
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat antisemitische Anfeindungen gegen israelische Teilnehmer und jüdische Kinder bei einem Fußballturnier zum Gedenken an Ilan Fiorentino scharf kritisiert. Fiorentino war am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen ermordet worden.
Nach Angaben der Gemeinde wurden vor dem Stadion jüdische Kinder und Jugendliche von Demonstranten unter anderem als „zukünftige Kindermörder“ beschimpft. „Wer jüdische Kinder aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Verbundenheit mit Israel kollektiv verurteilt und diffamiert, überschreitet eine rote Linie“, erklärte die Gemeinde am Dienstag.
An dem Turnier hatten auch zwei israelische Mannschaften teilgenommen. Die Gemeinde wirft den Demonstranten vor, Kinder zu stigmatisieren und kollektiv für politische Konflikte verantwortlich zu machen.
Kritik übte die Gemeinde zudem an der Aktivistin Larissa Swoboda sowie an der Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Lisa Schubert (Die Linke). Beide würden durch die Verbreitung von Falschinformationen dazu beitragen, Ressentiments gegen Juden und Israelis zu schüren. „Worte haben Konsequenzen“, heißt es in der Stellungnahme.
Nach Darstellung der Gemeinde kam es außerdem zu Protesten vor einem Düsseldorfer Hotel, nachdem in der pro-palästinensischen Szene bekannt geworden sei, dass dort eine israelische Gruppe untergebracht war. Die israelischen Gäste seien dort antisemitischen Beschimpfungen ausgesetzt gewesen. Das Hotel habe sich jedoch nicht einschüchtern lassen und die Sicherheit der Gäste gewährleistet.
Die Gemeinde fordert von demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Akteuren eine klare Abgrenzung gegenüber Antisemitismus. „Die Sicherheit und Würde von Jüdinnen und Juden sind nicht verhandelbar“, erklärte sie. Jüdisches Leben gehöre zu Düsseldorf, israelische Gäste seien willkommen.