3 Israelis am 9. Mai: Sharon Mansur Trio

Sharon Mansur by (c) ACT

Israel ist ein Wunderland der Musik. Heute: die Pianistin Sharon Mansur, der Bassist David Michaeli und der Schlagzeuger Aviv Cohen. Ihre Musik: eine Fusion aus Jazz und Rock, aus Elektronik und arabischen Sounds, hoch-emotional. Wie auch der heutige Tag, an dem sie in der Christuskirche Bochum spielen, er erinnert daran, dass sich Israel niemals von Terror erpressen lässt. Von BDS schon gar nicht.

Zuerst war da die arabische Musik, dann der „König der Löwen“, er hat das Herz der kleinen Sharon für klassische Musik geöffnet, da war sie fünf Jahre alt. Später studierte sie klassisches Klavier, arbeitete sich in den Progressive Rock hinein, lernte Metal lieben und dann den Jazz, den Blues, die Improvisation. Mit ihr, dem Spiel der Freiheit, kehrt sie  –  noch keine 30 –  in die Musik ihrer Kindheit zurück, die arabische Musik, ihr Vater stammt aus dem Irak. In Israel ist solche Fusion alltäglich, zwei von drei Israelis stammen aus dem arabisch-nordafrikanischen Raum.

Alles andere als alltäglich, wie diese drei   –  David Michaeli beispielsweise kennt man von dem grandiosen Shalosh-Trio  –  sich in einer Musikwelt bewegen, die sich rasant in Israel dreht, sie spielen mit allem, das ähnlich klingt oder anders, das unentdeckt ist oder vertraut. Ausdrucksstark wie Jazz und energisch wie Rock, sphärisch wie Elektronik und farbenreich wie arabische Sounds. Jetzt ihr Debut in Europa, wo es als chic gilt, Israelis zu boykottieren. Wer es tut, selber schuld.

Weil ihre Musik das Gegenteil ist von Terror, sie sortiert nicht. Wie es heute vor 54 Jahren ein palästinensisches Terror-Kommando getan hat, das eine belgische Boeing  –  in Brüssel gestartet, Zielort Tel Aviv  –  entführt hatte. Das 4köpfige Kommando zählte zum “Schwarzen September“, ein paar Wochen später verantwortlich für das Massaker während der Olympiade in München. Jetzt, am 9. Mai 1972, sortierte es 90 Passagiere eines Linienfliegers, die jüdischen hier, nicht-jüdische dort.

In Israel dachte niemand daran, dem Terror nachzugeben, eine Sondereinheit stürmte, als Mechaniker gekleidet, in die Maschine, erschoss zwei der Terroristen, setzte zwei weitere, zwei Frauen, schachmatt und befreite die 90 Geiseln, jüdische wie nicht-jüdische. Eine der Geiseln, die beim Feuergefecht aufgesprungen war, erlag wenig später ihren Verletzungen. Während eine der Terror-Frauen noch vor wenigen Jahren in aller Offenheit bedauerte, das Flugzeug mit allen 90 Passagieren nicht rechtzeitig in die Luft gejagt zu haben.

Kommandeur der israelischen Einheit: Ehud Barak, der spätere Ministerpräsident. Einer seiner Männer: Benjamin Netanjahu, 22 Jahre alt. Musik ist nicht politisch, aber die Welt, in der sie spielt. „Ich möchte durch Musik die Welt um mich herum ein kleines bisschen positiv beeinflussen“, sagt Sharon Mansur, „ich bin da sehr bescheiden. Ich tue nur das, was ich am besten kann.“ Israel ist ein Wunderland der Musik.

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Sharon Mansur Trio
Samstag 09. Mai | 20:00 h
Christuskirche Bochum | Platz des europäischen Versprechens 1
Einlass 19 Uhr | VVK 26/13 € zzgl. Gebühren | Tickets direkt hier oder an der Abendkasse

 

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