30

Amazon, wir müssen mal kurz reden!

 

Liebe Mitarbeiter von Amazon!

Bitte hört mir kurz zu. Wir müssen mal reden! Es ist nämlich gerade schon wieder passiert. Euer Zusteller hat zwei Pakete bei uns sprichwörtlich vor das Haus geschmissen. Beim dazugehörigen Onlinetracking steht jedoch, dass die Sendungen einem Hausbewohner übergeben wurden. Das geht so nicht!

Ich bin einer Eurer größten ‚Fans‘ und schon seit vielen Jahren ein treuer Kunde, wie Ihr wisst, wenn Ihr einmal in meine Kundenhistorie bei Euch blickt. Ich kaufe bei Euch eigentlich jede Woche was, gebe inzwischen einen großen Teil meines frei verfügbaren Einkommens bei Euch aus. Und das, wie gesagt, schon seit Jahren. Es wird sogar immer mehr, erfasst immer breitere Bereiche des Lebens, wie ich bemerke. Von Katzenfutter über Kleidung bis hin zu CDs (ja, ich kaufe die noch). Ein Großteil meiner privaten Konsumgüter wird inzwischen von Euch geliefert.

Seit Anfang des Jahres liefert Ihr hier bei mir am Wohnort im Regelfall mit einem eigenen Paketdienst aus. Ich verstehe das. Es geht Euch dabei um Wirtschaftlichkeit. Das ist am Ende auch in meinem Interesse. Doch einen gewissen Qualitätsstandard solltet Ihr dabei schon einhalten. Der Grad dabei ist schmal. Auch das ist mir klar.

Über Jahre hinweg klappte das mit den Lieferanten von DHL und Hermes mehr oder weniger gut. Seit ihr das selber macht ist es schlicht eine Katastrophe!

Keinerlei Planbarkeit mehr in Sachen der zu erwartenden Lieferzeiten. Ärgerlich genug. Doch was es in den letzten Wochen für mich tatsächlich nervig macht, dass ist das immer wieder vorkommende schlichte ‚Abwerfen‘ von Lieferungen vor dem Haus.

Ruft man den entsprechenden Artikel dann auf, dann steht unglaublicher Weise häufig genug dort, dass die Waren einem Hausbewohner übergeben wurde. Viel zu häufig stimmt das jedoch schlicht nicht. Auch heute wieder nicht. Wir fanden die Ware gerade zufällig auf der Treppe vor dem Haus… Geklingelt hatte hier keiner. Wir waren alle daheim.

So verständlich das mit dem vorherrschenden Zeitdruck und dem zunehmenden Stress beim Zusteller (gerade bei der aktuellen Hitze draußen) ja auch sein mag, das ist so echt kein Dauerzustand.

Schon vor Wochen verschwand ein Paket, das angeblich um 21.55 Uhr übergeben wurde, hier im Haus allerdings nicht ankam. Damals habt Ihr mir den Kaufpreis nach Reklamation ersetzt. Das war OK, ist so jedoch bestimmt auch keine befriedigende Dauerlösung für Euch. Oder?

Den Zusteller ansprechen? Ist mir aus verschiedenen Gründen kaum/nicht möglich. Das Personal wechselt zudem fast täglich. Letztens hatte ich dann tatsächlich einmal ein paar Tage hintereinander den selben Zusteller, baute sofort einen netten Kontakt zu ihm auf. Dieser klingelte auch an, warf die Ware nicht nur schlicht vor das Haus. Keine paar Tage später war er leider wieder verschwunden. Eine entsprechende Kontaktaufnahme über Euren Kundenservice? Nahezu unmöglich. Wohl auch schlicht nicht gewollt.

Also, ich mag Euch. Immer noch. Aber übertreibt es bitte nicht. Ich bin schon 16 Jahre Euer Kunde und würde es gerne auch noch mindestens weitere 16 Jahre bleiben. Bitte agiert/reagiert entsprechend. Sonst kriegen wir bald ernsthafte Probleme miteinander. Spätestens dann, wenn das nächste Paket auf scheinbar unerklärliche Art und Weise verschwunden ist…. Danke für die Aufmerksamkeit!

RuhrBarone-Logo

30 Kommentare zu “Amazon, wir müssen mal kurz reden!

  • #1
    ke

    Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und habe häufiger das Gefühl, dass meine Wohnung von den Zustellern versch. Unternehmen zum Warenverteilzentrum für die Nachbarschaft umfunktioniert werden soll. Ich lehne für Nachbarn anderer Häuser ab, habe aber auch schon vermisste Pakete im Garten gefunden.

    Zusätzlich kommt die Briefpost gefühlt unzuverlässiger und unregelmäßiger. Die vielen versch. Postunternehmen können hierbei natürlich den Eindruck fälschen.

    Sollen wir erzogen werden, direkt die Paket Shops als Adresse anzugeben? Mir kommt es häufiger so vor, und die Optimierungsstrategen sehen dies wohl auch als zukünftiges Zielszenario. Aktuell ist das oft auch bequemer. Blöd ist nur, dass die Bude umme Ecke nicht mehr existiert.

    Vor ca. 2 Jahren war DHL richtig gut, zuverlässig mit bekanntem Personal. In der kostenoptimierten Zeit will man das wohl nicht mehr.

    Es gibt natürlich auch viele Versender mit wählbaren Logistik-Partnern, die auch konkurrenzfähig und schnell sind. Ich wechsel jetzt häufiger, aber Amazon ist einfach wahnsinnig komfortabel, wenn da die Auslieferung nicht wäre.

    BTW:
    Hier ist noch ein Zeit-Artikel über den Abstand Vorstands-Vergütung im Vergleich zum Einkommen der Angestellten mit einem Spitzenreiter im Logistik Bereich.
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-07/dax-konzerne-gehalt-einkommensgerechtigkeit
    Ein interessanter KPI-Wert für ein Unternehmen, an dem die KfW noch 20% hält.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Post_AG

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Mit DHL habe ich hier gute Erfahrungen gemacht. Der Stammzusteller kennt uns, wir ihn. Man redet mal kurz. Alles problemlos und freundlich. Wir nehmen Pakete für Nachbarn an, die auch mal für uns (obwohl hier bei uns eigentlich so gut wie immer jemand daheim ist). Richtig Ärger habe ich hier aktuell nur mit Amazon. Hermes und DPD sind nicht immer unproblematisch, funktioniert aber grundsätzlich irgendwie. Hängst immer auch von den jeweiligen Zustellern ab, meiner Erfahrung nach. Dort wechseln die halt auch häufig. Bei Amazon kriegst Du halt keinen ‚zu packen‘. Weder bei den Zustellern, noch im Kundenservice.

  • #3
    thomas weigle

    Amazon wirklich nur, wenn das gewünschte Produkt anderswo nicht zu kriegen ist. Die Paketzusteller wissen, dass sie bei uns, so keiner da ist, Pakete in der Papiertonne ablegen können. Der Hermeszusteller brachte es allerdings mal fertig, eine Sendung in der zur Leerung vor der Pforte aufgestellte Tonne zu deponieren!!!! Und das, obwohl in der ganzen Straße die Tonnen auf dem Bürgersteig standen. Kopfschüttel!
    Ich bin seit vier Jahren bei ebay zu Gange, der oben beschriebene Vorfall mit Hermes war unter aktuell fast 550 Lieferungen, darunter die meisten mit der Post, der einzig negative.

  • #4
    discipulussenecae

    Warum sind alle nur so scharf auf das große A? Es gibt überall Buchhandlungen, bei denen ein Anruf genügt, und das Buch ist in der Regel am nächsten Tag abholbereit. CDs können die übrigens auch besorgen. Zudem gibt es auch immer noch Drogerie-, Bau- und Supermärkte – über dreißig Jahre bin ich dort sehr entspannt zurecht gekommen, bin (meistens) gut beraten worden und hatte keinen Ärger mit der Zustellung.

    Ich möchte nicht erleben, daß es keinen lokalen Einzelhandel mehr gibt, und ich nur noch aus dem auswählen kann, was das große A mir vorgibt!

    Da gab es vor einiger mal in der ARD eine Reportage über eine Familie auf A-Entzug – für zwei Wochen: Die wußten nicht mal mehr, wo sie sich etwas so exotisches wie Doppelklebeband besorgen konnten.

  • #5
    ke

    @4:
    Url, Stichwort + Suchen , wählen , fertig . Bisher in der Regel am nächsten Tag im Haus.

    Mein lokaler Handel hat die Sachen, die ich brauche, oft nicht. Wenn doch, gibt es oft einen happigen Zuschlag. Beim Umtausch wg. "Geht nicht" bin ich zu oft Bittsteller und habe Bearbeitungszeiten von vielen Wochen. Beim Versand ist das Ersatzprodukt oft am nächsten Tag da.

    Der hiesige Einzelhandel in DO tut einfach viel, damit Kunden ihn nicht nutzen. Es gibt natürlich auch ein paar Ausnahmen. Eigentlich möchte ich lokal kaufen, wenn ich dann aber bspw. Ärger mit dem privaten Parkwächter bekomme, weil ich für 15 Minuten Einkaufen die Parkscheibe vergessen hatte, habe ich keine Lust mehr. Auch wäre es toll, wenn die Läden vor ihrer Tür den Müll wegräumen würden.

    BTW: Ich habe heute ein Computerbauteil im Einzelhandel der Nachbarschaft gekauft, weil ich es dieses Wochenende noch nutzen wollte. Die 10 Euro zusätzlich + Fahrt waren für mich OK. Die Umweltbilanz wäre natürlich beim großen Versand besser gewesen und ich hätte ca. 1,5 h Zeit zusätzlich. Aber das Stöbern im Geschäft macht ja auch Spaß.

  • #6
    Gerd

    Stichwort Amazon. Das könnte euch auch interessierten.

    https://m.bazonline.ch/articles/28351734

  • #7
    Norbert

    Wer Service will, muss dafür bezahlen. Wer ein Großteil seiner Einkäufe bei Amazon kauft, kann ja mal durchrechnen, was bei der Jahrespauschale je Paket raus kommt. Was erwartet man da mehr als rauskippen aus dem Auto?

    Wenn Amazon noch mehr Marktanteile bekommt, haben wir dann DDR-Zustände, wo eine abgeschottete Zentrale bestimmt, was es wann wo gibt.

  • #8
    Bochumer

    Warte mal noch ein Weilchen, bis Amazon das Monopol hat… Dann kannst du froh sein, wenn die dich überhaupt noch beliefern. Und in Waltrop musst du dann sicher ein Zuschlag zahlen.

  • #9
    thomas weigle

    Neues -von der Waschmaschine bis zur Eisenbahnliteratur-wird von uns beim lokalen Dealer gekauft. Ist zwar teurer als in Bielefeld, Service klappt aber besser. Bücher bspw gehen in der Regel von heute auf morgen. Aber bei vergriffenen und älteren Büchern, alten Kickern und DVDs ist ebay eine wahre Schatztruhe.

  • #10
    Psychologe

    "Ruft man den entsprechenden Artikel dann auf, dann steht unglaublicher Weise häufig genug dort, dass die Waren einem Hausbewohner übergeben wurde. Viel zu häufig stimmt das jedoch schlicht nicht."

    Same here. Es liegt tatsächlich am hauseigenen Logistik-Service und, vermutlich, an einer Kombination aus hohem Arbeitsdruck und schlechter Einarbeitung.
    Bis zu einem gewissen Grad sind wir dafür natürlich mit verantwortlich: Prime sei Dank. Auf der anderen Seite der Medaille steht aber, dass Amazon dann ehrlich sein sollte und sagen müsste "Leute, so geht’s nicht mehr, haben uns da in was rein manövriert". Das wird man natürlich nicht tun. Also wird irgendwo versucht, die Lücke zu schließen, indem man spart, wo es nur geht.

  • #11
    Psychologe

    "Mein lokaler Handel hat die Sachen, die ich brauche, oft nicht. Wenn doch, gibt es oft einen happigen Zuschlag. Beim Umtausch wg. "Geht nicht" bin ich zu oft Bittsteller und habe Bearbeitungszeiten von vielen Wochen. Beim Versand ist das Ersatzprodukt oft am nächsten Tag da.

    Der hiesige Einzelhandel in DO tut einfach viel, damit Kunden ihn nicht nutzen. Es gibt natürlich auch ein paar Ausnahmen. Eigentlich möchte ich lokal kaufen, wenn ich dann aber bspw. Ärger mit dem privaten Parkwächter bekomme, weil ich für 15 Minuten Einkaufen die Parkscheibe vergessen hatte, habe ich keine Lust mehr."

    Genau so ist es. Die Auseinandersetzung wird auch nicht durch Moral gewonnen. Die Kunden orientieren sich danach, wo es günstiger ist, wo sie mehr Auswahl haben, wo es bequemer ist und wo im Problemfall Hilfe zu erwarten ist.
    Und man kann an Amazon sicher einiges kritisieren, aber bei den genannten Punkten kann sich das Gros der Einzelhändler, selbst (oder gerade) die großen Ketten und Elektronikriesen, nur verschämt wegdrehen, denn man macht da über weite Strecken immer noch auf Neunziger. Reklamation heißt hier in den meisten Fällen: Warten, bis ein Mitarbeiter frei ist (hinter dem schon eine Traube von Kunden hinterherläuft), Abwimmel-Hürden nehmen ("nee, da können wir nichts machen"), minutenlang Reklamationsformular ausfüllen und dann hören "müssenwa einschicken". Dann verabschiedet man sich auf unbekannte Zeit von seinem Gut. Wird es repariert/ausgetauscht? Wird man wirklich vom Laden angerufen oder kann wenigstens umgekehrt telefonisch jemand erreichen? Niemand weiß es!

    Die unbequeme Wahrheit für den Einzelhandel lautet: Wenn ich bei Amazon bestelle weiß ich, dass es am Ende keine Probleme geben wird. Kommt ein Paket weg? Amazon liefert sofort Ersatz. Funktioniert etwas nicht? Amazon liefert sofort Ersatz oder zahlt zurück. Vor allem ist auch tatsächlich jederzeit binnen kürzester Zeit jemand zu erreichen. Ich bin hier noch nie in einer Warteschlange gelandet.
    Was der Einzelhandel nicht verstanden hat, ist das Folgende: Es gibt da die bequeme Mär, die Leute würden nur bei Amazon kaufen, weil es billig ist. Die Wahrheit ist, dass die Leute da kaufen, weil sie den Eindruck haben, einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite zu haben. Diesen Glauben haben die Kunden gegenüber dem Abwimmel-Einzelhandel oftmals verloren. Spätestens, wenn ein Verkäufer wieder nervös auf seinem Kugelschreiber rumdrückt, verdrehen doch alle die Augen.

  • #12
    Peter Mohr

    Unterstütze grundsätzlich den lokalen Einzelhandel. Amazon wird aus grundsätzlichen politischen Überzeugungen( Gewinnmaximierung auf Kosten der Angestellten) gemieden. Nur wenn ein Artikel nicht anders zu bekommen ist, bestellte ich diesen. Kann deswegen über geschilderte Probleme nur schmunzeln und denke mir : selbst schuld , wenn man z.B. bei Amazon bestellt.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @#10 Psychologe: Richtig "hauseigen" ist die Logistik, die Amazon seit nicht allzu langer Zeit unter eigenem Namen für einen Teil des Sortiments (der andere Teil funzt per DHL nach wie vor problemlos) als Versender angibt, nicht. Es werden kleinere und kleinste, mitunter erst vor kurzem gegründete lokale Firmen eingebunden, die häufig auch keinen firmeneigenen Fuhrpark besitzen und mit Leihwagen oder billigen Schrottkisten durch die Gegend gurken.

    Dass man lokale Unternehmen unter Vertrag nimmt, mag ja für gebeutelte Regionen wie das Ruhrgebiet zumindest jobtechnisch Sinn machen. Allerdings werden dort anscheinend keinerlei Ansprüche ans Personal gestellt, so dass oben geschilderte Ereignisse zuhauf passieren – mir ebenso mehrfach in den letzten 8 Monaten:(

    Die gesamte Logistik-Branche kracht und ächzt durch den Online-Handel an jeder Ecke. Unser sehr zuverlässige und mitdenkende DHL-Fahrer hat mir gestern noch erzählt, dass er jetzt in den Sack haut, weil die Arbeitsbelastung einfach nicht mehr aushaltbar ist – unabhängig von der Hitze, die kommt noch on top. Wer bei DHL als Lieferfahrer gute Leistungen zeigt und seine Strecken und Ladungen schafft, bekommt als "Dank" in kürzester Zeit noch mehr Strecken und noch mehr Ladung draufgeknallt. Das Online-Geschäft skaliert so nicht mehr weiter, wenn u.A. Amazon demnächst mehr Logistikkosten durch Rückläufer, Erstattungen etc. hat als Einnahmen durch den reinen Handel. Auch Zalando hat sich ja schon dabei verschluckt.

  • #14
    Bebbi

    Welchen Vorteil hat es, wenn halbwegs geregelte Arbeitsverhältnisse bei DHL, Hermes etc. durch Scheinselbstständige und unkontrollierte Arbeitsverhältnisse in Hinterhoffirmen ersetzt werden? Amazon ist ja nicht für einen fairen Umgang mit Partnern bekannt.

    Natürlich wäre es gut, wenn Steuern in der Region bleiben, indem die großen auf regionale Mittelständler zurückgreifen, weil diese ihre Region kennen etc. und nicht allein um Kosten zu senken, wie es aktuell ist.

  • #15
    ke

    Wie funktionieren eigentlich die Geschäfte der neuen Logistik-Dienstleistungsunternehmen?
    Bleibt da überhaupt etwas übrig oder funktioniert das nur mit Starthilfen etc.
    Sind die von den großen direkt oder als Subunternehmer bzw. vielleicht sogar Sub-/Sub-…. Unternehmer aktiv?

    Der WDR hatte im letzten Jahr einen interessanten Fall beschrieben:
    https://www1.wdr.de/nachrichten/razzia-paketdienste-100.html

  • #16
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Neuer Tag, ein neuer Grund sich zu ärgern:

    " Zugestellt: Heute
    Die Sendung wurde einem Nachbarn übergeben "

    NEIN, wurde sie nicht! Sie wurde in den Briefkasten gestopft….

  • #17
    Peter

    Hallo,
    schön geschrieben der Beitrag, hat mir gut gefallen und entspricht inhaltlich wohl dem, was wir alle oft erleben, ob mit oder ohne AMAZON.

    Ich muss anmerken, dass die Sendungen, welche direkt über AMAZON versendet werden, bei mir teilweise erst später ankommen. Im Vergleich zur DHL

    Die Qualität der DHL Sendungen hingegen ist abhängig von dem jeweiligen DHL Fahrer.
    Hat man hier Pech und hat einen Stammfahrer, der nicht bei der DHL direkt, sondern bei der Tochter DHL Delivery beschäftigt ist, so kann es sein dass dieser demotiviert anstatt dem Paket immer nur eine Karte hinterlässt.

    Aber ansonsten muss ich zustimmen, ich habe das auch schon erlebt, dass AMAZON für unsere Nachbarin ein Paket "da gelassen" hat, was keiner quittiert hat.

    Grüße
    Oeter

  • #18
    Klaus Lohmann

    @Robin, diese "Amazonis" haben auf ihren Scannern offensichtlich überhaupt keine Ankreuzoption für "Briefkasten", da steht immer (zumindest lt. meinen Erfahrungen) "einem Hausbewohner übergeben" – wobei dort dann auch nie ein Name hinterlegt oder per Zettel notiert wird – mein "Nachbar" war schon mal 5 Häuser weiter und wir uns gegenseitig völlig unbekannt. Fördert dann mitunter das Kennenlernen in der eigenen Straße;-)

    Amazon redet sich raus und weist in den Hilfetexten darauf hin, dass man eigentlich immer sein gesamtes persönliches Umfeld durchsuchen/-fragen soll, wenn was nicht ankam. Wo es geht, meide ich Produkte mit Amazon als Logistiker (wobei die Schnarchnasen von Hermes hier auch nicht mehr willkommen sind).

  • #19
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Klaus: Bei kleineren Werten, früher klassische Briefzustellung durch DHL (z.B. ein Büchlein oder eine einzelne CD) habe ich häufig diese Bemerkung im Tracking:

    " Zugestellt: Freitag
    Die Sendung wurde im Briefkasten hinterlegt "

    Und das ist ja auch in Ordnung, wenn es denn so war und die Sendung aufgrund des geringen Wertes von in der Regel unter 10 Euro nicht versichert ist.

  • #20
    Klaus Lohmann

    Robin, DHL fährt ihr eigenes Tracking und hat da viel flexiblere Konfig-Möglichkeiten für die Fahrer. Amazon übernimmt deren Daten 1:1, kann aber beim jetzt hauseigenen Tracking anscheinend nur auf sehr rudimentäre Daten und Einstellungen zurückgreifen. Lustig wird’s, wenn man sich dann über die Amazon-Hotline beschwert – die haben Zugriff auf garnix und leiten sofort die Erstattung bzw. Ersatzlieferung ein;-))

    Das ganze Problem ist eigentlich viel komplexer und gründet sich auf diesen "Fulfilment by Amazon"-Service (FBA), der kleineren Marketplace-Händlern gegen Geld alles Mögliche abnimmt, neben Marketing, Online-Shop und internationale Markteintritte eben auch Lager und (internationalen) Versand.
    Das konzentriert den Online-Markt auf Amazon als eigentlich handelnde Partei, während Verbraucherrechte (zumindest europäische) durch diesen "grauen Mittäter" im großen Stil ausgehebelt werden können, da der eigentliche Verkäufer und damit Verantwortliche hinter Amazon verschwindet und sich Amazon einen Dreck um Gesetze schert, z.B. durch hauseigene Widerrufsregeln.

  • #21
    Norbert

    Aber was interessieren Robin Patzwaldt deutsche Verbraucherschutzgesetze, wenn Amazon beim Aufstieg auf dem Weg zum Monopolisten sich vorübergehend kulant zeigt?

    Und die ganzen Müllberge, die man als Amazon-Abhängiger so anhäuft.

  • #22
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Norbert: Völliger Quatsch! Es geht mir nicht um Kulanz, ich will von Amazon wieder ordentlich beliefert werden. Und ich glaube auch nicht, dass meine Öko-Bilanz als früherer regelmässiger Innenstadtfahrer mit dem PKW und zig Plastiktüten jede Woche deutlich besser war.

  • #23
    ke

    @22 R Patzwaldt.
    Die Plastiktüten wurden früher als Mülltüten verwendet. Heute kauft man Plastik-Mülltüten :-).
    Ebenso ist die Ökobilanz von Mehrwegtaschen doch eher schwach. Ich möchte nicht wissen, wie viele Stoffbeutel so häufig verwendet werden.

    Bzgl der Verbraucherschutzgesetze und der Steuerzahlungen erwarte ich einen starken Staat, der hier auch eingreift. Selbst der letzte Kanzlerkandidat der SPD hatte aber wohl eher seine Karriere als gerechte Steuerzahlungen im Sinn als es um die Deals bzgl. der Steuern ging.
    https://www.focus.de/politik/deutschland/titel-der-scheinheilige_id_6623215.html

    Dass es bei einem total durchdigitalisierten System wie Amazon Probleme mit der MwSt Erfassung von Händlern gibt, ist auch nicht nachvollziehbar. Hier brauchen wir einen starken Staat auf europäischer und dt. Ebene, der einen fairen Wettbewerb schafft. Das gilt natürlich auch für die EZB und dem Anleihenkauf von Industrieunternehmen.
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/europaeische-zentralbank-diese-unternehmensanleihen-kauft-draghi/13891984.html?ticket=ST-312625-VhaF0CLeppSgYqvLtzke-ap5
    Die Großindustrie kann sich günstig finanzieren, die kleinen hängen von den Markzinsen ab.

  • #24
    Norbert

    Ich kann es nicht mal eben aus dem Stehgreif nachrechnen, ob die in letzter Zeit aufkommende Kritik am Öko-Image von Jute- und Papier-Beuten berechtigt ist, was den Energieaufwand betrifft. Dann muss man das ins Verhältnis setzten zu der Tatsache, dass Bäume und Jute schneller nachwachsen als Erdöl sich neu bildet. Usw. usf.

    Ich bin weit davon entfernt, Online-Handel per se schlimm zu finden. Aber ich stelle schon fest, dass Online-Käufe nicht unerhebliche Müllberge produzieren würden, wenn ich das nicht alles wieder verwende. Aber soviel kann ich über einschlägige Wege im Netz gar nicht verkaufen, wenn ich größtenteils online einkaufen würde. Ich bin nicht naiv. Viel Verpackungsmüll wird im lokalen Handel auch anfallen, aber da wird nicht jedes Produkt nochmal für den Endkunden in Pappe gepackt. Und von Amazon habe ich noch nie gehört/gesehen, dass die Kartons aus der Anlieferungskette weiter verwenden, wie es bei anderen Händlern schon mal vorkommt.

    Dann muss ich eingestehen, dass ich die Äußerungen zur Kulanz-Kultur von Amazon aus #11/Psychologe ausversehen dem Verfasser des Artikels zugeordnet hatte gedanklich. Sorry.

    @22 Fallen da wirklich Autofahren weg? Nichts ist so konstant, wie die täglich aufgewendete zeit für Mobilität in Deutschland. Liegt im Durchschnitt bei 60-70 Minuten am Tag seit Jahrzehnten. Daher ist davon auszugehen, dass die Mehrheit, die nicht mehr in die Stadt zum Einkaufen fährt, dafür nun mehr Zeit für andere Freizeitwege aufwendet. Das mag im Einzelfall anders sein.

  • #25
    Klaus Lohmann

    @#24: Es ist komplexer. Das DCTI in BOnn hatte 2015 erforscht, dass der Online-Handel weitaus effizientere und damit umweltschonendere Transportwege und -mittel benötigt als vergleichbarer Individualverkehr zum gelegentlichen City-Bummel oder – noch bekloppter – zum Nerven des Einzelhändlers mit anschließender Online-Bestellung von zuhause (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/muell-flut-online-handel-100.html).

    Bei der Transportverpackung – dem Müll – ist es vielschichtiger: Einerseits wird natürlich wesentlich mehr Ware umverpackt, andererseits wird auch mehr Umverpackung zwecks Retouren wiederverwendet. Einerseits hat die Menge der nicht wiederverwendbaren Füllstoffe – z.B. die "beliebten" Styroporchips – deutlich abgenommen, andererseits fehlen noch wirklich umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und -systeme.

  • #26
    ke

    Bestellungen am Wochenende bei 3 Händlern.

    Bei 2 Händlern startet die Ware heute ihren Weg zu mir, wenn das Tracking stimmt.
    Beim Branchenprimus ist ein Paket, das von einem externen Dienstleister zugestellt wurde, da. Das andere Paket konnte leider nicht zugestellt werden, obwohl Personen im Haus waren. 🙂

  • #27
    Norbert

    @25 Leider finde ich die Studie unter den Downloads nicht, um zu prüfen, ob die auch berücksichtigt haben, dass die Leute die gesparte Zeit nicht nutzen, um für Gastronomie weiterhin in die Stadt zu fahren oder in der Freizeit weiter gelegene Ziele anfahren etc.

    http://www.dcti.de/publikationen.html

  • #28
    Klaus Lohmann

    @Norbert: https://www.ottogroup.com/media/docs/de/studien/Studie_Klimafreundlich_Einkaufen.pdf (Otto und Hermes waren die Auftraggeber der Studie)

  • Pingback: Onlinehandel: Warum ich der Shopping-App 'Wish' enttäuscht wieder den Rücken kehre | Ruhrbarone

  • Pingback: Onlinehandel: Warum ich euch reBuy nicht empfehlen kann | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.