Update ESC: Tiffy sagte den Sieger voraus!

Heute Abend ist es soweit, das Finale des Eurovision Song Contest steigt in Düsseldorf. Unser Gastautor Tiffy von Bösefeld hat sich die 25 Finalisten von Finnland bis Spanien angesehen und gibt hier seine ernsten bis nicht ernstzunehmenden Einschätzungen zum Besten.

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Mal ehrlich, keiner der Kandidaten kommt auch nur im Geringsten an eine Gigliola Cinquetti heran, die 1964 mit „Non ho l’eta“ gewann. Aber der Wettbewerb heißt ja nicht mehr Grandprix d’Eurovision de la Chanson, sondern Song Contest. Guter Gesang ist daher eher Mangelware, die Musik soll nur gut klingen, Ohrwürmer erzeugen und sich hoffentlich verkaufen.

Finnland will uns mit einem braven Buben erzeugen, nach Lordi geht es also ins andere Extrem. Blumensträuße für Mutti sind damit vielleicht zu gewinnen, nicht aber das Herz der Europa.

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Von einem, der blieb, das Fürchten zu lernen – Erich Kästner und die Bücherverbrennung 1933

Am 10. Mai 1933 lodern überall im Land die literarischen Scheiterhaufen. Auch auf dem Berliner Opernplatz werden unter Schmährufen, den sogenannten Feuersprüchen, die Werke von indizierten Autoren wie Bertolt Brecht, Sigmund Freud, Karl Marx oder auch Erich Kästner in die Flammen geworfen. Dann plötzlich ein Ruf aus der Menge: „Da steht ja der Kästner!“ Von unserer Gastautorin Verena Geiger.

 

Auf dem Opernplatz werden die Werke von insgesamt 94 Autoren zusammengetragen, um sie den Flammen zu überlassen. Dort findet sich auch Erich Kästner persönlich ein, eingekeilt in der Masse zwischen Studenten in SA-Uniformen, deren Verhalten in groteskem Widerspruch zu dem steht, was sich ein Student normalerweise auf die Fahne schreiben sollte: Mut zu freiem Denken und kritischer Meinungsäußerung, Würdigung von Worten und Ideen. Denn es war die Deutsche Studentenschaft, die zum Verbrennen zehntausender Bücher aufrief, zu dieser pompös inszenierten „Aktion wider den undeutschen Geist“, unterstützt von Professoren und diversen NS-Verbänden.

 

Dichter Regen macht dem braunen Traum von lodernden Bücherflammen jedoch vorerst einen Strich durch die Rechnung. Abhilfe kann die Feuerwehr schaffen, die dieser Tage in eine völlig pervertierte Rolle schlüpft: Mit Benzin unterstützt sie die Flammen, sich durch Einbände und Papier, Geist und Seele zu fressen.

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BvB: Blind Date im Stadion

Ein Fanclub, zugegeben anders und doch herrlich normal. Stefan Wewer ist sehbehindert. Orte, die er nicht kennt, sind für ihn meist nur mit einer Begleitperson an seiner Seite zugänglich. Auf vertrautem Terrain kommt er gut allein zurecht. In der Hagener Innenstadt beispielsweise. Dort wohnt er und dort sind wir am Samstag, den 02. März, morgens um zehn zum Frühstück und für ein Interview verabredet. Thema: Fußball und Fankultur. Anschließend wollen wir nach Dortmund fahren, ins Stadion. Am 28. Spieltag der Bundesliga-Saison 2010/2011 empfängt der BVB die Mannschaft von Hannover 96. Die Dortmunder haben gute Chancen, zum siebten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Meisterschaft zu holen. Von unserem Gastautor Martini.


Stefan, das ist der Grund unseres Treffens, ist Vorsitzender bei Blind Date, einem BVB-Fanclub, gegründet von und für Blinde und Sehbehinderte. Wobei darauf hinzuweisen wäre, dass da niemand diskriminiert wird, nur, weil er zufällig sehen kann.
Die Geschichte des Clubs beginnt Ende der 90er Jahre. Es sollten Heim-, nach Möglichkeit auch Auswärtsspiele besucht werden. “Unser Name war schnell gefunden. Samstag für Samstag geht man zu einem Spiel und weiß doch nie, was einen erwartet. Wenn das kein Blind Date ist, was dann?” Bei einer Fahrt nach Wolfsburg, Saison 2004/2005, erfuhren sie dort von einem speziell ausgestatteten Tribünenbereich mit Kopfhörerplätzen für Sehbehinderte. “Was wir uns darunter vorzustellen hatten, wussten wir zwar nicht, aber wir fuhren hin. Wir saßen dann da und bekamen Kopfhörer aufgesetzt. Zwei Sprecher erzählten uns was. Ob das jetzt gut war oder schlecht, lasse ich mal offen. Alle Kinder fangen klein an. Aber uns war sofort klar, dass das eine tolle Sache ist. Wir forschten nach und bekamen heraus, dass in Leverkusen auch schon so ein System installiert war.”

Ihre Hoffnung hielt sich in engen Grenzen, als sie beim BVB offiziell anfragten, ob eine Audiokommentierung für Dortmund denkbar wäre. In jenen schwarzen Tagen ächzte die Borussia unter der Last der größten Finanzkrise ihrer jüngeren Geschichte. Man hätte den Spielbetrieb wohl einstellen müssen, hätte nicht am 14. März 2005 die Molsiris-Fondsgesellschaft dem eingereichten Sanierungskonzept zugestimmt. Das gute Ende der Geschichte ist bekannt. Und weil darüber hinaus das Stadion bei der anstehenden WM als Spielort gesetzt war, dort definierte Qualitätsstandards für behinderte Besucher zu gelten hatten, wurde der gewünschte Audiokommentar tatsächlich eingerichtet. Im Block 5 der Osttribüne.

Nach unserem Frühstück werden wir vom Vater eines Fanclub-Mitglieds nach Dortmund chauffiert. Treffpunkt vor Heimspielen ist traditionell der Biergarten am Stadion Rote Erde. Daniela, die 2. Vorsitzende ist da, Michael, Gerd und die anderen. Die Stimmung ist gut, der Sieg gegen Hannover beschlossene Sache. Nur Gerd bleibt skeptisch. Gerd ist Schatzmeister, Begleitperson und ältestes Mitglied in Personalunion. Er hat einst unter Adi Preißler trainiert und für Viktoria Dortmund als Mittelläufer auf Asche dem Fred Kelbassa vom BVB das Leben schwer gemacht. Er weiß, dass beim Fußball alles möglich ist.
Eine gute Stunde später werden in Block 5 die Empfangsgeräte und Kopfhörer verteilt und mit dem Anpfiff gehen Martin Feye und Markus Bliemetsrieder von der Pressetribüne aus “auf Sendung”. “Die beiden vermitteln uns das Gefühl, mitten drin zu sein. Wenn ich schon nicht sehen kann, dann wünsche ich mir solche Sprecher, die mit ihrer Stimme die Stimmung im Stadion rüberbringen können.”
Das Duo bereitet sich akribisch vor, kennt Mannschaftsaufstellungen, die taktischen Ausrichtungen, ist stets auf Ballhöhe und beobachtet neben dem Spiel auch die Fans, ihre Aktionen, Fahnen und Transparente. Das ist besser als Fußball im Radio. Was allerdings fehlt ist ein Tor vor der Pause. “Ich wusste es”, schimpft Gerd. “Hannover kauft uns den Schneid ab. Hannover spielt wie wir in der Hinrunde.”

Lähmendes Entsetzen, als Abdellaoue in der 57. Minute zum 0:1 für die Niedersachsen trifft. Zwei Minuten später gleicht Götze nach einem phantastischen Solo aus. Das Stadion gleicht einem Tollhaus, Block 5 feiert Party. Da geht noch was. Die Tore fallen jetzt im Minutentakt. Ich glaube nicht, dass ich es mir nur einbilde, dass Euphorie hier einen Tick freundlicher ausbricht als in anderen Blöcken. Großkreuz, das 4:1. Was den 14. Mai betrifft, sind sich gerade alle einig: “Deutscher Meister wird nur der BVB!”

Die Story in einer längeren Fassung ist in der aktuellen BODO erschienen.

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Gefordert? ja. Ratlos? Nein – Soziale Straßenzeitungen und Roma

Am vergangenen Wochenende trafen sich Vertreter der deutschsprachigen sozialen Straßenzeitungen in Wien. Das Thema war provokativ und mit einem – nicht ganz unwesentlichen – Fragezeichen versehen: „Arm gegen Ärmer?! Roma, AsylbewerberInnen und die „Einheimischen“. Ein Gastbeitrag von Bastian Pütter.

Soziale Straßenzeitungen – unbekannte Wesen

Die Idee ist immer dieselbe: Ein Magazin, meist erstellt von einer Redaktion aus Journalistinnen und Journalisten wird vertrieben von Wohnungslosen, Suchtkranken, Armen. Mindestens die Hälfte des Kaufpreises behält der Verkäufer / die Verkäuferin.

Hier enden scheinbar die Gemeinsamkeiten, denn vom alternativen Wagenburg-Projekt bis zum hochprofessionellen Stadtmagazin ist alles dabei, die Auflagen reichen von 5.000 bis zu 80.000 Heften im Monat.

Doch noch etwas Entscheidendes eint alle Straßenmagazine (übrigens weltweit – im internationalen Verband INSP sind Zeitungen aus 38 Ländern organisiert.): Der Vertrieb steht gleichberechtigt neben dem journalistischen Produkt. Das heißt: Kern der Arbeit ist, Menschen in Not mit dem „Produkt“ zu versorgen, das sie von Almosenempfängern zu Verkäufern macht.

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Energiewende in Nordrhein-Westfalen – Der ökologische Umbau eines Industrielandes

Sven Lehmann

Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland das Energieland Nummer Eins. Nirgendwo sonst wird soviel Energie produziert wie hier – aber auch nirgendwo sonst wird soviel Energie verbraucht. Von unserem Gastautor Sven Lehmann. Sven Lehmann ist Landesvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen NRW.

Dies stellt gerade NRW vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Risiken der Atomkraft vor besondere Herausforderungen. Seit den neuen Erkenntnissen der dramatischen Folgen des Klimawandels und der Katastrophe in Fukushima ist hoffentlich jeder und jedem klar, wie wichtig die Energiewende, wie wichtig Energieeinsparung, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Erforschung neuer, nachhaltiger Technologien zur Energiegewinnung und Energieeffizienz sind. Neben den nicht beherrschbaren Risiken der Atomkraft stößt nämlich auch die Nutzung fossiler Rohstoffe zur Energieerzeugung an ihre Grenzen. Nicht nur die weiter steigenden Spritpreise zeugen täglich von der Abhängigkeit endlicher Energiequellen.

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Erster Duisburger Science Slam: Wissenschaft rockt!

Am Dienstag, 10. Mai findet im Duisburger HundertMeister ein Science Slam statt.  Von unserer Gastautorin Melanie Goldmarie

Was macht eigentlich ein Wissenschaftler? Bei Chemikern (die im Labor stehen) oder Medizinern (die Kranke heilen) können wir uns das noch gut vorstellen, wie aber sieht es aus bei Politikwissenschaflern, an Hochschulen arbeitenden BWLern oder forschenden Ingenieuren? Science Slams bieten seit geraumer Zeit in ganz Deutschland Wissenschaftsinteressierten und -amüsierten die Möglichkeit, sich interdisziplinär zu informieren – garantiert lektüre- und scheinfrei. Das Veranstaltungsprinzip ist an das bekanntere Format der Poetry Slams angelehnt: Eine Anzahl von drei bis sieben Slammer erhalten nacheinander für einen vorher definierten Zeitraum (zum Beispiel 10 Minuten) das Mikrofon und damit die Wortgewalt über das Publikum.

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Ständige Vertretung Dortmund eröffnet Coworking Space

Jetzt gibt es für Solo-Selbständige im Ruhrgebiet eine weitere Alternative zur Einsamkeit des Home Office: Nach CoWoDo hat nun am Hohen Wall Nr.15 der zweite  Coworking-Space seine Pforten geöffnet. Von unserer Gastautorin Sarah Meyer-Dietrich.

25 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung. Wahlweise tage- wochen- oder monatsweise. Für einen Tagessatz von 15 Euro (günstiger im Falle von Wochen- und Monatstickets) bekommen die Coworker Schreibtisch, Stuhl, Lampe und W-LAN zur Verfügung gestellt und können Drucker, Kopierer, Scanner und Faxgerät nutzen.

Spannender als die Nutzung der Facilities ist aber vermutlich die Nutzung der im Coworking Space entstehenden Kontakte und Netzwerke. Und so denkt man bei Coworking meist an mehr als nur die Nutzung gemeinsamer Infrastrukturen. Auch wenn der Begriff selbst erst einmal kein zwingendes Miteinander-Arbeiten bedeuten muss. Ein Nebeneinander-Arbeiten ist es allemal. Sei es im Großraumbüro oder bei der Pause im Social Space – eins ist der Coworker jedenfalls nie: allein.

Der besondere Charme eines Coworking Spaces erschließt sich daher vor allem, wenn Austausch stattfindet. Also

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Datteln: Wer zahlt bestimmt?

Datteln IV Foto: Robin "Bibo" Patzwaldt

Die Waltroper Grünen in einem Gastbeitrag über das Gutachten zum Kraftwerk Datteln:

Je nachdem welche Institution/ Partei usw. ein Gutachten zum bundesweiten Skandalkraftwerk in Auftrag gab und bezahlte, konnte anscheinend auf die von ihm erhofften Ergebnisse zählen. Und so auch jetzt geschehen, denn der „unabhängige“ Gutachter Kment wurde vom Energieversorger Eon beauftragt und bezahlt. Dies geschah  auf politischen Druck von rot/grün, die, man kann es kaum glauben, genau diesen Gutachter auswählten. So wundert uns das jetzt veröffentlichte Ergebnis nicht.

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Datteln IV und die große Welt der Landespolitik

Datteln IV Foto: Robin "Bibo" Patzwaldt

…oder: Wie überregionale Politik die Motivation an der Basis kaputt machen kann! Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Ich bin ein Grüner! Eine Tatsache auf die ich im Moment nicht besonders stolz bin.

Parteimitglied bin ich seit 2010, kurz vor der Landtagswahl!

Nein, somit bin ich nicht erst durch den derzeit allzu gerne angeführten ‚großen Aufschwung’ der Partei ‚Bündnis90/ Die Grünen’ zur Politik gestoßen. Bei mir waren es damals überwiegend lokale Gründe.

Über mehrere Jahre verfolgte ich hier im Ostvest bereits den Kampf einiger weniger ‚aufrechter’ Anwohner bei ihrem Kampf gegen das geplante neue E.On-Kraftwerk

‚Datteln 4’.

Hiergegen hatten sie bereits vor etlichen Jahren, und nebenbei gesagt auch bereits deutlich vor Baubeginn, zahlreiche Argumente vorgebracht.

Mit Sympathie verfolgte ich deren Gerichtsurteil im Herbst 2009. Nach jahrelangem Kampf gegen den ‚Energieriesen’ E.On hatten diese mit ihren jahrelang gebetsmühlenartig vorgetragenen Bedenken (u.a. die

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Mit Energie für eine Kultur der Akzeptanz – Das Ruhrgebiet als Industriestandort

Bei der »Kulturhauptstadt« ging es natürlich in erster Linie um die Kultur. In diesem Sinne ist »Essen für das Ruhrgebiet – Kulturhauptstadt Europas« ein Erfolg gewesen. Zumindest fällt die Bilanz der federführenden RUHR. 2010 GmbH durchweg positiv aus – von der Bestürzung über die Loveparade-Katastrophe in Duisburg einmal abgesehen.  Von unserem Gastautor  Jürgen Großmann.

»Den Menschen im Ruhrgebiet wurde Lust auf Kultur gemacht«, so der Ruhr-Geschäftsführer Fritz Pleitgen. Auch die Touristikexperten sind zufrieden: 10,5 Millionen Besucher sind 2010 in die Kulturhauptstadtregion gekommen. Das entspricht einer respektablen Steigerung um 13 Prozent. Schließlich loben die Macher auch die neu entstandenen Netzwerke im Ruhrgebiet. Kooperation statt Rivalität und Kirchturmdenken. Die wesentlichen Zielgruppen konnten anscheinend erreicht werden.

Ist also alles gut in der selbsternannten Metropole Ruhr? Hat die Kulturhauptstadt wirklich die Voraussetzungen für eine positive Weiterentwicklung der Region geschaffen? »Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur« – ein Patentrezept?

Als einer der Hauptsponsoren der RUHR.2010 können auch wir durchaus zufrieden sein. In einer repräsentativen Befragung unter der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen nannten 81 Prozent der Befragten RWE als den bekanntesten Sponsor. 62 Prozent meinten, dass dieses Engagement sehr gut zum Unternehmen und zu den Kulturhauptstadt-Aktivitäten im Ruhrgebiet gepasst habe. RWE wurde als engagiertes, regional verwurzeltes Unternehmen wahrgenommen, mit positiven Auswirkungen auf unser Gesamt-Image.

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