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LAK Shalom: Antisemitismus, Antiamerikanismus und die Linke

In den vergangenen Wochen wurde auf diesem Blog breit über den Antisemitismus in der Linkspartei diskutiert. Anlass war ein Antisemitisches-Flugblatt auf dem Server der Duisburger Linkspartei sowie ein Offener Brief von Hermann Dierkes, dem Fraktionsvorsitzenden der Linken im Duisburger Rat. Wir baten den LAK Shalom Bayern, einem Arbeitskreis im der Linkspartei nahestehenden bayerischen Jugendverband Solid, um einen Gastbeitrag.

Der Arbeitskreis Shalom wurde gegründet, um die blinden Flecken linker Gesellschaftskritik – Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus – zu beleuchten und endlich der Kritik auszusetzen, der sie sich viel zu lange entzogen haben. Er wendet sich mit seiner Kritik an die gesamte Gesellschaft, also ausdrücklich auch an das eigene Lager. Ehrlichkeit und deutliche Worte, so wenig gelitten sie in Wirklichkeit sind, wenn sie nicht den Gegner, sondern den Mitstreiter betreffen, sind obligatorische Bestandteile jeder gesunden Beziehung. Jeder Mensch, der den Verstand höher schätzt als die Emotion, kurz: jeder zurechnungsfähige Zeitgenosse dürfte daran nichts auszusetzen haben, und die unzurechnungsfähigen sind sowieso nicht zufrieden zu stellen. So wollen wir die Diplomatie beiseite lassen und Klartext reden.

Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiver Antikapitalismus sind keine Alleinstellungsmerkmale einer bestimmten politischen Richtung, sondern in der gesamten Gesellschaft verbreitete Geisteskrankheiten, deren Symptome zwar vielfältig sind und sich immer auch, man verzeihe uns die blöde Phrase, „ein Stück weit“ nach dem Weltbild der befallenen Person richten, jedoch immer die gleiche Wahnvorstellung vermitteln: ein Unvolk parasitärer, global agierender Wesenheiten, das für sich die Weltherrschaft beanspruche und unschuldige Völker ihres Blutes, ihres Bodens und ihrer Reichtümer beraube. Der Antisemitismus ist dabei auf Juden fixiert, der Antizionismus auf den Judenstaat und dessen Unterstützer, der Antiamerikanismus auf die USA und deren Unterstützer und der regressive Antikapitalismus auf „raffende Kapitalisten“, neudeutsch: Heuschrecken, also wandernde Schädlinge. Genaue Definitionen dieser vier Geisteskrankheiten müssen hier aus Platzgründen ausbleiben, sind dem interessierten Leser jedoch unter folgenden Adressen jederzeit zugänglich: http://shalom-bayern.blogspot.com/2011/04/uber-antisemitismus-antizionismus-und.html (für Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus) und http://bak-shalom.de/index.php/materialien-des-bak-shalom/wir/begriffserklarung-regressiver-antikapitalismus/(für regressiven Antikapitalismus).

Die vier genannten Geisteskrankheiten sind nicht spezifisch deutsch – es gibt sie fast überall auf der Welt –, wurden aber in Deutschland sehr lange für gesunden Menschenverstand gehalten und waren von 1933 bis 1945 Staatsdoktrin. Die Folgen sind bekannt, die Ursachen wurden ausgeblendet und durch die Wahrnehmung ersetzt, da hätten ein paar Unmenschen die Macht an sich gerissen und das brave deutsche Volk zu furchtbaren Taten gezwungen, weshalb dieses brave deutsche Volk nun auf nicht absehbare Zeit dazu verdammt sei, nichts mehr gegen die arroganten Juden zu unternehmen, den blutrünstigen Judenstaat zu unterstützen, die eigene Kultur der Unkultur der Amis zu opfern und das Volksvermögen heimatlosen Raffzähnen zum Fraße vorzuwerfen.

Der Nationalsozialismus ist tot und der Ungeist, der ihn schuf, stark machte und in Amt und Würden erhob, beklagt sich selbst als Opfer seiner Schöpfung. So sieht sie aus, die deutsche Erblast. Vermischt sich diese Erblast mit einer nicht zwangsläufig linken, aber in der politischen Linken weit verbreiteten Ideologie namens „Antiimperialismus“, die im wesentlichen aus der Überzeugung besteht, alle nicht kommunistischen Staaten, besonders die USA und Israel, seien Räuber und Mörder (intelligente Antiimperialisten würden hier widersprechen, müssen sich aber damit abfinden, dass sie die einzigen sind, die Widerspruch für nötig halten), entsteht ein brüllend selbstgerechter linksvölkischer Wahn, angetrieben vom typisch linken und für sich genommen durchaus hehren Wunsch nach dem Ende der Unterdrückung der Schwachen durch die Starken, aber durchsetzt, vergiftet und pervertiert von nationalsozialistischen Hirngespinsten.

Es gibt also eine Doppelbelastung der deutschen Linken. Jede linke Gruppierung, die sich selbst ernst nimmt, sollte sich dieser Doppelbelastung bewusst sein und alles unternehmen, um die eigene Weltanschauung von solchen Einflüssen zu befreien und frei zu halten – ein frommer Wunsch freilich, der sich noch niemals erfüllte. Von Realsozialismus zu Realsozialismus regierte noch immer zuvörderst der Wahn. Doch nicht nur an der Regierung, auch in der Opposition, vor allem der außerparlamentarischen, neigt die Linke dazu, ihrer Doppelbelastung nachzugeben. Noch allzu frisch ist die Erinnerung an RAF-Angehörige, die sich in Lagern der damals noch eindeutig terroristischen PLO für den bewaffneten Kampf ausbilden ließen, noch allzu frisch die Erinnerung daran, dass es linke Terroristen – die „Revolutionären Zellen“ in Entebbe – waren, die erstmals nach 1945 wieder Juden von Nichtjuden selektierten, und allzu selten fand sich eine linke Stimme, die in diesen Verschwisterungen Linker mit völkischen und antisemitischen Bewegungen mehr sah als nur unschöne Auswüchse einer an sich gerechten Sache. Wenn das Schaf auch gerne mal den Mond anheult, muss es sich nicht wundern, wenn es für einen Wolf gehalten wird. Einen Werwolf, besser: Schafwolf. Oviswolf. Schafe sollten nicht heulen. Heult ein Mitglied ihrer Herde, sollten sie sich weder einstimmen noch sich wegdrehen, sondern prüfen, was da los ist. Und genau das tun sie viel zu selten, die roten Schafe.

An dieser Stelle werden viele Linke empört aufschreien, was uns einfalle, sie dermaßen zu diffamieren. Wir müssten doch wissen, dass die Linke ohne Makel sei, und dass jeder Makel, der sich dennoch zeige, entweder auf einer Lügenkampagne der kapitalistischen Medien basiere oder auf die Umtriebe eingeschleuster Agenten zurückzuführen sei. Wir, die „nützlichen Idioten einer kolonialen Staatsmacht“ (Hermann Dierkes), arbeiteten doch nur dem politischen Gegner zu und verhielten uns grob unsolidarisch unseren lieben Genoss(inn)en gegenüber. Und genau hierin zeigt sich die Notwendigkeit unserer Existenz: So lange die deutsche Linke hysterisch auf linke Gruppen reagiert, die sich klar gegen nationalsozialistische Inhalte aussprechen, muss sie mit der Kritik leben.

Das größte Problem der Linken also, wie schon angedeutet, ist ihr manichäisches Weltbild. Gut und Böse sind klar definiert, und da alles, was das Gute tut, gut sein muss und alles, was das Böse tut, böse, kann vom Guten nichts Böses und vom Bösen nichts Gutes ausgehen. Das Muster ist aus der Geschichte bekannt: Da glaubt eine manichäische Partei an den Himmel auf Erden, kommt an die Macht und stellt fest, dass das Himmelreich ihr nicht gefolgt ist. Woran das liegt? An mir bestimmt nicht, denkt sich die manichäische Partei, denn ich bin perfekt. Da muss sich ein Bösewicht eingeschlichen haben. Und wo finde ich Bösewichte? Unter meinen Kritikern. Dieses Muster zeigt sich nicht nur in der historischen, sondern leider auch in der heutigen Linken. Es erklärt, warum etwa linker Antisemitismus ein Tabu ist. Antisemitismus ist ein Makel, also kann es ihn in der Linken nicht geben. Wer das Gegenteil behauptet, will ihr schaden. So einfach ist das.

Da der Arbeitskreis Shalom das durchweg positive Selbstbild der Linken nicht bestätigt, wird er als Störer wahrgenommen, als Nestbeschmutzer, und da er der Meinung ist, Israel habe das Recht dazu, mit militärischen Mitteln auf kriegerische Akte seiner Gegner zu reagieren, außerdem als Verein von Kriegstreibern. Kriegstreiber und Nestbeschmutzer zugleich – da muss sie sich wehren, die deutsche Linke, die doch fehlerfrei ist und Angriffskriege gegen Imperialisten für gelebten Pazifismus hält. So ist der Arbeitskreis Shalom (der übrigens der „linksjugend [’solid]“ angehört und nicht der Partei „Die Linke“) der einzige linke Arbeitskreis, dessen bloße Existenz zum Start einer gegen ihn gerichteten linken Initiative geführt hat, einer Initiative, der sich neben sehr fragwürdigen Leuten, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen in der Partei „Die Linke“ erwünscht sind, obwohl sie es in der PDS nicht waren, auch ein paar ansonsten vernunftbegabte Genoss(inn)en angeschlossen haben, einer Initiative allerdings, die nichts weiter tut, als vorhanden zu sein und durch ihre Präsenz die Gelüste Unverbesserlicher zu befriedigen.

Ist die deutsche Linke auf Israel fixiert? Wer schon einmal ein Statement der deutschen Linken zum Nahostkonflikt gehört oder gelesen hat, wird diese Frage bejahen. Wer indes viele deutsche Linke kennt, wird die Frage verneinen. Die deutsche Linke ist nicht auf Israel fixiert, aber wann immer es um Israel geht, ist sie sich auf sehr hässliche Weise einig. Würde sie sich ernsthaft und sachlich mit Israel befassen, käme sie zu gänzlich anderen Ergebnissen und käute nicht nationalsozialistische Hirngespinste wieder.

Der Arbeitskreis Shalom hat sich der Aufdeckung und Bekämpfung dieser Hirngespinste verschrieben. Wir glauben noch an die Linke, sonst hätten wir sie längst verlassen. Und ehe dieser Beitrag an seinem Pathos erstickt: Der Arbeitskreis Shalom erhebt keinerlei Anspruch auf Unfehlbarkeit, ist sich aber sicher, reale und wenig beachtete Missstände anzusprechen. Es gilt, an die Linke besondere Ansprüche zu stellen, um zu gewährleisten, dass die Linke tatsächlich besser arbeitet als ihre Vorgänger und Konkurrenten und, sofern sie dennoch dieselben Fehler macht, dies wenigstens nicht ungehindert tut.


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27 Kommentare zu “LAK Shalom: Antisemitismus, Antiamerikanismus und die Linke

  • #1
    Rainer Lang

    recherchiert man von diesem Artikel augehend weiter, so stösst man auf die Erkenntnis:

    „Ich teile die Einschätzung, dass es sich bei der Linkspartei um jene Partei im Bundestag handelt, in der Antisemitismus am weitesten verbreitet ist und am offensten artikuliert wird.“

    Nun frage ich mich, was für einen Sinn die Mitarbeit in jener regressiv-antikapitalistischen Partei macht, in der Antisemitismus am weitesten verbreitet ist und am offensten artikuliert wird, zumal die BAK Shalom Genossen von den SED Genossen als „neokonservativ-rechts“ und als „innere Antikommunisten“ denunziert werden.

  • #2
    der Ted

    Unglaublich, es gibt doch noch Verstand bei der Linken. Die jungen Genossen sind nicht zu beneiden, das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Dummheit und Vorurteil lassen sich nur sehr schwer bekämpfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Lasst euch nicht unterkriegen!

  • #3
    Tom

    Nichts gegen die allgemeine Aussage des Artikels. Seine Ausrichtung ist mehr als löblich. Dennoch ist es auffällig, dass anstelle gesellschaftlicher Analyse Metaphern individueller Pathologien treten — stumpfe Werkzeuge zur Erfassung von Wirklichkeit und scharfe Klingen zur Produktion von Meinung. Der Unterschied zwischen Doxa und Episteme ist dann doch anders gelagert.

  • #4
    Martin

    Danke. Erfreulich zu sehen, das es nicht nur linksbraune Linke gibt. Die Linke unterscheidet sich inzwischen in praktisch nichts mehr von den „offen“ Braunen.

  • #5
    Stefan Laurin

    @Martin: So etwas wie den LAK Shalom würde es in der NPD oder bei Pro NRW sicher nicht geben.

  • #6
    Gutartiges Geschwulst

    Lesenswerter Artikel, der die vorherrschende geistige Unmündigkeit treffend beschreibt!
    Besonders amüsant fand ich, dass von roten Schafen die Rede war.
    Dazu passend:
    http://www.youtube.com/watch?v=yyhtIg6V4o0

  • #7
    Rainer Lang

    @Tom- Mit den „individuellen Pathologien“ mogeln die sich an dem gesamten Komplex sozialistischer Antisemitismus vorbei. Der Sozialismus war nämlich selbst in seinen frühestens Phasen deutlich antisemitisch ausgerichtet (Identifikation der Juden mit dem Kapitalismus) und gerade ihre Partei kollaborierte unter dem Namen KPD bereits in den 20ern und 30ern mit den Nazis und unter dem Namen SED war sie ebenso offen antisemitisch. Dierkes, Paech, Hoeger&Co setzen im Grunde genommen nur den alten antisemitischen Kurs der KPD und der SED fort.

    @Stefan. Die könnten genausogut in der NPD mitmachen. Wäre genauso sinnlos.

  • #8
    Gerrit Liskow

    „Dennoch ist es auffällig, dass anstelle gesellschaftlicher Analyse Metaphern individueller Pathologien treten — stumpfe Werkzeuge zur Erfassung von Wirklichkeit und scharfe Klingen zur Produktion von Meinung.“

    Der Meinung von Tom möchte ich mich anschließen. Die Metaphorik individueller Pathologie taugt nolens-volens zu nichts weiter als dem Versuch, die „Betroffenen“ (in der Logik dieses Argumentes müsste es sogar „Die Befallenen heißen“) aus der Verantwortung zu nehmen; er ist also dazu angelegt, ihr Verhalten zu entschuldigen.

    Dieser tendenziell apologetische Erklärungsansatz verdrängt freiwillig-unfreiwillig den emotionalen und sozialen Mehrwert, den Antisemiten, Antisemitinnen idelatypisch von ihrem Zustand haben: Die persönliche Erleichterung darüber, für ihre indviduellen Mediokrität nicht selber haftbar zu sein (sondern esoterische „böse Mächte“), und sich in diesem Sinne dann mit Leuten zusammenzuschließen, um „gemeinsam“ irgendwie das Geheimnis gelingender Macht-Akkumulation an sich zu bringen, dem „linken“ Äquivalent des Namens HaShem.

    Fazit: Eine Analyse auf dem Niveau von Golo Manns Faschismus „Analyse“, die da, wo Golo Mann den sozialen „Volkskörper“ als verhext und besessen verstand, das Individuum für verhext und bessesen erklärt und mithin exkulpiert.

    Das, werter BAK Shalom, ist nicht mal als Tiger gesprungen um als Bettvorleger zu landen, sondern das ist ein herber Rückfall hinter jeden Stand der aktuellen Analyse.

    Empfehlung: Joachim Bruhns lesen, vielleicht hilft’s 😉 mazal tov!

  • #9
    Haskala

    @Gerrit, das ist keine sozial.- oder geisteswissenschaftliche Analyse, sondern der Versuch junger Leute, sich dem Thema zu nähern. Halt auch etwas emotional formuliert, um ein paar Leute aus dem Tiefschlaf zu holen.

    Im Gegenteil finde ich den Ansatz der Individualisierung von Verantwortung als Fortschritt gegenüber dem Pauschalurteil „Die Linke ist….“.

    Antisemiten und „Israelkritiker“ gibt es zur Genüge in den anderen Parteien auch, ich erinnere nur mal an den einstimmig gefassten Bundestagsbeschluss zu Israel. Im Gegensatz zu den anderen Parteien existiert aber wenigstens bei der Linken ein Zusammenschluss, der explizit diesen Antisemitismus aufgreift und kritisiert.

    Wo ist ein LAK Shalom bei den Grünen, wenn Herr Ströbele mal wieder den Raketenbeschuss Israels als „„die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels“ bezeichnet?

    Wo ist ein LAK Shalom bei der Union, wenn Herr Polenz mal wieder in Israelkritiklaune ist?

    Und Antiamerikanismus hat sich mittlerweile selbst in die Union und FDP hineingefressen. Also bitte einen gerechten Maßstab anlegen und die Arbeit würdigen. Ganz sicher ist das nichts für karriereorientierte Jungpolitiker, zumal nicht im Westen…. .

  • #10
    Arnold Voss

    @ Gerit Liskow und Rainer Lang

    Hinzu kommt, dass aus dieser Position umgekehrt jede Art von Kapitalismuskritik sehr leicht den dunklen Schatten des Antsemitismus verpasst bekommt, wenn es um privaten Reichtum bzw. die gerechte Verteilung/Besteuerung von Profiten geht.

    Es gibt aber eine rationale Kapitalismus-Kritik, z.B. auch was die sogenannten „Heuschrecken“ betrifft, die über jeden Verdacht des Antisemitismus erhaben ist, selbst wenn es sich dabei konkret um Finanzjongleure jüdischer Herkunft handeln sollte.

  • #11
    Halil

    Interssant! Dann sind laut Artikel jene Menschen die unter anderem den ausufernden Kapitalismus kritisieren Geistekrank? Das kann man nur allzu leicht auch als Nazi Jargon interpretieren.
    Wohin führt das? Alle die jetzt Israel, Kapitalismus kritisieren in die Klapse? Leute, Leute, dieser Artikel ist dämlich!

  • #12
    Thomas

    Antizionismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus und regressiver Antikapitalismus – sind also nach Meinung unserer bayerischen Freunde vom LAK Shalom psychopathogene Phänomene („Geisteskrankheiten“) des individuellen Bewußtseins – man müßte sie denn also mit passenden pharmazeutischen Produkten behandeln und in schweren Fällen einfach wegsperren.

    Wenn der normale mitteleuropäische, einigermaßen politisch gebildete Zeitgenosse also aus menschenfreundlichen Erwägungen die Vorgehensweise des israelischen Militärstaats in den besetzten palästinensischen Gebieten mit kritischen Anmerkungen versieht, hat er sich -nach Meinung unserer bayrischen Antsiemitismuskritiker- nicht nur als kruder Judenfeind entlarvt, er leidet darüber hinaus auch mindestens noch an vegetativer Dystonie. (Oder, um es mit unserem Großkritiker H.M.Broder zu sagen: Israelkritiker sind „…Arschlöcher, Wichser, braune Scheisserle, menstruierende Hausfrauen, Nazi-Imitatoren, tiefbraune Klons,
    sabbernde Opas, stalinistische Elendsgestalten, Kotzbrocken, Propagandisten der nachholenden Endlösung, delirierende Kapellmeister und onanierende Blockwarte…“.

    Prima: Auf so einem inhaltlichen Niveau sollten wir uns fortentwickeln!

    Und – was den „regressiven Antikapitalismus“ betrifft – man möchte schon mal wissen, was unsere bayerischen Freunde darunter denn nun verstehen: Einen fiesen Grundstücksspekulanten persönlich und öffentlich als „finanzkapitalistischen Miethai“ zu bezeichnen, konstituiert nämlich durchaus kein „antisemitisches Bewußtsein“. Es ist einfach eine schlichte Tatsache.

    Thomas

  • #13
    Haskala

    @Arnold Voss

    Der Begrifflichkeit “regressiver Antikapitalismus” schließt ein, dass nicht jede Kritik am System der kapitalistischen Vergesellschaftung fortschrittlich ist. Dies wollte die Linke lange Zeit nicht wahrhaben und will es zum Teil bis heute nicht. So wie der Antikapitalismus der Nationalsozialisten nicht ernst genommen wurde, so wenig wird heutzutage eine reaktionäre Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft zur Kenntnis genommen, wie sie von Neonazis, aber auch von radikalen Islamisten formuliert wird. Einer regressiven Kaptialismuskritik geht es nicht um die Bewahrung der Errungenschaften der Aufklärung und der bürgerlichen Demokratie, sondern darum, ein vormodernes Gesellschaftsideal zu etablieren. Gehetzt wird gegen Individualismus, westliche Dekadenz und das Finanzkapital.

    Die Kritik am Finanzkapital steht meist im Zentrum einer regressiven Kaptialismuskritik, was die Totalität des kapitalistischen Systems verkennt. Dies drückte sich bei den Nazis in der Unterscheidung von “raffendem Kapital” und “schaffendem Kapital” aus. Das “raffende Kapital” wurde mit den Juden in Verbindung gebracht, als bodenlos und kosmopolitisch verleumdet. Dies ist die offene Flanke zum Antisemitismus. Das heißt nicht, dass jede Kritik an der Börse o.ä. antisemitisch sei. Dennoch läuft eine Hetze gegen “Heuschrecken” immer Gefahr, die Systemkritik zu personalisieren und dadurch die kapitalistische Vergesellschaftung nicht als „gesellschaftliches Verhältnis“ (Marx) mit abstrakten Zwängen zu begreifen, sondern die konkreten Akteure als persönlich Verantwortliche für Elend, Armut und Ausbeutung auszumachen.
    http://bak-shalom.de/index.php/materialien-des-bak-shalom/wir/begriffserklarung-regressiver-antikapitalismus/

    Moishe Postone warnte bereits 1979 eindringlich davor, jede Kritik am Kapitalismus gleich als fortschrittlich oder links zu bezeichnen:
    ?Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.“

    Herzlichen Gruß,
    http://haskala-bayern.blogspot.com/

  • #14
    Jan

    Huch.Ein Text, der inhaltlich Sinn ergibt, ohne wahnhafte Selbstüberhöhung und hasserfüllte Feindbilder auskommt und auch kritische Selbstreflektion nicht aus dem Weg geht? Diese Leute sind wirklich der Linken nahestehend?!?

    Ganz im Ernst: Die „antideutsche“ Fraktion (auch wenn der Name blöd ist) sind der einzige Teil der Linken, denen man überhaupt zuhören kann, ohne einen Gehirntumor zu bekommen. Einer der wenigen verbliebenen Gründe, warum ich noch nicht in ein anderes Lager abgewandert bin.

  • #15
    Rainer Lang

    @Haskala weshalb vernebelt ihr den Antisemitismus als regressiven Antikapitalismus und nennt ihn nicht offen bei seinem wahren Namen, nämlich reaktionärer Sozialismus, so wie es Friedrich Engels im Brief „Über den Antisemitismus“ tat?

    Der Sozialismus ist so oder so nicht zu retten, da helfen alle Nebelkerzen nicht.

    (Karl Marx u. Friedrich Engels, Werke, Bd.22, 1963, Berlin/DDR, S.49-51.)

  • #16
    Skandalos

    Liegt nicht dieser verbreiteten Haltung bei Linken, Rechten, Islamisten etc ein und die gleiche Lebenseinstellung zugrunde? Diese Leute demonstrieren doch durch die Bank Untertanenhaltung. All diese Leute wollen den absoluten Staat, der rundum für alles sorgt: für Arbeitsplätze, Versorgung, Sicherheit, Zukunft, Konjunktur, Kultur etc. Sie hassen das Individuum, die individuelle Freiheit, weil sie von ihr überfordert sind. Sie brauchen immer jemanden, der ihnen sagt, was sie tun sollen, eine zuständige höhere Instanz, unter deren Führung sie sich geborgen fühlen. Für sie besteht die Welt aus der großen Masse der Untertanen, dem Staat, und die Rollen des Teufels in diesem System spielt diese von ihnen zusammenphantasierte böse Fädenzieherkultur, die dann an allem schuld ist, was sie selbst und ihr überfrachteter Staat vermasseln.

    Untertanen können sich nur als Opfer sehen, als hilflos, nie als wirksame Akteure. Untertanen *wollen* ja auch Untertanen sein, denn zur Eigenverantwortung fürs eigene Schicksal, zum Erwachsenwerden sind sie zu faul, zu dumm und zu feige. Sie wollen, daß das ganze Leben so bleibt wie im Kindergarten und in der Schule, so schön klar hierarchisch geregelt und so schön unkompliziert. Um sich aber für ihre Feigheit, Dummheit und Faulheit nicht selbst verachten zu müssen einerseits und weil dieses den Staatsapparat absurd überfrachtende Gesellschaftssystem einfach nicht funktionieren kann andererseits, schieben sie noch die Schuld für alles, dessen Gegenteil und sogar noch für die eigene Unmündigkeit auf ihre Lieblingsfeindbilder Amis + Juden. Denn diese sind halt die Völker der Freien, diese die Völker, wo die Mehrheit der Leute genügend Eier haben, mündig und erwachsen zu werden und die Verantwortung fürs eigene Leben selbst zu tragen.

  • #17
    Haskala

    @Rainer, nicht reaktionärer, sondern feudaler Sozialismus 😉 Zitat:

    „Der Antisemitismus ist also nichts anderes als eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft, die wesentlich aus Kapitalisten und Lohnarbeitern besteht, und dient daher nur reaktionären Zwecken unter scheinbar sozialistischem Deckmantel; er ist eine Abart des feudalen Sozialismus, und damit können wir nichts zu schaffen haben. Ist er in einem Lande möglich, so ist das ein Beweis, daß dort noch nicht genug Kapital existiert.“

    Was Engels sagt, ist zwar sicher nicht ganz falsch; auch untergehende, vom Kapitalismus bedrohte Gesellschaftsschichten haben historisch mit derartigen Ressentimens reagiert. Aber letzten Endes muss der Antisemitismus aus der kapitalistischen Gesellschaft selbst heraus erklärt werden; wie gesagt finde ich den Ansatz von Postone dazu sehr hilfreich, lesenswert ist auch der Artikel von Martin Dornis „Von der Harmoniesucht zum Vernichtungswahn“ in EXIT! Heft 3, S. 103-156.

    Postone stellt dar, dass der Antisemitismus eine Ideologie ist, die die vermeintlich konkrete, gute Seite des Kapitalismus (Produktivkräfte, Konkrete Arbeit etc.) gegen dessen abstrakte Seite ausspielen will (Geld, Finanzkapital, etc.), welche dann mit den Juden identifiziert wird. Der Antisemitismus will den Kapitalismus vor seinen krisenhaften und negativen aspekten „retten“, er will einen Kapitalismus ohne Krise, der immer fortdauert etc. Alles was ihm negativ am Kapitalismus erscheint, wird von diesem quasi abgespalten und auf die Juden projiziert. Ich finde es daher auch nicht richtig, antisemitische Kritik an den Finanzmärkten usw. als „verkürzten Antikapitalismus“ zu bezeichnen; das ist überhaupt kein Antikapitalismus, auch kein falscher oder verkürzter, sondern ein radikaler Prokapitalismus, der den vermeintlich guten konkreten Kapitalismus vor den bösen Spekulanten retten will.

    Und das Problem ist eben, dass die Leute darauf meist mit irgendwelchen Ideologien reagieren statt zu begreifen, dass die Armut im Kapitalismus eine künstliche ist, dass mehr als Genug für sie alle da wäre, wenn der Reichtum nicht in der verrückten Form der Ware erscheinen würde und das Arbeitslosigkeit unter vernünftigen Umständen kein Unglück, sondern ein Segen wäre. Aber so reagieren die Menschen eben meistens, vielmehr projizieren sie das Unglück auf irgendwelche Feindbilder.

  • #18
    Frank Heinze

    Zur Begrifflichkeit „Geisteskrankheit“

    Der Terminus „Geisteskrankheit“ wird im umgangssprachlichen Bereich i.d.R. für eine Psychose oder einen psychotischen Schub verwandt. Psychose ist eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht. Der Begriff wird üblicherweise in Abgrenzung zum Begriff Neurose verwendet, und zwar für psychische Störungen, die schwer sind, sich nicht oder zumindest nicht alleine durch Psychotherapie beeinflussen lassen und sich nicht ohne weiteres aus einem lebensgeschichtlichen Kontext heraus ableiten lassen.Symptome sind z.B. Wahnvorstellungen, Halluzinationen

    Nach Karl Jaspers ist der Wahn an drei Kriterien zu erkennen: unvergleichliche subjektive Gewissheit Unkorrigierbarkeit (Unbeeinflussbarkeit durch Erfahrungen und zwingende Schlüsse) Unmöglichkeit des Inhalts

    Außenstehende nehmen Wahnüberzeugungen teilweise als ausgefeilte und umfassende „Wahngebäude“ wahr, in die Betroffene ihr alltägliches Erleben einbeziehen und umdeuten (z. B. „das parkende Auto da draußen dient nur dazu, eine Abhöranlage zu tarnen“). Psychiater sprechen dann auch von systematisiertem Wahn. Manchmal beschränkt sich die Wahnsymptomatik aber auch auf ein einziges und scharf umgrenztes Gebiet („Frau X ist ein böser Schlangendämon“), und Außenstehende empfinden die Betroffenen von diesem einen Punkt abgesehen als durchaus realitätsbezogen. Bei einer anhaltenden wahnhaften Störung treten in der Regel Wahninhalte auf, die Außenstehende als in sich relativ schlüssig und nicht bizarr empfinden. Reale Ereignisse werden dabei in den Wahninhalt einbezogen. Eine anhaltende wahnhafte Störung gilt als chronisch und kaum behandelbar. Komplexe, in sich geschlossene „Wahnsysteme“ nennt man auch Paranoia. In diesem Fall wird nicht von einer schizophrenen Psychose gesprochen, da bei den Betroffenen keine sonst für die Schizophrenie typischen Symptome (Ich-Störungen, formale Denkstörungen, Halluzinationen usw.) festgestellt werden. Als „Paranoiker“ werden Menschen bezeichnet, die Psychiater als geordnet, logisch und bis auf den Wahn psychisch völlig unauffällig wahrnehmen. Als typisch paranoisch gilt z. B. eine Überzeugung, dass andere Menschen sich gegen die betroffene Person verschwören, hinter dem Rücken über sie reden und Komplotte schmieden. Dies alles wird mit Argumenten ausgebaut, denen Psychiater einen logischen und realistischen Gehalt zusprechen. (Siehe Wikipedia)

    Den Antisemitismus nun anhand dieser Definitionen als Wahngebilde, ergo Geisteskrankheit zu bezeichnen, fällt mir nicht schwer.

  • #19
    multilind

    die Linke in Hamburg ist im Übrigen der Überzeugung dass dieses Papier von Feinden der Partei untergeschoben wurde. Wenn man in einem Loch voller Dreck sitzt, sollte man aufhören zu graben ..

    http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=16309&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=42b096b49a

  • #20
    Thomas

    Neues aus dem Wissenschaftsbetrieb in der Sache:

    Diese Frage könnte Grünen und Sozialdemokraten in den Ohren klingen: „Antisemiten als Koalitionspartner?“ So haben der Gießener Sozialwissenschaftler und Antisemitismusexperte Samuel Salzborn und Sebastian Voigt von der Universität Leipzig eine Studie überschrieben, die sich mit der Linkspartei beschäftigt.

    In der noch unveröffentlichten Arbeit, die der Frankfurter Rundschau vorliegt, heißt es, „linke Selbstimprägnierungsstrategien“ täuschten darüber hinweg, „dass sich sogar im parlamentarischen Spektrum der bundesdeutschen Linken inzwischen eine Kraft etabliert hat, die antisemitische Positionen in ihren Reihen toleriert“.

    (…)

    Studienautor Salzborn sieht gar „diejenigen, die auf den Antisemitismus hinweisen, zunehmend isoliert“. Im Fazit sind die Autoren skeptisch, ob die Partei das Problem in den Griff bekommt.

    http://www.fr-online.de/politik/antisemiten-in-der-linkspartei/-/1472596/8464158/-/index.html

  • #21
    Thomas

    Neues aus der Linkspartei zur bislang unveröffentlichten Studie von Salzborn und Voigt (#20):

    http://www.lafontaines-linke.de/2011/05/immer-dominanter-studie-antisemitismus-salzborn-voigt-hein-frankurter-rundschau/

  • #22
    Thomas

    Jetzt ist die Studie (# 21) online:

    http://www.fr-online.de/blob/view/-/8467798/data/5567673/-/Studie+Antisemitismus+in+der+Linkspartei.pdf

  • #23
    Haskala Bayern

    morgen, 15:35 bei phönix:

    LIVE „Deutscher Bundestag Aktuelle Stunde Aktuelle Sozialwissenschaftliche Untersuchung zum möglichen antisemitischen und Israel feindlichen Positionen und Verhaltensweisen in der Partei die Linke“

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-05/20330306-phoenix-sendeplan-fuer-mittwoch-25-mai-2011-tages-tipps-live-15-35-deutscher-bundestag-aktuelle-stunde-20-15-traumhafte-kuesten-kalifornien-sehn-007.htm

  • #24
    seyinphyin

    Ich lese, höre und sehe mir so ziemlich alles zu dieser Thematik an und letztlich ist es nur eines:

    Wahlkampf, mit dem die anderen vier Parteien von ihrer direkte(!), existierenden(!) und seit Jahren praktizierten(!) rassistischen, sozialdarwinistischen und inhumanen Politik ablenken und die einzige große Partei, die das offen und mit klaren Fakten belegt nennt, in den Dreck zieht.

    Das war bei der Kommunismusdebatte so und ist jetzt bei der Antisemitismusdebatte so. Pauschale Dämonisierung ohne Beweise, ohne Kausalität und in völlig Ignoranz gegenüber der Realität.

    Am besten ist ja, dass die Linkspartei wegen der Fraktionsstärke nur einmal bei der aktuellen Stunde Reden darf, während die anderen Parteien fast unwidersprochen kreischen dürfen.

    Denn wenn es gegen die einzige Partei geht, die bisher kein einziges Mal das Grundgesetz gebrochen hat und sich klar gegen jeden jeden Bruch stellt, dann sind sich unsere vier verfassungsfeindlichen Parteien ja stets zu 100% einig.

  • #25
    Stefan Laurin

    @Seyinphyn: Dier Antisemitismus von Teilen der Linkspartei ist hinlänglich bewiesen. Auch durch die Arbeit dieses Blogs. Und zur Linkspartei und dem Grundgesetz: Die Linke steht organisatorisch und wirtschaftlich in der Kontinuität der SED und die hat eigentlich nie etwas anderes getan, als das Grundgesetz zu brechen. Das 1990 nicht alle vor 1989 in der DDR gegründeten Parteien (SED und Blockparteien) aufgelöst und ihre Vermögen zur Entschädigung der DDR-Opfer verwendet wurden ist eine der großen Fehler der Wiedervereinigung gewesen.

  • #26
    Steff

    @Seyinphyn

    Der Antisemitismus in der Linkspartei ist strukturell und nicht einfach nur mal eine punktuelle Erscheinung und geht bis in die Parteispitze. Dass dies so ist, daran besteht kein Zweifel und allein daran erkenbar, dass die „betroffenen“ Personen t.w. Führungspositionen inne haben und auch im Bundestag weiter sitzen dürfen. Alle andere Parteien haben Personen wegen t.w. weitaus weniger geballtem Antisemitismus aus ihren Reihene ausgeschlossen. Auch dies ist ein Zeichen, dass es sich im Gegensatz zu den anderen Partei beim praktizierten Antisemitismus nicht um etwas handelt, was unerwünscht ist, sondern dass es strukturell angeleget ist – auch wenn Einzelne innerhalb der Linken dagegen kämpfen und deutlich Position beziehen. Diese werden angegriffen und als Nestbeschmutzer bezeichnet, während man das Problem einfach so hinnimmt. Im krassen Gegenstatz zu dem, wie andere damit umgingen. Nämlich unter genau anderen Vorzeichen.

    Das ist letztlich irrelevant, denn es wird ja gern von der Linken als Argument aufgeführt, dass auch andere Antisemiten in ihren Reihen hatten – ohne dabei zu berücksichtigen, dass „hatten“, weil die schnell ausgeschlossen wurden. Es zeigt also nur, wie die Linke damit umgeht, nämlich abstreitend. Letztlich aber wirllich irrelevant, da keine der anderen Parteiein eine strukturelles Problem mit dem Antsiemitismus bei insbeodnere auch Bundestagsabgeordneten hat.

    Es ist kein Skandal, dass Antisemiten im deutschen Bundestag sitzen und unsere Politik mitbestimmen. Es ist ein Skandal, wenn Leute dies nicht als dringlich thematisiert sehen wollen. Es kann nicht sein, dass Menschen bei uns Politik mitmachen dürfen, welche Antismeiten sind und damit ein Menschenbild haben, welches nicht kompatibel mit unserer Verfassungs ist, was verfassungsfeindlich ist. Und nicht nur dass es Einzelpersonen, es ist strukturell verbreitet in der Linken.

    Wie haben also keine 70 Jahre nach den Nazis wieder eine antisemitische Partei im Bundestag, denn sie geht nicht gegen den strukturellen Antisemitismus in ihren Reihen vor, es gibt Antisemiten die Pöstchen haben und im Bundestag sitzen ohne ausgeschlossen zu sein – und wenn nicht das, was soll dann bitte Anlass einer aktuellen Stunde sein.

    Ich finde es beschämed, dass die in den Bundestag gezogen sind und ich finde es einfach nur heuchlerisch, wenn die sich dann nach als Kämpfer gegen Faschismus meinen aufzuspielen, dabei haben die die braunen Antisemiten für sich im Bundestag sitzen, Pöstchen gehoben etc.

  • #27
    thomas weigle

    der jude ist an allem schuld,auch am antisemitismus,denn gäbe es den juden nicht,müsste ihn der antisemit nicht hassen-broder.die frage ist,was habe ich iin einer partei zu suchen,in der der sprecher meines kreisverbandes von einem staat “ am rande der apartheit“ spricht und für den der kampf gegen israel teil des kampfes gegen den westlichen imperialismus ist. in nahost heißt kampf nicht boxen oder ringen, sondern töten und verletzen, mithin billigt er die tötung von juden-wie so etwas in einer „antifaschistischen“ partei im 67. jahre nach der befreiung von auschwitz möglich ist,ohne dass man im beim austritt aus der partei behilflich ist,ist nicht nachzuvollzuziehen.aber was solls? angesichts der vielen konflikte in der partei ist es eh sinnlos,auf dem sinkenden schiff um den kurs zu streiten,denn der wird längst vom sinkenden schiff bestimmt-downunder. für mich hätte das auseinanderbrechen der partei die folge-in nrw-dass die 5% hürde ihnen nur noch iihren albträumen als unerreichbares ziel erscheint und überhaupt,bei mir im kv.gütersloh wurde am letzten in anwesenheit der landessprecherin lösungsmöglichkeiten für fast jeden weltkonflikt entworfen.und diese „genossen“ haben es bis heute nicht geschafft, unsere landtagsfraktion von deren „knallharten sozialistischen oppositionspolitik“ per stimmenthaltung abzubringen.dies ist doch nur lächerlich.

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