Rheinmetall entwaffnen, Israel dämonisieren: MdB Lisa „Lizzy“ Schubert (Die Linke) trommelt für die Kölner Aktionswoche

Lisa „Lizzy“ Schubert mit verschränkten Armen in orangefarbenem Blazer vor dunkelgrauem Hintergrund.
Lisa „Lizzy“ Schubert. Foto: Dettenerin / Wikimedia Commons (über Wikipedia), CC BY-SA 4.0. KI-gestützt restauriert, vergrößert und zum Breitformat erweitert; Bearbeitung: Ruhrbarone

Bei Lisa „Lizzy“ Schubert ist die Welt angenehm übersichtlich: Rheinmetall böse, „Entwaffnen“ gut, alle auf die Straße. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete der Linken wirbt aktuell für das Kölner Camp von „Rheinmetall Entwaffnen“. Israel erwähnt sie dabei nicht. Das übernimmt das von ihr beworbene Bündnis.

„Rheinmetall muss entwaffnet werden“, steht auf der roten Instagram-Kachel, die Schubert am 1. September 2026 veröffentlichte. Dazu schreibt sie: „JETZT IMMER FÜR IMMER“ und fordert ihre Follower auf, das Camp am Kölner Fernsehturm zu unterstützen. Für die Abschlussdemonstration am Samstag kündigt sie an: „Wir sehen uns diesen Samstag in Köln auf der Straße!!“

Instagram-Beitrag der Linken-Bundestagsabgeordneten Lizzy Schubert mit der Forderung: Rheinmetall muss entwaffnet werden.
Lisa „Lizzy“ Schubert wirbt am 1. September 2026 für das Kölner Camp von „Rheinmetall Entwaffnen“. (Screenshot: Instagram)

Der Israel-Teil steht im Kleingedruckten der Bewegung

In Schuberts Beitrag kommen Israel, Gaza und Palästina nicht vor. Wer nur ihre beiden Kacheln betrachtet, könnte das Camp für ein etwas schrill beworbenes Friedensseminar der üblichen russlandfreundlichen Irren. halten. Ein Blick in den offiziellen Aufruf zerstört diese Illusion zuverlässig.

Dort verbinden die Organisatoren ihre Mobilisierung ausdrücklich mit dem von ihnen so dargestellten Angriff der USA und Israels auf den Iran und dem Krieg in Gaza. Sie sprechen dabei vom fortdauernden „Genozid in Palästina“. Das ist ihre politische und rechtliche Einordnung – keine neutrale Tatsachenfeststellung und auch kein wörtliches Zitat Schuberts.

Ausschnitt aus dem Aufruf 2026 von Rheinmetall Entwaffnen mit Aussagen zu Israel, Iran und Palästina.
Im offiziellen Aufruf verbindet „Rheinmetall Entwaffnen“ die Mobilisierung mit Israel, Iran und dem von den Organisatoren so bezeichneten „Genozid in Palästina“. (Screenshot: Rheinmetall Entwaffnen)

Noch eindeutiger wird das Camp-Programm. Für Freitag ist ein Workshop unter dem Titel „Von unten gegen die Staatsräson“ angekündigt. In der Beschreibung werden Israel „Apartheid“ und „Genozid“ zugeschrieben. Außerdem geht es um deutsche Waffenlieferungen an Israel, Kampagnen gegen Unternehmen und ausdrücklich um den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems.

Das Bündnis nennt das einen „Input“. Man könnte es auch ideologische Vollverpflegung nennen: Wer wegen Rheinmetall kommt, bekommt die Dämonisierung Israels gleich mitserviert.

Camp-Workshop von Rheinmetall Entwaffnen zu Palästina, deutschen Waffenlieferungen an Israel und Elbit Systems.
Ein eigener Camp-Workshop behandelt Palästina, deutsche Waffenlieferungen an Israel und den israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems. (Screenshot: Camp-Programm)

Keine neue Bekanntschaft

Schuberts Verbindung zu „Rheinmetall Entwaffnen“ ist nicht neu. Im vergangenen Jahr war sie nach eigener Darstellung während der gesamten Kölner Demonstration als parlamentarische Beobachterin anwesend. In ihrem Bericht erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Polizei, bezeichnete die Aktivisten als „Friedensbewegung“ und erklärte deren Protest zum Ausdruck der „Angst dieses Systems“ vor einer wachsenden Bewegung. Die einzelnen Vorwürfe sind Schuberts Darstellung; ihre politische Parteinahme für die Bewegung ist dagegen kaum zu übersehen.

Auch die Verbindung zwischen Antimilitarismus und Gaza muss man Schubert nicht mühsam unterstellen. Auf ihrer eigenen Presseseite zitiert sie als politische Schwerpunkte ihre antimilitaristische Haltung und das Anliegen, auf den von ihr so bezeichneten „Genozid in Gaza“ aufmerksam zu machen.

Schützenpanzer Puma (Foto: Peter Ansmann)
Erfolgsprodukt von Rheinmetall: Schützenpanzer Puma, 2025 in Regen/Bayern (Foto: Peter Ansmann)

Bei Israel fiel Schubert bereits früher auf

Im Oktober 2025 berichteten die Ruhrbarone über den Auftritt des israelischen Publizisten Arye Sharuz Shalicar in Düsseldorf. Schubert hatte zuvor einen Aufruf zur Protestkundgebung geteilt. Belegt ist damit das Teilen des Aufrufs – nicht ihre Anwesenheit und nicht ihre Beteiligung an der späteren Störung der Veranstaltung.

Im Juni 2026 warf die Jüdische Gemeinde Düsseldorf Schubert und der Aktivistin Larissa Swoboda vor, mit Falschinformationen Ressentiments gegen Juden und Israelis zu schüren.

Und erst im August dokumentierten die Ruhrbarone, wie die offizielle BAG Palästinasolidarität der Linken „Free Palestine“ mit dem Kampf gegen die NATO verband und für Aktionstage mit „Rheinmetall Entwaffnen“ warb. Das Bündnis kündigte für Hamburg ausdrücklich an: „Wir sabotieren!“ Daraus folgt nicht, dass Schubert selbst eine Sabotageaktion unterstützt oder plant. Ihr aktueller Aufruf bezieht sich auf das Kölner Camp und dessen Abschlussdemonstration.

Die Kachel schweigt, das Camp spricht

Es wäre falsch, Schubert jede Aussage und jede Aktionsform des Bündnisses persönlich zuzuschreiben.

Richtig ist aber: Eine Bundestagsabgeordnete mobilisiert ihre Follower nicht für ein politisches Vakuum.

Sie schickt sie zu einer Veranstaltung mit einem offiziellen Aufruf und einem veröffentlichten Programm.

Schuberts rote Instagram-Kachel hält Israel sauber aus dem Bild.

Das von ihr beworbene Camp erledigt den Rest.

 


Weitere Beiträge im Blog zum Thema Die Linke, Israel und Antisemitismus:

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Autorenseite: Peter Ansmann
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