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AMILLI – ein Ausnahmetalent aus Bochum

AMILLI – ein Ausnahmetalent aus Bochum

AMILLI – ein Ausnahmetalent aus Bochum

Vielleicht ist die Sängerin Amilli Bochums offensivstes musikalisches Gewächs seit dem vierten Studioalbum von Herbert Grönemeyer. Denn das trägt den Titel der Stadt im Herzen: Bochum. Sie ist gerade erst 18 Jahre alt und kommt mit einer gewaltigen Portion Soul in der Stimme um die Ecke.

In ihre traditionellen Soundstrecken aus Hip Hop, R’n’B und Funk speist sie ganz viel modernen Zeitgeist. Darüber singt sie mit einer abgezockten und trickreichen Intonation, dass man kaum glaubt, dass dieses musikalische Supertalent aus dem Ruhrgebiet stammt. Viel eher denkt man an Los Angeles, Florida oder Detroit. Amilli transportiert ihren musikalischen Weitblick mit viel Verve und Fingerspitzengefühl in die westfälische Currywurst-Metropole. Also dahin, wo die Vororte noch Hamme, Kornharpen oder Grumme heißen. Und sie kann Glücksgefühle perfekt mit Coolness kombinieren.

Mit einem majestätischen Instinkt für einzigartige Melodien fließen hier Sounds und Visionen stilsicher in warme Beats. Musikalisch trifft hier glanzvolle Dynamik auf die Remmidemmi-Sozialromantik der Praktikanten-Generation: das Leben ist nicht von früh bis spät ein exzessiver Partycocktail – aber am Wochenende schon. Man möchte glauben, Kendrick Lamar hat diese Klanggerüste hier produziert – aber doch kein Jüngelchen in zu engen Karotten-Jeans, der irgendwo in direkter Nähe zum Tana Schanzara-Denkmal wohnt. In dem Video zum Song „Rarri“ fährt Amilli mit dem BMX-Fahrrad durch die Fiege-Pils-Stadt mit dem ewig nachtblauen Himmel, in der inzwischen über 42.000 Studenten leben und lernen. Jede kitschige und aufdringliche Romantik fällt in diesen Songstrukturen ab und weicht einer realistischen Form von Melancholie. Hier und da swingt der sentimentale Überschwang durch. Denn die Zauberformel des Pop ist es ja Glück und Traurigkeit gleichzeitig und sehr greifbar in nur einem einzigen Song zu komprimieren – und das gelingt Amilli wie einer großen, mondänen Souldiva.

Diese Nachwuchskünstlerin könnte auch die R’n’B-verliebte, kleine Schwester von Lana del Rey sein, denn ihre oftmals sehr soulige Vocal-Performance hat ganz großes Format. Hoffentlich wird sie schnell berühmt. Das könnte vielleicht sogar in greifbare Nähe rücken, denn vom WDR-Radiosender 1Live wurde sie für die Verleihung des New Music Awards vorgeschlagen, wo sie neben neun weiteren Bands und Akteuren am 1. Dezember auftreten wird. Der New Music Award ist eine Gemeinschaftsproduktion von öffentlich rechtlichen Sendeanstalten. Populäre Acts wie Bonaparte, Kraftklub oder die Antilopen Gang haben diesen begehrten Musikpreis der ARD in den Vorjahren gewonnen. Übrigens: ein Warm-Up gibt Amilli noch in ihrer Bochumer Heimat. Im Zuge der „Booty Bass“-Party tritt sie am 31. Oktober in der Trompete gegen 22 Uhr auf. Noch ist sie ein kleiner Stern auf der musikalischen Landkarte, das könnte sich bald ändern.

 

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