Teilnehmer wegen Regenbogenflagge mit Davidstern von „Pride Bonn“ ausgeschlossen

Pride Bonn Foto: Privat


Bei der heutigen Demonstration „Pride Bonn“ ist ein Teilnehmer nach Angaben der Beteiligten wegen einer Regenbogenflagge mit Davidstern von der Versammlung ausgeschlossen worden. Der Vorfall wirft Fragen zum Umgang der Veranstalter und der Polizei mit jüdischen Symbolen auf.

Nach Beginn der Demonstration wurde der Teilnehmer von der Versammlungsleitung aufgefordert, seine Regenbogenflagge mit Davidstern einzurollen. Zur Begründung hieß es zunächst, auf der Demonstration seien keine Nationalflaggen erwünscht.

Der Teilnehmer wies darauf hin, dass es sich nicht um die Flagge eines Staates handele, sondern um eine Regenbogenflagge mit dem Davidstern als Symbol jüdischer Identität und Solidarität mit queeren Jüdinnen und Juden. Daraufhin wurde die Begründung geändert. Nun hieß es, religiöse Symbole seien auf der Demonstration ebenfalls nicht erwünscht.

Auch diesem Einwand widersprach der Teilnehmer. Der Davidstern sei kein religiöses Symbol wie etwa die Menora, sondern ein Symbol des jüdischen Volkes. Die Versammlungsleitung beendete die Diskussion und zog die Polizei hinzu.

Nach Angaben des Betroffenen wurde ihm von der Polizei schließlich mitgeteilt, dass seine Flagge provoziere und die Sicherheit der Demonstration gefährde. Er erhielt einen Platzverweis beziehungsweise wurde von der Demonstration ausgeschlossen. Ihm wurde angeboten, ohne die Flagge an der Demonstration teilzunehmen. Dieses Angebot lehnte er ab und verließ die Veranstaltung.

Kritisch bewertet der Betroffene insbesondere, dass aus seiner Sicht nicht mögliche Störer, sondern das offene Zeigen eines jüdischen Symbols als Sicherheitsproblem behandelt wurde. Er spricht von einer Täter-Opfer-Umkehr und sieht darin ein Beispiel für den Umgang mit jüdischen Symbolen im öffentlichen Raum.

Für zusätzliche Kritik sorgt ein Beitrag des offiziellen Instagram-Accounts des „Pride Bonn“, auf dem eine palästinensische Flagge zu sehen ist. Nach Auffassung des Betroffenen stellt dies die Begründung infrage, auf der Demonstration seien grundsätzlich keine Nationalflaggen erwünscht.

Screenshot Pride Bonn

Der Vorfall wirft aus Sicht des Betroffenen die Frage auf, ob jüdische Symbole auf einer Veranstaltung, die sich Vielfalt und Toleranz auf die Fahnen schreibt, tatsächlich den gleichen Schutz und die gleiche Akzeptanz erfahren wie andere Ausdrucksformen.

Der Betroffene kritisiert sowohl das Vorgehen der Versammlungsleitung als auch das Einschreiten der Polizei. Aufgabe der Polizei sei es, Versammlungen vor Störungen zu schützen, nicht aber Teilnehmer wegen des Zeigens eines jüdischen Symbols auszuschließen. Angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland sieht er in dem Vorfall ein weiteres alarmierendes Signal für den Umgang mit jüdischem Leben im öffentlichen Raum.

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thomas weigle
thomas weigle
23 Tage vor

Das passt dazu, was ich hier im ostwestfälischen Halle erlebt habe. Ich habe, ich erwähnte das schon einmal hier, der Stadtbücherei angeboten, ihr für zunächst ein Jahr ein Abo der JÜDISCHEN ALLGEMEINE zu spenden. Innerhalb sehr kurzer Zeit wies die Stadtverwaltung das Angebot ohne Angaben von Gründen zurück. Eine Anfrage an den Chef dieser Verwaltung ,Tappe, blieb unbeantwortet. Auch den beiden Zeitungen vor Ort war dies keine Nachfragewert. Dann wandte ich mich an CDU und SPD, ebenfalls keine Antwort. Ich nenne das PASSIVEN ANTISEMITISMUS und halte den für ziemlich gefährlich. Zwar stellt sich der Bürgermeister Tappe gerne bei der jährlichen Gedenkfeier zweier Haller Schulen am 27.Januar für das obligatorische Foto in die erste Reihe und rhetorisch ist man natürlich auf Seiten der jüdischen Bevölkerung und gegen jeden Antisemitismus…

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[…] Senat unter Verschluss gehalten. Ganz versteckt kann man die Ergebnisse dennoch einsehen.– Bonn: Bei der „Pride Bonn“ wurde ein Teilnehmer ausgeschlossen, weil seine Regenbogen-Flagge einen […]

H.Kluth
Gast
H.Kluth
21 Tage vor

Sehr geehrte Leser, sehr geehrter Autor,

vielen Dank dass Sie einen Artikel über die Veranstaltung machen, ich war auch selber dabei und habe einige Dinge anzumerken.
Wie auf der Website der Bonner Pride nachzulesen ist, bestand auf der gesamten Veranstaltung ein generelles Verbot, spezifisch gegen religiöse Symbole auf großen Flaggen (https://pridebonn.org/aktuelles/) . Sehr gut auf den Bildern des Artikel ist zu sehen, dass die Flagge mit dem Davidsstern unter dieses Verbot fällt, das kleine Pappschild mit dem Palästine-Sticker auf der Rückseite hingegen nicht. Entsprechend hätte die Person, um die es im Artikel geht, durchaus die Möglichkeit gehabt, sichtbar einen Davidstern zu tragen, sofern sie sich an die allgemeinen Demo-Regeln gehalten hätte. Nach dem die Verletzung der vorab kommunizierten Regeln der Orga gemeldet wurde, hat man die Person dazu aufgefordert, die Flagge herunter zu nehmen. Sie verlangte daraufhin mit der Polizei zu sprechen, welche sie ebenfalls aufgefordert hat, die Flagge runter zu nehmen. Es wurde explizit gesagt, dass die Person weiter an der Demo teilnehmen kann, sofern die Flagge runtergenommen wird, wie es die Demo-Regeln verlangen. Daraufhin hat besagte Person ein Video im Internet gepostet, in dem sie transphobe und homophobe Aussagen tätigt, und queere Aktivisten mit Nationalsozialisten vergleicht, und behauptet, dass diese vor knapp hundert Jahren zusammen in ihren Regenbogen flaggen mit den Nazis gestanden hätten. (https://www.instagram.com/reels/Da7qfonIt4Z/)
Es sei darüber informiert, dass ein Bericht des WDR aufgrund eines polizeilichen Statements zur Situation zurückgenommen worden ist. Möglicherweise ist es eine gute Idee das Gleiche zu tun, oder die Falschinformationen des obigen Artikels zu korrigieren.

Ralph Weber
Gast
Ralph Weber
18 Tage vor

Das Problem ist nur: der Davidstern ist KEIN religiöses Symbol. Sondern ein weltweit verbreitetes jüdisches Symbol für das Judentum. Und wie wir wissen, gibt es auch sehr viele säkulare Juden. Eine Minderheitengruppe grenzt eine andere aus, DAS ist tatsächlich neu. Und: durch diese Ausgrenzung macht ihr Juden weltweit für Politik des Staates Israel verantwortlich. Ihr nehmt ALLE Juden, alles Jüdische in Haftung. Allein das schon ist ein typischer NAZI-Move. Der junge Mann ist vermutlich weder israelischer Staatsbürger noch durfte er dort jemals wählen. Ihm wird ein Grundrecht ALS JUDE abgesprochen, nicht als sonstwer.Und wenn ihr „Angst habt“ bei dem Vorzeigen dieser Symbole: vor wem denn bitte? DAS müsst ihr beantworten, und diskriminiert erst mal diejenigen, die euch, anderen, jene Angst verursachen.

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[…] wegen einer Regenbogenfahne mit einem Davidstern von der Veranstaltung ausgeschlossen wurde. Ruhrbarone berichtete. Etwas ähnliches hat sich auch in Berlin […]

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