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Auf Wiedersehen, Katholizismus…

Männer, die Frauenkleider in der Kirche tragen, Ferkel, die in der Fastenzeit auf den Namen “Fisch” getauft werden und dieses süßliche, bayerische Starkbier – nicht alles war schlecht an der alten Bundesrepublik, nicht alles schlecht am Katholizismus. So richtig ernst nahmen die Katholen das Christentum nie, alte Götter lebten als Heilige weiter – alles, das war meistens klar, war nicht so ernst gemeint. Beim Katholizismus ging es immer um Sex, Geld und Macht. Er war eine menschliche Religion. Die Evangelen hingegen nehmen alles so furchtbar ernst und treten sogar zurück, wenn sie mal schicker hinterm Lenkrad erwischt werden. Der Katholik hätte gebeichtet und wäre weitergefahren. Die Zeit der rheinischen Spaßrepublik ist endgültig vorbei. Ja, wir hier im Westen haben den kalten Krieg gewonnen, aber die Wiedervereinigung verloren. Deutschland einig Mecklenburg!

 

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15 Kommentare zu “Auf Wiedersehen, Katholizismus…

  • #1
    68er

    Richtig Herr Laurin!

    Und nach den rauchfreien Kneipen bekommen wir demnächst dann auch noch die Prohibition.

    Nicht umsonst sind die Blaukreuzler eine protestantische Bewegung.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Kreuz

    Wie gesagt, die beiden einzigen katholischen Bundespräsidenten hießen Lübke (kann ich mich nicht mehr dran erinnern) und Wulff (Sündigen, Beichten, Weitermachen), die beiden Kanzler Adenauer (Was schert mich mein Geschwätz von Gestern) und Kohl (Parteispender verrät man nicht).

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @68er: Ob die West-Allierten wiederkommen, wenn wir ihnen sagen, dass wir gerade von den Preussen besetzt werden?

  • #3
    68er

    Nö, denn zumindest Herr Gauck ist – ebenso wie Guttenberg – Atlantikbrückler und damit auf westalliierter Linie.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke

  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @68er: Die merken nicht, dass er sie unterwandert hat. Wir sind verloren!

  • #5
    68er

    Eher hatten die westlichen Dienste in Zusammenarbeit mit den Kirchen die DDR unterwandert. Wie sonst erklären Sie, dass ein in Hamburg geborenes FDJ-Agitprop-Mädel aus einem evangelischen Pfarrhaus heute Bundeskanzlerin ist?

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @68er: Unterwanderung wäre es gewesen, wenn sie heute Staatsratsvorsitzender wäre. Aber so lange hats die Zone nicht gemacht 🙂

  • #7
    68er

    Wenn man dem englischsprachigen Wikipedia Glauben schenken darf, hatte der evangelische Pfarrer und letzte Verteidigungs- bzw. Abrüstungsminister der DDR, Rainer Eppelmann, Kontakte zur CIA.

    Und der Vizepräses der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR und Cousin des jetzigen Verteidigungsministers, Lothar de Maiziere, war doch letzten MiniPräsident der DDR, oder nicht?

    Und wohl nicht zufällig reisten Eppelmann und de Maiziere, sowie einige weitere Ex-Revolutionären vor ein Paar Wochen nach Korea, um dort Nachhilfe in Wiederevereinigungsfragen zu geben.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83422502.html

    Also vielleicht doch unterwandert?

    (Ende der Verschwörungstheorien)

  • #8
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @68er: Der Ober-Evangele der Zone, Stolpe, war bei der Stasi auch als IM Sekretär bekannt. Er bekam 1978 sogar den Verdienstorden der DDR. Freundschaft! 🙂
    http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Stolpe

  • #9
    der, der auszog

    Im Moment ist mir irgendwie mehr nach titties´n beer als nach Merkel und Gauck.
    Aber: Zappa for president – das wärs gewesen. Einige erinnern sich vielleicht noch an die Idee von Altfreak F.Z. Ende der 80er das Weiße Haus zu erobern.

    “Kein Akkord ist hässlich genug, um all die Scheusslichkeiten zu kommentieren, die von der Regierung verübt werden” In diesem Sinne…

  • #10
    68er

    War Stolpe vielleicht halber Doppelagent?

    Denn wenn man schreibt, er wäre wirklich IM gewesen, wie Sie das machen, bekommt man glaube ich immer noch Ärger. 😉

  • #11
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @68er: Der Protestant ist ja sooo empfindlich. 🙂 Er wurde als IM geführt, wusste es aber angeblich nicht. Immerhin: Brandenburg galt unter ihm und Hildebrand als kleine DDR – nicht als kleines Oklahoma!

  • #12
  • #13
    Walter Stach

    Schlagen jetzt die Katholiken zurück? Norbert Geis -katholisch, MdB für die CSU, Rechtsaußen in der CSU, was ja schon ‘was bedeutet-fordert mit Hinweis auf den Schutz von Ehe und Familie im GG, Gauck solle seine “wilde Ehe” aufgeben und seine Lebensgefährtin heiraten.Muß man das kommentieren? Nein, aber fragen sollte man sich, wo denn der Aufschrei des Herrn Geis als Katholik und Wahrer der heiligen Ehe war, als Wulf sich hat scheiden lassen und als der verheiratete Seehofer ein nichteheliches Kind zeugte usw.usw.Scheinheiligkeit-es geht eben nicht um ein Mitglied von CDU/CSU, sondern um einen parteilosen Protestanten aus der ehemaligen DDR.Schlimm, daß viele Medien hier für sich ein neues Thema entdecken.(Ich bin katholisch.)

  • #14
    FS

    “Beim Katholizismus ging es immer um Sex und Macht.” Dazu haben wir ein schönes aktuelles Beispiel im Epizentrum der alten Bundesrepublik: in Bonn zeigt sich gerade, dass (geistliche) Lehrer einer katholischen Schule das Begrabschen von Genitalien und eigenhändige Einführen von Zäpfchen als angemessene Behandlung ihrer Schüler bei Bauchschmerzen empfanden (bis ins Jahr 2010). Und das wird jetzt nachträglich von deren Vorgesetzten verharmlost. Dann doch lieber verknöcherte Protestanten.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,812392,00.html

    http://www.express.de/bonn/mutter-eines-cojobo-schuelers-klagt-an–pater-griff-meinem-sohn-in-die-hose–,2860,11643738.html

  • #15
    Sven Glückspilz

    Spätestens seitdem auf Plattformen wie kreuz.net, kath.net oder gloria.tv der klerikalfaschistische Bodensatz am rechten Rand des Katholizismus fröhliche Urstände feiert, erscheint doch die These vom sinnenfrohen und augenzwinkernden Katholizismus zumindest fragwürdig. In diesem Kontext erinnert man sich doch eher an wiederholte eklige Vergleiche hoher Würdenträger in Sachen Abtreibung, an Herunterspielen von Mißbräuchen, an den Umgang mit den eigenen Mitarbeitern und viele andere erschreckende Themen als an Vaticanum II, Befreiungstheologie oder daran, dass es immer noch linkskatholische Sprengel wie publik-forum.de gibt. Je überflüssiger dieser und andere Vereine als Syndeutungsmonopolisten werden, desto aggressiver agieren jene, die diesem Monopol nachtrauern. Und in anderen Winkeln dieser Welt zeigen Vertreter einer gar nicht so weit entfernten Religionsgemeinschaft auf eine für jene Trauernden beeindruckende Weise, wie man an diesem Monopol festhält, dass der Wunsch zur Nachahmung laut wird. Und dass wiederum ist nicht nur den einschlägigen Plattformen zu entnehmen, das kommt auch aus der Mitte der ehemals fröhlichen Augenzwinkerer.

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