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020 Merve, Europa, die Türkei und der Frisör

Merve Kayikci und Sophie Mineif (v.l.) (Foto Kayikci: Lisa Wazulin, Foto Sophie Mineif: barefoottalesbykim)

Mit den Journalistinnen Merve Kayikci und Sophie Mineif wollten wir eigentlich über Europa plaudern. Aber irgendwie wurde es dann zu einem mitunter harten Streitgespräch zu Erdogan und der Türkei zwischen Merve und dem Bartoschek. Aber es ging trotzdem auch um die Fragen der europäischen Union, der Werte, der Einigung – und der Demokratie im Generellen. Mitunter war das Ganze so hitzig, dass die Verbindung abriß. Am Ende war dann aber wieder alles gut, und es konnte noch über den Frisör gesprochen werden.

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Ein Kommentar zu “020 Merve, Europa, die Türkei und der Frisör

  • #1
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    Wow, ein eigener Staat für die Freunde des Vereinten Europa.
    Das wird vermutlich nur ein sehr kleiner Staat.
    Warum will man ein zentralisistisches Monster? Das klappt meistens nicht. Selbst das kleine Deutschland hat viele Länder. Es macht auch Sinn, Dinge, die lokal geregelt werden können und lokale Gegenstände beinhalten, lokal zu lösen. Das ist das 1×1 bei der Konstruktion von Organisationen.

    Hätte es bspw. für den Euro und Schengen eine Zustimmung gegeben, wenn die Bevölkerung gewusste hätte, wie im Jahr 2018 die Regeln interpretiert werden? Ich glaube nicht.

    Dann ist mir nicht klar, wieso es einen europäischen Staat geben soll, aber bspw. die Türkei intern Probleme hat, die fremden Gesetze, die nur marginal angeglichen wurden, anzuwenden. Wenn Gesetze nicht allgemein passen, sollte man auch keinen Staat gründen, der ein sehr großes und heterogenes Gebiet umfasst.

    Es soll sich was ändern! Toll, was denn?

    Natürlich haben wir trotz der relativ kleinen Menge von Menschen, die neu eingewandert sind, erhebliche Probleme. Das ganze System war auf einen Bevölkerungsschwund ausgelegt, unsere Gesetze sind noch für die BRD statt 1989 gemacht. Insbesondere im Sozialbereich.

    Doppelstaatler, die aber eigentlich mit einen Teil ihrer Staatsbürgerschaften wenig zu tun haben. Warum gibt man sie dann nicht zurück? Ich bin sowieso dafür, dass man sich entscheiden muss, zu welchem Staat man gehört. Ja Deutschlands Pass ist klasse, wenn man verreisen will. Aber dann sollte man sich auch komplett zu dem Staat bekennen. Hier sehe ich das Highlander-Prizip.

    Insgesamt gab es ein tolles Plädoyer für den Kampf gegen Diktaturen!

    Dann zur Generation Y, die von 1980-2000 eingestuft wird. Die meisten Menschen dieser Generation werden schon gewählt haben. Was soll auch so besonders daran sein?
    Ich bin älter, habe noch den Eisernen Vorhang erlebt, arbeite international und war in ca. 50 Ländern. Vielleicht denken die Generationen der Boomer und die Generation X anders, weil sie einfach schon viele Erfahrungen gemacht haben.

    Eine neue UdSSR möchten nur sehr sehr wenige haben.

    Die jungen Eltern der Generation Y werden sich auch fragen, wie die Kinder im aktuellen Schulsystem eine Ausbildung erhalten, die für die globalisierte Konkurrenz notwendig ist. Das funktioniert nicht mit einem sehr hohen Satz von Kindern, die die Landessprache kaum sprechen und auch nicht mit sehr hohem Aufwand gefördert werden.

    Ich bin ein Fan der EU gewesen, als ich auf der Fahr nach Holland in diesem Jahr kontrolliert wurde und als Dänemark Grenzkontrollen eingeführt hatte, war mir klar, dass dieses Modell so nicht von der Bevölkerung akzeptiert wird. Der Brexit als Super-GAU und die nationalen Regierung in einige Osteuropäischen Staaten zeigen auch, dass ein große Union mit vielen Kompetenzen nicht akzeptiert werden wird.

    Die Unfähigkeit, mit dem höheren Andrang von Einwanderern in die EU umzugehen, haben die Grenzen des Staates und der Gemeinschaft gezeigt.

    Produziert wird in günstigen Ländern, die Jugend verschiebt viele Pakete mit Materialien vom anderen Ende der Welt. Dabei steht sie unter Druck durch neue Einwanderer, die häufig zu anderen Löhnen arbeiten. Ich gehe auch davon aus, dass diese Gruppe nicht in die große Gemeinschaft ziehen würde. Die Bank-/Versicherungslehre bringt auch keine Sicherheit mehr, die Zinsen werden durch Gelddruckerei gedrückt. Da bleibt nur noch der öffentliche Dienst, der auch von den Uni-Abgänger bevorzugt wird. Zu meiner Zeit, wollte man in die Wirtschaft und in der Welt konkurrieren.

    Ja, wer sich nicht an die Werte der EU hält , sollte auch keine Gelder erhalten. Cherry-Picking funktioniert nicht.
    Ich sehe auch die Gefahr, dass die EU zusammenbricht. Dass überhaupt eine Diskussion bzgl Polen/Ungern aufkam ist erstaunlich. Diese Regionen waren doch immer Kern eines Europas.

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