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An den Ränder und in den Rappelkisten der Netze

Visualisierung eines Teils des Internets – von Mmxx – CC BY 2.5 (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Internet_map_1024.jpg)

Es kann erstaunen, dass die großen Anbieter im Netz wie Facebook und Youtube (Google) inzwischen sogar mit Basisfunktionen überfordert sind, die sie möglichst vielen Kunden zukommen lassen möchten. Sich in Facebook zu bewegen, kann zu einer Tortur werden, weil es zumeist irgendwelche Ladeprobleme gibt und ein „warten“ erscheint. Hat man separate Seiten angelegt, kann es bei einfachen Wechseln sogar passieren, dass man dort entweder nicht hin- oder von dort nicht wegkommt, weil laut Anzeige „identities“ gesucht werden. Diese sind durchaus auf den Servern angelegt, die Ausfälle können nur durch Überlastungen geschehen, die aus den Servern erbärmliche Rappelkisten machen.

Bei Youtube werden Filme und Musik seit einigen Wochen unzureichen geladen. Der Vorgang bricht einfach ab und die Bitte erscheint, es später noch einmal zu versuchen. Ähnliches ist mir partiell auf Soundcloud passiert, freilich beim Abspielen von Audiodateien. Die erscheinenden Meldungen lauten gleich. Es ist zwar von den Betreibern nett, deutlich zu machen, dass es tatsächlich an ihnen liegt, dass sie überfordert sind, dass es unangemessen wäre, sich auf ihre Angebote zu verlassen, dies ändert jedoch nichts.

Besonders tragisch ist, dass eine Gewährleistung von Basisfunktionen leicht in Vergessenheit geraten kann, wenn es z.B. um eine Ermöglichung von 4K-Videos mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixel gehen soll, oder eine Mobile-Unterstützung derart Kraft raubt, dass Büro- oder Studiogeräte, wie groß und auflösend die Bildschirme und Audiointerfaces auch seien, keine Berücksichtigung mehr finden. Mir sagen all diese fulminanten Anstrengungen im Netz: Geh‘ doch endlich weg. Wir machen nur noch Pillepalle!

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6 Kommentare zu “An den Ränder und in den Rappelkisten der Netze

  • #1
    Bruder Ganda

    Ich bezweifle, dass sich Google, Facebook & Co überhaupt Gedanken *für* die User machen. Es ist wohl eher wahrscheinlich, dass sie sich Gedaken *um* ihn machen, nämlich darüber, wie sie noch mehr an ihm profitieren können.
    Jüngstes Beispiel ist der Gmail-Account, bei dem plötzlich das Loginprozedere verändert wird und den User zweimal zum Seitenaufbau zwingt – nur um anschließend eine Email darüber zu bekommen, dass er sich mit einem neuen "Gerät" angemeldet habe – aufgeschlüsselt mit Betriebsystem und Browservariante.
    Getarnt als "Sicherheitsmaßnahme" *für* den User ist es in Wirklichkeit nur das Ausschnüffeln *gegen* den User und weiteres Datensammeln *für* Google.

  • #2
    Reinhard Matern Beitragsautor

    Vielleicht sind wir in Europa viel zu naiv. Auf Facebook hatte ich einen Kommentar, in dem darauf hinwiesen wurde, dass die Angebote doch umsonst seien. Mal abgesehen davon, dass Soundcloud für die Musiker tatsächlich etwas kostet, zahlt man bei Facebook und Google mit seinen Daten! Das ließe die ‚Seele verkaufen‘ assoziieren, zumindest in Europa 😉 In den USA ist sowas ein Geschäft!

  • #3
    Arnold Voss

    Diese Systeme haben Überlastprobleme weil einfach alle da rein wollen. Ich merke es daran, dass mir immer mehr Leute ihre Freundschaft bei Facebook anbieten und ich ihnen deswegen klar machen muss, dass ich da nicht drin bin und auch nicht rein will.

    Es sind also die User selbst, die sich gegenseitig die Kommunikationsgeschwindigkeit rauben, was für mich nichts anderes heißt als dass ihnen billiger lieber ist als fair und datengeschützt. Dass Facebook ihnen genau das gibt, was sie wollen und genau das dafür nimmt, was sie dafür gerne heraus rücken: ihre Daten. Seelenverkauf ist was anderes.

  • #4
    Klaus Lohmann

    Viele diese Seltsamheiten in neuen Funktionen oder die grottenschlechte Performance von Diensten sind Auswüchse der "Clouditis" der Systemhersteller und -entwickler. Wenn ich mir z.Zt. Logfiles auf meinen OSX-Yosemite-Rechenzwerg anschaue und versuche, die dortigen Einträge mit dem Rucken und Zuckeln von Videos oder anderem Multimediacontent, mit plötzlichen Browserabstürzen oder langen "eingefrorenen" Displays zu vergleichen, tauchen in aller Regel icloud-relevante Services auf, die vergeblich versuchen, von mir abgerufene Inhalte auf andere Server und von dort wieder auf meine anderen Geräte wie Smartphone oder Tablet zu "verteilen".

    Da ist einfach in den letzten Jahren zuviel Müll in dieser Cloud-Euphorie entwickelt worden, in dem sowohl unterdimensionierte Rechner als auch zugemüllte Leitungen und Server mehr schlecht als recht versuchen, dem "Alle Daten überall"-Irrsinn Herr zu werden. Das wird in Kürze noch ziemlich heftig in großen Netzbereichen crashen, wenn der Wildwuchs von Protokollen und intransparenten Services nicht mal ausgemistet wird.

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  • #6
    Reinhard Matern Beitragsautor

    Danke Arnold und Klaus. Ich habe nun eine andere Tortur hinter mir, die mit einem sogenannten Reparieren des Browser geendet hat, einem (fast) automatischen. Überlastungen im Netz und auf den Plattformen sind dadurch zwar nicht beseitigt, aber eine sonderbare Blockierung meines derzeitigen Browsers, die mich heute Abend überraschte! Der Hersteller genehmigte sich dabei einen kräftigen Schluck aus der Datenflasche 😉

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