Der Rücktritt von Bastian Schweinsteiger aus der DFB-Elf kommt zu spät!

Sebastian Schweinsteiger als 'Hologramm' im Fußballmuseum. Foto: Robin Patzwaldt
Bastian Schweinsteiger als ‚Hologramm‘ im Fußballmuseum. Foto: Robin Patzwaldt

Wenn der Kapitän der DFB-Auswahl zurücktritt, dann ist das meist ein riesiger sportlicher Einschnitt. Im Falle von Bastian Schweinsteiger, der genau dies heute Vormittag vollzog, ist es allerdings mehr ein emotionales, als ein sportlich relevantes Thema.

Denn der 31-Jährige hatte zuletzt nur noch eine untergeordnete Rolle auf dem Platz. Sein Körper spielt schon seit einiger Zeit nicht mehr entsprechend mit. Bastian Schweinsteiger reiht sich somit ab sofort in die Reihe der Profisportler ein, die den idealen Rücktrittsmoment leider recht klar verpasst haben.

Und bei Schweinsteiger trifft das leider nicht nur in der Nationalmannschaft zu, auch im Club, bei Manchester United, war er zuletzt kein großer Faktor mehr, soll nun auch auf einer ‚Streichliste‘ seines neuen Trainers José Mourinho stehen. Insgesamt also zuletzt recht dumm für ihn gelaufen, könnte man sagen!

„Mein Dank gilt den Fans, der Mannschaft, dem DFB, den Trainern und dem Team um die deutsche Nationalmannschaft. In 120 Länderspielen durfte ich für mein Land auflaufen und Momente erleben, die unbeschreiblich schön und erfolgreich waren“, schrieb Schweinsteiger heute via Twitter.

Das stimmt, und es ehrt ihn natürlich. Und seine Verdienste sind ja insgesamt auch unbestritten. Nur liegen sie eben allesamt schon zwei Jahre und länger zurück. Unvergessen: Noch 2014 feierte er mit der DFB-Auswahl den Weltmeistertitel in Rio.

Bei Manchester United enttäuschte er jedoch, nach seinem Abgang vom FC Bayern München, schon überwiegend. Ständig war er verletzt. Wenn er denn überhaupt mal von Anfang an mit auflaufen konnte, dann fehlten im Form und Rhythmus. Logischerweise.

Dass Bundestrainer Joachim Löw ihn kürzlich dennoch in den Kader des DFB für die Europameisterschaft nominierte, das war eigentlich schon nur noch mit alter Verbundenheit zu erklären. Leistungsgründe können dafür nicht ausschlaggebend gewesen sein.

Das Turnier verlief für Schweinsteiger dann auch nur mäßig.

Beim Aus der Deutschen gegen Frankreich im Halbfinale unterlief ihm dann auch noch ein fataler Fehler, der den Franzosen die letztendlich vorentscheidende Führung ermöglichte. Positive Akzente konnte er da kaum noch setzen.

Manch ein fitter und gesunder Spieler der bei diesem Turnier zu Hause bleiben musste, keinen Platz mehr im 23-er-Kader fand, der dürfte klammheimlich die Faust in der Tasche geballt haben.

Nun also erfolgte auch ganz offiziell das, was vielleicht, so wie im Falle Philipp Lahm, besser schon direkt nach Rio erfolgt wäre: Der Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Ab sofort eine Baustelle weniger für den 31-Jährigen.

Nun gilt es für ihn die Fortsetzung seiner Laufbahn auf Vereinsebene zu sichern. Und damit hat der erfahrene Mittelfeldspieler dann auch schon genug zu tun, wie es scheint.

Kann er noch einmal einer Top-Mannschaft kontinuierlich helfen?

Gewinnt sein Körper noch einmal die Notwendige Stabilität zurück. Man wünscht es ihm. Doch Zweifel bestehen.

 

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leoluca
leoluca
6 Jahre zuvor

Dass man einem erst 31jährigen Profifußballer vorwerfen muss, er habe den idealen Rücktrittsmoment bereits verpasst, das ist doch ziemlich deprimierend.

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
6 Jahre zuvor

Schlechtes Heilfleisch (hat schon meine Oma immer gesagt). Und äußerst schlechtes Werbe-Drehbuch ("Das ist nicht lustig"). Mehr muss man über Schweini eigentlich nicht wissen.

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