
Barbara Frey inszeniert bei der Ruhrtriennale Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land“.
Wie übersättigt muss eine Gesellschaft sein, um einen Krieg als „reinigendes Gewitter“ willkommen zu heißen? In Zeitlupe scheinen die Walzer-Seligen der Fin de siècle-Bälle zu erstarren, aber unterschwellig gärt die Lebens- und Liebesgier der gnädigen Herrschaften und findet in Amouren und Affären ihren Ausdruck. Dieses Szenarium beäugte Arthur Schnitzler in Wien aus nächster Nähe und seziert in seiner 1910 uraufgeführten Tragikomödie „Das weite Land“ lebende Seelen. Er hält der Gesellschaft seiner Zeit einen Spiegel vor und gleichzeitig stellt er Sinnfragen in den Raum, die auch heute wieder ihre Berechtigung haben.









