3 FÜR 7 – Drei Veranstaltungen der Woche

Gestern die ganz große Kulturlobby samt Deutscher Kulturrat in der Essener Philharmonie, heute „Gesprächskreis“ rund um das Dortmunder FZW: Über beides später mehr. Einstweilen: „Lady Windermeres Fächer“, „Unsere Stadt braucht Lieder!“, „Der Innere Innenminister“.

Bitte aufzeigen: Wer kennt Oscar Wilde nicht? Grummel. Na gut, wollen wir mal glauben. Der Abgebildete und sein „Lady Windermeres Fächer“ wurden jedenfalls mal von Ernst Lubitsch verfilmt – ohne Ton, es war im frühen 20. Jahrhundert. Die Essener Philharmoniker unter Leitung von Helmut Imig nutzen diese Steilvorlage morgen – nein, nicht im „schönsten Museum der Welt“ – in einem gut erhaltenen Lichtspielhaus an der Kettwiger Straße, um die Bilder mit Rachmaninov, Wagner, Ries und anderen antiken Klassikern … nun, zu untermalen, aber mit kräftigem Strich. Warum der „Filmspiegel“ erwähnt, dass die oberen Zehntausend von heute nicht mehr wie die oberen Zehntausend von damals sind, und dass der Film wie ein „Rührstück“ wirke? Warum er erwähnen zu müssen meint, dass die „weitgehend illustrative Musik“ von Imig „verständliche“ Töne (Anführungszeichen so im Original) anschlage? Ach,…

Irgendwann traf der Autor dieser Zeilen vor dem Proberaum der Familie Staub ebenjene. Kurz zuvor hatte dieses von gegenseitiger Höflichkeit geprägte Interview stattgefunden. Und so verhält man sich untereinander, Sänger Florian Streier ist ein durchaus dem, was er für das Schöne, Gute, Wahre hält, verpflichteter Künstler. Jedenfalls kam das Thema auf, ob der Autor dieser Zeilen mit seinem DJ-Duo-Kollegen aus u.a. Radio Gruga Zeiten nicht Teil nehmen wolle an „Unsere Stadt braucht Lieder!“. Und er lehnte höflich ab, da ihm das wiederum nicht zu Image, Ansatz und Spaßverständnis dieser anderen (kleinen) Künstlergruppe zu passen schien. Er fügte aber hinzu, dass er sich persönlich schon gut vorstellen könnte, im Sinne der am ersten von drei Festivalabenden auftretenden Künstler/innen um die Auftritte herum auflegen zu können. Letztlich sei ihm aber „Neue Songs der Metropole Ruhr“ als Untertitel dann doch viel zu überdick aufgetragen und er höre sanftes Songwriting wenndann eher privat, als das im Grend von Konserve zu spielen (wenn grad niemand zuhört). So war das. Desiree Klaeukens und Stadtlichter sind die Namen der anderen live musizierend Teilnehmenden.

Wenn Bernadette „La“ Hengst mal wieder im Ruhrgebiet ist und nicht gerade 3-Stunden-Konzerte im Druckluft absolviert, dann geht es meist um Theater. Nach der Eichbaumoper ist auch diesmal der Ringlokschuppen (Einblicke in dieses Etablissement hier) an diesem Gastspiel viel mehr als nicht ganz unbeteiligt, und es geht wohl darum, wie sich in Deutschland Politik(er) in aber auch jedes kleinste bisschen an Leben einmischen meinen zu müssen, und dies in Gestalt eines SuperInnenZukunftsMinisters. Der Autor dieser Zeilen kann diese spezielle Art der Politisierung derzeit gut nachempfinden, es sind ja (immer) bald Wahlen, es ist „Dauernotstand“, Krisenkrisenkrise, mal wie in der DDR und dann wieder Turbokapitalismus, die Pfandflaschen könnten mal raus und er „muss“ ja gleich auch noch zu Kulturetatdebatten zwischen Jugendamt und Nachwuchs-Unterhaltungsindustrie nach Dortmund.

„Lady Windermeres Fächer“ am Mittwoch.
„Unsere Stadt braucht Lieder!“ erstmals am Freitag.
„Der Innere Innenminister“ auch erstmals am Freitag.

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emden09
emden09
14 Jahre zuvor

kreisch – seid ihr sicher, dass das Bild „frei“ ist? Ich weiß nur das die Erben sowohl des Dicheters wie auch des Fotografen nicht gerade zu den Liberalen (im Sinne von Freigiebigkeit) in Sachen Copyright zählen …

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