
Von Anfang Februar bis Mitte September diesen Jahres war in Düsseldorf die erste Fotoausstellung zu sehen, die sich der 150jährigen Geschichte des Mediums widmete: 150 exemplarische Lichtbilder, ausgewählt aus einem Konvolut von 3000 Artefakten, dessen Erwerb im Jahr 2018 auch deshalb als Glücksfall galt, weil die Landeshauptstadt sich um das
Die Dateien hinterm schönen Schein

Vidiwalls haben längst die Kuriositätenkabinette und Kaiserpanoramen ins Vergessen gedrängt und begeistern heute die Massen wie die Zauberlaternen einst. Und weil der technologische Fortschritt voranstürmt, tut es not, innezuhalten und zurückzuschauen auf „historische Dinge“. Seit zwanzig Jahren erforscht der weltberühmte Fotograf Thomas Ruff die Frühgeschichte seines Metiers und präsentiert derzeit in einer großen Schau der Kunstsammlung NRW Werke, deren Besonderheit in der raffinierten Kombination von anziehenden ästhetischen
Augenlust mit Gedankenblitzen

„Die Deutschen Filmmuseen beschäftigen sich mit Mode. Berlin hat das Nachthemd von Marlene Dietrich, Potsdam die Perücke von Hans Albers und Düsseldorf die Schuhe von Kinski“, urteilte einst Werner Nekes, nun drei Jahre nach seinem Tod scheint sich seine Kritik auf traurige Weise zu bestätigen: In keinem der sieben deutschen Filmmuseen wird seine weltweit einzigartige Sammlung von Objekten zur Vor- und Frühgeschichte der audiovisuellen Medien und der Medienkunst aus den letzten fünf Jahrhunderten in ihrer Gesamtheit zu sehen sein. Der Schatz, den der Filmregisseur in fast vier Jahrzehnten aus aller Welt zusammengetragen hatte, wird auseinandergerissen. Dieser Tage wurde bekannt, dass die drei Jahre währenden Verhandlungen zu keinem guten Ende kamen. Die Witwe Ursula Rickert-Nekes hat die Sammlung an ein »Konsortium« in drei Bundesländern veräußert. Künftig teilen sich Schloss Wahn (die Theaterwissenschaftliche Sammlung der
Unheilbare Entfremdung

Um keinen Preis lässt sich die Entfremdung des Menschen von der Natur umkehren, die mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzte. Friedrich Schiller stellt in seinen Briefen „Über die ästhetischen Erziehung des Menschen“ u.a. Natur und Kultur gegenüber und sieht in der Kunst ein Potential, die verlorene Ganzheitlichkeit zu überwinden. In diesem Zusammenhang ist ein Projekt zu betrachten, das von heute bis Sonntag im