Update IV: Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze – SPD/Innenminister Jäger reagiert

Logo eines Flugblatts, dass auf der Site der Duisburger Linkspartei zum Download angeboten wird.

Die Linkspartei in Duisburg gehört zu den antisemitischsten Kreisverbänden der Partei in Deutschland.   Ein Flugblatt, in dem Hakenkreuz und Davidstern zusammenwachsen zeigt die Erbärmlichkeit der Partei. Einen Link zu einer Seite auf der man Hitlers „Mein Kampf“ runterladen kann komplettierte das Hetzangebot. Ich habe Strafanzeige erstattet. Die Linkspartei hat den Link entfernt. Die SPD Duisburg hat durch ihren Vorsitzenden, NRW-Innenminister Jäger, reagiert.

Die Linkspartei in Duisburg ist eine Brutstsätte des Antisemitismus: Der Fraktionsvorsitzende Hermann Dierkes ruft zum Boykott israelischer  Produkte auf und nennt das Existenzrecht Israels „läppisch„. Gerne kooperiert die Partei auch mit anderen antisemitischen Gruppen. Wenn es gegen Juden geht, ist die Duisburger Linkspartei immer dabei.

Aber das auf der Seite der Partei wohl seit Jahren ein Flugblatt zum Download angeboten wurde (Es wurde nach Beginn unserer Berichterstattung gelöscht), in dem Hakenkreuz und Davidstern ein gemeinsames Logo bilden, haben wir erst heute auf Hinweis eines Lesers entdeckt.  Man musste einfach nur Israel in die Suchmaschine der Seite www.die-linke-duisburg.de eingeben, schon kam man auf eine Seite mit dem Link zum Flugblatt. Es ruft zum Boykott israelischer Waren auf, getreu dem alten NSDAP-Motto „Kauft nicht bei Juden“ und ist inhaltlich Hetze-Pur. Das ist man gewohnt von der Linkspartei in Duisburg gewohnt, das Hakenkreuz-Logo ist neu. Auch Sätze wie  „Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen!“ sind selbst für die Linkspartei eher ungewöhnlich. Auch was die im Flugblatt angesprochene „Judenpresse“ sein soll, ist eine interessante Frage.

Update:

Von dem PDF des Flugblatts kam man zudem auf die Internetseite „Radio Islam“, über die man Hitlers „Mein Kampf“ runterladen konnte. Für die Linkspartei, die sich gerne antifaschistisch gibt, eher ein seltsamer Link. (Danke Marc)

Das alles hat bislang weder die SPD noch die Grünen abgehalten, mit den Antisemiten aus Duisburg eine Koalition einzugehen. Ich habe gerade bei SPD und Grünen nachgefragt, wie sie zum dem Flugblatt stehen und ob sie Konsequenzen daraus ziehen wollen. Wer weiß, vielleicht sind sich ja Grüne, Sozialdemokraten und Linkspartei in Duisburg auch in der Frage des Antisemitismus einig.

Ich habe gerade Strafanzeige erstattet. Die Polizei Bochum hat die Anzeige entgegengenommen. Die Staatsanwaltschaft Bochum wird sie an die Staatsanwaltschaft Duisburg weiter leiten.

Update: Der Link auf das Flugblatt ist nicht mehr aktiv.  Hier ein Screenshot des Links:

Update II: Hier die Erklärung von NRW-Innenminister Jäger, dem Vorsitzenden der SPD-Duisburg

Der Vorsitzende der Duisburger SPD, Ralf Jäger, zum heutigen Bericht des Blogs „Ruhrbarone“  über ein antisemitischen Flugblatt auf der Homepage des Kreisverbandes der Linken:

Die Duisburger SPD verurteilt  klar und eindeutig  jede Form des Antisemitismus und jegliche Verbreitung antisemitischer Symbole und Schriften.

Die Duisburger SPD distanziert sich ebenso klar und eindeutig von Form und Inhalt eines antisemitischen Flugblattes, dass über eine Verlinkung auf der Homepage des Kreisverbandes der Duisburger Linken öffentlich einsehbar war.

Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine ebenso klare und öffentliche Verurteilung bzw. Distanzierung von diesem Flugblatt und dessen Verbreitung.

Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine lückenlose Aufklärung des gesamten  Vorganges.

Konsequenzen droht Jäger nicht an. Für den „Verfassungsminister“ eine eher schlappe Reaktion.

Was Jäger zudem nicht verstanden hat: Das Dokument war nicht extern verlinkt – es war auf dem Server der Linkspartei gespeichert. Auf diesen Server hat nur die Linkspartei Zugriff. Das Flugblatt lag unter dieser Adresse:

http://www.die-linke-duisburg.de/fileadmin/kvduisburg/Bilder/flugblatt_01.pdf

Update III: Anhänger der Linken verbreiten, das antisemitische Flugblatt auf Seiten der Linken Duisburg sei vielleicht im Rahmen eines Workshops, einer Mailingliste oder ähnlichem als Anschauungsobjekt im Rahmen einer Aufklärung – wie bei uns – auf dem Server der Duisburger Linken gelandet. Das Hetzblatt sei aber nirgendwo verlinkt und nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen, sondern nur zufällig über Google zu finden gewesen.

Das ist natürlich Unfug. Hier der Screenshot der Seite, auf der das Hetzblatt im Stürmer-Stil abgelegt war. Der Link zum Hetzblatt findet sich unter dem dritten Beitrag. „Boykottiert den Apartheitstaat Israel“ Der Link ist bezeichnet mit den Worten:

„NIE WIEDER KRIEG FÜR ISRAEL“

Der Beitrag selbst ist wortwörtlich aus dem Flugblatt abgeschrieben.

Für ein großes Bild auf das kleine klicken.

Euromayday in Dortmund

Am 1. Mai findet in Dortmund der Euromayday statt: Die Mischungs aus Demonstration und Party zieht von der Nordstadt zum Westpark.

Am ersten Euromayday 2010 beteiligten sich im vergangenen Jahr an die 1000 Leute in Dortmund  – trotz eher miesen Wetters. In diesem Jahr kann man mit deutlich mehr Menschen rechnen: Der Wetterbericht sagt über 20 Grad und Sonne voraus. DJSets, kurze Infos und die ganze Zeit Musik von Lautsprecherwagen – der Euromayday ist eine alternative 1. Mai Demo und findet in vielen europäischen Städten statt. Es sind eher undogmatische Gruppe wie die Jungdemokraten, Antifa-Gruppen und die Verdi.Jugend, die zum Euromayday aufrufen. Die übliche 1. Mai Folklore wird es also wohl nicht geben. Vor dem U-Turm werde ich dann kurz zum Thema Kreativwirtschaft interviewt. Über die Einladung an uns haben wir uns sehr gefreut. Und wir würden uns natürlich auch freuen, möglichst viele von Euch dort zu sehen. Bis Sonntag.

Das Programm :
14.00 Uhr: Auftakt auf dem NordmarktDJ-Set 1
(Funktronix) 60´s, Funk, Soul, Hip Hop, Disco

Interview zum Thema was ist der Euromayday

Interview zum Thema Rumänen in der Nordstadt und Straßenstrich

Interview zum Thema Flüchtlingspolitik/Abschiebungen

15.00 Uhr: Start der ParadeDJ-Set 2 (Michele) 60´s, 70´s, Funk, Soulca.

15.30 Uhr: 1. Zwischenstopp – Hirsch-Q/Brückstr.

Interview zum Thema Neonazis in DortmundDJ-Set 3 (Der Wolf) Hip Hop, 90´s Classics, Baltimoreca.

16.30 Uhr: 2. Zwischenstopp – Stadtgarten/Schauspielhaus

Interview zum Kunstprojekt „Unbehaust – 100 Zelte Kunst“, Ausgrenzung und Obdachlosigkeit mit dem Künstler Daniel Kasselmann

DJ-Set 4 (Dadaism) House, Eelectro, Technoca.

17.00 Uhr: 3. Zwischenstopp – Dortmunder U/Rheinische Str.(Zusammentreffen mit »Trommeln gegen Nazis«)
TaxiTom in Vertretung der erkrankten Schauspielerin Ines Burkhard zum Thema Neonazis und Zivilcourage in Dortmund

Interview zum Thema Kulturhauptstadt und Kreativwirtschaft mit dem Ruhrbarone Journalisten Stefan Laurin

DJ-Set 5 (Funkyflex & Superrocka) Drum´n Bass, UK Funky, Garage

ca. 18.00: Uhr Abschluss im Westpark

Interview zum Thema prekäre Lebenslagen und Hartz IVInterview zum Thema Atompolitik, das RWE und die Energiewende mit dem Anti-Atom-Plenum Ruhrgebiet

DJ-Set 6 (Funkfatal) Drum´n Bass, Random Stuff, Funk, Hip Hop

Am 30. April veranstaltet die Gruppe Du it Yourself zur Einstimmung auf den Euromayday in Duisburg ab 19.00 Uhr eine  Nachttanzdemo. Treffpunkt ist der Hauptbahnhof.

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Der Ruhrpilot

NRW: „Betrug inszeniert“…Welt

NRW II: CDU  fordert Rücktritt  von  Ministerin Schulze…RP Online

Sarrazin: Die SPD in der Falle…RP Online

Sarrazin II: Andrea Nahles gerät in der SPD unter Druck…Welt

Sarrazin III: Berliner Erklärung zu Sarrazin…Rot steht uns gut

Gelsenkirchen: Manchester schießt Schalke zurück in die Realität…FAZ

Bochum: Neues Ingenieurs-Gebäude der RUB ist auch nicht ganz barrierefrei…Der Westen

Dortmund: Mehr Zeit für Drogen-Süchtige…Der Westen

Dortmund II: 136 Geschäfte für die Thier-Galerie stehen fest…Ruhr Nachrichten

Duisburg: Nur drei Seen in Duisburg sind zum Baden freigegeben…Der Westen

Essen: Clubs ignorierten Tanzverbot an Karfreitag…Der Westen

Forschung: SETI-Projekt vor dem Aus…Welt

Internet: Ein FKK-Strand namens “Post-Privacy”…Weissgarnix

Hochzeit: Königstreu seit 30 Jahren…Zoom

Sarrazin und die Angst der SPD vor den Rechtspopulisten

Tilo Sarrazin

Sarrazin darf in der SPD bleiben – und soll Wähler sichern.

Die Rechtspopulisten sind in Europa auf dem Vormarsch: Ob in Holland, Finnland, Italien oder Frankreich – fast überall  sind ihre Zuwächse beängstigend groß. Und sie wachsen zu einem vor allem auf Kosten der sozialdemokratischen/sozialistischen Parteien. Sie werden häufig von Modernisierungsverlierern gewählt. Von jenen, die mit den immer schnelleren Innovationszyklen nicht klar kommen, deren Fähigkeiten nicht mehr benötigt werden und die die Veränderung ihrer Stadtteile durch Migration als Bedrohung empfinden. Auch wenn die meisten von ihnen Sarrazins Buch kaum gelesen  und sich nicht näher mit seinen abstrusen eugenischen Theorieversuchen beschäftigt haben werden, werden viele von ihnen sie dem zustimmen, was in der Diskussion über Sarrazin bei ihnen hängen blieb: Es gibt zu viele Ausländer, sie kosten Geld und bedrohen die Deutschen und ihre Lebensweise.

Der Entschluss Sarrazin in der Partei zu behalten, hat mit der Angst der SPD zu tun, auch diese Wählerklientel, den klassischen „kleinen Mann“, zu verlieren. Käme eine rechtspopulistische Partei, die keine Nazis in ihren Reihen hat, die SPD könnte unter 20 Prozent gedrückt werden. Mit ihrem Beschluss, Sarrazin in der SPD zu belassen, macht sie das Entstehen einer solchen Partei in Deutschland zudem wahrscheinlicher: Sie legitimiert die Thesen rechtspopulistischer Politik und kann nicht mehr glaubhaft dagegen halten. Beispiel? Wenn der Bochumer SPD-Bundestagsabgeordnete der Sprecher der NRW-Landesgruppe sich  empört über die Wahlergebnisse der Rechstpopulisten in Finnland äussert, auf Spiegel-Online hingegen erklärt „Die SPD muss auch Thesen wie die von Sarrazin aushalten“ ist das nur noch erbärmlich.

Natürlich ist diese Taktik dumm. Käme eine solche Partei würde sie die Ressemtiments besser bedienen als es die SPD könnte – und die eher braunen unter den SPD-Wählern würden zum Original wechseln. Die SPD erlebt das gerade bei den Grünen –  wer schon beim ersten warme Frühlingstag Angst vor dem Klimawandel bekommt wählt Grün und nicht SPD.

Dabei liegt für die SPD ein ganzes Themenfeld offen. Olaf Scholz und Sigmar Gabriel haben es erkannt, weite Teil der ergrünten Partei nicht: Den Erhalt des Industriestandorts Deutschlands und seiner Arbeitsplätze.  Das geht wunderbar ohne Pappköpfe wie Sarrazin – aber auch nur ohne Hardcore-Ökos wie den hessischen SPD-Chef Schäfer-Gümbel, der bis 2030 alle Kohlekraftwerke abschalten will. Nach dem ergrünen der Union und dem drohenden Untergang der FDP gäbe es dann für alle, die noch eine Idee davon haben, wo der Wohlstand dieses Landes erwirtschaftet wird, keine Alternative als die Wahl der SPD.

Der Ruhrpilot

Niederrheinexpress (RB 31) am Gleis 4 des Moerser Bahnhofes - Foto: Carschten via Wikipedia

NRW: Darum stockt die Sanierung der Bahnhöfe…Der Westen

NRW II: Schulpolitik als Quadratur des Kreises…Zoom

NRW III: Tausende demonstrierten in gegen Atomkraft und Krieg…Der Westen

Ruhrgebiet: Wie der Himmel über der Ruhr wieder blau wurde…Der Westen

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Bochum II: Rundlauf 2011…Kochplattenteller

Essen: Archäologen entdecken 1200 Jahre alten Fischteich an Folkwang-Uni…Der Westen

Dortmund: FZW  will  durchstarten…Der Westen

Internet: Netzgemeinde soll universelle digitale Werte entwickeln…Netzpolitik

Mobil: Erste Schritte mit Android…Pottblog

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Berliner Appell: „Lasst Ai Weiwei frei!“

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wurde am 2. April in Peking verhaftet und ist seitdem verschwunden. Die Unterzeichner des Berliner Appells fordern seine Freilassung.

Am 29. April soll der chinesische Künstler Ai Weiwei eigentlich nach Berlin kommen und eine Ausstellung besuchen. Eigentlich – denn das chinesische Regime hat den Künstler festgenommen. Grund: „Wirtschaftsvergehen“. Der Berliner Appell fordert die Freilassung von Ai Weiwei:

Am 3. April 2011 wurde Ai Weiwei auf dem Pekinger Flughafen verhaftet. Seitdem wird er an unbekanntem Ort festgehalten, ohne Kontakt zu seiner Familie oder Anwälten. Dieses Vorgehen verstößt nicht nur gegen elementare Menschenrechte sondern auch gegen chinesisches Recht. Ais Familie, Freunde und Mitarbeiter werden durch Hausdurchsuchungen, Festnahmen, die Verhängung von Hausarrest und ähnliche polizeiliche Maßnahmen schikaniert. Die Behörden verweigern jede Auskunft über den Verbleib Ai Weiweis und dreier seiner Mitarbeiter. Sie verbreiten Gerüchte über angebliche Wirtschaftsvergehen. In den chinesischen Medien wird er in einer Sprache, die an die Kulturrevolution erinnert, diskriminiert und diffamiert. Es wird versucht, ihn außerhalb der Gesellschaft zu stellen.

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Der Ruhrpilot

Computer: Mac-Users are more liberal and like to party all Night long…Nerdcore

Debatte: Der grünen Bewegung fehlt es an Ästhetik…Welt

Ruhrgebiet: WP-Blogger-Treffen an Rhein und Ruhr…Pottblog

Bochum: Pinselstrich für die Menschenrechte…Ruhr Nachrichten

Bochum II: Kurzarbeit bei Eickhoff-Tochter wegen Flaute bei Windkraftanlagen…Der Westen

Essen: Beim Schauspiel steigt der Klassiker-Anteil…Der Westen

Dortmund: Veganer Supermarkt…Welt

Umland: Noch mehr Hasenfest-Hampelei…Bundesstadt Blog

Umland II: Datenschutzfreaks…Netzpolitik

Ostern: Ein Akt der Barmherzgkeit…Kochplattenteller

Internet: Brauchen wir sowas wie “Facebook Discussions”?…2.0

Blogs: Wir sind wieder auf Empfang und Sendung…Zoom