„Meine Farben zusammengemischt, meine Leinwände übermalt“

Dieter Krieg, Ohne Titel, 1997


Dieter Krieg im Museum Küppersmühle Duisburg.

In seinem 20. Todesjahr macht der schnelllebige Kunstmarkt-Zirkus nun Station im Museum Küppersmühle, um den jahrelang unbeachteten, übersehenen Künstler Dieter Krieg mit der größten Ausstellung seit langem dem Vergessen zu entreißen. Ausnahmen bildeten in der Vergangenheit das Museum Bochum 2001 und 2006, das Arp-Museum Rolandseck und Bonn 2007 und 2022/23, im Jubiläumsjahr der Kunstakademie Düsseldorf, an der Krieg seit 1978 lehrte, die feine, kleine Schau „gut für die Augn“ in deren Galerie. In der Sammlung des Kolumba Köln finden sich immerhin einige seiner Gemälde, die in den thematischen Jahresausstellungen immer wieder in Erscheinung treten.

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„Ich habe immer gedacht, so wie man lebt, das ist politisch“

Robert Frank bei der Eröffnung der Ausstellung Robert Frank. HOLD STILL – keep going, 10.12.2000 Foto: Museum Folkwang, Jens Nober

Diesen November vor fünf Jahren starb Robert Frank, und die Welt schien den Atem anzuhalten, doch schon ist es wieder still geworden um den Avantgardekünstler – außer wenn es ums Geld geht: Heute ist Franks Fotoserie „The Americans“ mit einem vom Fotografen selbst noch ergänzten 84. Bild über zehn Millionen Euro wert.

Die Kölner Galerie Zander zeigt sie bis 17. Januar 2025. Bis Juli 2025 ist die ikonische Fotoserie wohlfeil, die unter den deutschen Museen dem Museum Folkwang mit seiner renommierten Fotosammlung am Besten zu Gesicht stünde, zumal Robert Frank dem Museum Folkwang und Ute Eskildsen, der Leiterin der Fotografischen Sammlung bis 2012, schon seit den 1980er Jahren eng verbunden war.

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Frau ohne Schatten

Isabelle Huppert Foto: Alex Majoli/Ruhrtriennale Lizenz: Copyright

Isabelle Huppert ist „Bérérenice“ in Romeo Castelluccis Version von Jean Racines gleichnamiger Tragödie.

Es scheint schon alles gelaufen, wenn die Zuschauer die Kraftzentrale betreten. Die Krise ist überwunden, die „Debatten“ sind verstummt, nur ihr Qualm verschleiert noch die Luft der riesenhaften Halle, in die Romeo Castellucci einen von transparenten Vorhängen unterteilten Kubus gesetzt hat.

Der vielbeschäftigte Regisseur, der ursprünglich von Malerei und Bühnenbild herkommt, offeriert uns seine Sicht auf Jean Racines berühmtes Sprachkunstwerk, die Tragödie „Bérérenice“, die an einem Tag im Jahre 79 vor Christus in Rom spielt.

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Ruhrtriennale: Die Choreografie „Y“ von Anne Teresa Keersmaeker im Museum Folkwang

Choreografie Y Foto: Katja Illner/Ruhrtriennale Lizenz: Copyright


Verwandlungen über Zeit und Raum hinweg.

Nichts zu hören, nichts zu sehen? Unsicher schauen die Gäste am Eingang um sich. Vorsichtig betreten wir den abgesperrten Bereich und schrecken fast zurück, als wir höchstens drei Armlängen entfernt auf eine reglos am Boden liegende Frau treffen. Wir hören die „Musik“ noch nicht, zu der sie „tanzt“. In einem

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Ruhrtriennale: Gemischte Gefühle

Want Absolute Beauty, Regie: Ivo Van Hove. Sandra Hüller, (LA)HORDE Foto: Jan Versweyveld Lizenz: Copyright


Der neue Leiter der Ruhrtriennale Ivo van Hove stellt sich mit “I want absolute beauty” als Regisseur vor. Das Publikum klatschte begeistert und fühlte sich offensichtlich bestens unterhalten.

Hochgemut und voller Erwartungen angereist, wie wir es seit den allerersten Ausgaben der Ruhrtriennale zu tun pflegen, hofften wir, dass sich auch in der Ausgabe 2024 wieder eine Ritze öffnen würde in unbekanntes Terrain. Aber zack schlug das Fenster vor unseren Augen zu: Wir erlebten eine PJ Harvey-Cover Show mit Sandra Hüller und einigen tänzerischen Zutaten und fragten uns, was die hochdekorierte Schauspielerin aus dem Ensemble des Schauspielhauses

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Surrealistisches Theater der Spiel- und Schaulust

Olympischer Kessel im Tuileriengarten, Paris. Foto: Chabe01 Lizenz: CC BY-SA 4.0


Waren die Erfindungen des olympischen Eröffnungsspektakels nicht „schön wie die zufällige Begegnung einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“? Also lohnt es sich, die erstaunlichen Bilder dieser Aufführung im öffentlichen Raum näher zu beäugen. Das Zitat entstammt Lautréamonts einflussreichem Werk „Die Gesänge des Maldoror“ und ist eine Inkunabel des Dada und des Surrealismus. Fraglos wirken die Grundsätze dieser Kunstströmung bis in unsere Zeit und beeinflussten offenbar auch die Regisseure Thomas Jolly und Patrick Boucheron, denen es sichtbar um eine radikal andere Umsetzung der in der Olympischen Charta festgelegten Vorschrift geht, „künstlerischer Darbietungen, die die Kultur des Gastgeberlandes repräsentieren“, zu erfinden.

Als „eine Erzählung ohne Worte, um die Fähigkeit einer Stadt zu inszenieren, aus sich heraus Bilder hervorzubringen“, bezeichnete Patrick Boucheron in der FAZ die Eröffnungszeremonie. Gespielt wird mit vielerlei

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„Glückauf – Film ab“ im Ruhr Museum

Kinowerbung in Essen Foto: Ruhr Museum


Und die „kleinen Ladenmädchen“?

Es war einmal im Ruhrgebiet. Ein junger Mann hatte den Traum, einen Film zu machen. Da erbte er etwas Geld, das gerade für einige Dosen Orwo-Film reichte, und er bestellte das 16mm-Material in Wulfen / DDR. Obwohl es viele Ideen aber noch kein Drehbuch gab, konnten er und seine Freunde es kaum erwarten, die Beaulieu-Kamera in die Hand zu nehmen

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Das Museum Kurhaus Kleve zeigt Karin Kneffel: Mehr als wir sehen

Karin Kneffel Ohne Titel Foto: Achim Kukulies Lizenz: Copyright

„Karin Kneffel hat uns das Gesicht des Jesuskindes sichtbar gemacht“, begeistert sich eine Musemswärterin und zeigt auf eine Holzskulptur der Jungfrau Maria und ihres Erstgeborenen von Ewald Mataré, die erhöht an der Musemswand hängt. In zwei malerischen Abbildern des exotisch anmutenden Marien-Antlitzes und des Neugeborenen-Gesichts rückt die Künstlerin ihrem „Vorbild“ auf den Leib und gibt uns gleichzeitig in ihrer Hommage an den berühmten Vorgänger einen Fingerzeig für ihre neue Werkgruppe in der jüngst eröffneten Ausstellung „Face of woman. Head of Child“ im Kurhaus-Museum Kleve. Das Auge wandert über Diptychen, auf denen jeweils ein Muttergesicht einem Kinderporträt beiseite gestellt ist.

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Chaïm Soutine in der Kunstsammlung NRW Düsseldorf: Riss durch die Gesichter

Die Häuser (1924) Chaïm Soutine

Die selten gewordene leise Überwältigung durch Kunst erwartet dieser Tage Kunstsinnige im K20. Chaïm Soutine hat auf 48 Gemälden das Unsichtbare im Sichtbaren gebannt. Der Künstler porträtierte das subalterne Personal der Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Orientierungslose Randgestalten, Hungerleider, Schwermütige wie er. Nicht in der selbstbewussten Haltung

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Ruhrtriennale: „Die Erdfabrik“ von Georges Aperghis und Schriftsteller Jean-Christophe Bailly in der Gebläsehalle Duisburg

Erdfabrik: Foto: Ruhrtriennale/Heinrich Brinkmöller-Becker Foto: Copyright


Erhellungen aus der Dunkelheit.

Das unendliche Dunkel des hohen Himmels mit seinem Sternengefunkel spiegelt sich in den schwarzen Tiefen der Erde, wo aber auch winzige Helligkeiten aufblitzen, die nur der Bergmann sieht. Das Weiße in seinen Augen ist, wenn er wieder ins Tageslicht tritt,  unvergleichlich weiß. Diese seltsamen

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