du ihn nicht noch Kinderschänder nennen" Nö, warum sollte ich das tun? Fantasien habt ihr Bayern, tststs…

  • #16
    Walter Stach

    -14- "So Typen…."
    Ja, so ein Typ ist Ribery, der in seiner gesamten Karriere auf dem Platz und außerhalb desselben mehrfach bewiesen hat, daß er im Vergleich mit anderen prominenten Spielern erheblich charakterliche Defizite aufweist.
    Daß er jetzt via Kicker seine "Augenstecherei" noch zu rechtfertigen versucht, belegt dieses charakterliche Defizit. Eine Entschuldigung an Castro…..???? -bei einem "Typen" wie Ribery undenkbar.

    Dass der FCB mit Ribery wegen seiner charakterlichen Defizite (auf und neben dem Platz) keine Problem hat…..-"paßt schon".

    Das ändert nichts an meiner Bewertung dessen, was Ribery fußballerisch am Samstag geboten hat. Er war für mich "der beste Mann auf dem Platz".

    Als BVBer habe ich mir "ausgemalt", was wäre wenn……..; wenn zB. Reuss ,Mikitarian , Obomo…(?) in
    Sachen Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, unbedingter Siegeswille Ähnliches wie Ribery am Samstag und in anderen wichtigen Spielen unter Beweis gestellt hätten.

    Im übrigen vermute ich, daß sich Tuchel u.a. über diese eklatanten Mängel bei seinem "Spitzenpersonal" große Sorgen macht und darauf in der Vorbereitung auf die Spielzeit 2o16/2o17 reagieren wird. Auch in Liverpool hat sich bekanntlich dieses Defizit in der II. Halbzeit folgenreich gezeigt.

    Ansonsten -damit mich niemand mißversteht-:

    Ich bin mit dem vom BVB in der Spielzeit 2o15/2o16 Gezeigten und mit dem Erreichten absolut zufrieden. Vizemeister, Champ.lig -Teilnahme, Errreichen des Pokalendspieles, Halbfinale Euro-Lig…
    Mit Blick auf die Spielzeit 2o14/2o15, mit Blick auf den Trainerwechsel konnte doch das Erreichte keineswegs als "selbstverständlich" vorausgesetzt werden.

    Zudem hatte ich vor dem Pokalendspiel nicht erwartet, daß der BVB den FCB in ein Elfmeterschießen "zwingen" würde. Mit Blick auf die I.Halbzeit des FCB gegen Atletiko und meiner Vorstellung, der FCB könnte diese grandiose Leistung im Pokalendspiel wiederholen, konnte ich eine "deutliche Schlappe" für den BVB nicht ausschließen. Also war ich trotz der Niederlage im Elfmeterschießen letztendlich nicht verärgert, wohl enttäuscht.

    Zum Thema "Schiedsrichter und Sportmedien" haben das Pokalendspiel und die Berichterstattung -einschließlich des Riberry-Eklats nichts Neues gezeigt, sondern nur deren Devotion -ich könnte auch sagen deren "A…Kriecherei"- wieder einmal unter Beweis gestellt, wenn es um den FCB geht."

  • #17
    Walter Stach

    Nachtrag:
    Robin,
    die sog. Bierduschen sind für mich ganz einfach " ein seltsames, ja für mich ein doofes Ritual" ,dem ich nichts abgewinnen kann. Aber jedem, der daran seine Freude hat, sei dieses Ritual weiterhin gegönnt.

    Robin,
    ist Dir bekannt, wann das mit diesen Bierduschen losging und ab wann sie sich als Ritual etabliert haben? Gibt es dieses seltsame (für mich doofe) Ritual auch außerhalb Deutschlands?

  • #18
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Das Ganze hat in den letzten Jahren sicherlich eine mehr und mehr durchorganisierte, gesponserte Form angenommen, die mir so auch nicht unbedingt gefällt. Spontane Freude ist da wohl längst nicht immer der Ursprung. Aber diese Versuche das mit fadenscheinigen Gründen zu ‚verdammen‘ finde ich schon ziemlich ärgerlich. Wenn man auf dem Motorsport schaut, wo die Champagner-Spritzerei doch auch schon ewig läuft, dann sieht man, dass so etwas durchaus schon über viele Jahre praktiziert wird. Und warum sollte man das fadenscheinig verbieten bzw. denormalisieren?

  • #19
    Klaus Lohmann

    @Walter: Soweit sich das recherchieren lässt, gab es die erste "Bierdusche" als sog. "Gatorade shower" in einem Football-Spiel Mitte der Achtziger zwischen den New York Giants und den Washington Redskins, als ein Innenverteidiger der NYG sich an seinem Coach rächen wollte (http://espn.go.com/espn/page2/story?page=rovell/051014).

    Hierzulande haben das tatsächlich wohl die Bauern mit ihren Weißbiergläsern (daher auch die absolut falsche Bezeichnung "Bier"dusche;-)) das erste Mal beim Erreichen der Meisterschaft 2000 zelebriert.

  • #20
  • #21
    Walter Stach

    Klaus,
    ja, das ist doch ‚mal was, von Dir zu erfahren, daß das mit "dem Bier" und das "mit dem Duschen" seinen Ursprung nicht im Lande der Bayern hat.

    Robin -18-,
    in Deinem Sinne meine auch ich, daß es einen Unterschied gibt, zwischen einerseits spontanen "Ausbrüchen" der Freude -unbedacht, ungeplant, spontan-, z.B. eine Bierdusche, und anderseits ritualisierten, bis ins Detail geplante ,meistens von irgend einer "Obrigkeit" vorgebenen und organiserte Demonstrationen vorgeblicher oder tatsächlicher Freude -z.B. die jetzt zelebrieren sog. Bierduschen .
    Wenn ich mir die vom DFB/von der DFL zu verantwortenden einschlägigen "Aktionen der Freude", z.B. die Meisterfeier, z.B. den Pokalsieg, z.B. Feiern anläßlich von WM/EM Erfolgen ansehe, dann habe ich nicht den Eindruck, daß hier voller Freude und dieser Freude wegen zumindest noch ein wenig Raum für das "Sich-Ausleben-Können" derjenigen gegeben ist, um die es primär geht.

    Wenn zu meiner Zeit jemand einen anderen mit Bier begossen hat, was selten vorkam und wenn, dann im "besoffenen Zustand", dann nicht aus Freude gegenüber einem Freund, sondern als provokantes Ärgernis, mit manchmal fatalen Folgen für den "Bierschütter".

  • #22
    thomas weigle

    Tja @Walter Stach, so ist es, ein sog. Fliegerpils war und ist gewiss kein Ausdruck von Freude und Überschwang, sondern von überschäumender Aggression.

  • #23
    Walter Stach

    Thomas Weigle,
    ich habe seinerzeit gar kein Pils, sondern "nur" Bier getrunken….Dortmunder-Kronen!!

    Im übrigen gab es in der Bezirksklasse und in der Landesliga, mehr war für mich nicht drin, noch die "gute" Sitte -das Ritual-, das wir nach jedem Spiel noch in der Kabine uns vor dem Duschen erst einmal eine "Flasche gegönnt" haben -bei einem wichtigen Sieg auch mehre. Ich erinnere mich nicht daran, daß es bei uns sog. Bierduschen gab. Vermutlich war uns dafür das Bier auch " zu schade".

    Wenn wir nach dem Spiel dann in der Vereinskneipe gelandet sind -Stromberg, Waltrop, Elternhaus des Koches der Nationalmannschaft-, dann ist es , wie angedeutet, schon ‚mal passiert, daß sich Streithähne Bier über den Kopf oder ins Gesicht geschüttet haben, und das dann regelmäßig zu später Stunde und, wie gesagt, in "stark angetrunkenem Zustand", also, wie man im Ruhrgebiet sagt, wie waren "total besoffen".

    Thomas Weigle,
    ich denke, unabhängig von unseren persönlichen Ein- bzw. Wertschätzungen des "deutschen Rituales" der sog. Bierduschen nach bedeutenden Fußball- Spielen und losgelöst von einschlägigen Erinnerungen, teilen wir doch allesamt die Meinung, daß jeder, der dieses Ritual liebt, nicht durch Dritte -DFB, DFL-daran gehindert werden sollte, es weiter zu hegen und zu pflegen.
    Ich würde mir Gleiches wünschen, wenn ein Spieler vor Freunde über ein erzieltes Tor kurzzeitig sein Trikot auszieht, aber……….

  • #24
    Alexander Schestag

    Ich empfehle dem Autor dringendst, sich mal bei einer Suchtberatungsstelle schlau zu machen, welche Droge dort am häufigsten als problematisch thematisiert wird. Richtig, Alkohol. Zudem empfehle ich dem Autor, sich mal über den Zusammenhang zwischen Alkohol und Gewaltverbrechen schlau zu machen. Alkohol steigert das Risiko, dass gewaltbereite "Fans" aufeinander losgehen oder anderweitig Gewalttaten begehen, ganz erheblich! Alkohol aus dem Stadion zu verbannen, ist daher überfällig. Leider tut die FIFA z. B. das Gegenteil. Stände von Suchtberatungsstellen etwa werden im Umfeld von Länderspielen und Turnieren verboten. Städte tanzen diesbezüglich bei Standgenehmigungen nach der Pfeife der FIFA. Von einer Denormalidierung kann also keine Rede sein. Im Gegenteil. Der Profifußball verharmlost durch Werbung und die allgegenwärtige Präsenz von Alkohol im Stadion Probleme mit dieser Droge. Bierduschen sind dabei das kleinste Problem. Alkoholwerbung im Stadion und bei Spielen müssen aber ebenso weg wie der Alkoholverkauf im Stadion. Deutlich alkoholisierten Zuschauern muss konsequent der Zutritt verweigert werden. Wer bewusst und vernünftig ein Bier trinken will, wird das genauso nach dem Spiel tun können.

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