
An diesem Wochenende endet die XXL-Fußball-WM 2026. Wer den WM-Pokal mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich erst noch auf dem Rasen. Der Sieger in einer anderen Disziplin steht dagegen längst fest. Und zwar mit einem Vorsprung, der an die legendären Bayern-Meisterschaften der vergangenen Jahre erinnert.
MagentaTV hat ARD und ZDF in Sachen Berichterstattung regelrecht vorgeführt. Was vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre, ist bei dieser Weltmeisterschaft Realität geworden. Ausgerechnet ein bis vor kurzem noch vergleichsweise unbekannter Bezahlsender zeigt den gebührenfinanzierten Platzhirschen, wie moderne Sportberichterstattung funktioniert. Während sich ARD und ZDF häufig selbst im Weg standen, setzte MagentaTV die Themen, über die anschließend ganz Deutschland sprach.
Magenta machte Fernsehen – ARD und ZDF verwalteten es
Der Unterschied hätte größer kaum sein können. Bei MagentaTV sorgten Jürgen Klopp, Thomas Müller oder Christian Straßburger regelmäßig für Schlagzeilen. Klopps schonungslos offene Analysen wurden diskutiert. Müllers lockere Sprüche polarisierten. Straßburger zerlegte Julian Nagelsmann nach dem deutschen WM-Aus in einer Deutlichkeit, die man im deutschen Fernsehen nur noch selten erlebt. Moderatorin Laura Wontorra legte sich sogar live mit Müller an. Über all diese Szenen wurde tagelang gesprochen.
Natürlich schoss auch Magenta gelegentlich über das Ziel hinaus. Aber genau das gehört zum Geschäft. Fernsehen lebt von Emotionen, Reibung und Meinungen. Wer niemals aneckt, bleibt eben auch selten in Erinnerung.
Und ARD oder ZDF?
Dort schaffte man es allenfalls, wegen einer verschlafenen Eröffnungsfeier oder eines sterilen Studios in die Schlagzeilen zu geraten. Die seit Jahren umstrittene Kommentatorin Claudia Neumann regte die Zuschauer des ZDF auch während dieses Turniers wieder millionenfach mächtig auf. Statt mutiger Analysen gab es dort aber häufig nur gepflegte Langeweile. Statt klarer Kante dominierte die diplomatische Komfortzone.
Die größte Stärke der Öffentlich-Rechtlichen wurde zur größten Schwäche
Man hatte fast den Eindruck, als hätten ARD und ZDF vergessen, dass sie inzwischen Konkurrenz haben. Jahrzehntelang war man bei Weltmeisterschaften praktisch alternativlos. Wer Fußball sehen wollte, schaltete automatisch die Öffentlich-Rechtlichen ein. Innovation war deshalb nie überlebenswichtig. Warum etwas verändern, wenn die Zuschauer ohnehin kommen?
Genau diese Selbstzufriedenheit fiel den Sendern nun auf die Füße.
MagentaTV musste sich jedes einzelne Publikum hart erarbeiten. Also investierte man in prominente Experten, moderne Formate und Menschen, die auch einmal den Mut haben, eine unbequeme Meinung auszusprechen.
ARD und ZDF dagegen wirkten häufig wie Behörden auf Sendung. Alles ordentlich. Alles korrekt. Alles ausgewogen. Vor allem aber: erschreckend vorhersehbar. Wer bloß niemandem auf die Füße treten möchte, tritt am Ende vor allem auf die Bremse.
Gebühren allein reichen eben nicht
Besonders pikant ist die Entwicklung deshalb, weil ARD und ZDF finanziell eigentlich alle Trümpfe in der Hand halten. Jahr für Jahr fließen Milliarden an Rundfunkbeiträgen. An fehlenden Mitteln kann das Ergebnis also kaum gelegen haben.
Trotzdem wirkte vieles erstaunlich ideenlos. Während MagentaTV das Gefühl vermittelte, hier arbeite eine Redaktion mit Lust auf Fußball, entstand bei den Öffentlich-Rechtlichen nicht selten der Eindruck, als würde lediglich der nächste Programmpunkt routiniert abgearbeitet. Das Sofa wurde fast wichtiger als der Fußball selbst. Diskussionen blieben häufig so vorsichtig und farblos, dass man sie fünf Minuten später schon wieder vergessen hatte.
Dabei ist es keineswegs verboten, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auch einmal Klartext zu reden. Genau das erwarten viele Zuschauer inzwischen sogar. Jürgen Klopp hat es einst im ZDF vorgemacht. Jetzt arbeitete er für die private Konkurrenz. Das war von seinen Nachfolgern nicht ansatzweise zu kompensieren.
Ein Warnsignal, das man besser ernst nimmt
Die WM 2026 könnte sich rückblickend als Wendepunkt erweisen. Zum ersten Mal hatte man nicht nur das Gefühl, dass MagentaTV „ganz ordentlich mithält“. Nein, der Sender dominierte die Berichterstattung über weite Strecken des Turniers. Die relevanteren Gespräche fanden dort statt. Die interessanteren Experten saßen dort. Die größeren Aufreger entstanden dort. Und genau deshalb schauten auch viele Fußballfans zuerst auf Magenta – selbst dann, wenn sie die Spiele später bei ARD oder ZDF verfolgten.
Für die Öffentlich-Rechtlichen ist das eine schmerzhafte Niederlage. Nicht, weil sie einmal ein schwächeres Turnier erwischt hätten. Sondern weil sie gegen einen Konkurrenten verloren haben, der ihnen in nahezu jeder Disziplin den Spiegel vorhielt.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieser Weltmeisterschaft: Marktführer bleibt man nicht, weil man es gestern war. Marktführer bleibt nur, wer sich jeden Tag neu beweist.
ARD und ZDF scheinen das über viele Jahre vergessen zu haben. MagentaTV hat sie in diesem Sommer unsanft daran erinnert.
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