Kurdische Gemeinde kritisiert Ehrung von Bekir Sipahi durch die Stadt Duisburg


Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) hat die Ehrung des Duisburger Kommunalpolitikers Bekir Sipahi durch die Stadt Duisburg scharf kritisiert. In einer Stellungnahme zeigte sich die Organisation „fassungslos“ über die Auszeichnung.

Die KGD verweist darauf, dass Sipahi seit Jahren wegen seiner Haltung zum Völkermord an den Armeniern in der Kritik stehe. Die Ehrung einer Person, die mit der Leugnung des Genozids in Verbindung gebracht werde, sende ein falsches Signal und verletze das historische Bewusstsein sowie die Würde der Opfer und ihrer Nachfahren.

Besonders verweist die Kurdische Gemeinde auf eine Äußerung Sipahis aus dem Jahr 2016. Nachdem der heutige baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir im Bundestag die Resolution zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern unterstützt hatte, schrieb Sipahi nach Angaben der KGD: „Ob das Totengebet für den Verräter Cem Özdemir verrichtet wird? Ihn sollte man demnächst auf dem Hundefriedhof von Berlin begraben.“

Die KGD bezeichnet diese Äußerung als unvereinbar mit den Grundwerten einer demokratischen und respektvollen Debattenkultur. Dass ein Politiker wegen seines Einsatzes für die Anerkennung eines historischen Genozids derart diffamiert werde, sei nicht akzeptabel.

Öffentliche Auszeichnungen sollten nach Auffassung der Kurdischen Gemeinde Menschen vorbehalten sein, die für Demokratie, Menschenrechte, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt stünden. Die Ehrung einer Person, die mit genozidleugnenden Positionen und entsprechenden Äußerungen in Verbindung gebracht werde, werfe deshalb Fragen nach den Maßstäben öffentlicher Auszeichnungen auf.

Die Organisation fordert von der Stadt Duisburg eine transparente Erklärung, wie die Entscheidung zur Ehrung zustande gekommen sei. Zudem solle geprüft werden, ob die öffentlichen Äußerungen und Positionierungen Sipahis bei der Entscheidung ausreichend berücksichtigt worden seien.

Die Stadt Duisburg hat sich zu den Vorwürfen der Kurdischen Gemeinde bislang nicht geäußert.

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