Nagelsmann bei WM 2026 krachend gescheitert – Mach es, Jürgen!

Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist vorbei. Endgültig. Das Märchen vom großen deutschen Neustart unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann ist am späten Montagabend mit einem lauten Knall geplatzt. Das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist nicht einfach nur eine weitere Enttäuschung in einer mittlerweile erschreckend langen Serie deutscher Turnierpleiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid eines Bundestrainers, der mit großen Versprechen angetreten war und am Ende vor allem viele Fragen hinterlässt.

Besonders bitter: Ausgerechnet Nagelsmann selbst hat sich diese Fallhöhe geschaffen. Nach dem EM-Aus 2024 hatte er noch trotzig sinngemäß erklärt, Deutschland werde dann eben zwei Jahre später Weltmeister. Heute wirken diese unbedachten Worte nicht kämpferisch, sondern geradezu grotesk.

Denn wer die Auftritte der DFB-Elf in Nordamerika gesehen hat, der weiß: Diese Mannschaft war zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd eine Weltmeistermannschaft.

Viel Theater, wenig Lösungen

Natürlich trägt eine Mannschaft gemeinsam Verantwortung. Doch ein Bundestrainer wird genau dafür bezahlt, Lösungen zu finden. Nagelsmann produzierte stattdessen Probleme.

Die nie enden wollende Torwartdiskussion um Manuel Neuer entwickelte sich zur unnötigen Dauerbaustelle. Die Diskussionen um Deniz Undav wirkten ebenso überflüssig wie viele Personalentscheidungen insgesamt. Ein klarer Plan? Kaum zu erkennen.

Noch irritierender war allerdings der Auftritt des Bundestrainers neben dem Platz. Der Mann, der einst als moderner Kommunikator gefeiert wurde, verlor zunehmend die Nerven. Kritische Nachfragen quittierte er mit gereizten Antworten, teilweise wirkte er bockig, dünnhäutig und erstaunlich humorlos.

Dabei braucht eine Nationalmannschaft gerade bei einem Turnier einen Trainer, der Sicherheit vermittelt. Nagelsmann strahlte immer häufiger das Gegenteil aus.

Am Ende passt das Gesamtbild erschreckend gut zusammen: Kein überzeugendes Spiel über 90 Minuten im Laufe der Weltmeisterschaft in Nordamerika, ständig neue Diskussionen und schließlich das frühe Aus gegen einen Außenseiter. Das ist schlicht zu wenig.

Der DFB braucht jetzt keine Ausreden mehr

Die ewigen Durchhalteparolen kann inzwischen niemand mehr hören. Seit Jahren wird erklärt, der Umbruch brauche eben Zeit. Irgendwann ist dieses Argument allerdings aufgebraucht.

Deutschland verfügt weiterhin über genügend Qualität, um deutlich mehr zu erreichen als das Sechzehntelfinale einer aufgeblähten XXL-WM.

Wer jetzt ernsthaft behauptet, man müsse mit Julian Nagelsmann einfach weitermachen, ignoriert die Realität. Seine Mission ist mit diesen Enttäuschungen zuletzt schlicht krachend gescheitert.

Der DFB braucht keine kosmetischen Korrekturen mehr. Er braucht einen kompletten Stimmungswechsel. Neue Energie. Neue Begeisterung. Einen Trainer, hinter dem sich Mannschaft, Fans und Öffentlichkeit gleichermaßen versammeln können.

Es gibt nur eine vernünftige Lösung: Jürgen Klopp

Und genau deshalb führt an einem Namen eigentlich kein Weg vorbei: Jürgen Klopp. Wenn der DFB jetzt nicht alles daran setzt, Klopp zu verpflichten, wann denn bitte dann?

Noch nie war der Zeitpunkt günstiger. Die Erwartungen liegen am Boden. Schlechter kann die Stimmung kaum sein. Genau in solchen Situationen war Klopp während seiner gesamten Trainerkarriere am stärksten.

Ob in Mainz, Dortmund oder Liverpool – überall hat er weit mehr geschaffen als funktionierenden Fußball. Klopp entfacht Begeisterung. Er reißt Menschen mit. Er gibt Spielern Selbstvertrauen und Fans das Gefühl, wieder stolz auf ihre Mannschaft sein zu können. Genau das fehlt der Nationalmannschaft seit Jahren.

Niemand kann garantieren, dass Klopp Deutschland sofort wieder zu einem Top-Team macht. Aber kaum jemand dürfte ernsthaft bezweifeln, dass er dieser Mannschaft deutlich mehr Leben, Leidenschaft und Identität einhauchen würde als zuletzt zu sehen war.

Vor allem würde wieder Optimismus entstehen. Plötzlich würde nicht mehr darüber diskutiert, welche Baustelle als Nächstes eröffnet wird, sondern welche Chancen sich auftun.

Der DFB darf diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Julian Nagelsmann war ein spannendes Experiment. Das Experiment ist gescheitert.

Jetzt ist Schluss mit Versuchen.

Jetzt braucht Fußballdeutschland einen echten Anführer.

Jetzt braucht Deutschland Jürgen Klopp.

Mach es, Jürgen! 🙂

Autorenseite: Robin Patzwaldt
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8 Comments
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Arnold Voss
Mitglied
16 Tage vor

Ich wünschte mir, es gäbe Jemanden vergleichbares in der deutschen Politik. Wie auch immer, Robin. Wie siehst du das mit dem nicht anerkannten deutschen Tor. Wenn ein Stürmer den Torwart der gegnerischen Mannschaft bei einer Ecke seiner Mannschaft im Torraum zu Fall bringt, so dass er nur knapp wieder hochkommt, um den Schuss abzuwehren, respektive ihn nicht mehr abwehren zu können, dann werte ich das, genauso wie der Schiedsrichter, als Foul des Stürmers. Der Torwart ist eben kein normaler Feldspieler, wie jetzt alle sogenannten Experten zu Gunsten der deutschen Mannschaft behaupten. Oder bin ich da einfach nur old-school?

Arnold Voss
Mitglied
16 Tage vor

Ich habe noch eine Frage, Robin. Wie fandest du die Trainerparole auf dem Spielfeld auch mal „ekelig“ zu werden? War das angebracht, oder einer einmal im Weltfussball führenden Nation unwürdig, weil qualitativ guter bis spitzenmäßiger Fussball soetwas nicht nötig hat? Als ich daraufhin beim Zuschauen erleben musste, wie ein deutscher Spieler einem durch sein Foul fallenden Gegner auch noch ein extra Stoß verpasst hat, fand ich das einfach nur drittklassig. Oder bin ich da auch wieder nur old-school? ( Ich habe übrigens mehr als 30 Jahre meines Lebens selber regelmäßig Fussball gespielt)

Alf
Gast
Alf
16 Tage vor

Julian Nagelsmann einfach weitermachen lassen. Weiterhin Plan a reden und Plan b machen. Weiterhin mit Kimmich als Mittelfeld-Stratege, der die meisten Ballkontakte hat. Weiterhin mit einem Spiel, wo jegliche Schnelligkeit rausgenommen wird. Schuld an der Niederlage ist am Ende der Gegner. Ein einfaches hinterlaufen, eine Flanke, und dann steht jemand völlig frei vor dem Tor. Mit der Aura vom Neuer hätte der Ball über die Tribüne gehen müssen.

thomas weigle
thomas weigle
16 Tage vor

@ Arnold Voss Bei der WM 58 rempelte der Kölner Schäfer den CSSR-TW samt Ball über die Linie. Heftige Proteste der Tschechoslowaken, SR Ellis erkannte das Tor dennoch an, englische Regelauslegung hieß in dem Buch aus dem Göttinger Jugendbuchverlag. Klopps Kommentar geht ja auch in diese Richtung, wenn er sagt, mit dieser gestrigen Regelauslegung wäre Arsenal nicht Meister geworden.

Alf
Gast
Alf
16 Tage vor

Arnold Voss: Es erlaubt, sich bei Standardsituationen vor oder neben dem Torhüter zu positionieren. Sobald diese Spieler den Keeper jedoch aktiv festhalten, wegstoßen oder übermäßig rempeln, ist dies ein Foulspiel und der Schiedsrichter muss das Spiel unterbrechen.

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