
Cansın Köktürk hat einen neuen Klassenfeind entdeckt: die Geschäftsordnung des deutschen Bundestags. Auf Instagram erklärt die Linken-Abgeordnete, sie lasse sich von „kapitalistischen Geldstrafenandrohungen“ nicht einschüchtern. Andere bekommen einen Ordnungsruf. Bei Köktürk beginnt die Revolution.
Bei Köktürk drängt sich die Provokation regelmäßig vor die Sachpolitik, obwohl sie auch sozialpolitische Anträge mit einbringt. Schon ihr Posieren mit einer Kuffiyeh im Bundestag veranlasste die Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar/Mannheim im März 2025 zu einer Entschuldigungsforderung.
Pöbeln auf Staatskosten
Am 11. September 2026 unterbrach sie den AfD-Abgeordneten René Springer mit Zwischenrufen.
René Springer sprach in der Haushaltsdebatte über den Etat für Arbeit und Soziales. Er kündigte an, die Grundsicherung solle vorrangig Deutschen zugutekommen. Bei ausreisepflichtigen Ausländern, die per Haftbefehl gesucht würden, sollten im Jobcenter die Handschellen klicken. An diesen Aussagen entzündete sich Köktürks Protest: Sie bezeichnete sie als „rassistische Scheiße“.
Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz, die zu dem Vorfall auf Instagram Stellung genommen hat, kassierte von ihr den Vorwurf: „Jetzt schützen Sie die Faschisten!“ Köktürk erhielt zwei Ordnungsrufe. Inzwischen wurde gegen sie ein Ordnungsgeld von 2.000 Euro verhängt, weil sie innerhalb von drei Sitzungswochen dreimal zur Ordnung gerufen worden war.
Der vollständige Wortlaut ihres Instagram-Beitrags vom 11. September 2026:
Ich wehre mich gegen die Normalisierung rassistischer und menschenfeindlicher Inhalte der AfD im deutschen Parlament. Mich kann niemand mit kapitalistischen Geldstrafenandrohungen einschüchtern oder mundtot machen. Es ist meine Verantwortung als Abgeordnete, aufzustehen. Es reicht.
Den Auftritt vermarktet sie auf Instagram als Widerstand. Schon im September 2025 wurden Köktürk, Lisa Schubert und weitere Kampfgenossen der Partei Die Linke aus dem Plenarsaal verwiesen. Für ihre Inszenierung mit einer Palästina-Fahne hatten sie das Parlament kurzerhand zur Fotokulisse degradiert.
Die Bühne finanziert der Steuerzahler üppig: Für ihr Mandat erhält Köktürk wie andere Bundestagsabgeordnete monatlich 11.833,47 Euro steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung. Da könnte man gelegentlich auch parlamentarische Arbeit ohne Instagram-Heldenpose erwarten.
Wenn das Geld auf dem eigenen Konto landet, heißt es Diät. Soll etwas zurück, ist es Kapitalismus.
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Die kann doch keine echte Sozialistin sein, sie wird ja von Kapitalisten bezahlt.
Weiß ja nich, so als Hobyy-Philologe: Abegordnetenentschädigung – was ist das für ein Wortungetüm als solches? Entschädigung? Welcher Schaden ist dem dem BT-Abg. entstanden? Das Verhalten dieser Dame da entspr. dem Schizo-Wesenskern der Linken: von dem System wohlfeil proftieren, als vom Profitsystem, das man aber eigentlich abzuschaffen gedenkt. Sowieso, verstehe ich die Kritik der polit Ökonomie vom Bärtigen richtig: am Ende soll’s ne Gesellschaft sein, jener Verein freier Menschen, die freie Assoziation, um in ihr »heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden«, und das alles ohne Kohle, Marie, Moos, Knete, wat weiß ich. Mit diesem Marx-Zitat ist der ganze Nicht-Identitäts-BS von Adorno resp. Hegel nebst Marx und all den Gegenwartskommunisten (ca ira, sans phrase blablaballerballer) pointiert extrahiert: Alles tun, mal so, mal anders, vollendete Unverbindlichkeitswahn, alles für lau – die Arbeit macht der Nützliche Idiot –, Vollkasko, Radikalsubjektivismus, mit dem das philosophische Ideal von »Sein ohne Herrschaft und Bewußtsein ohne Begriff« (Adorno) verwirklicht ist, um »das Intentionslose durch den Begriff einzuholen«, das alle Menschen dazu nötigt, »dialektisch zugleich und undialektisch zu denken«.
Verstanden? Ich auch nicht. Und Madame Koktürk sicher ebenso nicht. Egal, die hat ja genuch Kohle, die €2.000 kratzt die nicht… all das Kommunismus-Sozialismus-Soziale-Endgerechtigkeit ist ein nicht totzukriegender Wahn in den Köpfen von Menschen immer und immer wieder – und führt immer und immer wieder ins absl. Gegenteil: Gulag.
[…] demonstrative Lautstärke erinnert an Cansın Köktürks jüngsten Auftritt im Bundestag. Für eine Bewerbung um das Rote Rathaus wäre etwas mehr Coolness durchaus […]