Kinogeschichte NRW: Wo jetzt Pixels herrschen


„Kino“ ist seit gut hundert Jahren ein Zauberwort für viele und die meisten haben eine Liebesgeschichte mit irgendeinem Vorstadtkino. Auch in der soeben erschienenen Kinogeschichte NRW der Film- und Medienstiftung NRW bezaubern die Erinnerungen von Regisseurinnen und Regisseuren, Filmvorführern und Kino-Betreibern. Ihre Erzählungen gleichen das Übergewicht an Fakten und Zahlen aus, die sich wohl zwangsläufig auftürmen, wenn es gilt, die Geschichte eines weltumspannenden populären Mediums auf eine einzige Region herunterzubrechen. Einerseits  braucht eine Edition wie die vorliegende zur Einordnung allgemeine Texte über hinlänglich bekannte Entwicklungen des Kinos von der Schaubude zum Lichtspieltheater, andererseits dürften regionale und lokale (auf Spielorte im Bundesland

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Schaubude dreier Avantgardistinnen

Bählamms Fest Foto: Volker Beushausen/Ruhrtriennale Lizenz: Copyright

Hören und Sehen vergeht einem an diesem Abend in der Jahrhunderthalle Bochum, wo im Rahmen der Ruhrtriennale Olga Neuwirths Animation Opera „Bählamms Fest“ aufgeführt wird. Sie basiert auf dem Stück „The Feast oft he Lamb“ von Leonora Carrington aus dem Jahr 1940,  in dem die Muse der Surrealisten auf der Flucht aus dem von NS-Truppen eingenommenen

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Ruhrtriennale: Der Horror im dritten Jahrtausend

Der Untergang des Hauses Usher Foto: Matthias Hor/Ruhrtriennale21 Lizenz: Copyright

Barbara Frey hat sich in ihrer ersten Inszenierung als Intendantin der Ruhrtriennale 21-23 mit Edgar Allan Poe programmatisch in die Gedankenwelt eines amerikanischen Schriftstellers vertieft, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die überschießenden Phänomene der Frühindustrialisierung und die daraus folgende Zersplitterung der altvertrauten Welt erlebte und die wuchernde Verunsicherung der Menschen sowie den Einbruch des Irrationalen in seinen Texten verarbeitete.

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50. Moers Festival: Was gährt?

New Jazz Festival Moers 1978 Foto: Nomo Lizenz: CC BY-SA 3.0

Eine  Baustelle!  Gibt es ein sinnfälligeres Symbol für ein Festival der improvisierenden Musik, als es dieser Tage dem Moers Festival zugemutet wird zu dessen 50. Geburtstag? Die Halle wird renoviert, weil keiner mit der Austragung des Jubiläumsfestivals gerechnet hatte? Im weitesten Sinn scheinen die Bau-Zäune, rotweiß im Wind flatternden Absperrbänder, Kreidekreise  und

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Moers Festival: Erste Umarmung mit Publikum

Nils Petter Molvær, Moers2011 Foto: Passagero CC BY-SA 3.0

Innerer Aufruhr wird im klassischen Drama nicht selten in einem Unwetter gespiegelt,
und so mag auch das Sturmtief ausdrücken, was in den Veranstaltern und Liebhabern
des Moers Festivals dieser Tage brodelt. Zum 50. Geburtstag des Pfingstereignisses
haben Festivalleiter Tim Isfort und sein Team es auf dem letzten Drücker geschafft, dass
erstmals nach monatelangem Ausnahmezustand in NRW wieder Konzerte vor Publikum

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Heinz Mack: Instabile Wirklichkeit


Umgeben von einer zugemalten Welt, suchte Heinz Mack sein Heil in der  unberührten Natur, eroberte den Himmel und erhöhte das Licht zur Entgrenzung herkömmlicher Raumvorstellungen. Die Elemente Luft, Feuer und Wasser wurden ihm Medien im Kampf um die Wirklichkeit hinter den Klischees, die unsere Welt einzäunen. Ein Nullpunkt bezeichnete den Anfang: Zero.

Doch es gab für den Künstler ein Davor, einen Weg, der ihn direkt zu diesem unermesslichen Spielfeld führte. Als Kind auf dem Land nahm er mit allen Sinnen Strukturen der Natur auf, die seine Sichtweise prägten und sich im späteren Schaffen als Muster wiederfinden.

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Blick nach innen und in die Welt


Mutet es in der gegenwärtigen Situation nicht an wie ein Appell an uns, was Novalis vor nicht weniger als 222 Jahren formulierte? „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es“, notiert der Dichter in „Fragmente und Studien“. Als gelehrige Schülerin werfe ich einen Stein ins Wasser und überlasse mich der Bewegung der Wellen . . .

Augenblicklich schießt mir „CDF“ durch den Kopf, als ich in Virginia Woolfs Roman „Die Wellen“ auf diesen Satz stoße:  „Leben  ist ein leuchtender Schein, eine schwach durchlässige Hülle, die uns umgibt vom Augenblick des Bewusstwerdens bis zum Ende“. Caspar David Friedrich und seine „Licht-Bilder“! Der berühmteste deutsche Maler des 18. Jahrhunderts pinselte 1824 sein „Felsenriff am Meeresstrand“, auf dessen Kräuselwellen dieser Tage das Licht  der algerischen Wüste tanzt, das von Heinz Macks Silberfahne (1976) reflektiert wird, seit die beiden Künstler

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Wolfgang Welt: „Tach und Tschüs!“

Wolfgang Welt Foto: Verlag/PR

Und, und, und . . schwer auslotbar der Echoraum meiner Erinnerungen an Wolfgang Welt von 1971 bis zu seiner Lesung in der Bochumer Buchhandlung Jansen zehn Jahre vor seinem Tod. Immer andere Splitter blitzen auf. Welche sind aussagekräftig und erfassen, was mich mit Wolfgang Welt verband?

Die beiden poppig aufgemachten, informativen Bände, die Martin Willems  Ende letzten Jahres im Verlag Andreas Reiffer herausgab, helfen mir auf die Sprünge, wecken die Momente der darin versammelten Musik- und Literaturkritiken doch so manche persönliche Erinnerung. Der Welt-Kenner überzeugt mit seiner umfassenden Textauswahl aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren, die in ihrer Vielfalt auch darüber hinwegtröstet, dass die Vorjahresausstellung im Heine-Institut Düsseldorf ohne Katalog auskommen musste.

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Verhohnepiepelt: Werkschau Stephan Balkenhols im Lehmbruck-Museum Duisburg verlängert

Pfau Foto: Stephan Balkenhol Lizenz: Copyrirgt

Ohne Weiteres wird keiner zum Sockelheiligen und darf von oben auf uns gewöhnlich Sterbliche herabschauen. Das Denkmal hat in unserer Gesellschaft schon lange die Aufgabe, herausragende Menschen als Vorbild im allgemeinen Gedächtnis zu bewahren, und dann kommt da vor etwa vierzig Jahren ein junger Künstler auf die Idee, diese verklärenden, pädagogischen Erhöhungssucht aufs Korn zu nehmen und heroische Eigenschaften in Frage zu stellen, indem er Lebewesen erhöht, die nichts weiter vorgeben, als am Leben zu sein.

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Karneval: Kütt d’r Zoch?

Wagen der Roten Funken, Rosenmontagszug 2006 Foto: Rolf Hahn Lizenz: CC BY-SA 3.0


Der Kölner Rosenmontagszug als Persiflage

Im Ernst,  wer, der einmal an einem Rosenmontagszug teilgenommen hat, lässt sich mit einem Miniatur-Zug im Fernsehen abspeisen? Wer verzichtet gern auf dieses unaufhörliche Umarmen und Bützen und setzt sich vor die Glotze, um eine liliputanischen Version des Zochs anzusehen, wo Puppen Menschen aus Fleisch und Blut ersetzen? Mögen die verkleinerten Wagen auch ganz und gar den Originalentwürfen entsprechen, und die 177 Puppen des Hänneschen-Theaters noch so kunstvoll gebaut sein und geführt werden? Wie sollen die ambitioniertesten

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