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Abwahlverfahren gegen Duisburgs OB Sauerland erfolgreich gestartet

Mehr als 10.000 Unterschriften sind bereits in den ersten neun Tagen zusammengekommen, teilte heute die Bürgerinitiative (BI) „Neuanfang für Duisburg“ mit.

Adolf Sauerland

Mehr als 10.000 Unterschriften sind bereits in den ersten neun Tagen zusammengekommen, teilte heute die Bürgerinitiative (BI) „Neuanfang für Duisburg“ mit. Mehr als zehntausend Unterschriften zur Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland, dem die Initiative ein eklatantes Versagen vor und nach der Loveparade vorwirft, bei der am 24. Juli 2010 21 Menschen getötet wurden und mehrere Hundert – zum Teil schwerste – Verletzungen erlitten.

Keine Frage: „Die Resonanz ist überwältigend“, so Werner Hüsken und Harald Jochums, zwei der drei BI-Sprecher. Zumal bis jetzt noch nicht damit begonnen worden sei, „flächendeckend“ in die Stadtteile zu gehen. In den nächsten Wochen sollen gezielt in den Stadtteilen Unterschriften gesammelt werden – an Infoständen, an Haustüren und vor den Schulen. Unterschriftsberechtigt sind nämlich – wie bei den Kommunalwahlen – alle Duisburger Bürger ab 16 Jahren.
55.000 Unterschriften müssen bis zum 20. Oktober gesammelt werden, damit es, falls Sauerland dann immer noch nicht das Handtuch werfen sollte, zu einer Bürgerabstimmung kommen kann. Mit den Stimmen von mindestens einem Viertel aller Duisburger Wahlberechtigten, nämlich 92.000, wäre Sauerland abgewählt. Doch zunächst geht es um die 55.000 Unterschriften. Die BI strebt 60.000 an – sicher ist sicher.

„Das ist der Beginn einer Bürgerbewegung zur Abwahl des Oberbürgermeisters und für einen politischen Neuanfang in der Stadt“, sagt Theo Steegmann, der dritte Sprecher der Initiative, vielen noch bekannt als einer der Krupp-Betriebsräte, die vor einem Vierteljahrhundert den spektakulären Arbeitskampf in Rheinhausen organisiert hatten. Steegmann: „Wie Bürgerbewegung geht, das haben wir nicht verlernt – auch wenn der Kampf um das Stahlwerk in Duisburg-Rheinhausen nächstes Jahr 25 Jahre zurück liegt!“
Das Abwahlverfahren gegen Duisburgs OB Sauerland ist wirklich grandios gestartet. Gut 10.000 Unterschriften in gerade einmal neun Tagen, das ist schon was! In den ersten Tagen bildeten sich vor dem Infostand der Initiative am Life-Saver-Brunnen in der Duisburger Innenstadt Schlangen. Menschentrauben, die die Gelegenheit nicht verpassen wollten, ihren Teil dazu beizutragen, diesen Oberbürgermeister loszuwerden.

Ja, „es ist noch ein langer Weg“, wie die BI mahnend erklärt, bis die nötige Zahl an Unterschriften zusammen gekommen ist. Der in Kürze anstehende Jahrestag der Loveparade-Katastrophe mitsamt der dann ausführlichen Berichterstattung in den Medien dürfte der Unterschriftensammlung erneut Schub verleihen, und: es sind noch fast vier Monate Zeit. Es spricht vieles dafür, dass die 55.000 Unterschriften zusammenkommen werden.
Die nächste Hürde ist die höhere. Es sagt sich so leicht, 92.000 Stimmen in einer geheimen Abstimmung seien „dann auch nicht mehr viel“, wenn schon weit mehr als die Hälfte unter Angabe ihrer persönlichen Daten sich für die Abwahl des OB eingesetzt haben. Man irre sich nicht: die Leute müssen sich aufraffen und in ein Wahllokal gehen. Ein Viertel aller Wahlberechtigten, an einem einzigen Tag, einem einzigen Sonntag. Diese Hürde liegt verdammt hoch.

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5 Kommentare zu “Abwahlverfahren gegen Duisburgs OB Sauerland erfolgreich gestartet

  • #1
    pseudoruprecht

    „die Leute müssen sich aufraffen und in ein Wahllokal gehen. Ein Viertel aller Wahlberechtigten, an einem einzigen Tag, einem einzigen Sonntag.“

    Gibt es keine Briefwahl?

  • #2
    Caro

    An #1 | Klar gibt es Briefwahl. Dafür muss man aber zuerst ein Kärtchen ausfüllen und zum Briefkasten latschen. Setzt natürlich voraus, daß man überhaupt des Lesens und Schreibens mächtig ist. Damit will ich sagen: egal wie einfach, manche haben einfach „kein Bock“. Bei der letzten Kommunalwahl haben gerade mal rd. 170.000 von rd. 370.000 Wahlberechtigten gewählt. Somit wären wir mit 92.000 erforderlichen Stimmen bei 54 % der tatsächlichen Wählerschaft. Gar nicht einfach.

  • #3
    Werner Jurga Beitragsautor

    @ pseudoruprecht (#1):
    Doch, beim Bürgerentscheid ist auch die Stimmabgabe per Briefwahl möglich. Berechtigter Hinweis. Eine kleine Korrektur. Dennoch: eine verdammt hohe Hürde.

  • Pingback: Sauerland Abwahl: Initiative warnt vor rechten Trittbrettfahrern | Ruhrbarone

  • #5
    Jan Richard

    Es gibt auch Menschen die zu Herrn Sauerland stehen. Bitte macht keine He
    zjagt.

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