Vom „Weltklassespieler“ in die Schweineliga: Das Mahnmal Max Meyer

Max Meyer im Jahre 2015 im Schalke-Trikot. Quelle: Wikipedia, Lizenz: CC BY 2.0 , Foto: Daniel Kraski

Man kann den Wechsel von Max Meyer zu Rot-Weiß Oberhausen natürlich als Fußball-Romantik verkaufen, wie es gerade einige Medien versuchen. Als die rührende Geschichte des verlorenen Sohnes, der nach einer Odyssee durch Europa heimkehrt, um verletzungsbedingt etwas kürzerzutreten, die Familie zu priorisieren und nebenbei den Trainerschein zu machen.

Man kann die Lupe aber auch umdrehen. Dann blickt man nicht auf ein Fußball-Märchen, sondern auf eine knallharte sportliche Tragödie und ein bitteres Mahnmal für eine völlig fehlgeleitete Karriereplanung.

Machen wir uns nichts vor: Max Meyer ist gerade einmal 30 Jahre alt. In diesem Alter befindet sich ein zentraler Mittelfeldspieler im Normalfall im Zenit seines Schaffens. Stattdessen schlägt das einstige Jahrhunderttalent der Schalker „Knappenschmiede“, das 2015 noch Real Madrid im Estadio Santiago Bernabéu schwindelig spielte, nun in der vierten Liga auf. Regionalliga West. Die Liga, die im Pott nicht grundlos als die „Schweineliga“ gefürchtet ist, weil man aus diesem sportlichen Amateursumpf kaum wieder herausfindet.

Der Wendepunkt dieser Karriere ist untrennbar mit einem Wort verknüpft: „Weltklasse“. Als Meyers damaliger Berater Roger Wittmann im Jahr 2018 dieses Label wählte, um Schalke 04 bei den Vertragsverhandlungen zu einem Top-Amgebot für seinen Schützling zu bewegen, schien die Realität komplett verloren gegangen zu sein. Meyer schlug das Millionenangebot der Königsblauen aus, im festen Glauben, die europäischen Spitzenklubs würden Schlange stehen. Ein kolossaler Irrtum.

Was folgte, war keine Weltkarriere, sondern die chronische Flucht vor den eigenen Erwartungen. Weder bei Crystal Palace, noch beim 1. FC Köln oder Fenerbahçe Istanbul konnte er dauerhaft Fuß fassen. Zuletzt kickte er auf Zypern bei APOEL Nikosia. Mit jedem Vereinswechsel sank das sportliche Niveau, schwand das Scheinwerferlicht und wuchs der Spott der Öffentlichkeit.

Der Fall Max Meyer zeigt schmerzhaft, was passiert, wenn Gier und maßlose Selbstüberschätzung ein riesiges Talent ersticken. Anstatt auf Schalke zur Vereinslegende zu reifen, wurde er zum Wandervogel ohne Kompass. Der Wechsel nach Oberhausen ist kein freiwilliger Schritt zurück zu den Wurzeln – er ist das endgültige Eingeständnis des Scheiterns im Profifußball.

Schade um eine einst traumhafte Karriere und wahrlich kein Fußballmärchen!

Autorenseite: Robin Patzwaldt
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Alf
Gast
Alf
10 Tage vor

Ziel ist es vom RWO, in die dritte Liga aufzusteigen. Entsprechend suchen sie auch nach Verstärkung, damit dieser Weg als Meister dann auch gelingt.

Abgesehen davon, die Liga ist gar nicht so schlecht. Neben den RWO spielen auch der WSV und der Bonner SC, so wie die zweite Mannschaft von Schalke und Dortmund, in der Liga

Alf
Gast
Alf
10 Tage vor

Robin Platzwaldt, ob Max Meyer schon Weltklasse war, das bezweifle ich. Sicher war er einer der Talentiertesten deutschen Nachwuchsspieler. Sicher hätte länger bei Schalke spielen sollen, doch Berater Verdienen erst richtig, wenn sie ständig die Spieler an neue Vereine vermitteln.

Wenn man sich aber insgesamt die Spieler der vierten und der dritten Liga anschaut, findet man doch sehr viele U17, U19, und U21 Nationalspieler, die den Weg nicht bis in die erste Liga geschafft haben. So wie beim MSV Duisburg.
Dabei sind es ja auch sehr talentierte Fußballspieler, doch die weltweite Konkurrenz, die in der ersten Liga spielen kann, ist einfach zu groß.

Michael
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Michael
7 Tage vor

Letztlich kann man es als „Scheitern“ beurteilen. Aber das ist auch Schnee von Gestern. Fakt ist und bleibt, dass Max Meyer ein Fußballer mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten ist. Fakt ist auch, dass Max Meyer nicht mehr darauf angewiesen ist, durch die Fußballwelt zu tingeln, um hier oder da noch ein paar Euro abzugreifen. Vielleicht ist es sogar eine weise Enrscheidung, sich auf die Familie, die Heimat und ein gutes Leben zu konzentrieren und der Scheinwelt den Rücken zu kehren. Es gibt viele Stars mit einer grandiosen Karriere, die leider nie den Weg in die Normalität gefunden haben und heute als Experten oder im Dschungelcamp auftreten. Ich wünsche ihm viel Glück in seinem neuen Leben

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