Flüchten ohne Inge

Samstag habe ich etwas gelernt: Man soll nicht mehr Flüchtlinge sagen, sondern Flüchtende. Der Grund für diese Sprachregelung klingt für mich diskriminierend und sexistisch.

Am Samstag machte ich mal wieder einen Fehler, und das ganz ohne ihn zu wollen: ich sprach von Flüchtlingen. Mein Gesprächspartner schüttelte freundlich und voller Nachsicht mit dem Kopf: „Das heißt nicht mehr Flüchtlinge sondern Flüchtende.“ In Flüchtlinge stecke die Endung „inge“ und das würde zu niedlich klingen.

Das ist, kurz gesagt, eine Unverschämtheit. Ich habe zwar in meinem ganzen Bekanntenkreis keine Inge, sondern nur eine Ingeborg, und das ist auch nur ihr Künstlername, aber pauschal alle Inges als niedlich abzutun ist diskriminierend und sexistisch. Nicht dass es nicht Unmengen von niedlichen Inges da draussen gibt, die bei jedem Mann, der sie sieht, für das sofortige Aussetzen der Atmung sorgen könnten, aber selbst mir ist das zu pauschal: Was ist mit den ganzen Inges in den Schießsportvereinen, den Kugelstoßerinnen,  denen mit großen tätowierten Teufelsmasken mit grünen Augen auf dem Rücken? Alle niedlich? Klar, Schönheit und Niedlichkeit liegen im Auge des Betrachters, aber niedlich hat was mit dem Kindchenschema zu tun, dem auch Erwachsene unterliegen können, und das passt ja nicht auf große Teufeltattoos.

Die Hüter der Sprache sind bei dieser Regelung auf Kosten vieler Inges weit über das Ziel hinaus geschossen…

 

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60 solidarisieren sich mit Juden

Nach zwei antisemitischen Überfällen in den letzten Tagen fand gestern unter dem Motto „Hände weg von unseren jüdischen Freunden“ eine Demonstration in Köln statt. Vom Hauptbahnhof ging es durch die Kölner Innenstadt zur Synagoge am Rathenauplatz. Die 60 Teilnehmer der Demonstration waren aus ganz Nordrhein-Westfalen angereist: In einem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern, in einer Stadt, in der über einer Million Menschen leben, kommen keine 100 zusammen, um gegen antisemitische Gewalt zu demonstrieren. Viele Freunde, das wurde leider deutlich, haben Juden  auch 2012 in Deutschland nicht.

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Bettina Wulff, PR und die Ehre

Der Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina Wulff auf dem Pariser Platz in Berlin Foto: Franz Richter (User:FRZ) Lizenz: CC

Auch wir bekamen auf dem Höhepunkt der Affäre um den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff Fotos zugeschickt, auf  denen angeblich seine Frau als Prostituierte zu sehen war.  Wir haben die Bilder nicht verwendet. Ob Bettina Wulff anschaffen gegangen ist oder nicht war mir egal, Prostitution ist in Deutschland legal und was legal ist kann man niemanden vorwerfen. Davon ab hatte Bettina Wulff keine offizielle Funktion – sie war prominent, aber nicht wichtig. Und die Quellen von denen wir das Material bekamen – katholische Spinner – waren auch nicht gerade glaubwürdig.

Das andere Medien diese Geschichte aufgegriffen haben, fand ich geschmacklos, aber so ist die Welt nun einmal. Wer sich in das Licht der Öffentlichkeit begibt und bewusst sein Privatleben zu seinem Vorteil versucht zu vermarkten, muss mit so etwas rechnen: Bettina Wulff war PR-Frau, sie kennt das Geschäft.

Nun klagt sie. Die Süddeutsche dazu:

Am Freitag hat die 38-Jährige Klagen beim Hamburger Landgericht gegen den Fernsehmoderator Günther Jauchund gegen den Google-Konzern eingereicht.

Es geht um Berichte um ihre angebliche Tätigkeit als Prostituierte, sie hat schon früher geklagt und mittlerweile eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass sie nie als Prostituierte gearbeitet hat.  Ihr Anwalt  ist Gernot Lehr, der bereits ihren Mann vertrat und von dem wir auch schon im Auftrag von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) Post bekamen.  Aber das Jauch und Google nun verklagt werden, weil Jauch einen Artikel zitiert hat, in dem über die angebliche Vergangenheit von Wulff berichtet wurde und Google dafür sorgen soll, das durch die Autocomplete-Funktion keine Begriffe wie „Rotlicht“ mehr auftauchen, ist peinlich. Die Geschichte ist in der Welt, sie wurde diskutiert und ist Teil der Pressegeschichte Deutschlands. Bettina Wulff ist eine Person des öffentlichen Interesses und auch unwahre Geschichten kursieren über solche Menschen. Im besten Fall ist es harmloser Quatsch, manchmal auch nicht. Es ist in Ordnung Medien zu verklagen, die behaupten, Wulff wäre Prostituierte gewesen und es dann nicht beweisen können. So etwas macht man nicht und wenn man dann Ärger bekommt, bekommt man ihn zu Recht. Aber wenn solche Gerüchte kursieren, muss es möglich sein darüber zu berichten – natürlich müssen die Betroffenen die Gelegenheit bekommen, sich zu äussern, aber das war es dann auch schon.

Die Klage von Wulff  geht zu weit. Sie könnte dazu führen, das Berichterstattung künftig massiv eingeschränkt wird und das mit Google eine Informationsmöglichkeit künftig nicht mehr nutzbar sein wird.

Der Spiegel berichtet,  es geht Bettina Wulff um die Wiederherstellung ihrer Reputation. Mag sein.

In diesem Monat kommt auch ihr Buch heraus. Bettina Wulff war PR-Frau. Ich bin der Meinung, dass die Klage zum jetzigen Zeitpunkt kein Zufall ist, sondern zumindest zum großen Teil mit der Vermarktung des Buches zu tun hat.

 

Der Ruhrpilot

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Judith Butler und Lorettas Recht auf ein Kind

Lange bevor Judith Butler  als Literaturwissenschaftlerin und Gender-Expertin zu Weltruhm kam, hatte sie schon eine starke Wirkung auf die Popkultur. In dem Dokumentarfilm „Das Leben des Brian“ (GB 1979) vertrat Butler einige ihre Thesen in der  Nebenrolle der  Judith Ischariot. Der Film änderte  den Blick auf das Christen- und Judentum, die Rolle der „Geschlechter“, der Bedeutung Ausserirdischer auf die Antike und den Umgang mit Konflikten innerhalb der linken Szene. Nicht ganz typisch für die Zeit war sein überaus optimistisches Ende, das auch die Angst vor dem Tod als gesellschaftliches Konstrukt entlarvte, dem man mit einer gewissen Lässigkeit entgegentreten kann.