Vergessene Zeugnisse jüdischen Lebens – Auf den Spuren der Egerländer Gemeinde

Ein Grabstein auf einem vergessenen jüdischen Friedhof. Foto: Andreas Wolf
Ein Grabstein auf einem vergessenen jüdischen Friedhof. Foto: Andreas Wolf

Wohnt man in Grenznähe zur Tschechischen Republik, fährt man nicht erst, seit der Irankrieg und die Sperrung der Straße von Hormus die Spritpreise in die Höhe schießen ließen, zum Tanken ins Nachbarland. Durch einen Bekannten wurde ich auf zwei vergessene jüdische Begräbnisstätten aufmerksam, die ich mir bei meinem letzten Ausflug zur Zapfsäule an einem sonnigen Frühlingstag angesehen habe.

Die ehemals bedeutsame jüdische Gemeinde im böhmischen Eger (tschechisch: Cheb) geht historisch bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Stadt, die heute nur knapp 5 Kilometer hinter der Grenze zu Oberfranken liegt, beherbergte vermutlich nach Prag die älteste jüdische Gemeinde Böhmens, deren Blütezeit

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Bis zum bitteren Ende – Die Toten Hosen hören auf

Ein Konzert der Toten Hosen. Foto: Andreas Wolf
Ein Konzert der „Toten Hosen“. Foto: Andreas Wolf

Die Düsseldorfer Band verkündete, dass sie am 29. Mai 2026 ihr letztes Studioalbum veröffentlichen wird, das von einer großen Abschiedstournee begleitet wird. Diesen Anlass nutze ich, um auf die Geschichte der Band und auf meine Geschichte mit der Band zurückzublicken.

Angetrieben von der Punkexplosion 1977, gründete sich ein Jahr später die Band „ZK“ im Umfeld des Düsseldorfer Ratinger Hof. Am Mikrofon stand der damals 16-jährige Andreas Frege, auch bekannt unter Campino. 1980 stieg Andreas von Holst, der auch Kuddel genannt wird, an der Gitarre ein. Nach 2 LPs und zwei Singles spielten ZK am 21. November 1981 ihr letztes Konzert in Neuss. Gemeinsam mit einem der Roadies, Andreas Meurer, gründeten Frege und von Holst eine neue Band, die unter dem Namen Die Toten Hosen bekannt werden sollte. Außerdem gingen „Die Mimmi’s“ und die „Panhandle Alks“ aus der Trennung von „ZK“ hervor.

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Zionismus für alle! – Ein leidenschaftliches Plädoyer

Israel-Flagge, Old-Port-Area/Tel Aviv (Foto: Peter Ansmann)
Israel-Flagge, Old-Port-Area/Tel Aviv (Foto: Peter Ansmann)

Vor einigen Wochen erschien im New Yorker „Tablet“-Magazin der Essay „Zionism for Everyone – The Real Reason We’re All Fighting About Israel“ der Chefredakteurin Alana Newhouse. Er ist eine Verteidigung einer politischen Idee, die wohl eine der missverstandensten und am kontroversesten diskutierten überhaupt sein dürfte. Aufgrund der Länge und der Veröffentlichung auf Englisch entschloss ich mich, den Text, der bereits als Anwärter auf den Essay des Jahres gehandelt wird, einem deutschsprachigen Publikum vorzustellen.

Laut Alana Newhouse verändern sich Gesellschaften dann, wenn sie mit Krisen konfrontiert sind und ihr Schicksal aktiv neu zu gestalten versuchen. Sie argumentiert, dass sich die Welt heute an einem solchen Wendepunkt befindet, bedingt durch mächtige technologische Transformationen. Doch anstatt sich diesen Herausforderungen zu stellen, habe sich ein großer Teil des globalen Diskurses auf Zionismus und Israel fixiert.

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