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60 solidarisieren sich mit Juden

Nach zwei antisemitischen Überfällen in den letzten Tagen fand gestern unter dem Motto „Hände weg von unseren jüdischen Freunden“ eine Demonstration in Köln statt. Vom Hauptbahnhof ging es durch die Kölner Innenstadt zur Synagoge am Rathenauplatz. Die 60 Teilnehmer der Demonstration waren aus ganz Nordrhein-Westfalen angereist: In einem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern, in einer Stadt, in der über einer Million Menschen leben, kommen keine 100 zusammen, um gegen antisemitische Gewalt zu demonstrieren. Viele Freunde, das wurde leider deutlich, haben Juden  auch 2012 in Deutschland nicht.

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16 Kommentare zu “60 solidarisieren sich mit Juden

  • #1
    anti3anti

    Islamischer Antisemitismus, der Anlass zur Demo gewesen ist, ist für das jüdische Opfer gefährlich, für das deutsche Judentum belanglos. Gefahr für Juden droht aus der bürgerlichen Mitte.
    Somit ist verständlich, warum kaum Juden und Muslime marschiert sind. Der durchschnittliche Deutsche betrachtet Juden als lästige Fremdkörper, die durch demokratisch legitimierte Gesetze entfernt werden dürfen.

  • #2
  • #3
    Arnold Voss

    @ Anti3Anti #1

    Wie schön für sie, dass sie nicht das „jüdische Opfer“ waren, Antiwerauchimmer.

    Und woher wissen sie, wieviel Juden und Muslime bei der Demo waren?

  • #4
  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Juditha: Wir haben mehrfach darüber berichtet:
    http://www.ruhrbarone.de/es-wird-ungemuetlicher-hier-in-deutschland-fuer-uns-juden/

  • #6
  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Ziga: Keine Ahnung. Ich wüsste aber auch nicht, woran man äußerlich Muslime, Juden, Christen, Buddhisten und Atheisten unterscheiden kann-

  • #8
    Pott

    Schon traurig, dass sich so wenige solidarisiert haben, aber war auch wichtiger shoppen zu gehen.

    @stephan. Wunderschöne antwort gerade 🙂

  • #9
    Ziga

    @Stefan Laurin: Zumindest ich unterhalte mich gerne mit meinen Mitdemonstranten und dann bekommt man auch etwas von deren Motivation mit, gerade bei so einer Demo wäre es ja interessant gewesen, ob die muslimische Community in Hinblick auf die Angriffe in Berlin auch endlich einmal Flagge zeigt.

  • #10
    Arnold Voss

    @ Ziga @ all
    Ja, Flagge zeigen, ist genau der richtige Ausdruck und genau das ist notwendig wenn man ernsthaft den Anfängen wehren will. Flagge zeigen heisst aber auch, dass man sich offiziell und öffentlich zu erkennen gibt.

    Wenn ich das richtig gelesen habe, war weder ein Vertreter der Stadt Köln noch ein führender Lokalpolitiker noch ein Vertreter der lokalen muslimischen Gemeinschaft oder der christlichen Kirchen anwesend. Menschen mit Kippa auf dem Kopf allerdings schon.

  • #11
    Bochumer

    Die Zahl der Teilnehmer bei eine Demo hängt immer auch von der Stärke der Organisation ab. 60 ist eine recht gute Zahl dafür, dass man den Aufruf allenfalls auf so unwichtigen Blogs wie diesem hier gefunden hat. Wird halt Zeit, dass die Ruhrbarone mehr Leser bekommen 🙂

  • #12
    Stefanie

    Von der katholischen Kirchen war jemand da. Es ist aber in der Tat so, dass es frustrierend ist, wie wenige mitmachen. Und wenn man dann noch weiß, 15 kamen aus Siegen, drei aus Bochum, Leverkusen etc. wird es immer trauriger, was die Zahlen anbelangt. Ganz zu schweigen davon, dass viele aus der jüdischen Gemeinde trotz Shabbat da waren und wenn man die noch abzieht, werden es noch weniger, welche sich mit Juden solidarisch zeigten.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bochumer: Hätten wir sechs statt drei Leser wäre alles anders gewesen 🙂

  • #14
    Erdgeruch

    Zweifellos begehen die meisten Straftaten mit antisemitischem Hintergrund immer noch weitaus Rechte.

    Bei jungen Muslimen ist der Antisemitismus auch sicher weit verbreitet, aber er entsteht aus anderen Gründen. Er bezieht sich aus einer Kombination mangelnder Bildung, manichäistischem Weltbild und einer Lebensumgebung, die Israel ablehnt. Da Israel und Judentum gleichgesetzt werden, entsteht dadurch eine Haltung, die aber nicht gleich zu Gewalt führen muss.

    Da hilft eben keine Demo allein, sondern Bildung und kultureller Austausch. Problematik hierbei bleibt immer noch die in Deutschland schnell ins Obskure und Hysterische abdriftende Debatte über Israel.

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  • #16
    Katharina

    Hallo Stefan, eine aus Duisburg war auch da.
    An Infos war wirklich schlecht ran z u kommen.
    Viele Infos über Facebook, wo nicht jeder und jede mitmacht und nicht reinkommt.

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