Israel im Visier – Selektive Menschenrechtsproteste während der Fußball-WM

 

Demonstranten protestieren am 21. Januar 2023 vor einem Puma-Geschäft in London gegen das Sponsoring des israelischen Fußballverbands (IFA) durch den Sportartikelhersteller. Foto: Alisdare Hickson, Sponsors of Israeli Apartheid, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.
Demonstranten protestieren am 21. Januar 2023 vor einem Puma-Geschäft in London gegen das Sponsoring des israelischen Fußballverbands (IFA) durch den Sportartikelhersteller. Foto: Alisdare Hickson, Sponsors of Israeli Apartheid, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.

Die TAZ beklagte, dass die „Palästina“-Solidarität in den Fußballstadien während der Weltmeisterschaft zwar sehr präsent sei, die deutsche Presse sie jedoch totschweige. Dies sei ein Armutszeugnis. Allerdings fällt neben dem, was kritisiert wird, auf, was ungesagt bleibt.

Laut der TAZ sei die globale „Palästina“-Solidarität zur Tradition der Vorrunde der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft geworden. Als Beleg dafür wird das Spiel Bosnien-Herzegowina – Katar angeführt. Nachdem ich mir die Zusammenfassung angesehen habe, konnte ich lediglich eine „Palästina“-Fahne zählen. Allerdings sagte der Kommentator Martin Gräfe im Sportstudio des ZDF, Mahmud Abunada, der Torhüter der katarischen Nationalelf, habe nach der Qualifikation seiner Mannschaft für die WM Geld für den Bau eines Krankenhauses in Gaza gespendet, und bezeichnete dies als „schöne Aktion“. So ganz scheint der Vorwurf, die deutsche Presse würde die pro-„palästinensischen“ Proteste zensieren, also nicht zu stimmen.

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Nagelsmann bei WM 2026 krachend gescheitert – Mach es, Jürgen!

Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist vorbei. Endgültig. Das Märchen vom großen deutschen Neustart unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann ist am späten Montagabend mit einem lauten Knall geplatzt. Das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist nicht einfach nur eine weitere Enttäuschung in einer mittlerweile erschreckend langen Serie deutscher Turnierpleiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid eines Bundestrainers, der mit großen Versprechen angetreten war und am Ende vor allem viele Fragen hinterlässt.

Besonders bitter: Ausgerechnet Nagelsmann selbst hat sich diese Fallhöhe geschaffen. Nach dem EM-Aus 2024 hatte er noch trotzig sinngemäß erklärt, Deutschland werde dann eben zwei Jahre später Weltmeister. Heute wirken diese unbedachten Worte nicht kämpferisch, sondern geradezu grotesk.

Denn wer die Auftritte der DFB-Elf in Nordamerika gesehen hat, der weiß

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Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – Deutschlands liebste WM-Disziplin

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon faszinierend, wie schnell sich die Stimmung in Fußball-Deutschland drehen kann. Vor wenigen Tagen wurde die DFB-Elf nach einem standesgemäßen 7:1 gegen Fußballzwerg Curacao und einem mühsamen, aber erfolgreichen 2:1 gegen die Elfenbeinküste bereits wieder in Richtung WM-Titel geschrieben. Julian Nagelsmann? Ein Genie. Deniz Undav? Der neue Messias. Jamal Musiala? Unaufhaltsam.

Dann kommt Ecuador. Eine 1:2-Niederlage im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel – und plötzlich ist alles vorbei. Krise! Alarm! Weltuntergang! Wer heute durch die Schlagzeilen scrollt, könnte meinen, Deutschland sei bereits sang- und klanglos ausgeschieden. Was für ein Unsinn.

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WM 2026: Schluss mit dem ewigen „Wir“!

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend spielt Deutschland bei der Fußball-WM 2026 sein drittes Spiel der Gruppenphase gegen Ecuador. Und fast genauso sicher wie der Anpfiff ist inzwischen etwas anderes: Irgendwann werden Reporter, Moderatoren oder Live-Kommentatoren in Bezug auf die DFB-Auswahl wieder von „wir“ sprechen.

„Wir müssen heute besser verteidigen.“

„Wir brauchen jetzt das zweite Tor.“

„Wir stehen im Viertelfinale.“

Nein. Tun wir nicht.

Die deutsche Nationalmannschaft steht auf dem Platz. Die Journalisten sitzen auf der Pressetribüne oder vor dem Mikrofon. Zwischen beiden Rollen sollte eigentlich ein ziemlich deutlicher Unterschied bestehen. Trotzdem scheint dieser Unterschied in den vergangenen Jahren immer mehr zu verschwimmen. Mich nervt das mittlerweile gewaltig.

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Bundestrainer Julian Nagelsmann: Vom Hoffnungsträger zum Unruheherd

Trainer Julian Nagelsmann. Quelle: Wikipedia, Foto: JazzyJoeyD, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es gab eine Zeit, da hielt ich Julian Nagelsmann für nahezu den Idealtyp eines modernen Trainers. Jung, eloquent, taktisch brillant, mutig in seinen Entscheidungen und dabei meist angenehm bodenständig. Als Fan von Borussia Dortmund habe ich mir vor einigen Jahren sogar gewünscht, ihn irgendwann einmal an der Seitenlinie meines Lieblingsvereins zu sehen.

Nagelsmann wirkte wie jemand, der frischen Wind in den deutschen Fußball bringen könnte – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

Doch in den vergangenen Monaten hat

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Italien statt Iran? – Wenn Politik plötzlich Abseits pfeift

US-Präsident Donald Trump. Offizielles Porträtfoto zur Amtseinführung 2025. Foto: Daniel Torok Lizenz: Gemeinfrei

Man reibt sich inzwischen ja regelmäßig die Augen, wenn man morgens die Nachrichten öffnet. Nicht, weil der Kaffee noch nicht wirkt – sondern weil sich die Realität immer öfter wie ein schlecht geschriebener Satireartikel liest. Heute also wieder so ein Moment: USA wollen Italien zur Fußball-WM einladen. Statt Iran. Klar. Warum auch nicht gleich Brasilien gegen Liechtenstein tauschen, wenn’s gerade passt?

Der Clou: Es ist nicht der 1. April. Es ist einfach nur ein ganz normaler Tag im Jahr 2026. Und „normal“ ist dabei das eigentlich Erschreckende.

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#Katar2022: Dem DFB droht selbstverschuldet der Super-GAU

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Die erste Woche der FIFA Fußball-WM 2022 in Katar neigt sich ihrem Ende zu. Und wenn man ehrlich ist, wurde die Befürchtungen, die es schon weit vor dem Turnier gab, in den ersten Tagen des Turniers sogar noch deutlich übertroffen.

Echte WM-Stimmung mag bisher nicht aufzukommen, der sportliche Wert der absolvierten Spiele ist bislang überschaubar, es gab so viele Debatten rund um Themen abseits des Sports wie wohl noch nie zuvor, und die deutsche Mannschaft steht nach einer erschreckend schwachen Leistung in ihrem  Auftaktspiel, die mit einer 1:2-Niederlage gegen Underdog Japan bestraft wurde, sportlich schon vor dem Aus. Am Sonntag muss gegen Spanien jetzt unbedingt ein Sieg her, wenn das Turnier nicht bereits wie bei der WM 2018 in Russland nach der Vorrunde beendet sein soll.

In Anbetracht dieser vielen Negativschlagzeilen und dem damit verbundenen riesigen Imageverlust auf allen Ebenen stellt sich jetzt endgültig die Frage, ob der DFB nicht besser schon im Vorfeld auf eine Teilnahme an dem Turnier im Wüstenstaat verzichtet hätte.

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#Katar2022: Es geht um mehr als ein Bierverbot, es geht um fehlenden Respekt gegenüber den Fans

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Obwohl ja eigentlich allen Beobachtern schon seit Jahren klar war, dass die FIFA Fußball-WM 2022 in Katar viele Themen in den Vordergrund spülen wurde, die mit Sport nichts oder nur am Rande zu tun haben, überraschte die Tatsache, dass die erste richtig emotionale Debatte im Vorfeld der Veranstaltung am Freitag ausgerechnet um ein offiziell verkündetes Bier- bzw. Alkoholverbot im Umfeld der Spiele ging, dann schon.

Groß war der diesbezügliche Aufschrei in den Medien und unter den Fußball-Traditionalisten. Ich persönlich konnte die Aufregung seit der Verkündigung ehrlich gesagt nicht so richtig nachvollziehen, ist das Thema bzw. die Problematik doch weder neu, noch wirklich wichtig, gemessen an den anderen Punkten, die es um Vorfeld dieser WM zu diskutieren gibt, wie etwa der Frage der Menschenrechte oder der vor Ort tätigen Gastarbeiter etc.. Was diese Themen bisher nicht wirklich in schafften, die Leute wirklich zu emotionalisieren, gelang nun ausgerechnet dem angedachten Bierverbot.

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#Katar2022: Die WM, die eigentlich keiner mag und am Ende wohl doch fast jeder gucken wird

WM-Qualifikationsspiel m Hamburger Volksparkstadion. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

So langsam kommt man an dem Thema Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar endgültig nicht mehr vorbei. Die Fußball-Bunddesliga geht am kommenden Wochenende in eine gut zweimonatige Pause zu völlig ungewohnter Zeit, da die bei fast allen Fans ungeliebte Winter-WM ins Haus steht. Spätestens dann wird es allen klar werden.

Konnte man sich als Sportfreund bisher noch mit so einer Art Verdrängungstaktik behelfen, lag das Turnier der Weltbesten doch gefühlt noch in relativer Ferne, steht für jeden Fußball-Fan jetzt in wenigen Tagen die Entscheidung an, wie man persönlich mit diesem Turnier umgehen möchte und es dann eben auch wird.

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#FIFAWWC: Macht endlich Schluss mit diesem blödsinnigen Geschlechterk(r)ampf!

Frauenfußball 1895. Quelle: Wikipedia Foto: unbekannt, Lizenz: gemeinfrei

Seit Gestern läuft die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich. Die Tatsache, dass das Turnier der Damen in diesem Lande noch immer deutlich weniger Beachtung findet als das der Herren, sorgt in diesen Tagen wieder einmal für erhitzte Diskussionen.

Dabei gibt es eigentlich keinen Grund für diese Ungerechtigkeitsdebatten. Der Sport unterliegt an der Spitze nämlich letztendlich den gleichen Regeln, wie auch andere Bereiche der Unterhaltungsindustrie: Der Markt regelt das!

Dass sporttreibende Frauen in der Spitze häufig weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, die Einschaltquoten im Fernsehen vielfach wesentlich niedriger sind, ihre Popularität folglich deutlich geringer ist, das liegt, wenn man es einmal vereinfacht, einzig und allein am Grad der öffentlichen Anerkennung ihrer dargebotenen Leistungen. Da kann man sich natürlich herrlich drüber aufregen, dies im Einzelfall als ungerecht empfinden, muss man aber nicht.

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