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Bayern München verzichtet nach langweiligstem Pokalfinale der vergangenen Jahre auf den Titel

Der DFB-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Das war am Ende in dieser Form dann wohl selbst den hochüberlegenen Bayern aus München zu peinlich. Mit 4:2 (2:0) gewannen die Süddeutschen zunächst das DFB-Pokalfinale 2020 gegen Bayer 04 Leverkusen. Schlimmer noch als das reine Ergebnis, war für Millionen von Fans vor den TV-Geräten dabei die unglaubliche Dominanz, mit der die Bayern den Leverkusenern an diesem Abend in Berlin die Grenzen aufzeigten, zu beobachten.

Keine wirkliche Spannung, wenig bis kein Glanz im weiten Rund während dieses eigentlich im Vorfeld als Saisonhighlight angedachten Endspiels im DFB-Pokal.

Zwischen München und Leverkusen entwickelte sich am Samstagabend das wohl langweiligste Pokal-Finale der vergangenen Jahrzehnte.

Das Team von Ex-BVB-Coach Peter Bosz leistete dem Favoriten von der Isar insbesondere in der ersten Halbzeit keinerlei erkennbaren Widerstand, kassierte in dieser Phase ‚nur‘ zwei Gegentore. Es hätten auch gut und gerne deren drei oder vier sein können.

In den zweiten 45 Minuten, als die Bayern im Gefühl des sicheren Sieges sichtbar den einen oder anderen Gang zurückschalteten, konnten die Rheinländer zumindest etwas besser mithalten und zwei Treffer erzielen, vermieden somit ein völliges Debakel. Zu einem ausgeglichenen Spiel, was sich die Fans in ganz Deutschland gewünscht hätten, reichte es an diesem Abend im Olympiastadion allerdings auch so nicht mehr.

Da konnte es nach dem Schlusspfiff für die stolzen Mannen von Trainer Hansi Flick dann nur eine Konsequenz geben: Der Titel, im in München ohnehin seit Jahren nur noch wenig geschätzten DFB-Pokal, wurde vom Rekordmeister kurzerhand abgelehnt!

Stürmer Robert Lewandowski gab anschließend enttäuscht zu Protokoll: ‚Es tut mir vor allem leid, für unsere vielen Fans. Aber so einen Titel möchte auch ich einfach nicht in meiner Vita stehen haben. Das haben wir als großer FC Bayern auch gar nicht nötig. Daher haben wir uns gerade kurzerhand dazu entschlossen den Leverkusenern den Pokal zu überlassen. Es macht einfach keinen Sinn, wenn du mit deiner Mannschaft in so einem Finale nicht mehr an die Grenzen gehen muss. Worauf will man da am Ende stolz sein, wenn man in ein paar Jahren auf dieses Endspiel zurückblickt? Da haben wir ja im Audi-Cup zuletzt häufig härter um unsere Siege kämpfen müssen. Dafür will ich hier und heute wirklich nicht groß geehrt werden.“

Auch Bayern-Trainer Hansi Flick äußerte sich nach dem Spiel ähnlich: „Da freut man sich wochenlang auf ein solches Endspiel, und dann das. Auch mir ist es mehr als peinlich für solch ein Trainingsspiel vor Millionen von Zuschauern eine Trophäe zu erhalten. Sowas ist unangebracht. Daher waren wir uns im Mannschaftskreis auch rasch alle einig, diesen Titel im Nachgang abzulehnen. Ich freue mich außerdem, dass die Liste der offiziellen Pokalsieger dadurch jetzt wieder etwas abwechslungsreicher kling. Leverkusen hatte den Pokal ja seit 1993 nicht mehr gewonnen. Bei uns sind solche Titel gefühlt Alltag. Wir werden uns in jedem Falle bemühen im kommenden Jahr wieder einen zumindest etwas gleichwertigeren Endspielpartner zu bekommen. Zum Glück sind in diesem Jahr ja nicht, wie sonst üblich, extra tausende Anhänger zum Pokalfinale nach Berlin angereist. Es hätte sich wahrlich nicht gelohnt.“

Der DFB hat kurzfristig zugesagt den Wunsch der Bayern zu respektieren und will Bayer 04 Leverkusen schnellstmöglich auch offiziell zum Pokalsieger des Jahres 2020 erklären.

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4 Kommentare zu “Bayern München verzichtet nach langweiligstem Pokalfinale der vergangenen Jahre auf den Titel

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  • #2
  • #3
    Robert Müser

    Vor Corona und Geisterspielen:

    Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin …

    Mit Corona und Geisterspielen:

    Berlin, Berlin wir gähnen in Berlin …

  • #4
    Walter Stach

    Robin,
    der FCB hat nachdrücklich bewiesen, daß er derzeit die mit großem Abstand "beste" Mannschaft in Deutschland ist. Ich hatte mir also wider besseres Wissen erhofft, Leverkusen könnte im Pokalendspiel den FCB bezwingen. Von der ersten Minuten an hat jeder (!!) Spieler des FCB -vor allem in den Zweikämpfen- seinen unbedingten Siegeswillen demonstriert -einhergehend mit individueller Klasse und spielerisch/taktitschen Qualitäten. Von daher war das in der Tat eine "langweilige" Geschichte.

    PS
    1.
    Ob Trainer und Spieler des BVB so wie ich mitbekommen haben, daß dieser unbedingten Siegeswille aller Spieler -von der ersten bis zur letzten Minuten- die Mannschaft des FCB fundamental von der des BVB unterscheidet -neben diversen spielerischen/taktischen Vorteilen?

    2.
    Und wenn der FCB sich "punktuell" noch weiter verstärkt -sh. Sane`-……..?.
    Insofern ist es wohl folgerichtig, wenn Watzke im Gegensatz zu abgelaufenen Spielzeit für 2o2o/2o21 nicht mehr das BVB-Saisonziel "Meisterschaft" öffentlich verkündet. verkünden will. 3
    3.
    Ich bin als BVBer mit Tabellenplatz 2 und damit mit dem Erreichen der Champ.Lig als Endergebnis der Spielzeit 2o19/2o2o zufrieden und würde das auch als Ziel für 2o2o/2o21 verkünden, wohlwissend, daß dieses Ziel nicht einfach zu erreichen sein wird -sh. Leipzig ,Mönchen-Gladbach, Leverkusen- und……??.
    .

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