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DÜGIDA – AfD Mitglied Alexander Heumann organisiert Demo in Düsseldorf gegen die „Islamisierung des Abendlandes“

AfD-Mann Alexander Heumann als Redner bei der HoGeSa-Demo

Alexander Heumann (AfD) als Redner bei der HoGeSa-Demo, Foto: Screenshot Youtube

Die Gruppierung „Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (DÜGIDA) will heute gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes in Düsseldorf vor dem Landtag demonstrieren und anschliessend mit einem Schweigemarsch den Rhein entlang laufen. Als Hauptredner wird der Düsseldorfer Rechtsanwalt und AfD-Mitglied Alexander Heumann auftreten – er organisierte die islamophobe Demonstration. Heumann ist keine AfD-Randfigur, er kandidierte im Oktober zum stellvertretenden Landessprecher der NRW-Landespartei. Die Veranstalter, die den „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) nahestehen, bemühen sich im Vorfeld darum, sich von Rechtsextremisten zu distanzieren. Bei ihnen seien – im Gegensatz zu den Hooligandemos – rechtsradikale Parolen oder Symbole nicht geduldet. Dennoch mobilisieren sowohl die NPD als auch „Die Rechte“ im Internet zu der anti-islamischen Demo. Zufall? Eher nicht. Es lohnt sich einmal mehr, den Blick auf die Frage zu werfen, warum Veranstaltungen von AfD-Mitgliedern inhaltlich so mühelos an das rechtsextreme Spektrum andocken können.

Die jetzige Distanzierungen Heumanns von den Hooligans sind unglaubwürdig. Vor gerade mal drei Wochen hielt Heumann bei der HoGeSa-Demo eine Verbrüderungs-Rede. Er begann mit den Worten: „Hier vor Euch stehen zu dürfen ist ein tolles Gefühl – soviel Freunde Deutschlands hier versammelt zu sehen.“

Danach folgte eine Rede gegen die „Zwangsislamisierung“, über die „Scheissangst, dass die Islamisten uns die Meinungsfreiheit wegnehmen“ ergänzt durch die üblichen Seitenhiebe gegen die „Hassmedien“. Am Ende übte er den engen Schulterschluss mit Rechten und Hooligans: Er sprach ihnen eine bemerkenswerte Rolle in der Weltgeschichte zu: Die HoGeSa würden in Zukunft diejenigen sein, die die Freiheit aller gerettet haben und den Untergang der Welt, wie wir sie heute kennen, abwendet haben. Begeistert ruft er den Demonstranten zu: „Das werdet ihr sein!“ Die Abendlandretter antworten mit „A-Hu, A-Hu, A-Huuuu!“

Die Retter des Abendlandes von der Patriotischen Plattform, Screenshot facebook

Die Retter des Abendlandes von der Patriotischen Plattform, Screenshot facebook

Heumann nutzte die Gelegenheit auch, um Werbung für seinen außerparlamentarischen „Untersuchungsausschuss“ APU 26/10 zu machen, der die gewalttätigen Ausschreitungen der HoGeSa in Köln im Oktober relativieren soll. Heumann kündigt an: „Wir werden die Inszenierungen der Mächte in Staat und Medien mit dem Skalpell sezieren.“ Seine Co-Sprecher in dem Pseudo-Ausschuss ist Conny Meier, Bundesgeschäftsführer der Bürgerbewegung Pax Europa e.V. (BPE). Die Gruppierung wird im bayrischen Verfassungsschutzbericht unter „Verfassungsschutzrelevante Islamfeindlichkeit” erwähnt.

Diese Arbeitsgemeinschaft von Heumann ist nicht verwunderlich, er ist Sprecher der „Patriotischen Plattform (PP)“ in NRW, einem Zusammenschluss von Mitgliedern der AfD, der den Rechtsaußen-Flügel der AfD vertritt. Bei dem Gründungstreffen an einem geheim gehaltenen Ort wurde das gemeinsame Ziel festgelegt, „dass Deutschland gegen alle Versuche des Herausbildens einer multikulturellen Gesellschaft seine Sprache und Kultur“ erhalten werden soll. Mit diesem Credo bekommt man an jedem NPD-Stammtisch größtmögliche Zustimmung. Die PP möchte zwar an dem Sozialstaat festhalten, sieht ihn aber „vor allem aber durch massenhafte Einwanderung in die Sozialsysteme“ zunehmend in Frage gestellt. Da wären sie sich mit der Partei „Die Rechte“ einig.

Die Geister die man rief, wird man nicht so leicht los

Angesichts der politischen Ausrichtung der Demonstration erstaunt wenig, dass die NPD ihre Mitglieder mobilisiert, um heute Seit‘ an Seit‘ mit den AfD-Mitgliedern der patriotischen Plattform zu marschieren. Aktivisten aus den NPD-Kreisverbänden wollen den Protest „begleiten“. Auch die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ ruft im Internet dazu auf, zur Anti-Islam-Demo nach Düsseldorf zu fahren. Parolen dürfen die Nazis allerdings nicht rufen, das haben die Veranstalter im Vorfeld untersagt. Ob sich jedoch Rechtsextremisten wie Dennis Giemsch und Michael Brück durch Herrn Heumann den Mund verbieten und zum Schweigen verdonnern lassen? Folgen den Aufrufen in den sozialen Netzwerken genug Rechtsextremisten, könnte es für die AfDler unter Umständen jenseits der bratwurst-kompatiblen Rhetorik von Herrn Heumann doch noch ungemütlich unbürgerlich werden.

Tanja Festerling (AfD) und die friedlich bewaffnete HoGeSa

Sollte heute die Situation kippen und unfriedlich werden, hilft vielleicht AfD-Fachfrau Tanja Festerling, die Lage vor Ort einzuschätzen. Sie ist Mitglied in Heumanns „Patriotischer Plattform“ und jubelte vor kurzem auf ihrer facebook-Seite „ -… so war’s in Hannover! Die links-grüne Gegendemonstration provoziert, die HoGeSa deeskaliert!“

HoGeSa-Fan Tajana Festerling (AfD)

HoGeSa-Fan Tajana Festerling (AfD), Screenshot

Am letzten Sonntag schien das Interesse an Deeskalation der HoGeSa nicht ganz so groß zu sein, die Polizei fand bei ihnen, wie die Kölner Polizei mitteilte, Messer, Teleskopschlagstöcke, Quarzsandhandschuhe, Mundschutz, Pfefferspray und Rauchtöpfe. Dennoch lässt Festerling ihrer Sympathie für die verschiedenen Le-Ka-Ho- und sonstwas Ge-Sas freien Lauf. Das handelte ihr in der Vergangenheit bereits den Versuch eines Parteiausschlussverfahrens ein. Das hindert sie aber nicht daran, ihren facebook-post zur parteiinternen Pediga-Diskussion mit „Nein, Lucke muss weg!“ enden zu lassen. Interessant, die Selbstzerlegung der AfD wäre tatsächlich eine echte Alternative für Deutschland.

German Defense League, Screenshot Youtube

German Defense League, Screenshot Youtube

Denn die Quer-Verbindungen sind unangenehm: Für die Heumann-Veranstaltung wird auch auf dem islamfeindlichen Blog PI News (Politically Incorrect) ordentlich getrommelt – kein Wunder, hat man doch ein gemeinsames Anliegen. Auf PI-News darf auch die islamfeindliche German Defense League ihre Anzeige schalten – man ist also unter sich. BPE-Mitglied Heumann kämpft darum, dass „die Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur in Europa“ verhindert wird, einer der BPE-Landesverbände arbeitet mit Unterstützung von PI-Gruppen – der Kreis schliesst sich auch hier.

Mit den Rechten anderer Menschen nimmt es Rechtsanwalt Heumann nicht so genau. Auf seiner facebook-Seite teilt er einen Link, der dazu auffordert: „Es ist ganz wichtig mit eigenen Handys alle Übergriffe der Linken zu dokumentieren und dann ins Netz zu stellen“. Das Internet als Privatfahndungsinstrument? Der Rechtsanwalt, der sich gerne als Robin Hood der Kindern und Vätern darstellt, teilt, was schon lange rechtsextreme Praxis ist: Die Anti-Antifa outet Gegendemonstranten, indem sie Fotoaufnahmen von ihnen zum Zweck der Einschüchterung ins Internet stellt.

Auf seinem Blog ‚heumanns-brille‘ geht es auch sonst schon mal „richtig zur Sache“, denn er sieht sich als Alternative zu den „Mainstream- und Systemmedien“. Die Heumannbrille sorgt allerdings nicht für den notwendigen Durchblick. Mal jammert er darüber, dass der Antifaschismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Dann belobhudelt er in einer Rezension das Buch von Sebastian Maaß – die dem Buch zugrunde liegende Dissertation des Autors zur Geschichte der Neuen Rechten wurde wegen „unwissenschaftlicher rechtsextremer Apologetik“ nicht zur Promotion zugelassen. Die rechtsextreme National-Zeitung (NZ) sprang Maaß damals eilfertig zur Hilfe. Gerhard Frey jun., der in der Verlagsleitungtätig ist, kennt sich als Hobbyhistoriker und Autor der NZ im Genre ‚unwissenschaftliche und geschichtsrevisionistische Publikationen‘ bestens aus.

Noch ein Schulterschluss: Querfrontler Jürgen Elsässer

Elsässer-Fan Alexander Heuman (AfD),

Elsässer-Fan Alexander Heuman (AfD), Screenshot

Und auch einen alten Bekannten aus der Reihe der rechtslastigen Verschwörungstheoretiker bejubelt Heumann: Das Compact-Magazin sieht er als „sich mutig vom Mainstream abhebenden Periodikum“ an und erklärt, dass sein Meinungskumpel Jürgen Elsässer einer neuen demokratischen Rechten angehöre …. “obzwar – oder gerade weil – Elsässer stets dafür plädiert, politische Orientierungsraster wie ´links´ oder ´rechts´ als überholt zu betrachten.“ Und auch an anderer Stelle gibt er der Querfront-Idee recht: „Schluß mit der Spaltung! Wir lassen uns nicht mehr auseinanderdividieren! ALLE demokratisch gesinnten PATRIOTEN sind willkommen! Egal ob ´links´ oder ´rechts´, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion, alles klar? Hauptsache, sie stehen mit uns gemeinsam auf für Deutschland!“

Das Credo der Querfrontler scheint bei Teilen der AfD auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Vielleicht macht sich Alexander Heumann ja auf den Weg nach Witten zum 1. Wissenskongress, dort kann er den „mutigen Elsässer“ live erleben.

Pegida – kluge Annäherung an den Islam?

In einem Artikel der Patriotischen Plattform heisst es: „Mit Hogesa verbindet Pegida das Thema Islam, nähert sich ihm aber ungleich klüger.“ Die Distanzierungsversuche zu den HoGeSa und die bessere Verpackung der Inhalte mag aus AfD-Sicht tatsächlich „klüger“ sein, um das eigene bürgerlich-rechte Wählerspektrum nicht zu verschrecken. An den gemeinsamen politischen Zielen und der Diskreditierung der Mehrheit der friedlich in Deutschland lebenden Menschen islamischen Glaubens, ändert das nichts. Die DÜGIDA will nun in der Tradition der Montagsdemos, die von Querfrontlern unterwandert sind, in den nächsten Wochen in Düsseldorf „spazieren gehen“. Das sollte man weiter im Auge behalten. Gefährlich für eine tolerante und freiheitliche Gesellschaft sind die sich bürgerlich gebenden geistigen Brandstifter und rechten Biedermänner.

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10 Kommentare zu “DÜGIDA – AfD Mitglied Alexander Heumann organisiert Demo in Düsseldorf gegen die „Islamisierung des Abendlandes“

  • #1
    SR-71, A

    Ach, schon wieder diese blöööde und diffamierende Schlagwort „islamophob“ zu Anfang, – da hat man schon garkeibne Lust mehr ruhig und sachlich differenzieren weiterzulesen.

    Wahrscheinlich fehlt der AUtorin noch ihr ganz persönliches islamophobierendes Erlebnis !
    Aber wie schon Berthold Brecht resümierte, auch
    die meisten Menschen lernen nicht aus der gesellschaftlich-politischen Katastrophe, wie die LABOR-MAUS nicht aus dem an ihr begangenen Versuchen !

    ROHRBARONE sollte von der Polarisierungs-Hetze und „Antifa“-Vernageltheit, der ja uch die west- & israelfreundliche Antifa zum tätlichen Opfer fällt, weg wieder zu Information und Analyse ( zurück-) kommen.

  • #2
    Klaus Lohmann

    @SR-71, A: Sie haben jemals in Ihrem Leben „ruhig und sachlich differenzieren“? Oder sind Sie ein Ausländer, der sich sprachlich nicht so gut ausdrücken kann? Dann empfehle ich einen Umzug nach Bayern.

    Übrigens: „Scheissangst, dass die Islamisten uns die Meinungsfreiheit wegnehmen“ ist rein psychosozialwissenschaftlich analysiert halt eine ausgewachsene Islamophobie, nichts anderes. Und die Wahrheit werden die Ruhrbarone ja wohl noch transportieren dürfen, oder?

  • #3
    leoluca

    #1

    Würden Sie eventuell den Text von Bertolt Brecht, den Sie meinen, hier zitieren. Antifaschismus fand der eigentlich ganz gut.

  • Pingback: #nodügida - Kein Platz für Intoleranz! - BilkOrama

  • #5
    Klaus Weber

    In diesem Artikel soll aufgezeigt werden, wie der unkritische Gebrauch des Begriffs “Islamophobie“ fälschlicherweise auf kritische Meinungsäußerungen gegenüber dem Islam angewendet wird und deren Benutzer somit stigmatisiert werden.

    Es geht dabei nicht darum, diejenigen zu verteidigen, die tatsächlich fremdenfeindliche Vorurteile haben und diese politisch vertreten. Die Benutzung des Begriffs, wie es heute in der Politik, den Medien und Behörden häufig geschieht, ist allerdings problematisch in vielerlei Hinsicht:

    • es gibt verschiedene Definitionen von Islamophobie

    • diese sind entweder schlecht, oder widersprüchlich

    • sie werden heute in der Bedeutung verwendet, die die OIC vorgibt, d.h. letztlich der Scharia, einem Rechtsverständnis, das unserem Konzept der Unveräußerlichen Menschenrechte entgegensteht

    • Islamophobie wird dazu benutzt, auf verschiedenen Ebenen unserer Gesellschaft Menschen zu stigmatisieren und letztendlich zu kriminalisieren

    • Islamophobie wird gleichbedeutend und als Hilfsbegriff für ein (noch nicht vorhandenes) Blasphemiegesetz eingesetzt und schränkt somit das Recht auf Meinungsfreiheit ein

    Wo liegt die Gefahr, wenn man einen schlecht – oder fremd definierten Begriff einsetzt und was soll damit erreicht werden? Dazu muss man zunächst die Wortbedeutung und die Entstehung des Begriffs betrachten. Wir werden sehen, dass bei der Definition erhebliche logische Fehler und Vorurteile vorliegen und dass man daher den Begriff „Islamophobie“ nicht, verwenden darf.

    Islamophobie im Wandel der Zeit:
    Gängige Meinung ist, dass der Begriff Islamophobie von Ayatollah Khomeini im Jahr 1979 erfunden wurde. Er bezeichnete Frauen als „islamophob“, die sich weigerten den islamischen Schleier zu tragen und brandmarkte sie so als schlechte Muslime.

    Tatsächlich tauchte der Begriff aber schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, er wurde zuerst von französischen Ethnologen benutzt, die beobachteten, dass sich die Menschen in den ehemaligen französischen Kolonien weigerten den Islam anzunehmen. Diese wurden dann als “islamophob“ bezeichnet.

    Etwa um 1980 fand der Begriff Eingang in den angelsächsischen Sprachraum und Anfang 2000 erfuhr er einen Bedeutungswandel durch linke Intellektuelle, der widerspruchslos übernommen wurde.

    Jetzt bedeutete Islamophobie, dass jedwede Kritik am islamischen Fundamentalismus verboten, geächtet und somit wirkungslos gemacht werden sollte.

    Nach dem Erscheinen der satanischen Verse, in den 1980er Jahren, tauchte der Begriff verstärkt auf als Folge einer Fatwa von Ayatollah Khomeini über den Schriftsteller Salman Rushdie. Hasan Rumie schreibt dazu:

    Der Begriff Islamophobie scheint in Großbritannien erstmals in den späten 1980er Jahren im Gefolge der Rushdie Affäre aufzutreten.

    Es war ein Versuch fundamentalistischer Muslime, Kritiker wie Rushdie und seine Unterstützer für Meinungsfreiheit zum Schweigen zu bringen, indem man behauptete, dass nur auf Grund weit verbreiteter „Islamophobie“ innerhalb der britischen Gesellschaft und dem Staat so etwas ungestraft bleiben kann.

    Die Absicht war klar: Kritik am Islam ist gleichbedeutend mit ‚Islamophobie‘ und daher verboten.
    Quelle

    Der problematische Begriff “Phobie“

    Der Runnymede Trust veröffentlichte im Jahr 1997 einen wegweisenden Bericht, in dem er „Islamophobie“ als ein Kürzel für Angst oder Hass gegen den Islam bezeichnete und in der Erweiterung dessen, für Angst oder Abneigung aller, oder der meisten Muslime.

    Kritiker sagen, dass dieses Modell des Runnymede Trusts allerdings einige ernste Denkfehler enthält, am offensichtlichsten dabei die Benutzung des Wortes „Phobie“, da Phobie eine irrationale Angst bezeichnet.

    Es ist nicht nur so, dass die Benutzung des Wortes Menschen, auf die es angewendet wird, stigmatisiert, sondern diejenigen, die es benutzen die Irrationalität einer angeblichen Angst unterstellen. Man müsste also –logischerweise – nachprüfen, ob diese “Phobiker“ tatsächlich nichts vom Islam zu befürchten haben.

    Das wird in vielen Fällen schwierig sein, denn wenn man die islamischen Praktiken und seine Geschichte kritisch unter die Lupe nimmt, würde dies Kontroversen auslösen und wäre für sich genommen schon ein Beweis für das Vorhandensein von Islamophobie.

    Schlechte Definitionen

    Offizielle Körperschaften, wie die OSZE/ODIHR geben Definitionen vor, die als Basis für Richtlinien benutzt werden, aber an sich keine Definition darstellen. In den Richtlinien für Erzieher kann man folgenden Versuch einer Definition finden:

    Islamophobie ist ein Begriff, der verbreitet von NGOs verwendet wird und oft in den Medien erscheint. Er scheint Furcht, Hass oder Vorurteile gegen den Islam und Muslime auszudrücken.

    Diese Definition ist in höchstem Maße unwissenschaftlich und kann daher nicht für offizielle Zwecke benutzt werden, insbesondere wenn das Thema derart kontrovers ist.

    Der Vertreter der türkischen Delegation bei der OSZE, Umut Topcuoglu gibt folgende Definition:

    Islamophobie ist eine zeitgenössische Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die motiviert ist durch unbegründete Angst, Misstrauen und Hass gegenüber Muslimen und dem Islam. Islamophobie manifestiert sich auch durch Intoleranz, Diskriminierung, ungleiche Behandlung, Vorurteil, Stereotypisierung, Feindseligkeit und entgegengesetzten öffentlichen Diskurs. Im Unterschied zu klassischem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit basiert Islamophobie hauptsächlich auf der Stigmatisierung einer Religion und seiner Anhänger und als solches stellt die Islamophobie einen Affront gegen die Menschenrechte und Würde der Muslime dar.

    Es ist keine Übertreibung wenn man sagt, dass diese Definition von der OSZE implizit übernommen wurde, sie entspricht im Kern derjenigen, die die Organization der Islamischen Zusammenarbeit (OIC) benutzt. Sechs Begriffe aus der oben zitierten Definition sind „belastet“ in dem Sinne, dass sie entweder erst vor kurzem geprägt wurden, oder aber eine neue Bedeutung erfahren haben.
    Sie werden heute dazu benutzt Menschen mit anderen politischen Meinungen zu dämonisieren, einzuschüchtern und an den Rand zu drängen.
    • Rassismus
    • Fremdenfeindlichkeit
    • Intoleranz
    • Diskriminierung
    • Vorurteil
    • Stereotypisierung
    Diese Worte sind kontrovers und nicht eindeutig und sollten deshalb in politischen Diskursen oder Definitionen nicht benutzt werden, da sie selbst erst einer Definition bedürfen.

    Zusammenfassung

    Die Definition des Begriffs „Islamophobie“ genügt keinem Minimalstandard, seien es Logik, Stimmigkeit oder Objektivität. Sechs Begriffe, die zur Definition herangezogen werden sind “belastet“ und müssen definiert werden, sie wurden entweder vor kurzem erst geprägt oder haben eine neue Bedeutung erfahren.

    Es sind Begriffe, die bestimmte Ansichten dämonisieren, die Menschen einschüchtern und an den Rand drängen sollen und als solche im öffentlichen Diskurs abzulehnen sind.

    Drei Phrasen in der o.g. Definition fallen gänzlich durch:
    • Ungleiche Behandlung – der Islam selbst propagiert die ungleiche Behandlung von Muslimen und Nichtmuslimen in der Scharia. Demnach wären Muslime selbst „islamophob“.

    • Stigmatisierung einer Religion und seiner Anhänger – die große Mehrheit der Islamkritiker bezieht sich auf die Dogmen des islamischen Rechts (Scharia) und deren praktische Auswirkungen.

    • Unbegründete Angst, Misstrauen und Hass – das ist der Kern der Definition von „Islamophobie“. Jedwede Angst, Misstrauen oder Hass müssen nachweisbar unbegründet sein, wenn sie den Tatbestand der Islamophobie erfüllen sollen. Millionen Nichtmuslime auf der ganzen Welt haben empirisch beweisbare Gründe, Angst vor dem Islam und dem Verhalten von Islamisten zu haben. Daher können sie nicht als „islamophob“ bezeichnet werden.

    Derzeit wird der Begriff Islamophobie inflationär und in vielen Bedeutungen angewendet. Tatsache ist aber, dass er nur in einer Definition der OIC (und somit der Scharia unterworfen) existiert und sich auf jedwede Kritik am Islam, und sei sie noch so begründet, bezieht. Daher ist vom Gebrauch des Begriffs dringend abzuraten.

  • #6
    Klaus Lohmann

    @Klaus Weber: Ungekennzeichnete, kopierte Volltexte eines Islamhasser-Blogs namens europenews, das schon mal 2007 wegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremistmus und Urheberrechtsverletzungen vom Server flog, überall ungefragt zu verschütten, scheint die neue Methode der Nicht-Selbstdenker-und-nie-Selbstsschreiber-Generation von Islamophoben zu sein. Kann man islamophobe Dumpfheit nur dann vermitteln, wenn man sie schlicht kopiert und nie selbst liest?

  • #7
    Arnold Voss

    Ich halte auch nichts vom Begriff Islamophobie. Angst ist als innerer Zustand immer subjektiv, ob begründet oder nicht. Die Verbindung mit Rassismus ist obendrein einer beliebigen Ausweitung des Rassismusbegriffs geschuldet. Der Islam ist kein Rasse, sondern eine Religion. Die Verbindung mit Fremdenfeindlichkeit führt auch nicht weiter, weil Muslime sowohl Fremde als auch Bekannte sein können.

    Deswegen benutze ich lieber den Begriff des Islamhasses. Es gibt nämlich Menschen die Muslime hassen, weil sie Muslime sind und ihr Hass ist auch nach außen hin objektiv sicht- und fassbar. Er muss nicht unterstellt werden, sondern er äußert sich in ganz konketen Hass-Äußerungen und Hass-Taten. „Hate Speach“ ist z.B. in den USA deswegen auch ein juristisches Delikt. Hass-Taten sowieso.

    Zum Gesamtthema ein wirklich interessante und weitgehende rationale, ja fruchtbare, Diskussion im folgenden:

    https://www.youtube.com/watch?v=PrMg9HoQajw

  • #8
    Hank

    @#7
    Sind sie sicher das „Hate Speach“ in den USA ein juristisches Delikt ist? Ich dachte dort fällt alles unter die Refefreiheit, bzw. Meinungsfreiheit(The Freedom of Speach), so.dass.dort Niemand wegen seiner Meinung oder Äußerungen angeklagt werden.könnte.
    Ungeklärt bzw. unter den Teppich geschoben wurden bislang der Antisemitismus in den muslimischen Gemeinschaften, im Grunde findet gerade jetzt wieder eine Umkehrung statt so dass der Islam bzw. seine Anhänger vom Unterdrücker zum Unzerdrückten wird. Erst wenn sich in Deutschland Juden und Yesiden wieder sicher und vor allendingen zu ihrer Religion erkenntlich gehörend durch die Städte bewegen.können, werden wir in Dialog treten können.

  • #9
    Arnold Voss

    Du hast recht Hank, ich hätte präzise schreiben müssen, ein justitiables Delikt. D.h. es kann deswegen Anklage erhoben werden. In der Regel wird jedoch von den Richtern und Richterinnen die Redefreiheit als Verfassungsgrundatz höher bewertet. Die Diskussion darüber hat jedoch erhebliche zugenommen und ein großer Teil der Bevölkerung würde Gesetze unterstützen, die – vor allem wenn zu Gewalt aufgefordert wird – die Free Speech einschränkt.

    Mir ging es aber sowieso weniger um Verbote, sondern um Begriffe. Der Bergriff Islamophobie ist Teil einer leider zunehmenden Unterstellungskultur, weil der Vorwurf der Angst, erst recht der der krankhaften, letztlich immer eine Vermutung bleibt und so zum irrationalen psychologisieren und spekulieren geradezu einläd. Wenn man umgekehrt den islamischen Glauben, ja jeden Glauben überhaupt, als krankhaft bezeichnen würde, würden (nicht nur) die Muslime zu recht sehr allergisch darauf reagieren. Deswegen ist Islamophobie eher ein Kampfbegriff, als eine Erklärungshilfe. Wer mich damit charakterisiert will auf jeden Fall nicht (mehr) mit mir diskutieren.

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