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Fußball: Unter Freunden – Breitet sich das ‚System Löw‘ weiter über den DFB aus?

Bundestrainer Joachim 'Jogi' Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy

Bundestrainer Joachim ‘Jogi’ Löw; Lizenz: CC; Quelle: Wikipedia; Foto: Steindy

Hansi Flick, derzeit Co-Trainer bei Bundestrainer Joachim Löw, soll nach Informationen des ‚Kicker‘ den freien Posten als DFB-Sportdirektor übernehmen wollen. Allerdings erst nach der WM 2014 in Brasilien, also erst in einem Jahr.

Der Posten der seit dem Rückzug von Robin Dutt, den es im Mai als Cheftrainer zu Werder Bremen zog, vakant ist, würde damit in den unmittelbaren ‚Freundes-‘ und damit wohl auch Einflussbereich von Bundestrainer Joachim Löw fallen.

Keine gute Sache, aus meiner Sicht, denn es droht eine Art Cliquenwirtschaft an der Spitze des deutschen Fußballs.

Sollte es tatsächlich so kommen, dass Flick erst  nach der WM 2014 als Co-Trainer zurücktritt um den Sportdirektorenposten zu übernehmen, dann wäre es gleich aus mehrerlei Gründen keine gute Entwicklung:

Zum einen würde es öffentlich ganz deutlich demonstrieren, dass der Job eigentlich überflüssig ist, denn welcher wirklich verantwortungsvolle Posten kann schon einfach mal über 15 Monate unbesetzt bleiben, ohne dass dies gravierende Konsequenzen hätte?

Zum anderen wären dann alle Posten vom Cheftrainer, über den Teammanager, den zukünftigen Co-Trainer bis hin zum Sportdirektor ausschließlich mit Löw-Vertrauten besetzt.

Dabei tut gerade auch etwas Reibung bei der Arbeit in diesen Ämtern von jeher gut.

Ein Matthias Sammer z.B. galt seinerzeit als Sportdirektor noch als Löw-kritisch, traute sich kritische Bemerkungen zu veröffentlichen, gab gerne auch mal Kontra zur Meinung der Löw-Vertrauten.

Robin Dutt war zu kurz im Amt um über seine Zeit ein substantielles Urteil zu fällen. Seit Monaten ist der Posten inzwischen unbesetzt.

Man fragt sich, warum den Posten im Sommer 2014 dann überhaupt noch besetzten?

Was 15 Monate unbearbeitet bleibt, dafür braucht man vielleicht gar keinen frisch eingestellten Schreibtischtäter. Ginge es dann nicht auch gleich ganz ohne Sportdirektor?

Und wenn man jemanden in dieser Rolle einstellt, dann ausgerechnet einen persönlichen Freund des langjährigen Cheftrainers?

Geht es hier dann noch, wie ursprünglich wohl seitens des Fußballbundes mal angedacht, um Innovation, um zusätzliche Leistung, oder um die Versorgung einiger weniger mit hochdotierten zusätzlichen Chef-Posten?

Begibt sich der DFB so dann nicht auch in eine allzu große Abhängigkeit von Jogi Löw & Co.?

Ich bin heute schon gespannt auf die Entwicklung in den nächsten Monaten in diesem Bereich…

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5 Kommentare zu „Fußball: Unter Freunden – Breitet sich das ‚System Löw‘ weiter über den DFB aus?

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  • #3
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    Robin Patzwaldt Autor

    @Trainer Baade: Habe ich so nicht gesagt. Ich habe grundsätzliche Bedenken geäussert, dass es dort zukünftig nur noch Löw-Vertraute miteinander zu tun haben könnten. Fände ich schade, denn ‘unter Freunden’ mag es sich zwar für die Betroffenen angenehm arbeiten, der Sache ist das aber selten dienlich.

  • #5
    B.Schmidt

    Peinlich, aber so wurde schon immer beim DFB gearbeitet? “Wer kennt einen, der Bundestrainer werden kann? Rudi, dann mach du es doch”! Auch wenn Völler ein super Typ ist und erfolgreich war, so kann man doch nirgendwo arbeiten. Und so ist diesmal auch. Warum ist Flick geeignet? Wie viel Erfahrung hat er in dieser Position? wer fragt den danach? Warum kann so ein Posten beim DFB so lange unbesetzt sein? Warum ist der DFB, wenn es darauf ankommt, nicht erfolgreich? warum sind es aber die Frauen? Man sollte nicht danach gucken, wenn Löw kennt, sondern was das Anforderungsprofil an diese Stelle ist und dann mal inserieren, von mir aus auch Auswahlrunden, etc, den ganzen Personalkram mal durchgehen. Aber dieses, OK, dann macht der Hansi das ab 2014, das geht gar nicht.

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