Nach historischer Pleite bei den ‚Ösis‘: Muss man sich jetzt ernste ‚Sorgen‘ um die DFB-Elf machen?

Joachim Löw. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nein, das war gar nichts. Mit 1:2 unterlag die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstagabend im letzten Test vor der endgültigen Kader-Nominierung für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland in Klagenfurt den gastgebenden Österreichern.

Nicht nur, dass es am Ende die erste Niederlage gegen die Alpenrepublik seit inzwischen 32 Jahren (!!!) war, die DFB-Elf ist damit inzwischen bereits seit fünf Spielen sieglos und präsentierte sich von einer guten WM-Form einmal mehr noch meilenweit entfernt.

Und auch wenn es die bundesdeutsche Kicker-Auswahl in der Vergangenheit mit schöner Regelmäßigkeit geschafft hat sich bei den wichtigen Turnieren stets zu steigern, dort nur ganz selten einmal tatsächlich in einer Vorrunde scheiterte, gibt es diesmal doch ungewöhnlich viele Anzeichen, die einen durchaus skeptisch in Richtung der Weltmeisterschaft blicken lassen.

Offenbar erkennt das nun selbst Bundestrainer Joachim Löw nach und nach, der nach der Pleite vom Samstag ungewohnt zerknirscht reagierte, nach dem 1:2 gar nicht die durchaus übliche Schönrederei am ZDF-Mikrofon ablieferte.

Konfrontiert mit einer aktuellen Umfrage, wonach die Mehrheit der Teilnehmer zudem Marc-Andre ter Stegen und eben nicht den von Löw offensichtlich bevorzugten Manuel Neuer in Russland in den Kasten stellen würde, geriet Löw dann endgültig aus der sonst zur Schau getragenen großen inneren Ruhe.

Seine Zustimmungswerte in der Öffentlichkeit waren in der Vergangenheit regelmäßig sehr hoch. Widerstand, aus welcher Richtung auch immer, ist Löw inzwischen offensichtlich gar nicht mehr gewohnt. Anders ist seine ungewohnt unsouveräne Reaktion auf diese Niederlage und die Umfrage ja fast nicht zu erklären.

Jedoch lieferte seine Mannschaft am Samstag tatsächlich ungeahnt viele Kritikansätze: Keinerlei erkennbare Kader-Struktur, kaum eigene Torchancen, am Ende somit eine völlig verdiente Niederlage gegen einen höchstens als mittelmäßig zu bezeichnenden Gegner, der an der WM-Qualifikation zudem gescheitert war.

Da darf sich ein interessierter Beobachter schon durchaus einige berechtigte Sorgen machen.

Auch wenn man eine Testspielpleite alleine natürlich keinesfalls überbewerten darf, für einen letzten Härtetest vor einer bedeutenden Kader-Nominierung, wo sich die Spieler ja eigentlich von ihrer Schokoladenseite hätten präsentieren sollen, lieferte der zum finalen Test ausgerufene Freundschaftskick gegen Österreich einfach viel zu viele unbefriedigende Antworten und deutlich zu wenige sportlich wirklich befriedigende Erkenntnisse.

Es wird jetzt sehr spannend zu beobachten sein, wie es in den nächsten Tagen rund um die deutsche Auswahl weitergehen wird. Fest steht jedoch wohl schon jetzt, von einer WM-Euphorie ist diesmal in diesem Lande weit und breit nichts zu sehen. Das war zuletzt durchaus schon einmal anders. Doch die Sieglos-Serie von inzwischen fünf Spielen zeigt da naturgemäß langsam ihre Wirkung.

Die Vorstellung, dass eine deutsche Elf bei einer Vorrunde in einem wichtigen Turnier womöglich schon die Segel streichen muss, sie war vielleicht schon lange nicht mehr so realistisch wie im Frühsommer 2018. Selbst wenn die Berufs-Pessimisten unter den Fußballfans das in den vergangenen Jahren schon häufiger mal orakelt haben mögen….

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13 Kommentare

  1. #1 | Michael Jachan sagt am 3. Juni 2018 um 10:34 Uhr

    So geht Fussball. Manchmal.

    MfG, Euer Ösi 🙂 😀

  2. #2 | ke sagt am 3. Juni 2018 um 12:51 Uhr

    Ich bin schon im Panikmodus :-).

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 3. Juni 2018 um 12:52 Uhr

    Die Fraktion der Anti-Deutschen ist hier einfach zu groß. Das macht so ja keinen Spaß…. 😉 😀

  4. #4 | Bochumer sagt am 3. Juni 2018 um 13:24 Uhr

    Vielleicht ist es ja auch einfach eine Folge der Mafifa-Skandale, dass viele Leute keine Lust auf die Putin-Festspiele haben. Dazu noch der verletzte Schalker im Tor… Nee, nee… Diese WM ist ungefähr so bedeutsam wie die Intertoto-Runde früher.

    Sportlich ist für mich nur interessant, was Robbie Kruse so macht.

  5. #5 | Robin Patzwaldt sagt am 3. Juni 2018 um 13:28 Uhr

    Wenn das bei Russland 2018 schon so ist, dann darf man ja jetzt schon auf auf Katar 2022 gespannt sein. 😉

  6. #6 | Bochumer sagt am 3. Juni 2018 um 13:44 Uhr

    Ich bin mir nicht sicher, ob Kruse 2022 noch spielt.

  7. #7 | Robin Patzwaldt sagt am 3. Juni 2018 um 13:47 Uhr

    Bei dessen Spielstil weiss man ja noch nicht einmal ob er das aktuell wirklich noch tut. Aber lassen wir das 😉

  8. #8 | Arnold Voss sagt am 3. Juni 2018 um 14:59 Uhr

    Ich schaue mir nur noch Spiele an, in denen alle Fussballer garantiert nur für Geld spielen und das für möglichst viel.

  9. #9 | Helmut Junge sagt am 3. Juni 2018 um 14:59 Uhr

    Ich hatte vor 2 Tagen, als es um den Torwart ging geschrieben :
    "Mir ist es diesmal auch egal. Löw ist ein Fußballgenie ohne geeignete Spieler. Kannze nix machen. Ist aber auch nicht wichtig. Andererseits dröhnen die Fernsehanstalten mich jetzt schon voll. Als wenn die wüßten, daß sie nicht viele Gelegenheiten haben werden zu berichten. Wir werden vermutlich intensiv über Formschwächen, Mannschaftsgeist, falschen Zusammenstellung der Mannschaft sowieso, Pech, Schiedsrichterfehler, zu nassem Boden, zu lange, zu kurze Pässe, Zoff usw. ausführlich informiert, aber wenn die Spieler dann wieder im Lande sind, ist der Quatsch dann hoffentlich wirklich vorbei. Ich werde dann vielleicht sagen, daß Löw evtl. doch zu alt geworden ist und nicht mehr mit der Mentalität der jüngeren Spieler klar kommt. Den vertrag hat er ja verlängert, kann also nicht so ohne weiteres Trainer in Dortmund werden. Aber in Schalke wird er die Saison nicht überleben. Muß dann in die USA."
    Das war vor dem Spiel gegen Österreich. Daß Spieler von den eigenen Fans ausgepfiffen werden, konnte ich da noch nicht wissen. Das kommt also noch hinzu.

  10. #10 | Walter Stach sagt am 3. Juni 2018 um 15:33 Uhr

    -8-
    Ja, Arnold, so mache ich das auch, denn in der Regel bieten diese Spieler/diese Spiele Fußball höchster Qualität.

    Ansonsten:
    Während des Spieles habe ich gelesen, und dann und wann 'mal hingesehen. Insofern halte ich mich mit einer Bewertung der fußballerischen Leistungen zurück, vor allem mit Blick auf die "Geeignetheit" der Spieler der DFB-Auswahl für die WM – also für eine Mannschaft, die sich selbst als einen der "ersten Kandidaten" Anwärter" für den WM-Titel einstuft.

  11. #11 | Jupp Schmitz sagt am 3. Juni 2018 um 18:29 Uhr

    Ich war gestern Abend auf der Reeperbahn unterwegs, was wohl sinnvoller war;-)
    Zum Spielverlauf gips daher auch nichts von mir.

    Die Tatsache aber, dass das Spiel fast zwei Stunden später doch noch angepfiffen wurde, spricht Bände:
    Wie neulich schon geschrieben, will Hr. Löw unbedingt Neuer im Tor sehen, also braucht er auf Teufel komm raus ein " Test "- Spiel um die Form zu wahren.
    So was lächerliches, ein Freundschaftsspiel auf einem unbespielbaren Platz. Und wenn sich Özil oder Kroos nun verletzt hätten?

  12. #12 | Walter Stach sagt am 3. Juni 2018 um 19:11 Uhr

    "Mit dem Segen der Kanzlerin"…………
    Da kann doch "irgendwie" nichts mehr schief gehen.

  13. #13 | Kein Wunder, dass viele Deutsche der DFB-Elf ein frühes Scheitern bei der WM wünschen! | Ruhrbarone sagt am 25. Juni 2018 um 11:54 Uhr

    […] Schweden am Samstag war ebenfalls mehr als glücklich. Für einen amtierenden Weltmeister ist das Länderspieljahr 2018 jedenfalls mit zuvor fünf sieglosen Spielen und der Auftaktniederlage gegen Mexiko jedenfalls […]

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