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Die Erfolge der DFB-Auswahl lassen die Personalpolitik des BVB dumm aussehen

Sebastian Kehl vom BVB. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

So langsam formt sich ein Bild. Auch das zweite Testspiel der DFB-Auswahl im Kalenderjahr 2024 wurde zu einem Erfolg. Mit 2:1 (1:1) gewann Deutschland am Dienstag in Frankfurt gegen die Niederlande und unterstrich damit den Aufwärtstrend, der sich am vergangenen Samstag, beim 2:0-Sieg gegen Frankreich in Lyon schon angedeutet hatte.

Die mutigen Personalentscheidungen, die Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Nominierung des Kaders für diese beiden Freundschaftsspiele im Vorfeld der anstehenden Fußball-Europameisterschaft 2024 getroffen hat, sie scheinen sich zu bewähren und zementieren viele der derzeitigen Kaderplätze im Team.

So sehr man sich natürlich auch als BVB-Fan grundsätzlich über diese positive Entwicklung der Auswahlmannschaft des DFB freuen kann, so sehr unterstreichen die aktuellen Entwicklungen in der Nationalmannschaft die verfehlte Personalpolitik der vergangenen Jahre in Dortmund. Gute Aussichten auf eine Teilnahme an der Heim-EM für den DFB hat nämlich nur BVB-Stürmer Niclas Füllkrug, der gegen die Niederländer als Einwechselspieler für den Siegtreffer verantwortlich zeichnete. An allen anderen Deutschen im Kader der Schwarzgelben dürfte das Turnier nach dem Aufwärtstrend der DFB-Elf höchstwahrscheinlich vorbeigehen. Eine katastrophale Feststellung für einen Verein, der einst mit dem FC Bayern München einen Großteil der deutschen Auswahl stellte.

Der deutsche Vizemeister steckt in Schwierigkeiten. Nicht nur in der Fußball-Bundesliga, wo der BVB im kommenden Herbst eine erneute Teilnahme an der UEFA Champions League in Anbetracht eines sehr schweren Restprogramms zu verpassen droht, hinken die Dortmunder den eigenen Ansprüchen hinterher. In der heimischen Nationalmannschaft spielen die Dortmunder, ein knappes Jahr nach der erst auf den letzten Drücker verspielten Meisterschaft, nahezu keine Rolle mehr. Mats Hummels und Marco Reus, jahrelang Hoffnungsträge des deutschen Fußballs, sind ‚Auslaufmodelle‘. Nico Schlotterbeck und Niklas Süle wurden vom Bundestrainer nach wechselhaften Leistungen für die Härtetests im März für ‚zu leicht‘ für eine Nominierung eingeschätzt. BVB-Kapitän Emre Can wurde auch nicht berücksichtigt. Julian Brandt fehlte ebenfalls. Auch Sturmtalent Youssoufa Moukoko sucht man, wie auch  Karim Adeyemi, im aktuellen DFB-Kader vergeblich. Realistische Chancen auf eine Kadernominierung für das Turnier im Sommer hat von den Genannten vielleicht noch am ehesten Offensivspieler Julian Brandt, der immer wieder mit starken Leistungen in Dortmund zu gefallen wusste, wenn er diese auch nicht wirklich konstant auf den Rasen bekommt, und deshalb auch aus nachvollziehbaren Gründen bei den beiden jüngsten Testspielen Deutschlands fehlte.

Dass nur die ‚Last-Minute-Verpflichtung‘ aus dem vergangenen Sommer, Niclas Füllkrug, die Dortmunder Fahne bei der Europameisterschaft im deutschen Kader hochhalten  könnte, ist für die Dortmunder Kaderplaner eine kräftige Klatsche ins Gesicht. Wo ist er hin, der traditionelle Dortmunder-Block beim DFB?

Für den selbsternannten zweiten Leuchtturm im deutschen Fußball hinter dem FC Bayern ist ein aktueller Nationalspieler auf Dauer natürlich deutlich zu wenig. Da trösten auch die aktuellen Nationalspieler aus anderen Verbänden in Dortmund nur wenig. Die Fehlplanungen der vergangenen Jahre, sie zeichnen sich in Dortmund inzwischen längst nicht nur in der aktuellen Bundesligatabelle ab, wo der BVB 20 Punkte hinter Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen und immerhin zehn Zähler hinter dem Serienmeister aus München nur auf Platz vier rangiert. Diese erheblichen Rückschritte, sie sind auch anhand der fehlenden Berücksichtigung im aktuellen Nagelsmann-Kader zu erkennen.

Der BVB, er droht im Wettrennen um die nationale Spitze inzwischen gleich auf mehreren Ebenen abgehängt zu werden. Da möchte man den Machern an der Dortmunder Strobelallee als langjähriger Fan des Klubs doch am liebsten mit voller Leidenschaft ganz laut zurufen: „Aufwachen, Leute!“

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