Moers Festival: Erste Umarmung mit Publikum

Nils Petter Molvær, Moers2011 Foto: Passagero CC BY-SA 3.0

Innerer Aufruhr wird im klassischen Drama nicht selten in einem Unwetter gespiegelt,
und so mag auch das Sturmtief ausdrücken, was in den Veranstaltern und Liebhabern
des Moers Festivals dieser Tage brodelt. Zum 50. Geburtstag des Pfingstereignisses
haben Festivalleiter Tim Isfort und sein Team es auf dem letzten Drücker geschafft, dass
erstmals nach monatelangem Ausnahmezustand in NRW wieder Konzerte vor Publikum
stattfinden. Genau genommen fünf Konzerte an drei Abenden mit jeweils maximal 500
Besuchern. Sie finden im Freizeitpark Moers statt, unter freiem Himmel, und das war
auch das Hintertürchen heraus aus dem Corona-Hamsterrad. Der Ticketverkauf läuft
dem Vernehmen nach stockend. Sind die Fans wetterscheu oder können sie es nicht
glauben? Am Programm kann es nämlich nicht liegen. Namen wie Brad Mehldau, David
Murray, John Scofield und Fred Frith sprechen für sich. Das Gros der 36 Acts mit gut 300
Musikern wird auf Arte Concert gestreamt. „Analoges Online-Festival nennt Isfort diese
Form, für die beim Moers Festival schon im Vorjahr Erfahrungen gesammelt wurden.
Musiker werden als systemrelevant respektiert, sie reisen aus aller Herren Länder an
und schenken uns ihre künstlerischen Abenteuer. Sie zeigen sich – wenn auch ohne
Publikum. „Alles außer Mainstream“ verspricht Tim Isfort. Und ich verspreche Offenheit
und Neugier, weil ich weiß, dass ich seit vielen Jahren von jedem Moers Festival etwas
Wesentliches mitnahm.
Das Gesamtprogramm findet sich hier:

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