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Angriffe auf Tanker im Golf von Oman: Jürgen Todenhöfer kennt die Schuldigen

Regimetreue Terrorgruppe zur Sicherung des Iranian Way of Life: Die iranischen Revolutionsgarden; Foto: Khamenei.ir

Regimetreue Terrorgruppe zur Sicherung des Iranian Way of Life: Die iranischen Revolutionsgarden; Foto: Khamenei.ir [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman wird gerätselt wer hinter den Angriffen steckt. Iran ist klarer Favorit. Die israelische Tageszeitung Haaretz bringt zusätzlich, in einer guten Analyse, die vom Iran gestützten Huthi-Rebellen im Jemens ins Spiel.

Jürgen Todenhöfer kennt, selbstverständlich, die Antwort auf die Frage „Wer steckt hinter dem Angriff?“. Große Verwunderung: Die sinistren Amerikaner sind schuldig.

In seinem Buch „Die große Heuchelei“ macht Jürgen Todenhöfer, selbsternannter Friedensbringer und Weltverbesserer, mehr als deutlich, wen er für alles Böse und Schlechte in der Welt verantwortlich macht: Den finsteren Westen und die Amerikaner, die skrupellos und ohne jede Rücksichtnahme auf andere Länder, ihre Interessen durchsetzen.

Die Ruhrbarone wissen nicht, wer die Attacken auf die Tanker durchgeführt hat.

Genauso wenig wie Jürgen Todenhöfer.

Aber die Festlegung von „JT“ auf die Amerikaner als die Schuldigen, wirft einige Fragen auf.

Jürgen Todenhöfer nutzt die aktuelle Krise im Nahen Osten natürlich wieder um seine antiamerikanischen Fans auf Facebook mit hanebüchenen Theorien zu füttern:

Die Fragen die Jürgen Todenhöfer hier formuliert, um Misstrauen gegen die amerikanische Regierung zu schüren, lassen sich natürlich auch umdrehen:

Wir sollen jetzt, laut Jürgen Todenhöfer glauben, die Amerikaner seien so dumm diese Attacke ausgeführt zu haben?

Für wie blöd hält Jürgen Todenhöfer die Menschen, so etwas zu glauben?

  • Ein Angriff auf einen japanischen und deutschen Tanker wäre, wenn er durch Amerikaner erfolgt wäre, ein diplomatisch nacht-kalkulierbares Risiko: Die Kollateralschaden für die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland wären genauso immens wie für die diplomatischen Beziehungen zwischen den Amerikanern und Japan. Besonders wenn der Verlust von Menschenleben zu beklagen gewesen wäre.
  • Anzunehmen, dass die USA beim Gleiwitzen dieses Risiko eingehen würden, anstatt einfach ein amerikanisches Schiff für eine vorgetäuschte Attacke zu nutzen, ist naiv.
  • US-Präsident Donald Trump ist, bei aller berechtigter Kritik an seiner Politik, in erster Linie an guten „Deals“ interessiert. Nicht an Krieg. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, hat es treffend, mit Blick auf die Irankrise, formuliert: Trump ist Dealmaker, nicht Krieger.
Bei Jürgen Todenhöfer ist alles wie gewohnt: Böser Westen. Guter Iran.

Bei Jürgen Todenhöfer ist alles wie gewohnt: Böser Westen. Guter Iran; Screenshot Facebook

Was Jürgen Todenhöfer verschweigt:

  • Die Iranischen Streitkräfte bestehen nicht nur aus einer regulären Armee: Mit den Revolutionsgarden (Die von der US-Regierung vor mehreren Wochen als Terroroganisation eingestuft wurden.) ist im Iran eine, bestens ausgerüstete, Parallelarmee aufgestellt.
  • Der Export des wunderschönen iranian Way of Life ist Programm der Revolutionsgarden und der Quds-Einheit: Der Eliteienheit der Revolutionsgarden für exterritoriale Operationen.
  • Neben Unterstützung der Terrororganisationen Palästinensischer Islamischer Dschihad, Hisbollah und Hamas mischt die paramilitärische Gruppe auch bei der Ausbildung schiitischer Milizen im Iran mit.
  • Die iranischen Revolutionsgarden haben, in der Vergangenheit, zivile Schiffe attackiert – auch in internationalen Gewässern.
  • Nach dem Mykonos-Anschlag im Jahr 1992 setzt Iran, auch in Deutschland, wieder auf „nasse“ Maßnahmen, bzw. leistet hierzu die nötige Vorarbeit: Reinhold Robbe (SPD), früherer Wehrbeauftragter der Bundesregierung, ehemaliger Präsident der deutsch-israelischen Gesellschaft und Kritiker des Kuschelkurses zwischen iranischem Regime und Bundesregierung, wurde durch den iranischen Geheimdienst ausspioniert: Reinhold Robbe wirft dem Regime in Teheran Mordabsichten vor. Eine nicht ganz unrealistische Einschätzung.

Bei Jürgen Todenhöfer sind die Fronten trotzdem klar!

Der Iran: Menschenrechtsliebend, friedliebend, rational agierend und ohne Ambitionen die eigene Machtbasis auszubauen (Wie z.B. aktuell in Syrien oder im Jemen!)

Die USA: Schlichtweg böse, kriegsgeil und auf Öl aus.

Den Aussagen von US-Außenminister Pampeo ist nicht zu trauen:

Dieser „vertritt die Waffen-Mafia der USA“.

JT erklärt die Welt.

JT erklärt die Welt; Screenshot Facebook

Natürlich findet man die Analyse dieses Konflikts (In weiser Voraussicht geschrieben!) und Ansätze für eine Lösung der Krise in Jürgen Todenhöfers grandiosen Werk:

Die große Heuchelei.

Wo auch sonst?

Der Kauf des Buchs lohnt sich übrigens nicht!; Foto: Screenshot Facebook

Der Kauf des Buchs lohnt sich übrigens nicht!; Foto: Screenshot Facebook

Update, 14. Juni 2019, 07.20 Uhr

Das US-Militär hat ein Video veröffentlicht, das die Angriffe der Revolutionsgarden auf die zivilen Schiffe belegt:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/tanker-angriffe-im-golf-von-oman-iran-weist-anschuldigungen-der-usa-zurueck-a-1272370.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article195246179/Golf-von-Oman-USA-machen-Iran-fuer-Haftminenangriff-verantwortlich.html

Update, 14. Juni 2019,10.25 Uhr

Besatzungsmitglieder der attackierten Schiffe sprechen über den Angriff:

https://www.welt.de/politik/ausland/article195246803/Golf-von-Oman-USA-veroeffentlichen-dieses-Video-Crewmitglieder-sprechen-ueber-Angriff.html

Update, 14. Juni 2019,10.40 Uhr

Der Chef der japanischen Reederei, Yutaka Katada, sage aus, dass Besatzungsmitglieder ein iranisches Marineschiff in der Nähe des attackierten Schiffs gesehen haben:

https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/attacke-auf-oel-tanker-usa-veroeffentlichen-video-das-angriff-zeigt-62616906.bild.html

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2 Kommentare zu “Angriffe auf Tanker im Golf von Oman: Jürgen Todenhöfer kennt die Schuldigen

  • Pingback: Irankrise: Der Pseudo-Pazifismus der SPD nervt - Ruhrbarone

  • #2
    Gerd A. Führnix

    Stimmt, aber Totenköpfer ist genau wie Lüders, Elsässer, Augstein sind nicht nur heuchlerische Angeber, sondern massenmedial geförderte bzw. tolerierte Multiplikatoren und Vorfeld-Funktionäre des antizionistischen "Antiimperialismus".

    – Ich empfehle ergänzend :
    u.a. > http://www.matthiaskuentzel.de/contents/laesst-sich-irans-atombewaffnung-noch-verhindern

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