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Update III: Essen: Bärendelle geräumt – Demo um 18.00 Uhr

Bärendelle nach der Räumung. Foto: Plenum Bärendelle

Bärendelle nach der Räumung. Foto: Plenum Bärendelle

Die Polizei hat mit der Räumung der seit Sonntag besetzten ehemaligen Hauptschule an der Bärendelle in Essen begonnen. Die Polizeikräfte sammelten sich vor wenigen Minuten am S-Bahnhof Essen-West um dann den Zugriff zu beginnen. Kurz vorher wurde das Haus vom Stromnetz abgetrennt.

Update: Die Polizei hat die ehemalige Hauptschule an der Bärendelle geräumt. Die Räumung begann kurz vor sechs Uhr am Morgen. Am Einsatz gegen das besetzte Haus waren sowohl Räumpanzer als auch Hunde beteiligt. Die Besetzer ließen sich aus dem Haus tragen, die Räumung verlief nach Augenzeugenberichten friedlich. Ein Mitglied des Kulturbeirates hatte zuvor versucht, mit den Besetzern ins Gespräch zu kommen – die Stadt hatte bis zuletzt keinen Kontakt zu den Besetzern aufgenommen.

Update II: Ein Video von der Bärendelle, kurz vor der Räumung aufgenommen:

 

Update III: Um 18.00 Uhr findet eine Demonstration gegen die Räumung der Bärendelle statt. Treffpunkt ist der S-Bahnhof Essen-West.

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37 Kommentare zu “Update III: Essen: Bärendelle geräumt – Demo um 18.00 Uhr

  • #1
  • #2
    David Schraven

    Ich glaube, die Besetzung ist auch an der falschen Strategie gescheitert.

    Die Besetzer sollten beim nächsten Mal einen Sprecherkreis bilden und SEHR schnell selbst den Kontakt zur Stadt/ den Eigentümern suchen und direkt Verhandlungen führen. Die Forderung Gespräche über Email anzubahnen ist lächerlich – genauso wie die Erwartungshaltung, die Stadt müsse Gespräche beginnen. Warum sollte die Stadt? Die Besetzer wollen was.

    Und wer etwas will, muss selber handeln und nicht darauf warten, dass ihm irgendwelche Verwaltungsbeamte goldene Löffel in den Mund stecken.

    Ich fand diese Ihr-seid-uns-was-schuldig-Haltung falsch. Niemand ist den Besetzern was schuldig.

    Dabei ist die Forderung nach dem Freiraum selbst überaus berechtigt und richtig. Die Forderung muss nur politisch durchgekämpft werden.

    Die direkte Aktion der Besetzung ist nur eines von mehreren politischen Instrumenten, die eigenen Forderungen durchzusetzen.

    Am Ende stehen immer Gespräche – und zwar nicht über Email.

  • #3
    Jürgen Klute

    @David Schraven: Aus einer strategischen Sicht stimme ich dir zu. Schaut man aber auf 2010 zurück und die vielen kulturpolitischen Sonntagsreden im Vorfeld und während des Jahres der Kulturhauptstadt, in der Essen schließlich im Mittelpunkt stand, dann kann man nur sagen: dieses Vorgehen der Stadt Essen al Eigentümerin – nämlich die Räumung – ist ein Armutszeugnis. Die Stadt Essen war schon als Kulturhauptstadt unfähig, das innere kulturelle Potential der Region angemessen zu begreifen und an der Kulturhauptstadt 2010 zu beteiligen. Diese Unfähigkeit setzt sich in der Räumung der Schule an der Bärendelle schlicht fort!

    Auch wenn man Verhandlungen letztlich nicht über e-Mail führen kann, hätte die Stadt ja zumindest den Versuch unternehmen können, über diesen Weg mit den Besetzern in Kontakt zu treten. Das wäre ein Zeichen des guten Willens gewesen und Ausdruck einer demokratischen Kultur. Die Räumung ohne jeden vorlaufenden Versuch, zu einer Lösung auf dem Verhandlungsweg zu kommen, ist Ausdruck eines autoritären und undemokratischen Politikverständnisses!

    Die Stadt Essen hat einfach eine Chance vertan, mit Beteiligung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern eine sinnvolle zukünftige Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Schulgebäudes zu entwickeln. Und das ist peinlich für eine ehemalige europäische Kulturhauptstadt. Denn eine demokratische Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen an der Entwicklung eines solchen Projektes ist eben auch Kultur!

  • #4
    Smitty

    Ich war heute morgen vor Ort und konnte mir ein gutes Bild von der Lage machen.

    Die Strategie der Besetzer war richtig gewählt. Die Stadt reagiert überhaupt nicht auf den Bedarf nach selbstverwalteten Räumen. Nur durch Druck ist sie dazu zu bewegen, etwas herzugeben, was sie wie im Falle der Schule selbst ja gar nicht mehr braucht.

    Der Polizeieinsatz war mal wieder völlig unverhältnismäßig, aber das ist ja nichts neues. Auch wenn einzelne Polizisten sich Mühe geben freundlich zu sein, sind die meisten doch eher primitiv und grob in ihrem Auftreten, verstehen nicht, wieso sie machen, was sie machen und machen es einfach, weil es ihnen gesagt wird. Ich hoffe, dass es ausreichend Videos davon gibt, wie die Polizei mit einem Räumpanzer einen Bauzaun umfährt, den man ohne Probleme auch einfach hätte aufmachen können. Welcher verstrahlte Einsatzleiter das zu verantworten hat, wäre doch mal interessant.

    Die Stadt wird sich überlegen müssen, welches Gebäude sie zur Verfügung stellt. Die Anwohner haben auf jeden Fall sehr positiv auf die Besetzung reagiert und verstehen das Anliegen der Besetzer um ein Vielfaches besser, als der gemeine Stadtpolitiker. Vor allem Frau Kern hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. vor Ort aufzutauchen und nicht ein Wort an die Besetzer zu richten, dafür aber hinter jedem Pressemikrofon hinterher zu laufen ist schon ein Armustzeugnis.

    Den Besetzern und Besetzerinnen auf jeden Fall weiterhin alles Gute und viel Erfolg auch in Zukunft.

  • #5
    David Schraven

    @ Jürgen,

    ich denke inhaltich gibt es keinen Dissenz zwischen uns.

    Natürlich ist die Forderung berechtigt.

    Aber strategisch ist die Sache völlig vergeigt worden.

    Sie hätten agieren müssen. Sie hätten nicht auf die Stadt warten sollen.

    Druck macht man nicht, indem man sich in ein Haus setzt und quengelt.

    Die hätten vorab:

    a) Sprecherkreis wählen sollen
    b) Vermittler mit der Stadt klar machen sollen (Pfarrer oder Gewerkschafter) – der direkte Gespräch aufnimmt und Zeit schindet.
    c) Demo vor dem Rathaus organisieren sollen (mit Anmeldung vorab)
    d) Demo durch die Fussgängerzone organisieren sollen
    e) Parteien Gespräche offensiv anbieten sollen. Am Besten direkt im Rathaus.
    f) mehrere direkte Aktionen ansetzen sollen.

    So macht man Druck.

    Und kriegt am Ende sein Zentrum.

  • #6
    kleinodia

    Schade, dass die Sache so schnell beendet wurde.
    Ich find aber super, dass die Sache friedlich lief. Das zeigt endlich mal wieder, dass Frohnhausen mehr zu bieten hat als Wettbüros und leerstehende Ladenlokale.

    Was ist denn mit nem Bürgerentscheid zur Nutzung des Gebäudes?
    Die Solidarität der Anwohner zeigt doch, dass da Potential ist.
    Ich wär für ne strukturierte Planung des weiteren Vorgehens.

    LG

    kleinodia

  • #7
    nichts_ist_vorbei

    @David
    DIE STADT VERHANDELT NICHT! ES WIRD SO ODER SO GERÄUMT!!!
    Warum?
    Weil Sie es nicht kann. Sie ist aus bürokratischer Sicht dazu GEZWUNGEN zu räumen, aus denselben Gründen warum das Gebäude abgesperrt und ungenutzt war: Sicherheitsmängel. Der Einzige und wichtigste Sinn dieser Aktion war Zeit zu schinden um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Es hätte natürlich auch die Option auf eine unausgesprochene Duldung geben können, aber die wahrscheinlichkeit war sehr gering. Was nun ansteht ist die gewonnene Aufmerksamkeit zu nutzen und Domonstrationen zu organisieren und evtl. eine Petition durchzubringen.

    Es ist noch nicht vorbei!

  • #8
    David Schraven

    @ nichts-ist-vorbei

    Es geht eben darum, die Stadt zum verhandeln zu zwingen.

    Und das macht man nicht, indem man sagt:

    „Schickt uns mal ne Email.“ Und wenn die Email nicht kommt, zu quengeln, die wollen ja nicht mit uns reden.

    Wer von den Besetzern hat denn Bromheuer besucht? Zu Hause? Im Büro? Oder im Park neben der Hauptschule, als er da vorbeigegangen ist???????

    Man hätte vorab einen Vermittler (Pfarrer, Gewerkschafter) einbauen müssen, der die Stadt mit einem (vorab gewählten) Sprecherkreis zusammenbringt, um Zeit zu schinden, die man nutzt, um politischen Druck über die Parteien aufzubauen – indem man öffentliche Diskussionen mit ihnen anfängt, auf der Kettwiger Straße, nicht am Arsch der Welt.

    Dann hat das ganze Aussicht auf Erfolg.

    Die Strategie, über Verlautbarungen eines Plenums zu kommunizieren, funktioniert nicht. Das haben schon tausend Leute in tausend Fällen versucht und sind tausendmal auf die Fresse gefallen.

  • #9
    Stefan Laurin

    @David: Warum hat Bomheuer nicht versucht mit den Besetzern zu reden? Weil ed für ihn eine Nummer der Immobilienverwaltung war.

  • #10
    Michail Durruti Kropotkin

    Die Vorgehensweise der Besetzer war absolut richtig.

    Sprecher wählen oder Sprecherkreis wählen ist falsch, da das Hierarchien bildet und sowas ist konträr zu dem Willen nach einem selbstbestimmten Leben.

    Mit der Stadt oder irgendwelchen „Verantwortlichen“ Kontakt aufzunehmen wäre auch falsch. Nicht die Stadt, Bürgermeister oder Investoren sollten über Wohn-/Kulturraum bestimmen sondern die Menschen selbst. Durch unsere Sozialisation kommen wir oft leider gar nicht mehr auf den Gedanken unser Leben selbst in die Hand zu nehmen statt Anderen die Entscheidungen zu überlassen. Das Gebäude steht seit Jahren leer und von den ach so wichtigen „Verantwortlichen“ meinen alle das Gebäude soll langsam verfallen. Tolle „Verantwortliche“ sind das! Wieso sollte mensch mit solchen Leuten reden?

    Die Häuser denen die drin wohnen !
    Für ein Selbsbestimmtes Leben !

  • #11
    O. Wilde

    @David
    Warum sollte man mit dem Kulturdezernenten reden, der die damalige Besetzung des DGB Gebäudes in Essen für geglückt hält???
    Immer diese Besserwisserei, was man denn hätte tun müssen.
    Das die Entscheidungen ihren Grund haben und dass es sich bei den BestzerInnen nicht um pubertierende Affektmenschen handelt und überhaupt, dass jedes abweichende Verhalten nicht auf jugendliche Unwissenheit beruht, scheint den meisten fremd.
    Und wenn du es besser weißt, warum tust du das in diesem Forum kund? Du hättest dich auch anders einbringen können.

  • #12
    Jürgen Klute

    @David: Ich stimme dir ja völlig zu. Ich wäre genau so vorgegangen wie du es beschreibst. Aber dennoch könnte man doch auch von einer ehemaligen europäischen Kulturhauptstadt erwarten, dass sie im Umgang mit solchen Aktionen wie an der Bärendelle, andere Strategien und Vorgehensweisen beherrscht, als den Einsatz von gepanzerten Räumfahrzeugen und Hundestaffeln der Polizei.

    Denn was dort passiert ist, hat auch eine weitreichende Ausstrahlung nach draußen. Bekannterweise gibt es ja in Istanbul die Auseinandersetzungen um den Gezi-Park. Auch dort setzen sich Bürgerinnen und Bürger für ihre Interessen ein – wenn auch in einem etwas anderen Maßstab und Kontext. Die Vorgehensweise der türkischen Regierung und der türkischen Polizei gegen die Gezi-Park-BesetzerInnen ist vom Europäischen Parlament seinerzeit mit einer Resolution kritisiert worden. Die türkische Regierung schaut deshalb sehr genau darauf, wie die staatlichen Einrichtungen in den EU-Ländern mit ihren Bürgerinnen und Bürgern in ähnlichen Konfliktsituationen umgeht und wirft der EU dann Doppelmoral und Unglaubwürdigkeit vor, wenn innerhalb der EU Konflikte zwischen Staat und BürgerInnen mit martialischen Polizeieinsätzen erstickt statt mit demokratischen und auf Verhandlungen beruhenden Methoden bearbeitet und gelöst werden. Erst Recht wenn es um die Partnerstadt der europäischen Kulturhauptstadt 2010 geht (das war nämlich Istanbul).

    Ich finde, das muss man mit im Blick haben.

  • #13
    David Schraven

    @ Stefan,

    gerade deswegen wäre es klug gewesen Bromheuer DIREKT anzusprechen und nicht drauf zu warten, dass der ne Email schickt, die der sowieso nicht schickt.

    Warum nicht Bromheuer zu Hause ansprechen??? Oder in seinem Büro im Rathaus??? Oder in seiner Stammkneipe???

    Jetzt sag Du mir, das wäre doof.

  • #14
    Rumpelstil

    @Stefan: Das ist natürlich immer die einfachste Lösung. Die anderen sind die Bösen.

    David hat doch recht,die Aktion war unzureichend geplant, schlecht durchgesetzt und hatte dümmliche Mittel (E-Mail schicken…)
    Dass die linke Szene ihre teilweise nur noch rudimentär vorhandenen Inhalte nur noch bedingt umsetzen kann, liegt nicht immer an den Behörden!

    Warum soll die Stadt als erste reagieren? Warum hat niemand der Besetzer das direkte Gespräch gesucht?

  • #15
    René Krüger

    Mit dem Geld für solche verzweifelten Einsätze (Räumungspanzer….hirnrissig) hätte man schon einen Teil der Hauptschule Bärendelle sanieren können. Stadt dEssen müssen die neuen Mittel für Polizeibeamte und deren Ausrüstung vor der Öffentlichkeit gerechtfertigt werden. Völlig unverhältnismässig, der Einsatz. Also Deutschland wundere dich nicht, wenn man dich Polizeistaat nennt. Polizist wundere dich nicht, wenn man nicht den Mensch sieht hinter deiner Uniform. Merkel (inkl. deine Staatsdiener) wundert euch nicht, wenn Deutschland eskaliert. Die junge Generation hasst eure Einfallslosigkeit, Arroganz und Unterdrückung. Der Druck steigt.

  • #16
    Harry

    Das Problem war doch auch, dass die Besetzerinnen und Besetzer durch die sofortige Anzeige direkt kriminalisiert wurden. Wer stellt sich denn da noch gerne als Sprecherin oder Sprecher hin und gibt damit seine Identität preis? Ich kann das nachvollziehen, dass das nicht erfolgt ist.

    Trotzdem hat man meiner Meinung nach auch die Chance verpasst, aus dieser Situation heraus „Forderungen“ nach einem „Ersatzgebäude“ ins Spiel zu bringen. So hätte ein öffentlicher Diskurs stattfinden können, an dem sich nicht nur die handelnden Personen dran beteiligt hätten.

    Trotzdem ein riesiges Kompliment an die Leute, die drin und davor waren. Lasst Euch nicht unterkriegen! Ein erster Schritt ist gemacht und ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr vielleicht doch noch irgendwie Erfolg haben werdet. Nur ganz ohne Gespräche wird das zur heutigen Zeit wohl leider nix werden, denn Räumungspanzer, Wasserwerfer und Reizspray sind schlichtweg stärker. So traurig es ist.

  • #17
    David Schraven

    @ Kropotkin

    es geht nicht darum Hierarchien aufzubauen, sondern Strukturen zu schaffen, die effektiv selbstbestimmt funktionieren. Ein Haufen, der nicht direkt mit denen kommunizieren kann, von denen er was will, wird fertig gemacht. Das wusste auch Kropotkin schon. Es geht darum, die Art und Weise der Kommunikation zu bestimmen. Der Sprecherkreis muss ja nichts entscheiden, zum Beispiel kann er ja alle Besprechungen Rückkoppeln müssen.

    Aber wie willst Du ein leerstehendes Haus bekommen, wenn Du nicht den Besitzer dazu zwingst, es Dir zu geben?

    @ Wilde

    Warum mit Bromheuer reden? Weil man immer mit denen reden muss, von denen man was will. Deswegen hätte man mit Bromheuer reden müssen. Außerem war die Schule tausendmal besser ausgesucht als das DGB-Haus. Bei der Schule hatte man ne echte Chance, die Besetzung durchzusetzen.

    Auf die Stadt kann man politischen Einfluss gewinnen – eben über Bromheuer. Indem man politischen Zwang auf ihn aufbaut: durch Gespräche, Besuche und Vermittlungen – mit möglichst vielen Parteien und Gruppen. Das alles direkt mit dem Start der Besetzung. Warum nicht als Diskussionsrunde.

    Damals im DGB-Fall ließ man sich nur auf den falschen Vermittler ein. Gorny. Es wäre besser, man bringt den Vermittler direkt mit zur Besetzung. Einen Pfarrer oder einen Gewerkschafter.

    Dann muss man sich gute Wege zur Kommunikation überlegen. Internet reicht da nicht. Das muss auf der Kettwiger Strasse diskutiert werden.

    Klar hätte ich diese Ideen auch im besetzten Haus einbringen können. Doch irgendwie durfte da keine Presse rein?????

    Ich halte die Besetzer nicht für Affektmenschen – im Gegenteil. Ich habe großen Respekt vor ihnen und finde ihr Engagement sehr gut und wichtig.

    Ich sehe nur die gleichen Fehler, die andere schon gemacht haben.

    Und ich sehe erfolgreiche Besetzungen. Und erfolgreiche Strategien.

    Und nicht erfolgreiche Besetzungen und nicht erfolgreiche Strategien.

    Vielleicht wird es beim nächsten Mal ja besser.

    und warum ich das hier scheibe?

    Weil ich glaube, hier ist ein gutes Forum um öffentlich über die Strategien der Besetzungen zu reden. Hier kann ein Forum sein, dass Ideen vermittelt.

    @ Harry.

    Aus dem Grund – der Kriminalisierung zu entgehen – schlägt man ja eben den Weg über einen Vermittler ein, der mit einem Sprecherkreis spricht. Jede Botschaft braucht einen Botschafter. und jede Verhandlung jemanden der verhandelt.

  • #18
    ohnenamen

    Ma kann im Nachhinein immer klug reden, was hätte besser gemacht werden können.
    Fest steht, dass durch diese Aktion auf die Missstände aufmerksam gemacht wurde und die Stadt gemerkt hat, dass ein Bedarf besteht.
    Wenn das Plenum gemeinsam beschlossen hat, keinen Pressesprecher zu wählen, dann wird das seine Gründe gehabt haben.
    Ich finde es schwierig Entscheidungen zu bewerten, ohne zu wissen, aus welchen Beweggründen diese getroffen worden sind.
    Wichtig ist eig. nur, dass dies nicht wieder im Sande verläuft, sondern sich daraus eine größere Bewegung gründet und – jetzt erst recht – für einen selbstbestimmten Freiraum gekämpft wird.

  • #19
    kleinodia

    Man kann jetzt viel diskutieren was alles schief gelaufen ist oder besser gemacht hätte werden können. Die interessante Frage ist doch wie es jetzt weitergeht.
    Lässt man die Sache auf sich beruhen und akzeptiert, dass die Nutzung der Bärendelle durch ist oder tut sich da noch was auf anderen Wegen, so dass vielelicht endlich mal was Positives im Quartier passiert.

  • #20
    Gina

    Der Zoff hier erinnert mich an uns in den 80-er Jahren im Segeroth. Verständlich der Wunsch nach Nicht-Hierarchie, ich glaube, das ist (fast) unmöglich. Selbst unter den Aktiven bildet sich ungewollt Hierarchie, einige Jungs haben zum Beispiel heute Morgen türkische Mädels verarscht, total liebe, eigentlich radikal linke Jungs, ich bin ihnen nicht böse deswegen, aber es zeigt, wir alle sind „polymorph-perverese Menschen“, mag der Eine seine Ethik im Veganismus suchen, der Andere in der christlichen Nächstenliebe (aua), letztendlich bilden sich einfach Strukturen, sobald wir das zweite, dritte Mal aufeinander treffen als Menschen.Deshalb bloß nicht untereinander aufmischen lassen, sondern alle nützlichen, synergetischen Prozesse nutzen, Unterstützung auch von den Hausbesetzer/innen der ersten Stunde suchen, Künstler aus ihren Quartieren scheuchen, sogar Pfarrer, wenn die nicht völlig betriebsblind sind,
    ich finde Euch klasse.

  • #21
    nick

    hat jemand eine Zahl wie viele leerstehende Gebäude die Stadt Essen „finanziert“? Ist das Alltag oder die Ausnahme?

  • #22
    Thorsten Stumm

    Jeder der mal versucht hat sich für ein denkmalgeschütztes leerstehendes Objekt zu engagieren, wird bei aller Sympathie für die BesetzerInnen, wissen das es so enden musste. Wir haben in Deutschland ein total pervertiertes Denkmalschutzgesetz an dem jedes Engagemant gradezu zerschellt. Und das im Kern dazu führt das denkmalgeschütze, ungenutze Gebäude entweder verfallen oder für teuer Geld zu kernsanierten Verwaltungsgebäuden werden. Aber eine private Nutzung wird IMMER an den Auflagen scheitern die es für jeden privaten Investor unrentable machen sich um ein solches Gebäude zu bemühen.

    Und selbst die BesetzerInnen hätten schnell gemerkt was Verkehrssicherungspflicht, Gebäudeversicherung,Lärmschutz, Denkmalschutz ( Nein, das darf nicht verändert werden, das darf verfallen aber nicht in dieser Farbe gestrichen werden…) etc für ein zermürbendes juristisches Klein-Klein im Alltag sind…..

  • #23
    pirast

    Die Frage ist wirklich: Wie geht es weiter? Die Idee eines AZs in der Bärdendelle ist fantastisch – es hat eine gute Verkehrsanbindung und mit den Räumlichkeiten könnte man so viel machen. Auf jeden Fall besser als ein leerstehendes Gebäude zu haben.
    Oberhausen hat das Druckluft, Mülheim das AZ Mülheim, jetzt ist es Zeit dass die Essener sich auch ihre Freiräume erkämpfen.

  • #24
  • #25
    René Krüger

    Vielleicht jetzt Petition? ASTA, Presse-Echo, Facebook-Sympathie, Anwohnersoldarität nutzen, um Unterschriften zu sammeln und die Stadt erneut mit dem Anliegen zu konfrontieren!?

  • #26
    Helmut Junge

    @Thorsten Stumm (22),
    „das darf verfallen aber nicht in dieser Farbe gestrichen werden…) “

    Ich hatte mal gehört, dass sogar bei einem Objekt die Dachrinnen abmontiert wurden, damit es schneller verfällt.
    Sollte das tatsächlich so üblich sein?

  • #27
    Birgit Rydlewski

    Ich habe ein paar mehr Worte gebraucht, um meine Eindrücke zu verarbeiten und das deshalb auf meiner Seite getan:
    http://birgit-rydlewski.de/2013/07/24/its-not-over-besetzung-der-hauptschule-baerendelle-in-essen/

    Falls ich sonst irgendetwas tun kann, um zu helfen, gerne über meine Seite.

  • #28
    Thorsten Stumm

    @Helmut Junge
    Gut möglich, jedenfalls ist das nix tun an einem denkmalgeschützen Objekt erlaubt, solange niemand verletzt wird durch die Ruine. Will man daran etwas tun, geht es aber los. Lärmschutz, Dämmung, Einbauten ( zb. moderne Fenster) dürfen den „Charakter “ des Gebäudes nicht verändern…..und wer schon mal ne Baugenehmigung eingeholt hat weiss das ist der Vorhof zur Hölle….bei Berücktsichtigung von Denkmalschutzauflagen wird daraus Kaffkas Schloss…deshalb rechnet sich das nur in städtischen Toplagen für einen Investor.

    Deshalb verfallen lassen bis man „entwidmen“ darf…..

  • #29
    Yilmaz

    Räumpanzer ? Ich fass es nicht…

    Würd mich mal interessieren, was der Einsatz gekostet hat ?

  • #30
    Stefan Laurin

    @Yilmaz: Es war wohl das Modell „Sonderwagen 4“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderwagen#Sonderwagen_4_.28TM-170.29

  • #31
    Jens Schmidt

    Mir kommt die Galle hoch! Die SPD reagiert genau so borniert, wie sie es schon bei den Frankfurter Häuserkämpfen in den 70ern getan hat. Statt den Dialog zu suchen und ihre Stadtentwicklungspolitik grundlegend zu überdenken, werden Ordnungskräfte hingeschickt; und dann ist man mit dem Thema durch. Weil diese selbstherrliche Partei es nicht erträgt, dass auf die Ruinen ihrer Politik gezeigt wird.

  • #32
    Cornelia Sommer

    Ich freue mich so sehr, dass ihr jungen Leute euch so Dolle einsetzt für dieses wunderschöne Gebäude. Ich bin dort vor 45 Jahren zur Schule gegangen und habe mir zufällig vor einem halben Jahr die Stätte angesehen und war entsetzt wie verfallen es dort aussah.
    Danke danke für eure Initiative und ich wünsche euch viel Erfolg!

    Eine ehemalige Schülerin der Bärendelle

  • #33
    Louie

    Also ich wünsche den Besetzer_innen, dass sie gleich weitermachen. Freiräume sind in Essen mehr als notwendig und die Stadt ist da als „Kulturhautpstadt“ einfach nur arm. Ich hoffe, dass Ihr weitermacht und es gelingt mehr politischen Druck aufzubauen und das nächste Mal euch (und uns und der ganzen kulturellen Bandbreite in Essen) dann auch der entsprechende Erfolg vergönnt ist.

    Und wie ihr schon geschrieben habt: Die Anwohner_innen standen Euch eher positiv gegenüber…das ist ein sehr guter und wichtiger Ansatzpunkt.

  • #34
    B.Setzt

    Ach was …
    Die Leute haben alle ne Anzeige für n guten Willen bekommen.
    Und jetzt herumzumonieren man hätte/könnte/sollte .. na bitte, dann macht doch, holt Euch eure Anzeige. Wer sich sowas als eventuell Vorbestrafter hat in Kauf nehmen müssen brauch sich von dem z.T. Geschwalle hier nix annehmen. Ich find´s prima das die Ruhrbarone berichten, aber an Kommentaren hier sehe ich deutlich dass da mal wieder ein alter Ton der Hafenstr./MainzerStr. angeschlagen werden muß:

    Bei Räumung Krieg!
    Wenn Ihr uns das Gebäude nicht freiwillig gebt richten wir weitaus mehr Sachschaden in Euren Innenstädten an als was die Gebäude wert sind!

    Wir werden hier genauso wenig rausgehen wie damals aus der deutschen Botschaft in Schweden in den 70ern. Nicht bevor unsere Forderungen erfüllt sind. Nicht bevor wir noch tanzen werden bis an Euch schon keiner mehr denkt.

    Ernstlich: Die jungen Leute haben viel Mut bewiesen und nehmen so manche Konsequenzen in Kauf die Ihr Euch alle nicht traut.

    Den Antiimperialistischen Krieg zurück in die Städte der Metropolen tragen!
    Freiheit … das ist das Gefühl wenn Du den Pflasterstein in die Hand nimmst.

  • #35
    Helmut Junge

    @B.Setzt,
    große Worte, aber selbst feige hinterm Nicknamen verstecken?

    @all, Ich kann jedem ehrlichen Besetzer, der das Ziel verfolgt, die Öffentlichkeit auf ein Problem aufmerksam zu machen, nur raten, sich nicht auf solche Ratschläge von Rattenfängern einzulassen, sondern einen Sprecherkreis zu bilden, wie David Schraven mehrfach empfohlen und erklärt hat.
    Dann sind diejenigen, die der Stadtverwaltung lediglich zeigen wollen, dass sie nicht mit ihr sprechen wollen sowieso raus.

  • #36
    Jürgen

    Wie sehen eigentlich die Sicherungsmaßnahmen seitens Stadt und Polizei an dem wieder leerstehenden Gebäude aus? Hat man schon sämtliche Fenster zerschlagen und das Dach durchstoßen, um einer weiteren Besetzung vorzubeugen?

    Es ist mir immer wieder unverständlich, wie gleichgültig und gleichzeitig fantasielos öffentliche Gebietskörperschaften mit öffentlichem Vermögen umgehen, insbesondere dann, wenn es aus finanztechnischer Sicht nicht mehr rentabel ist und sich einer schnellen, höchstbringenden Vermarktung, die buchhalterische Schätzungen nicht abdecken, wiedersetzt.

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