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Dortmund fickt nicht gerne

Blöd ist er nicht, der Dortmunder. Aber er gibt sich verdammt viel Mühe, stets so zu erscheinen. Mit dem stümperhaften Versuch, ein Theaterplakat zu zensieren, landet er mal wieder einen Volltreffer.

Am Freitag eröffnete das Schauspielhaus die Saison mit einer Inszenierung des Chefs Kay Voges. Für „Einige Nachrichten an das All“ wurde kräftig geworben. Die Premierengäste wurden beschenkt mit Kondomen, versehen mit der Aufschrift: „Wir befinden uns in einer Explosion, Ihr Ficker! – Wolfram Lotz“. Das Präsent mit dem Autorenzitat kann man lustig oder pubertär finden oder man kann den nächsten geschützten Geschlechtsverkehr mit dem Teil kulturell überhöhen.

Nun wollte das Theater mit dem Spruch auch Außenwerbung betreiben, Plakate aufhängen in Schaukästen, die den Stadtwerken DSW 21 gehören. Es kam erwartungsgemäß. Der Ficker missfiel. Wahrscheinlich dachte man an Kinder, deren Leben durch das schlimme Wort nachhaltig beeinträchtigt werden könnte. Man dachte jedoch nicht daran, dass jeder normalbegabte Siebenjährige das Wort „Ficker“ im Gegensatz etwa zum sachlichen „Kopulierenden“ kennen und auch schreiben können wird. Egal.

Aus dem Ficker wurde ein F****r, und dann kamen die überklebten Plakate in die Schaukästen. Nun gibt sich der Dortmunder, wie erwähnt, beim Blödsein Mühe. Er dachte nicht daran, dass die Schaukästen nachts von innen beleuchtet sind. Der Ficker scheint wieder durch, man erkennt noch die stümperhaft überklebten Symbole. Die Plakate schreien jetzt geradezu: „Schau, hier scheitert ein Zensurversuch!“ Das wiederum ist so wunderschön, dass man den Verantwortlichen bei den Stadtwerken eigentlich jeden PR-Preis der Republik an den Hals wünscht.

 

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