Klopp holt die Deutschlandfahne zurück – und schreckt damit nicht vor Widerspruch zurück

Fußball und Patriotismus – ein manchmal echt kompliziertes Verhältnis. Foto: Robin Patzwaldt

Was für ein Auftakt! Jürgen Klopp ist noch nicht einmal richtig im Amt, da macht er bereits das, was man von ihm erwarten durfte: Er hält den Mund nicht, hat immer was zu sagen. Und das ist verdammt gut so.

Bei der Vorstellung seines ersten Kaders in Frankfurt hätte Klopp heute bequem über Spieler, Systeme und die kommenden Aufgaben reden können. Stattdessen ging es plötzlich um Deutschland, Nationalstolz und die Frage, wem eigentlich die schwarz-rot-goldene Fahne gehört. Willkommen im politischen Minenfeld der Bundesrepublik!

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Die nächste Bildungs-Klatsche für Deutschland: Wie lange wollen wir noch zuschauen?

Die Kardinal-von-Galen-Schule in Waltrop. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Man könnte inzwischen fast die Uhr danach stellen: Eine neue Bildungsstudie wird veröffentlicht, Deutschland bekommt die nächste Ohrfeige – und anschließend versichern uns Politiker pflichtschuldig, dass man das Problem natürlich längst erkannt habe.

Diesmal sind die Ergebnisse der Pisa-Studie wieder besonders ernüchternd. In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichen deutsche 15-Jährige die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Erhebungen. Viel schlechter geht es also kaum noch.

Auch als jemand, der nicht unmittelbar am Schulbetrieb beteiligt ist, frage ich mich deshalb: Wie viele solcher Warnschüsse braucht dieses Land eigentlich noch?

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Bundeskanzler Merz macht Urlaub – und wundert sich über schlechte Laune

Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Wer im Wahlkampf den Mund besonders weit aufreißt, sollte sich hinterher nicht darüber wundern, wenn die Leute irgendwann anfangen, genauer hinzuhören. Friedrich Merz hat das vor der Bundestagswahl 2025 und auch danach ziemlich konsequent getan. Mehr Leistung, mehr Einsatz, mehr Arbeit – Deutschland müsse sich endlich wieder anstrengen, lautete sinngemäß die Botschaft des Kanzlers.

Nun könnte man meinen, jemand mit solchen Ansprüchen an seine Mitbürger gehe mit gutem Beispiel voran. Tut er auch. Allerdings offenbar vor allem beim Urlaubmachen.

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Pierluigi Collina: Klötenboxen is voll okay!

 

Jonathan Tahs Tor in der Verlängerung des WM-Spiels gegen Paraguay zählte nicht, weil Waldemar Anton im Strafraum stand. Dass Paraguays Torwart dabei Antons Familienplanung ausführlich prüfte, war offenbar regelkonform.

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Nagelsmann bei WM 2026 krachend gescheitert – Mach es, Jürgen!

Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist vorbei. Endgültig. Das Märchen vom großen deutschen Neustart unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann ist am späten Montagabend mit einem lauten Knall geplatzt. Das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist nicht einfach nur eine weitere Enttäuschung in einer mittlerweile erschreckend langen Serie deutscher Turnierpleiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid eines Bundestrainers, der mit großen Versprechen angetreten war und am Ende vor allem viele Fragen hinterlässt.

Besonders bitter: Ausgerechnet Nagelsmann selbst hat sich diese Fallhöhe geschaffen. Nach dem EM-Aus 2024 hatte er noch trotzig sinngemäß erklärt, Deutschland werde dann eben zwei Jahre später Weltmeister. Heute wirken diese unbedachten Worte nicht kämpferisch, sondern geradezu grotesk.

Denn wer die Auftritte der DFB-Elf in Nordamerika gesehen hat, der weiß

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Ist Paraguay zu stark, bist du zu schwach

Fußball verkauft sich derzeit gut. Foto: Robin Patzwaldt

Kaum zu glauben, wie berechenbar das Fußballland Deutschland inzwischen geworden ist. Zwei Siege zum WM-Start? Bundestrainer Julian Nagelsmann ist plötzlich der große Heilsbringer, die Nationalmannschaft ein Geheimfavorit und der WM-Pokal gefühlt schon halb im Handgepäck.

Dann verliert man im sportlich bedeutungslosen dritten Gruppenspiel mit 1:2 gegen  Ecuador – und sofort wird wieder die nationale Selbsthilfegruppe eröffnet. Alles ist plötzlich schlecht. Der Trainer kann’s nicht, die Spieler können’s nicht, der DFB sowieso nicht. Ganz ehrlich: Diese permanente Aufregung geht mir inzwischen deutlich mehr auf die Nerven als die Niederlage selbst.

Hört auf, Paraguay größer zu machen, als es ist

Jetzt also Paraguay. Und plötzlich wird wieder so getan, als würde Deutschland im Sechzehntelfinale auf eine Mischung aus Brasilien 1970, Spanien 2010 und Barcelona unter Pep Guardiola treffen. Nein. Tut es nicht.

Paraguay ist unangenehm. Paraguay kämpft. Paraguay wird Deutschland das Leben schwer machen wollen. Herzlichen Glückwunsch – genau das macht bei einer Weltmeisterschaft praktisch jeder Gegner. Aber wer ernsthaft vom WM-Titel träumt, darf sich von Paraguay nicht aus dem Wettbewerb kegeln lassen. Fertig.

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Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – Deutschlands liebste WM-Disziplin

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon faszinierend, wie schnell sich die Stimmung in Fußball-Deutschland drehen kann. Vor wenigen Tagen wurde die DFB-Elf nach einem standesgemäßen 7:1 gegen Fußballzwerg Curacao und einem mühsamen, aber erfolgreichen 2:1 gegen die Elfenbeinküste bereits wieder in Richtung WM-Titel geschrieben. Julian Nagelsmann? Ein Genie. Deniz Undav? Der neue Messias. Jamal Musiala? Unaufhaltsam.

Dann kommt Ecuador. Eine 1:2-Niederlage im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel – und plötzlich ist alles vorbei. Krise! Alarm! Weltuntergang! Wer heute durch die Schlagzeilen scrollt, könnte meinen, Deutschland sei bereits sang- und klanglos ausgeschieden. Was für ein Unsinn.

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WM 2026: Schluss mit dem ewigen „Wir“!

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend spielt Deutschland bei der Fußball-WM 2026 sein drittes Spiel der Gruppenphase gegen Ecuador. Und fast genauso sicher wie der Anpfiff ist inzwischen etwas anderes: Irgendwann werden Reporter, Moderatoren oder Live-Kommentatoren in Bezug auf die DFB-Auswahl wieder von „wir“ sprechen.

„Wir müssen heute besser verteidigen.“

„Wir brauchen jetzt das zweite Tor.“

„Wir stehen im Viertelfinale.“

Nein. Tun wir nicht.

Die deutsche Nationalmannschaft steht auf dem Platz. Die Journalisten sitzen auf der Pressetribüne oder vor dem Mikrofon. Zwischen beiden Rollen sollte eigentlich ein ziemlich deutlicher Unterschied bestehen. Trotzdem scheint dieser Unterschied in den vergangenen Jahren immer mehr zu verschwimmen. Mich nervt das mittlerweile gewaltig.

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Deniz Undav ist nicht Gerd Müller – warum der neue WM-Hype völlig überzogen ist

Ein Land in Aufregung. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Kaum gewinnt die deutsche Nationalmannschaft ihre ersten beiden Spiele bei der umstrittenen Weltmeisterschaft 2026, scheint in Deutschland wieder einmal jede Form der Bodenhaftung verloren zu gehen. Nach dem erwartbaren 7:1 gegen Curaçao folgte nun ein hart erkämpftes 2:1 gegen die Elfenbeinküste.

Natürlich darf man sich darüber freuen. Sechs Punkte, das vorzeitige Erreichen der K.-o.-Runde und eine deutlich bessere Stimmung als bei den vergangenen Turnieren sind positive Nachrichten. Doch wer das Spiel gegen die Elfenbeinküste nüchtern analysiert, erkennt schnell, dass

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WM 2026: Warum die Aufregung um Lennart Karl alarmierend ist

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Je näher die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rückt, desto größer werden die Zweifel an der Personalpolitik von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dabei geht es längst nicht mehr nur um taktische Fragen oder die Zusammensetzung des Kaders. Vielmehr entsteht zunehmend der Eindruck, dass die deutsche Nationalmannschaft ihre Hoffnungen auf zu viele Unsicherheiten stützt.

Bereits die Diskussion um Manuel Neuer zeigt das deutlich. Der mittlerweile 40-jährige Torhüter reist mit einer Verletzungshistorie und körperlichen Fragezeichen in Richtung Nordamerika. Statt frühzeitig Klarheit auf der Torwartposition zu schaffen, scheint Nagelsmann darauf zu hoffen, dass der ehemalige Weltklassekeeper noch einmal rechtzeitig fit wird. Eine riskante Strategie für ein Turnier, bei dem Kleinigkeiten über Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Doch die Debatte um Neuer wird inzwischen von einer anderen Personalie überlagert: dem verletzungsbedingten WM-Aus von Lennart Karl. Und genau hier offenbart sich ein noch größeres Problem.

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